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Ist das Examen gerecht?

Gerade mitten in der schriftlichen Prüfung oder sie vor kurzem hinter Dich gebracht? Berichte über Deine Erlebnisse

Ist das Examen gerecht?

Beitrag von Herr Anwalt erstellt am: 25. Jun 2017, 19:56 Uhr

Liebe Rechtsfreunde,

im Staatsexamen geht es um das Recht.
Aber meint ihr eigentlich, dass es im Staatsexamen selbst gerecht zugeht ?

Spiegelt das Staatsexamen das Leistungsvermögen des Kandidaten wieder, oder hängt letztendlich doch viel von Komponenten ab, die nicht im Einflussbereich des Prüflings liegen?
Was für eine Schlussfolgerung sollte man anschließend ziehen?

Ich habe mir mal so meine Gedanken gemacht, meine eigenen Examen betrachtet und meine Erfahrungen mit denen der Kollegen abgeglichen und das in diesem Video zusammengefasst:

https://youtu.be/lyM7hzsqxh4

Gerne würde ich auch eure Meinungen zum Thema hören und mit euch darüber diskutieren.

Gruß,
Tim
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Ist das Examen gerecht?

Beitrag von Väinämöinen erstellt am: 25. Jun 2017, 22:00 Uhr

Schönes Video (oder besser: schönes Statement, das Video an sich ist kein cineastisches Highlight... ;) ), Herr Kollege.

Ich teile die Aufführung, äh Auffassung zu 100%. Da muss man nichts hinzuzufügen oder weglassen.

Bloß: die Mehrheit hier im Forum wird das anders sehen (weil es wahrscheinlich die Worte eines Loosers sind der Anwalt werden musste und jetzt frustriert ist). Die erhabene Richterschaft des Forums wurde zu 100% objektiv bewertet!

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Re: Ist das Examen gerecht?

Beitrag von Herr Anwalt erstellt am: 25. Jun 2017, 22:07 Uhr

Ich bin Anwalt, weil ich die Gelegenheit habe, hier schnell zwei Fachanwaltschaften zu machen, wovon die erste im November fertig ist. Und danach schließt sich bei mir laut meiner Zielrichtung das Notariat an, so dass ich glaube ich, wenn alles nach Plan läuft mit unter 40, zwei FA und nem Notar ganz gut stehe.
Aber mal sehen, wohin die Reise geht.

Letztlich zählt nur das Argument und die Emperie spricht dafür, dass die Notenverteilung sehr ungleichmässig ist.
6 Klausuren + 1 Tag sind einfach zu wenig um ein gerechtes Bild vom Leistungsvermögen zu vermitteln.

Selbst die Fußballbundesliga hat 34 Spieltage.
Und ratet mal welche Vereine dagegen wären diese auf 7 Spieltage zu verkürzen:
Bayern und Dortmund.

Weil 2 schlechte Tage reichen, um die Saison zu verhageln.

Je kürzer der Intervall und die Prüfung, desto höher regiert in komplexen Aufgaben der Zufall im Wettbewerb.
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Re: Ist das Examen gerecht?

Beitrag von W.C. Canalriss erstellt am: 25. Jun 2017, 23:20 Uhr

Herr Anwalt hat geschrieben:Spiegelt das Staatsexamen das Leistungsvermögen des Kandidaten wieder, oder hängt letztendlich doch viel von Komponenten ab, die nicht im Einflussbereich des Prüflings liegen?
Was für eine Schlussfolgerung sollte man anschließend ziehen?


Ja, es spiegelt das Leistungsvermögen wieder und ich wüsste nicht, was es daran zu kritisieren wäre.

Oder soll man zusätzlich noch ein Hulla-Hup-Tanz als Prüfungsleistung einführen, um das Leistungsvermögen besser einschätzen zu können?

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Re: Ist das Examen gerecht?

Beitrag von Herr Anwalt erstellt am: 26. Jun 2017, 06:02 Uhr

Das nicht unbedingt, aber was ist, wenn du in der mündlichen Prüfung an den falschen Vorsitzenden gerätst?
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Re: Ist das Examen gerecht?

Beitrag von MrWatkins erstellt am: 26. Jun 2017, 07:17 Uhr

Das ist dann persönliches Pech und kann immer und überall passieren, gleicht sich aber dadurch wieder aus wenn ein anderer an den richtigen Prufer gerät bzw man im zweiten Examen oder im zweiten Versuch dann mehr Glück hat.

Die Frage was Gerechtigkeit ist treibt die Rechtswissenschaft doch schon seit ihrer Gründung an... Ich muss aber sagen, ohne eine Note zu haben, dass das Examen wirklich fair und machbar war, es war also gerecht im Sinne davon, dass jeder die Chance hatte hier zu punkten. Was man draus macht ist dann die eigene Angelegenheit.

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Re: Ist das Examen gerecht?

Beitrag von Herr Anwalt erstellt am: 26. Jun 2017, 08:03 Uhr

Pech im ersten Examen wird also durch Glück im zweiten Examen oder im zweiten Versuch ausgeglichen? Gibt es da eine Gesetzmäßigkeit für?
Oder wird die Münze mit Glück und Pech nicht vielmehr genauso geworfen wie im ersten nicht so glücklichen Versuch?

Nicht falsch verstehen, aber das ist meines Erachtens nicht wirklich schlüssig.
Und ist es gerecht, dass der eine direkt ins Ref gehen kann und der andere noch 9 Monate weiterlernen und ggf. nebenbei jobben muss?
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Re: Ist das Examen gerecht?

Beitrag von MrWatkins erstellt am: 26. Jun 2017, 10:29 Uhr

Dann müsstest Du aber auch definieren, was gerecht sein soll.
Gerechtigkeit iS vom Heiligen Schulz sicherlich nicht ;-)

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Re: Ist das Examen gerecht?

Beitrag von BlackOut erstellt am: 26. Jun 2017, 12:03 Uhr

Denke auch, dass 6 Klausuren nicht ganz ausreichend sind um ein statistisch einwandfreies Bild zu liefern aber man muss halt auch abwägen. Fand 6 Klausuren auf einmal schon recht anstrengend und noch deutlich mehr kann man den Leuten irgendwann nicht mehr zumuten.
Aus meinen Erfahrungen bei Kommilitonen hab ich auch das Gefuhl, dass fast alle im schriftlichen Teil am Ende tatsächlich ungefähr auch den Schnitt hatten, den man ihnen zugetraut hat - relativ selten gab es da wirklich krasse Überraschungen. In soner Range +/-1 kommt wahrscheinlich schon hin.
Zu stark wird meines Erachtens in NRW (40 prozent) die mündliche gewertet. Die hängt doch deutlich stärker (wie auch in deinem Video) von Zufällen ab. Kenne einige die nur absolute Basics gefragt wurden und am Ende kaum glauben konnte, wie stark sie sich verbessert haben. Andere hatten Prüfer denen schon akustisch kaum zu folgen war und die dann schwierigste aktuelle Rechtsprechu abgefragt haben...und mündlich ist eben nur ein einziges mal.

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Ist das Examen gerecht?

Beitrag von Väinämöinen erstellt am: 26. Jun 2017, 12:46 Uhr

Herr Anwalt hat geschrieben:Ich bin Anwalt, weil ich die Gelegenheit habe, hier schnell zwei Fachanwaltschaften zu machen, wovon die erste im November fertig ist. Und danach schließt sich bei mir laut meiner Zielrichtung das Notariat an, so dass ich glaube ich, wenn alles nach Plan läuft mit unter 40, zwei FA und nem Notar ganz gut stehe.
Aber mal sehen, wohin die Reise geht.



Das sollte auch kein Angriff sein, sondern das vorwegnehmen, was in der Diskussion kommen wird bzw. schon gekommen ist.

Ich bin seid ca. zehn Jahren hier im Forum und war immer ein Kritiker des jur. Prüfungssystems. Es ist eben glücksverseucht. Bei deinem Video unterschreibe ich zu 100%.

Merkwürdigerweise ist die h.M. hier im Forum absolut systemgläubig. Das System funktioniert (für wen?) und am Ende haben irgendwie alle die Note, die sie verdienen.

Dabei gibt es eine einfache Gleichung:

Gute Note (meint: Prädikat) = alles ist objektiv = Staatsdienst = Gewinner

Schlechte Note = alles Glückssache = Anwalt = Looser

So simpel läuft das hier.

Du hast jetzt zwei Dinge preisgegeben: du bist Anwalt und du kritisierst das Prüfunfssystem. Deine Noten müssen also schlecht sein und du bist ein Looser (= keine Kohle). Gewöhn' dich dran....

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Re: Ist das Examen gerecht?

Beitrag von Olam erstellt am: 26. Jun 2017, 13:58 Uhr

Väinämöinen hat geschrieben:Du hast jetzt zwei Dinge preisgegeben: du bist Anwalt und du kritisierst das Prüfunfssystem. Deine Noten müssen also schlecht sein und du bist ein Looser (= keine Kohle). Gewöhn' dich dran....

Papa ist doch Notar. Deshalb würde ich mir bezüglich der Kohle keine Sorgen machen.

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Re: Ist das Examen gerecht?

Beitrag von Herr Anwalt erstellt am: 26. Jun 2017, 14:01 Uhr

Keine Angst, hatte ich auch nicht so aufgefasst.

Dann stimmt die Prämisse nicht.
Aber bisher habe ich noch kein Argument gehört, ausser der unsubstantiierten Behauptung, dass sich "alles irgendwie ausgleichen" würde.
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Re: Ist das Examen gerecht?

Beitrag von RareBreed erstellt am: 29. Aug 2017, 12:08 Uhr

Das Examen wäre nur gerecht, wenn die Studenten zuvor alle gleich lange studiert haben - jemand der 14 Semester studieren konnte, da er z. B. von Eltern subventioniert wurde, hat vermutlich einen höheren Kenntnisstand als jemand nach 8 Semestern. Gerecht wäre es, wenn alle nach derselben Anzahl an Semestern antreten würden, dann wären die Punkte auch vergleichbar.

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