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Verkaufe Examenslösungen - nur leichte Gebrauchsspuren

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Re: Verkaufe Examenslösungen - nur leichte Gebrauchsspuren

Beitrag von Bubba_daHubb erstellt am: 10. Jan 2017, 10:22 Uhr

Mars-Maus hat geschrieben:Aber wäre nicht dieser Ausbilder gewesen, wäre das alles nicht passsiert.


Naja, die Entscheidung, ob man auf derartige Angebote eingeht bleibt immer noch jedem selbst überlassen. Den Anstoß liefert schon jeder selbst und ist auch für sich verantwortlich. Mit so einer Aussage wie du sie lieferst kann sich auch jeder Steuerhinterzieher oder Vergewaltiger ("hätte sie nicht so einen kurzen Rock getragen...") rechtfertigen.

Mars-Maus hat geschrieben: Und es sind immer mehr die Streber, die überall die Schlüsselpositionen besetzen. Leute, die teilweise so extrem lernen, dass man echt den Psychiater holen müsste.


Wenn man eins in der jur. Ausbildung gemerkt haben sollte, dann doch wohl, dass nicht diejenigen die am meisten lernen auch automatisch die besten Noten schreiben. Und Leute die nunmal (notenmäßig) "gut" sind direkt als Streber zu bezeichnen, zeugt mE von deiner Seite von Missgunst und Neid und ist etwas albern. Das Wort "Streber" habe ich zuletzt zu Schulzeiten mal benutzt.

Wer erwachsen ist und sich für ein Studium entscheidet, entscheidet auch selbst wie er das ganze angeht: die einen dödeln vor sich hin (und wenn man ehrlich ist machen das recht viele Studenten die ersten Semester), andere lernen direkt von Beginn an viel...ob/was sich am Ende bei wem wie auszahlt, ob manche die Kurve in die eine oder andere Richtung kriegen, kann man aber nicht vorhersagen. Und natürlich muss man auch viel Lernen, aber Leute die neben der Lernerei auch das nötige Quäntchen Glück und vor allem aber das Verständnis für Jura haben (woran es oftmals mangelt, man sieht doch wie viele Studenten jedes Semester anfangen und es ist doch nicht fern jeglicher Vermutung, dass das Studienfach auch einfach nicht für jeden das richtige sein kann) denen sei ihr Karriereweg - wie auch immer der aussehen mag - gegönnt. Es gibt in fast allen Bundesländern die Möglichkeit eines Verbesserungsversuches: wer es dann mit insgesamt 4x Examen schreiben (Erste Examen und Zweite Examen) nicht schafft auf für sich und seine Ziele "brauchbare" Leistungen zu kommen: da muss man dann doch auch einfach mal anerkennen, dass Jura vllt einfach nicht das richtige für einen sein soll. Zumindest zu Bestehen und einen Schnitt von 3,x Punkten zu erreichen sollte bei jeweils 2, manchmal sogar 3 Versuchen (Gnadenversuch) pro Durchgang drin sein. Das ist es nicht für jeden, aber doch weitaus für die meisten wenn man sich die Statistik anguckt. Und dass bei denen, die wirklich komplett durchfallen, nur die Aufregung o.ä. Schuld ist: das kann ich nicht glauben. Da werden auch sonstwo gravierende Defizite herrschen. Um zB im 1. Examen auf 21 Pkt zu kommen: das ist kein Selbstläufer, aber eben auch kein Ding der Unmöglichkeit.


Mars-Maus hat geschrieben:Wenn man da mal raus kommt und mal hört und sieht, was anderswo läuft, dass Firmen z.T. heute keine Juristen mehr nehmen wollen, weil die als rechthaberisch und streitsüchtig, als kompromissunfähige Elenbogentypen gelten, die man im Wirtschaftsleben einfach nicht brauchen kann, weil die nicht funktionieren, dann weiß man, was die Uhr geschlagen hat.


Habe ich ehrlich gesagt noch nie gehört oder irgendwo erlebt. Die juristischen Stellen kannst du eben nur mit Juristen besetzen. Und negative Eigenschaften sagt man Absolventen anderer Fächer auch nach (man denke an das Klischee des extrem nerdigen und muttersöhnchenbehafteten Mathematikers oder Physikers der eh keine Frau abkriegt).


Mars-Maus hat geschrieben:Ich war auch mal jung und erfolgreich und alle klappte super.


Schulzeiten zählt nicht. Und "erfolgreich" definiert da wohl jeder selbst. Rein gute Noten schreiben (während einer Ausbildung) wäre für mich zB noch kein Faktor um zu sagen ich hätte Erfolg (denn die Ausbildung ist nur der Weg zu einem Beruf, in dem ich ggf. dann beruflich erfolgreich werde oder bin oder aufgrund meiner Jobposition mein persönliches Ziel erreicht habe).


Mars-Maus hat geschrieben:Ich sag's mal so: Wer nie stolpert, wer nie geprüft wird, der wird es schwer haben, mit den Füßen bescheiden auf dem Boden zu bleiben.


Ich kenne absolut niemanden aus meinem Umfeld, der - auch wenn er im Studium noch so gut war - nicht Bedenken hatte, wie das Examen läuft (auch wenn manche nicht das Bangen hatte sie könnten durchfallen, war für sie eben zB ein Prädikat für ihre Zukunftsvorstellung wichtig). Insofern wird da jeder "geprüft" und es geht nicht nur um schwarz und weiß und bestehen oder nicht bestehen...innerhalb der Spanne gibt es auch noch ein graues Feld, wo einige für sich "versagen" können.

Mars-Maus hat geschrieben:Jeder Mensch wird - im Normalfall - hier und da Pech haben, ob das so wie bei Dir oder mir ist oder denen, die die "verkauften" Examensdurchgänge erwischt haben. [...] Und im Fall dessen, dass Du durchgefallen wärst, kannst Du Dir sicher sein, dass sich von den Mitschreibern keiner drum gekümmert hätte, was aus Dir wird. Das erlebt jeder Refi, dass im Ref die Konkurrenz spürbar wird. Daher ist mein Mitgefühl begrenzt. Es ist nun mal eine traurige Tatsache, dass man - abgesehen von wirklich guten Freunden im Ref - mit dem Rest der Teilnehmer nur in einer Challange ist, die jeder für sich gewinnen will. Ob Du redlich warst oder nicht, es kümmert sich anschließend jeder nur um sich und beste Freunde. Aber sonst ist man auf sich gestellt. Darum: Das war deren Pech, genau da zu landen. Das


Der kleine aber doch sehr entscheidende feine Unterschied liegt nur darin, ob ich Pech habe weil ich zB selbst zu faul oder sonstwas war und etwas nicht geschafft habe oder aber ob andere Umstände, die ich selbst nicht beeinflussen kann, für mein Pech verantwortlich sind. Und das ist hier der entscheidende Punkt, den du m.E. auch nicht ganz begriffen hast. Es macht sehr wohl einen Unterschied, ob ich das beste gegeben habe aber für mein eigenes Scheitern aus welchen Gründen auch immer verantwortlich bin - oder aber ob jemand noch dazwischengefunkt und es erst dazu gebracht hat, dass aus einem soliden Lauf dann ein negativer wird. Und natürlich muss und lebt jeder damit...trotzdem darf man auf diesen anderen Faktor wütend sein, denn genauso wie du kritisierst, dass sich andere nicht um Culpa scheren würden, genausowenig kümmert(e) es ihn doch, was aus anderen wird. Getreu dem Motto: "Nach mir die Sinnflut, hauptsache ich!"

Ich finde es daher befremdlich, wenn du Culpa den Rat gibst auf alle anderen zu scheißen, denn die würden sich auch nicht um ihn scheren: ja, natürlich ist das so. Es gibt knapp 7,5 Milliarden Menschen auf der Welt - warum sollte ich mich, mit Ausnahme meines Freundeskreises, dann gerade um (anonyme) Menschen in einem Forum "kümmern" oder Leute aus der Nachbars-AG die ich vllt. 2x auf dem Flur gesehen und höchstens mal flüchtig gegrüßt habe? Ich gönne jedem das Examen und ich finde es für jeden schade der endgültig durchfällt und erstmal nicht weiß was er nun machen soll. Da bricht eine kleine Welt zusammen nach der Ausbildung und dafür habe ich absolutes Verständnis und hoffe für die Person, dass sie schnell wieder auf dem Dampfer ist und etwas für sich passendes findet und das Ganze nicht allzu lange vor sich herschiebt. Ich kann Mitgefühl für diese Leute haben. Aber das beeinflusst mich und mein Leben nicht und beschäftigt mich auch nicht intensiv im Kopf, dafür kenne ich die Leute einfach nicht. Oder hättest du dich um den Schüler eine Klassenstufe unter dir damals geümmert wenn der geheult hat weil er in der Mathearbeit eine 5 hatte? Natürlich nicht und das ist doch auch völlig normal. Ich kann mich doch nicht (intensiv) um alle Menschen kümmern, denen es irgendwie mal schlecht geht - zumal auch jeder mal miese Phasen hat und nicht jeder sofort Hilfe benötigt. Darum gibt es ja sowas wie Familie und Freundschaften: Menschen zu denen man auch eine Bindung hat und die sich gegenseitig "kümmern". ;-) Der Rest ist mir doch - natürlich verglichen damit "egal" - und das trifft mich genauso stark, wie wenn ich in der Zeitung lese, dass in XYZ jemand sich das Bein gebrochen hat, weil er in ein Loch in der Strasse gefallen ist. Da werden nur Leute mit zu stark ausgeprägtem Helfersnydrom, die aber auch meinen ohne sie ginge es für Andere ja absolut nicht, zum Einsatz kommen können.

Bubba_daHubb

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Re: Verkaufe Examenslösungen - nur leichte Gebrauchsspuren

Beitrag von Mars-Maus erstellt am: 10. Jan 2017, 16:01 Uhr

Anthony_Blanche hat geschrieben:
Mars-Maus hat geschrieben:Warum wollen soviele denn ständig höher und weiter und schneller als andere sein? Weil sie übersättigt sind oder weil sie nie was hatten. Und dann wird entweder der Kick gesucht oder die Entlastung, endlich was kriegen. Aber wenn sie es dann haben, dann kommt die Angst, es wieder zu verlieren oder dass er Kick abebbt. Glücklich und zufrieden wird so jemand auch nicht. Die bleiben immer getrieben von ihren inneren Antreibern und sind nie frei.


Wer wäre dann schon frei? Vielleicht Diogenes mit seiner Tonne, aber auch nur gerade so... Und ob eine derartige Freiheit erstrebenswert wäre, steht dann noch einmal auf einem anderen Blatt...

Ciao
AB


Na ja, es gibt eine Menge Menschen, die sind tatsächlich frei in ihrer Entscheidung und tun das, was sie selbst wollen und nicht, was ihnen eingeimpft wurde und dann am Ende als scheinbar eigenes Denken im Kopf ist. Aber ich denke schon, dass vielen Leuten als Kind und später viel eingetrichert wurde, was dann später einfach aus Gewohnheit so weitergedacht, getan und empfunden wird. Aber wenn man nie die alten Dinge mal weglässt, dann ist auch kein Platz für Neues. Wer glaubt, schon alles zu wissen, der wird für andere Ansätze keine Offenheit haben und alles in das bereits vorhandene Denken einordnen. Und die eigene Motivation und Dispziplin, die man an den Tag legt, weil man ein Ziel erreichen will, das man selbst gewählt hat, was man selbst will, ist eben etwas anderes als innere Antreiber, wo man im Grunde das umsetzt, was andere einem eingeimpft haben. Insofern ist das Thema "Innere Antreiber" wirklich für viele Menschen ein Thema, das sie tagtäglich beeinflußt und denen auch die freie Entscheidung wirklich sehr erschwert. Das ist das, was man oft so sehr als Druck empfindet. Die Dinge an sich machen keinen Druck, aber man selbst macht sich Druck bzw. wird man unter Druck gesetzt. Und ich kenne niemanden, der sich unter Druck wirklich wohl fühlt. Deshalb wäre die Freiheit von Druck, der negativ wirkt, sicherlich erstrebenswert, zumindest empfinde ich das so.

Mars-Maus

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Re: Verkaufe Examenslösungen - nur leichte Gebrauchsspuren

Beitrag von Mars-Maus erstellt am: 11. Jan 2017, 12:56 Uhr

@ Bubba_daHubb:

Ich hab' Dir schon zwei lange Antworten geschrieben und die Technik hat sie gefressen. Dh wohl, dass ich mich kürzer fassen muss, weil die Technik es nicht anders aushält. :D

Bubba_daHubb hat geschrieben:
Mars-Maus hat geschrieben:Aber wäre nicht dieser Ausbilder gewesen, wäre das alles nicht passsiert.


Naja, die Entscheidung, ob man auf derartige Angebote eingeht bleibt immer noch jedem selbst überlassen. Den Anstoß liefert schon jeder selbst und ist auch für sich verantwortlich. Mit so einer Aussage wie du sie lieferst kann sich auch jeder Steuerhinterzieher oder Vergewaltiger ("hätte sie nicht so einen kurzen Rock getragen...") rechtfertigen.


Strafrechtliche Bewertung ist klar. Moralisch auf den ersten Blick auch: Einer verhält sich unlauter, andere müssen unschuldig die Suppe auslöffeln... Es ist klar, wem die Sympathien zufliegen und bei wem es schwerer ist, eine Haltung dazu zu finden, weil der sich regelwidrig verhalten hat.

Mein Ansatz an die Sache ranzugehen ist ein anderer, abseits von Bewertungen und an der Vergangenheit hängen bleiben. Wichtiger scheint mir zu sein, wie es bestmöglich für alle Beteiligten weitergehen kann. Ich kann Dir nicht zurückgeben, was Du verloren hast. Richterstelle ist jetzt weg. Man weiß aber auch nicht, ob sich die Einstellungsvorausetzungen nicht doch mal ändern. Man soll nie nie sagen.

Für mich ist die Frage, wie kann man allen Beteiligten jetzt am besten gerecht werden wichtiger als die Frage der Genugtung, Strafe und Zurückzahlens. Culpa hat in einer verfahrenen Situation das getan und Schaden angerichtet. Nichts und niemand kann das mehr zu 100 % reparieren. Es gibt die Nachschreibemöglichkeit und ich würde die in jedem Fall mitnehmen, auch wenn die Dinge so liegen wie bei Dir, weil immer Glück und Pech mitreinspielt im Examen. Das wäre z.B. eine produktivere Möglichkeit, die man sich überlegen könnte. Aber ich glaube, ihr seid auch zu nahe an dem Termin, ich weiß nicht, ob Du noch teilnehmen kannst.

Ich wollte Dir da keine zusätzliche Ohrfeige verpassen, sondern Dich draufstupsen, dass Du die Dinge nicht wirklich groß rückgängig machen kannst, aber dass Du vielleicht lieber die Sache anders sehen lernen solltest, damit es Dir besser geht. Culpa hat die gleiche Möglichkeit für sich, nämlich auch so mit dem Ganzen umzugehen, wie er damit in Zukunft am besten fährt. Und das sehe ich nicht nur für Euch als den jetzt entscheidenen Schritt, sondern vor allem für das Umfeld von Euch. Alle leiden unter der Sache und ich denke darüber nach, wie man soviel entlasten kann, wie nur geht. Ich weiß, ich bin ein ganz böser verkommener Mensch.... :mrgreen: Ich hab' immer so böse Pläne, dass ich jemandem helfen will mit Know-How, das ich habe, aber andere nicht unbedingt.

Es geht ja jetzt drum, wie man über diese Sache hinwegkommt und diese Bruchstelle im Leben gut verarzten kann, das verschmerzen kann und hinter sich lassen kann. Es geht darum, möglicht unbelastet das Leben weiterzuleben. Dafür habe ich Culpa den Tipp gegeben, weil ich weiß, was aus Leuten wird, die sich mit Schuldgefühlen und morlischen Vorhaltungen über die Jahre selbst kaputt gemacht haben und ihre Familien mit. Das bringt niemandem was und auch Dir nicht. Wenn Du heute in 20 Jahren zurückschauen könntest und erfahren würdest, dass Culpa und Familie 20 Jahre schrecklich gelitten haben, weil die Schuldgefühle wegen des gekauften Examens erst Culpa und dann die Angehörigen total fertig gemacht hat, würde es Dir alles andere als gut gehen. Gefühle laufen nicht logisch. Und wenn Du das, was Du Dir jetzt vielleicht als Entschädigung gut vorstellst, eintreffen würde, dann denke ich, würdest du 20 Jahre später nur noch entsetzt sagen: "Das ist ja furchtbar. Na so wollte ich das auch nicht!".

Ich hab's erlebt, dass Menschen, die mir die Hölle angetan haben, später vom Leben eine eingefahren bekommen haben. Die ausgleichende Gerechtigkeit ist also doch hier und da mal eingetreten. Aber im Gegenteil zu dem, was man erwartet hätte, hat's einen nicht glücklich gemacht. Wenn man dann soviel Leid auf der anderen Seite sieht, dann wird man oft schnell vernünftig und sieht: Davon, dass es dem anderen jetzt dreckig geht oder ging, hat sich das eigene Leben nicht positiver gestaltet. Letztlich ist es daher für Dich egal, was bei Culpa passiert und seinen Lieben. Es wird Dir nicht helfen, ihn leiden zu sehen, auch wenn Du das heute glaubst. Das ist ein Erfahrungswert, der Dir zu denken geben sollte.

Mars-Maus hat geschrieben: Und es sind immer mehr die Streber, die überall die Schlüsselpositionen besetzen. Leute, die teilweise so extrem lernen, dass man echt den Psychiater holen müsste.


Wenn man eins in der jur. Ausbildung gemerkt haben sollte, dann doch wohl, dass nicht diejenigen die am meisten lernen auch automatisch die besten Noten schreiben. Und Leute die nunmal (notenmäßig) "gut" sind direkt als Streber zu bezeichnen, zeugt mE von deiner Seite von Missgunst und Neid und ist etwas albern. Das Wort "Streber" habe ich zuletzt zu Schulzeiten mal benutzt.


Ich hab' nix gegen erfolgreiche Menschen, die ihrer Passion nachgehen oder ihr Talent ausleben wollen. Ich hab' auch nichts gegen Zielstrebigkeit. Das sind alles wichtige Dinge, die im Gesamtbild der Menschheit gut tun. Aber ich mag nicht, wenn jemand ob der Möglichkeiten und des Erreichten überheblich wird und arrogant und herablassend zu anderen ist. Ich mag es zudem überhaupt nicht, wenn Leute, die eben - warum auch immer - leistungsfähiger und intelligenter sind, ihre Werte und ihre Messlatte auf die anderen umlegen. Das kann zwischenmenschlich nur schief gehen und es leiden naturgemäß dann die, die sowieso schon in der schlechteren Position sind.

Findest Du es richtig, wenn der Stärkere denen auf den Deckel gibt, denen es eh schon schlechter geht und die dumm anmacht oder mit blöden Sprüchen und Vorurteilen in ihrer Lebensqualität ständig beeinträchtigt? Ich nicht. Und ich kenne viele Menschen, die das auch als miese Nummer einordnen und die Nase rümpfen. Wenn die Manieren und der Anstand fehlt, dann mag ich Leute nicht, ganz egal, ob die Straßenfeger sind oder BVerfG-Präsident oder Papst oder Nutte oder Finanzbeamter oder Arzthelferin.
Wer erwachsen ist und sich für ein Studium entscheidet, entscheidet auch selbst wie er das ganze angeht: die einen dödeln vor sich hin (und wenn man ehrlich ist machen das recht viele Studenten die ersten Semester), andere lernen direkt von Beginn an viel...ob/was sich am Ende bei wem wie auszahlt, ob manche die Kurve in die eine oder andere Richtung kriegen, kann man aber nicht vorhersagen. Und natürlich muss man auch viel Lernen, aber Leute die neben der Lernerei auch das nötige Quäntchen Glück und vor allem aber das Verständnis für Jura haben (woran es oftmals mangelt, man sieht doch wie viele Studenten jedes Semester anfangen und es ist doch nicht fern jeglicher Vermutung, dass das Studienfach auch einfach nicht für jeden das richtige sein kann) denen sei ihr Karriereweg - wie auch immer der aussehen mag - gegönnt. Es gibt in fast allen Bundesländern die Möglichkeit eines Verbesserungsversuches: wer es dann mit insgesamt 4x Examen schreiben (Erste Examen und Zweite Examen) nicht schafft auf für sich und seine Ziele "brauchbare" Leistungen zu kommen: da muss man dann doch auch einfach mal anerkennen, dass Jura vllt einfach nicht das richtige für einen sein soll. Zumindest zu Bestehen und einen Schnitt von 3,x Punkten zu erreichen sollte bei jeweils 2, manchmal sogar 3 Versuchen (Gnadenversuch) pro Durchgang drin sein. Das ist es nicht für jeden, aber doch weitaus für die meisten wenn man sich die Statistik anguckt. Und dass bei denen, die wirklich komplett durchfallen, nur die Aufregung o.ä. Schuld ist: das kann ich nicht glauben. Da werden auch sonstwo gravierende Defizite herrschen. Um zB im 1. Examen auf 21 Pkt zu kommen: das ist kein Selbstläufer, aber eben auch kein Ding der Unmöglichkeit.


Du reduzierst alles auf Lernen und Studienwahl. Aber da gibt es tausend andere Faktoren, über die verlierst Du kein Wort. Aber die zählen extrem zu den Ursachen.

Ich glaube langsam, dass Du aus einer sehr heilen Welt kommst und deshalb nicht mal in Deiner Vorstellung Dinge auf dem Bildschirm hast, die andere erleben. Wann immer ich mit Studies oder Refis zu tun hatte, die Schwierigkeiten hatten, war's entweder falsche Richtung eingeschlagen, aber schwierig umzusatteln. Oder soziale und oder gesundheitliche Probleme bei sich oder im direkten Umfeld. Und wenn man lange dabei war, kommt immer nur der Rat: Jetzt hast Du soviel investiert, versuch' ja, das Ding heimzubringen. Das ist der Tipp, den jeder, der vernünftig denkt, geben wird. Das ist die logische Konsequenz, die man dann ziehen muss. Von wegen, die sind alle blöde oder faul und zu doof, um rechtzeitig die Zeichen der Zeit oder die Vorboten des Misserfolgs zu erkennen. Viele sind auch Bafög-Bezieher. Da kann man nicht mehr einfach so im höheren Semester wechseln. Für viele bleibt dann das angefangene Erststudium das letzte Studium und deswegen tun sie sich schwer, es aufzugeben. Klar, wer viel Geld von Eltern, Ehepartner, Opa und Oma oder aus einer Erbschaft oder einem sehr lukrativen Nebenjob hat, der kann viel freier planen, aber das steht eben vielen nicht frei.

Und klar, man kann alles schaffen. Eine Weile geht es, viele hintereinander folgende Hindernisse zu bewältigen. Aber man muss die Kette der Katastrophen nur endlos fortsetzen, dann kommt jeder Mensch an seine Grenzen und wird erschöpft aufgeben müssen und liegen bleiben. Andere haben aber eben soviel Glück, dass nicht soviel in die Quere kommt. Und grade, wenn es sowas wie ADHS oder ähnliche Erkrankungen wie Depri oder Angst ist, nützt der Ausstieg aus Jura nichts, dann anderswo wird das Handicap erneut zuschlagen und deshalb ist die tolle Lösung "Wechsel" oft nur eine scheinbare Lösung. Deshalb raten auch die Mediziner und Psychos nicht gleich zum Abbruch, wenn was nicht mehr läuft, weil so oft nur eine Reihe von angefangenen und abgebrochenen Berufsausbildungen im Lebenslauf rauskommt, die man später noch weniger vermarkten kann.

Ich glaube, dass die Leute, die sich über diese Dinge äußern wirklich mal mehr nachdenken sollten, bevor sie andere verurteilen. Erst denken, dann schreiben. Da sind doch viele kurzsichtig unterwegs und machen sich keine Gedanken, was wirklich dahinter steht. Es werden einfache Erklärungen für hochkomplexe Zusammenhänge und Problematiken herangezogen. Das ist einem studierten Menschen eigentlich nicht würdig. Grade dafür, genauer zu sein und nachzuprüfen ist doch Aufgabe der Intelligenzia und Elite der Gesellschaft.

Der Leistungsgedanke mag dazu helfen, sich selbst besser und sicherer zu fühlen. Aber er ist - erwiesenermaßen - nicht zutreffend.

Kleines konkretes Beispiel:

Ich bin die absolute Un-Autofahrerin. Vor ein paar Jahren musste ich todmüde nachts um 3 Uhr bei fürchterlichem Schnee und Eisgefahr eine Strecke fahren, um noch nachts heimzukommen. Die Strecke war etwa 25 km lang und ich kam - mit langsamer Geschwindigkeit - bis fast nach Hause. In einer der letzten Kurven kam das Auto zum Rutschen. Ich lenkte gegen und tat alles instinktiv und automatisch. So kam ich in Schlangenlinien zwischen 5 oder 6 Bäumen hindurch. Jedes Mal, wenn der Wagen sich mit der Seite in Richtung einer der Bäume bewegte, drehte aufgrund der Lenkbewegung das Heck erneut und ich kam kurz vor dem Aufprall von diesem Baum weg, raste dann aber mit der anderen Wagenseite in die Richtung eines Baumes, der auf der anderen Straßenseite stand. So ging das Spiel hin und her. Ich bin so von 5 bis 6 Beinahe-Kollissionen mit den Alleebäumen davon gekommen. Der Wagen kam wieder unter Kontrolle un dich konnte wieder den Heimweg fortsetzen.

Nun kann ich hinstehen und behaupten, dass das dies alles nur möglich war, weil ich die obertolle Fahrerin bin, die ihr Auto bei jeder Wetterlage und bei jedem Untergrund perfekt beherrscht und noch in den schlimmsten kniffeligen Situationen so fahren kann wie keiner sonst fahren kann.

Und wenn ich das täte, würde es meinem Ego prima gut tun.

Und trotzdem wissen wir, das so eine Aussage Blödsinn ist. Ich hatte nichts unter Kontrolle und ich hatte nicht den perfekten Plan, wie ich durch Eis und Schnee im Glatteis zwischen 5-6 Bäumen in Schlangenlinien hin un her schlittern kann, ohne dass was passiert. Ich hatte mehr Glück als Verstand. Und ich bin diesen Weg in der Nacht gefahren, weil ich musste, nicht weil ich ein Blödmann war, der bei dem Wetter spazieren fahren wollte um nachts die Aussicht zu genießen.

Und das ist ein läppisches Beispiel. Ich habe im Leben Dinge erlebt, die sind so unwahrscheinlich, dass man die nicht glauben würde, wenn man die erzählt. Man kann sich manchmal krumm legen in alle Himmelsrichtungen und alles tun, damit man ein Ziel erreicht oder was verhindert, was man verhindern will. ABER es geht schief. Bei anderen Dingen, wo ich mich null angestrengt habe, hat wie durch Zauberhand alles perfekt geklappt und das Glück hat mich geküsst. Einfach so, völlig unverdient. Völlig unerwartet haben sich Dinge geändert, auf die ich nie zu hoffen gewagt habe. Und wenn ich überlege, wieviel Einfluß da meiner war, dass das so kam, dann kann ich sagen, dass meine eigene Leistung oder Nicht-Leistung völlig irrelevant war für das, was dann passiert ist.

Und so gibt es tausend Ereignisse, wo man sehen und überprüfen kann, dass man selbst sehr wenig in der Hand hat und oft viel weniger tun kann als man sich selbst einreden tut.


Mars-Maus hat geschrieben:Wenn man da mal raus kommt und mal hört und sieht, was anderswo läuft, dass Firmen z.T. heute keine Juristen mehr nehmen wollen, weil die als rechthaberisch und streitsüchtig, als kompromissunfähige Elenbogentypen gelten, die man im Wirtschaftsleben einfach nicht brauchen kann, weil die nicht funktionieren, dann weiß man, was die Uhr geschlagen hat.


Habe ich ehrlich gesagt noch nie gehört oder irgendwo erlebt. Die juristischen Stellen kannst du eben nur mit Juristen besetzen. Und negative Eigenschaften sagt man Absolventen anderer Fächer auch nach (man denke an das Klischee des extrem nerdigen und muttersöhnchenbehafteten Mathematikers oder Physikers der eh keine Frau abkriegt).


Hab' ich mittlerweile oft abgekriegt, dass Juristen nicht nur mit guten Adjektiven beschrieben werden. Dafür kannte ich die Klischees vom Mathematiker und Physiker nicht. Ich kenne nur ein paar Physiker und die sind alle verheiratet und zumindest ansehnlich bis attraktiv. Mathematiker kenne ich nicht.


Mars-Maus hat geschrieben:Ich war auch mal jung und erfolgreich und alle klappte super.


Schulzeiten zählt nicht. Und "erfolgreich" definiert da wohl jeder selbst. Rein gute Noten schreiben (während einer Ausbildung) wäre für mich zB noch kein Faktor um zu sagen ich hätte Erfolg (denn die Ausbildung ist nur der Weg zu einem Beruf, in dem ich ggf. dann beruflich erfolgreich werde oder bin oder aufgrund meiner Jobposition mein persönliches Ziel erreicht habe).


Ich rede nicht von Schulnoten, sondern von Studium und Ref. Und grade, wenn man aufrund von sozialen oder sonstigen Problemen gar nicht lernen kann, kann man nicht mehr anhand von Noten vergleichen, ob jemand mehr Potential hat als der andere. Aber man sieht die Qualitätsunterschiede dann, wenn man Fachgespräche führt, wenn man bessere Argumente hat, wenn man Fehler, die andere machen, nicht macht, wenn man Konstellationen in Sachverhatlen erkennt, auf die andere nie gekommen wären. Man kriegt es an der Reaktion vom Umfeld mit und von den Ausbildern. Bei mir und bei Kollegen war natürlich die Klausurleistung irgendwann total Mist, aber nur deshalb, weil gar nichts gelernt wurde, weil dafür keine Möglichkeit da war. Trotzdem war man - obwohl man nur einen Bruchteil der Zeit in Jura investiert hat im Vergleich zu den anderen - immer noch oft fachlich überlegen, wenn es nicht um rein auswendig gelernten Stoff ging. Und sowas wird von Ausbildern und anderen wahrgenommen und man kriegt das Feedback so und man sieht auch selbst, dass man immer wieder besser ist als andere, wenn die Fehler machen und die nicht merken, die man selbst aber vorher gesehen hat. Und es ist dann wirklich unheimlich schwer, abzubrechen, wenn alle sagen: "Du hast es echt drauf. Du kannst zweistellig schreiben und immer noch Richter werden.". Es ist nicht immer alles so eindeutig, wie sich manche das vorstellen.


Mars-Maus hat geschrieben:Ich sag's mal so: Wer nie stolpert, wer nie geprüft wird, der wird es schwer haben, mit den Füßen bescheiden auf dem Boden zu bleiben.


Ich kenne absolut niemanden aus meinem Umfeld, der - auch wenn er im Studium noch so gut war - nicht Bedenken hatte, wie das Examen läuft (auch wenn manche nicht das Bangen hatte sie könnten durchfallen, war für sie eben zB ein Prädikat für ihre Zukunftsvorstellung wichtig). Insofern wird da jeder "geprüft" und es geht nicht nur um schwarz und weiß und bestehen oder nicht bestehen...innerhalb der Spanne gibt es auch noch ein graues Feld, wo einige für sich "versagen" können.


Ich hab' nicht die Prüfungen im Rahmen des Studiums gemeint, sondern generell im Leben auf den Prüfstand kommen. Aber da reden wir immer wieder dran vorbei, weil Du scheinbar gar nicht dran denkst, dass es für viele Menschen so ist, dass da soviel Störfeuer aus dem Umfeld oder vom Schicksal kommt, dass man gar keine Kraft, keine Zeit und keine Nerven mehr für Jura hat, weil es einfach von anderen Fronten, wo man kämpfen muss, verdrängt wird.

Mars-Maus hat geschrieben:Jeder Mensch wird - im Normalfall - hier und da Pech haben, ob das so wie bei Dir oder mir ist oder denen, die die "verkauften" Examensdurchgänge erwischt haben. [...] Und im Fall dessen, dass Du durchgefallen wärst, kannst Du Dir sicher sein, dass sich von den Mitschreibern keiner drum gekümmert hätte, was aus Dir wird. Das erlebt jeder Refi, dass im Ref die Konkurrenz spürbar wird. Daher ist mein Mitgefühl begrenzt. Es ist nun mal eine traurige Tatsache, dass man - abgesehen von wirklich guten Freunden im Ref - mit dem Rest der Teilnehmer nur in einer Challange ist, die jeder für sich gewinnen will. Ob Du redlich warst oder nicht, es kümmert sich anschließend jeder nur um sich und beste Freunde. Aber sonst ist man auf sich gestellt. Darum: Das war deren Pech, genau da zu landen. Das


Der kleine aber doch sehr entscheidende feine Unterschied liegt nur darin, ob ich Pech habe weil ich zB selbst zu faul oder sonstwas war und etwas nicht geschafft habe oder aber ob andere Umstände, die ich selbst nicht beeinflussen kann, für mein Pech verantwortlich sind. Und das ist hier der entscheidende Punkt, den du m.E. auch nicht ganz begriffen hast. Es macht sehr wohl einen Unterschied, ob ich das beste gegeben habe aber für mein eigenes Scheitern aus welchen Gründen auch immer verantwortlich bin - oder aber ob jemand noch dazwischengefunkt und es erst dazu gebracht hat, dass aus einem soliden Lauf dann ein negativer wird. Und natürlich muss und lebt jeder damit...trotzdem darf man auf diesen anderen Faktor wütend sein, denn genauso wie du kritisierst, dass sich andere nicht um Culpa scheren würden, genausowenig kümmert(e) es ihn doch, was aus anderen wird. Getreu dem Motto: "Nach mir die Sinnflut, hauptsache ich!"

Ich finde es daher befremdlich, wenn du Culpa den Rat gibst auf alle anderen zu scheißen, denn die würden sich auch nicht um ihn scheren: ja, natürlich ist das so. Es gibt knapp 7,5 Milliarden Menschen auf der Welt - warum sollte ich mich, mit Ausnahme meines Freundeskreises, dann gerade um (anonyme) Menschen in einem Forum "kümmern" oder Leute aus der Nachbars-AG die ich vllt. 2x auf dem Flur gesehen und höchstens mal flüchtig gegrüßt habe? Ich gönne jedem das Examen und ich finde es für jeden schade der endgültig durchfällt und erstmal nicht weiß was er nun machen soll. Da bricht eine kleine Welt zusammen nach der Ausbildung und dafür habe ich absolutes Verständnis und hoffe für die Person, dass sie schnell wieder auf dem Dampfer ist und etwas für sich passendes findet und das Ganze nicht allzu lange vor sich herschiebt. Ich kann Mitgefühl für diese Leute haben. Aber das beeinflusst mich und mein Leben nicht und beschäftigt mich auch nicht intensiv im Kopf, dafür kenne ich die Leute einfach nicht. Oder hättest du dich um den Schüler eine Klassenstufe unter dir damals geümmert wenn der geheult hat weil er in der Mathearbeit eine 5 hatte? Natürlich nicht und das ist doch auch völlig normal. Ich kann mich doch nicht (intensiv) um alle Menschen kümmern, denen es irgendwie mal schlecht geht - zumal auch jeder mal miese Phasen hat und nicht jeder sofort Hilfe benötigt. Darum gibt es ja sowas wie Familie und Freundschaften: Menschen zu denen man auch eine Bindung hat und die sich gegenseitig "kümmern". ;-) Der Rest ist mir doch - natürlich verglichen damit "egal" - und das trifft mich genauso stark, wie wenn ich in der Zeitung lese, dass in XYZ jemand sich das Bein gebrochen hat, weil er in ein Loch in der Strasse gefallen ist. Da werden nur Leute mit zu stark ausgeprägtem Helfersnydrom, die aber auch meinen ohne sie ginge es für Andere ja absolut nicht, zum Einsatz kommen können.
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Ja, genau, man kann sich nur um eine bestimmte Anzahl von Menschen kümmern, mehr überlastet einen. Man wird da im Aktionsradus Familie/Beziehung/Freunde/Bekannte agieren und mehr nicht; höchstens noch ein Ehrenamt. Und mehr schafft ein Mensch nicht.

Deshalb wirst Du nach Dir und Deinem Umfeld kucken. Und deshalb muss Culpa auch nach sich und seinem Umfeld kucken. So ist die Verteilung, wenn man es realistisch sieht.

Und zu den restlichen Gedanken: Siehe Oben.

Wenn Du die ganze Sache so auslegst, dass Du Culpa als den größten Mistkäfer im Universium ansiehst, der Dir mit voller Absicht und aus purer Gemeinheit das Richteramt versaut hat, dann wird das, was Dir passiert ist, noch schlimmer wiegen und es wird noch schwerer sein, damit weiterzuleben bzw. drüber wegzukommen. Wenn Du dagegen für Culpa auch milderne Umstände sehen kannst und das Ganze mehr in die Rubrik "Pech gehabt", dann wird das alles unpersönlicher und damit der psychologische Schaden, den das alles bei Dir hinterlässt, verkleinern.

Auch wenn es zunächst schwer ist, das, was ich schreibe, zu verstehen und auszuhalten, ist es doch langfristig eine Chance für Dich, positiv weiterzumachen. Wütend werden darfst Du soviel, wie Du lustig bist. Aber es wird Dir die Lebensqualität vermiesen. Wut im Bauch ist nichts, was froh stimmt. Wenn Du willst, dass Du in Zukunft mit dem Examesskandal besser weiterleben kannst, dann empfehle ich Dir, das alles mal aus einem anderen Blickwinkel anzuschauen. Dann kannst Du das alles mit der Zeit leichter nehmen und diese Sache auch irgendwann zu den Akten legen, statt dass es immer wieder richtig hochkommt.

Und noch zum Abschluss:

Es ist nicht jeder ein Profilierer, der in einem Forum schreibt. Und es gibt Leute, die reißen einfach das Maul auf und es ist nichts dahinter. Das verleitet, jeden einfach abzutun und nichts mehr zu glauben, was jemand sagt. Aber oft sind auch integere Leute dabei, die sehr ehrlich und ungeschminkt sind und einfach ihre Erfahrungen teilen. Das ist was, was man dann nehmen kann und es nutzen kann, wenn man intelligent genug ist, den Wert darin zu erkennen, oder man kann einfach Schmähkritik üben und den anderen immer wieder anpiecksen und runtermachen. Im letzteren Fall wird sich der dann aber auch abwenden und seine Bemühungen einstellen.

Mars-Maus

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Re: Verkaufe Examenslösungen - nur leichte Gebrauchsspuren

Beitrag von Mars-Maus erstellt am: 11. Jan 2017, 13:45 Uhr

Und noch eine allgemeine Anmerkung dazu:

Wäre sich Culpa - wie andere - bewusst gewesen, wie es nach 1. bestandenem Examen tatsächlich für ihn aussieht, hätte er nie gekauft. Aber die Angst vorm Examensdurchfallen ist einfach eine sehr irrationale Geschichte und man kommt vor der Prüfung auch an relativ wenige Infos, wie es Durchfallern anschließend ergeht.

Es ist in der Tat ein Abstieg, zumindest erst mal. Was sich dann aber im Laufe der Zeit mit 1. Examen und weiterem Weg und Weiterbildung/Berufserfahrung ergibt, steht auf einem anderen Blatt und ist für jeden Einzelnen gesondert anzusehen.

Das Examen ist mittlerweile einfach zu angstbesetzt und es wird deswegen auch einfach viel an Möglichkeiten versäumt, weil man sich mit Angst lahm legt und seine Chancen nicht nutzen kann.

Wenn ich heute sehe, dass zweimal Befriedigend schon soviele Türen öffnet und zum Teil wirklich nicht schlappe Gehälter nach sich zieht, dann könnte ich mir heute auch in den Hintern beißen, weil ich mein Talent nicht nutzen konnte. Aber es ist eben so gelaufen und ich hätte es nicht verhindern können, wohl aber andere. Aber man hat das Verhalten an derer nicht in der Hand. Man hat nicht in der Hand, ob andere mitspielen oder nicht und es ist genauso ein Faktor, den wir nicht beherrschen können, wie eben andere auch. Ob da jetzt das Auto im Examen streikt und das Handy auch noch und man partout nicht zum Termin kommt und das Wegerisiko sich realisiert oder ob ein Korrektor mit Frust korrigiert, weil seine Frau die Scheidung will oder ob ein Mitschreiber betrügt, man kann diese Restrisiken nicht beherrschen und wenn die sich realisieren, hat man wirklich Pech gehabt.

Und so ist es auch mit dem Leben selbst:

Man kann vielleicht alles total top machen und später stelt sich raus, dass man trotzdem alles vermasselt hat oder dass eben von außen Dinge auf einen zukommen, die die ganze eigene Angstrenung zunichte machen.

Wie oft hab' ich schon erlebt, dass Leute lange verzweifelt wirklich alles gegeben haben, um dann doch am Ende von soviel Kampf bitterböse als Verlierer dagegestanden haben. Und es ist in der Tat unter aller Sau, so jemandem dann noch Versagertum anzudichten und da gehen eben andere zu weit, wenn sie sich zu solchen Unterstellungen hinreißen lassen und einen auf dicke Hose machen, obwohl sie sich grade wie der allerletzte menschliche Abschaum aufführen. Nur weil sie sich dessen nicht bewusst sind, heißt es ja nicht, dass das ihr Verhalten rechtfertigt.

Auch in menschlichen Beziehungen ist es so:

Man kann sich alle Mühe geben und sich kümmern, es garantiert einem keiner, dass da jemals irgendwas Gutes dafür zurückkommt.

Im Leben gibt's keine Garantien und nichts ist sicher, auch wenn viele an diese Vorstellung glauben. Es gehört ins Reich der Sagen und Märchen, dass jeder Mensch seines Glückes oder Unglücks Schmied ist. Dh nicht, dass man den Einfluß, wo man selbst was bewegen kann, ausblendet oder sagt: "Leg' die Hände in den Schoß, Du kannst eh nichts machen!". So ist es nicht. Es ist kein Freifahrtsschein. Nur ist es so, das egal, welche Investionen man tätigt, bei keiner eine Garantie besteht, dass sich die auszahlen wird.

Wie mal einer so schön sagte:

"Das Leben läuft manchmal so dumm und krumm, wie man vorher gar nicht denken kann!".

Und wenn sowas passiert, dann sollte man den Leuten gegenüber fair bleiben und nicht noch spotten und verlachen und noch Salz in die offenen Wunden streuen. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.

Und es ist eine fast naiver Glaube, den man aus Kindertagen mitbringt, dass man denkt, es würde einem gut gehen, wenn man sich nur genug anstrengt und alle bekämen, was sie verdient haben. Leider ist das überhaupt nicht so. Das Schicksal mischt die Karten und teilt Dir Dein Blatt zu. Und man muss mit den Karten, die einem ausgeteilt wurden, dann spielen. Das kann man besser oder schlechter machen, es ändert aber nichts daran, dass es diesen Außenfaktor einfach gibt, der alles retten oder alles zunichte machen kann.

Das mögen viele Leute nicht gerne hören, weil es macht auch Angst. Und manchen Leuten, die sich da selbst oft selbst geißeln und steinigen und sich selbst als Versager abstemplen, muss man manchmal auch sagen, dass sie es eben nicht selbst versaut haben. Die muss man nämlich - nach dem Durchfallen oder sonstigen Stolpersteinen - oft aufbauen, damit die das verkraften. Da noch in die Kerbe hauen mit blöden Sprüchen zeugt für mich nur von Dummheit. Denen geht's schon schlecht genug, da braucht man nicht noch drauf rumtrampeln.

Mars-Maus

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Verkaufe Examenslösungen - nur leichte Gebrauchsspuren

Beitrag von Väinämöinen erstellt am: 11. Jan 2017, 21:49 Uhr

Mars-Maus hat geschrieben:Ich hab' Dir schon zwei lange Antworten geschrieben und die Technik hat sie gefressen. Dh wohl, dass ich mich kürzer fassen muss, weil die Technik es nicht anders aushält. :D
.


Wenn das die kurzen Antworten sind, dann gute Nacht...

Väinämöinen

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Re: Verkaufe Examenslösungen - nur leichte Gebrauchsspuren

Beitrag von Mars-Maus erstellt am: 11. Jan 2017, 23:04 Uhr

Väinämöinen hat geschrieben:
Mars-Maus hat geschrieben:Ich hab' Dir schon zwei lange Antworten geschrieben und die Technik hat sie gefressen. Dh wohl, dass ich mich kürzer fassen muss, weil die Technik es nicht anders aushält. :D
.


Wenn das die kurzen Antworten sind, dann gute Nacht...


Ich schreib' gleich Dir eine lange PN!!! :mrgreen:

So, jetzt kriegste richtig Angst. :think:

Spaß vorbei. Ich bin nicht mehr gut mit Dir, VäinämÖinen.

OT Ende

Mars-Maus

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Re: Verkaufe Examenslösungen - nur leichte Gebrauchsspuren

Beitrag von Mars-Maus erstellt am: 12. Jan 2017, 12:40 Uhr

Bubba_daHubb hat geschrieben:[ Und natürlich muss man auch viel Lernen, aber Leute die neben der Lernerei auch das nötige Quäntchen Glück und vor allem aber das Verständnis für Jura haben ...

da muss man dann doch auch einfach mal anerkennen, dass Jura vllt einfach nicht das richtige für einen sein soll.

...



Da gibt es eindeutige Fälle und es gibt die uneindeutigen Fälle.

Ich sehe es auch so, dass die Fähigkeit zu lernen, Belastbarkeit und Verständnis für Jura/Begabung die drei entscheidenden Faktoren sind.

Wenn man keines dieser Elemente aufbieten kann, ist es einfach. Die stellen sehr schnell fest, dass sie ungeeignet sind und werden gehen.

Die, die alle drei Aspekte in sich vereinbaren, die werden relativ schnell wissen, dass sie in Jura richtig sind und es wird zum Selbstläufer.

Aber die anderen, die da in den Grauzonen hängen, für die ist die Beurteilung ihrer Fähigkeiten oft schwierig und deshalb werden die auch im Jurastudium bleiben, auch wenn es nicht eindeutig perfekt läuft.

Es ist schwer, zu beurteilen, wer was kann, wenn Auswendiglernen so einen großen Teil der Arbeit ist, die zu leisten ist. Es ist schwer, jemanden zu vergleichen, der zwar Begabung hat, aber wenig lernt, mit jemandem, der viel lernt, aber wenig Begabung. Immer richtig einzusortieren, wo jemand seine Schwächen wirklich hat, ist nicht ohne.

Ich kann mich an einen Fall erinnern, den ich nur noch vage im Kopf habe, aber der als Beispiel gut dient, warum manche im Examen trotz viel Lernens keine gute Note machen und andere, aber doch.

Es ging um eine Subvention. Es gab ein neues Gesetz, das Mittelstandsförderungsgesetz, welches ein Bundesgesetz war. Nach § 1 dieses MittelStFördG sollte es dazu dienen, die Gründung oder die Erweiterung von kleinen und mittelständischen Unternehmen fördern, um insgesamt den Mittelstand gegenüber großen Konzernen zu stärken.

Mehr stand da eigentlich nicht, keine genaueren Angaben. Die waren bewusst so gehalten.

Dann ging's weiter. Ein mittelständisches Unternehmen beantragte die Subvention und über diesen Antrag auf Förderung war zu entscheiden. Das Problem hierbei war, dass der Mittelständler Franchisenehmer eines großen Franchisegebers war. Die Beteiligung im Unternehmen lag bei 50 % zu 50 %, verteilt auf Mittelständler und Großunternehmen.

So und dann ging eine lebhafte Diskussion los, ob bei einer Quotelung von 50:50 eine Subvention zu erteilen war und der Antrag zu genehmigen war. Alle turnten um diese Zahlen rum und viele kamen dann zu der Ansicht, dass man die Förderung fließen sollte, weil der Mittelständler damit gefördert würde und er ja immerhin gleich viel erhalten würde wie der Franchisegeber. Manche haben sowas durchgewunken. Manche lehnten die Förderung ab, weil ihnen die Quote von 50 % zu hoch war, die damit dem Großunternehmen zufloß.

Klingt alles ganz logisch und schön und nett. Aber das war dann auch die Kunst in diesem Kurs. Auf die Idee, mal das Ganze weiter zu denken und in größeren Zusammenhängen zu denken, kam keiner.

Es gibt ein Argument, dass in diesem fiktiven Sachverhalt ein regelrechtes Totschlagsargument war.

Wenn man mal bedenkt, dass ein Franchisegeber sehr viele Franchisenehmer hat, dann könnte sich der Vorgang z.B. 20-fach im Bundesgebiet ereignen, wo immer wieder der mittelständische Unternehmer die Förderung beantragt. Würde man dem Antrag stattgeben, dann erhielten 20 Mittelständler Förderungsgelder. ABER der Franchisegeber, der die Beteiligung bei allen inne hat, wäre 20 mal mit der gleichen Summe gefördert worden.

Damit hätte man z.B. wenn man von einer Förderungssumme von 20.000 Euro ausgeht, das rechnerische Ergebnis, dass 20 Mittelständler mit je 10.000 Euro gefördert worden wären. Das Großunternehmen, also der Franchisegeber wäre aber mit 20 x 10.000 € = 200.000 € gefördert worden und wäre damit überproportional vom MittelStFördG mit Subventionen unterstützt worden. Wenn man dies auf mehrere Großunternehmen umsetzt, wird es noch eindeutiger, wer hier am Ende vom MittelStandFördG wirklich die Förderung erhalten hätte.

Dieser Hintergrund führt dazu, dass man zu dem Ergebnis kommen muss, dass eine Förderung im vorliegenden Beispiel mit einer Quote von 50 : 50 auf keinen Fall genehmigt werden darf, weil sie in der Praxis dazu führt, dass durch die Subventionen aus dem MittelStFördG Großunternehmen die tatsächlichen Nutznießer wären und dieses Ergebnis dem Sinn und Zweck des MittelStandFördG direkt entgegen laufen würden. Als Resultat würde es nämlich dann so aussehen, dass - wenn solche Fälle durchgingen - 50 % der des Gesamtvolumens der Subvention nach MittelStandFördG an die Großunternehmen fließen würden und 50 % an den Mittelstand. Dh, dass die Hälfte der für den Mittelstand gedachten Fördergelder in den "natürlichen Feind" und Konkurrenten Großunternehmen gegegangen wären, die finanziell und wirtschafltich sowieso in der total überlegenen Position sind. Und darauf kam es an, das zu sehen und sich vom Einzelfällchen mal der Gesamtschau anzunehmen.

Das war mal ein nettes Beispiel dafür, wie man an juristische Fälle argumentativ herangehen kann. Und dazu sind viele einfach nicht fähig. Es gibt Leute, die schütteln sowas als Anfänger locker aus dem Handgelenk und andere lernen Jahre und würden nie so denken, nie drauf kommen. Wenn man als Studi selbst solche Gedankengänge entwicklen kann und sich von dem, wo man augenscheinlich drauf gestoßen wird, weggehen kann und noch die Hintergründe bedenken kann, die Praxis bedenken kann, die Folgen im Blick hat, dann ist das juristisches Talent. Wenn man in Gesetze reinschaut und die schneller versteht als andere, dann ist das Begabung. Wenn man sich zu helfen weiß, wenn exotische Fälle vorkommen oder die einfach übel eingekleidet sind, dann ist man anderen voraus.

Und trotzdem, egal, wie clever oder talentiert jemand ist, muss er lernen, damit er eine Grundlage hat, worauf er dann arbeiten kann und seine Kniffe und Tricks anwenden kann. Das Handwerkszeug muss man sich aneignen, wie geschickt man dann damit umgeht, das ist dann die nächste Ebene. Warum manche gute Noten schreiben und mit ihrem Talent auffallen und andere das nie erleben, hat sachliche, nachvollziehbare Gründe, die man auch herausarbeiten kann. Allerdings ist die Selbsteinschätzung für die, die schwächer sind, sehr schwierig.

Und leider, leider sind viele, die clever sind, die talentiert sind, beim Lernen im Nachteil. Weil lernen kann man nur, wenn man den Kopf frei hat oder wenn man total viel ausblenden kann. Ich hatte auch früher die Eigenschaft, dass ich einfach alle Belastungen wegschieben konnte und Lernen automatisch ging. Mein Gehirn saugte alles auf wie ein Schwamm. Einmal gehört, war es im Hirn und abrufbar. Aber wenn dann die Probleme zu lange auf einem lasten, dann versagen solche Automatismen irgendwann.

Und mit ADHS ist es - je nach Schweregrad - wirklich unmöglich, soviel Stoff zu bändigen. Deshalb kann ich Culpas Schwierigkeiten gut nachvollziehen und ich denke, wäre da früher was passiert, dann hätte Culpa auf redlichem Weg sein Examen gepackt, also lässt sich meiner Auffassung nach das ADHS als Ursache der ganzen Katastrophe nicht wegdenken.

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Re: Verkaufe Examenslösungen - nur leichte Gebrauchsspuren

Beitrag von sai erstellt am: 12. Jan 2017, 16:42 Uhr

Culpa wurde in den Zeitungsartikeln als jemand präsentiert, der ein 1er-Abitur und im 1. Examen ein Ergebnis von knapp unter VB hat. Wie er das geschafft haben soll, wenn sein ADHS (sofern er überhaupt wirklich darunter leidet, man kann im Internet erstmal vieles behaupten) ihn doch ach so sehr beeinträchtigt, halte ich für keine besonders fernliegende Frage.

Im Übrigen widersprichst du dir selbst. Du schreibst, du magst keine Leute, die sich selbst als etwas ganz großes darstellen, bei denen aber tatsächlich nichts dahinter steckt. Genau das hat Culpa hier bis zum erbrechen getan. Warum du ihn so vehement verteidigst, kann ich nicht verstehen. Die Leute würden ihm sicherlich irgendwann verzeihen, wenn er um Entschuldigung gebeten und sich nicht weiterhin wie ein Arschloch aufgespielt hätte. Hat er aber nicht. Im Gegenteil.

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Re: Verkaufe Examenslösungen - nur leichte Gebrauchsspuren

Beitrag von klara fall erstellt am: 13. Jan 2017, 00:38 Uhr

sai hat geschrieben: Die Leute würden ihm sicherlich irgendwann verzeihen, wenn er um Entschuldigung gebeten und sich nicht weiterhin wie ein Arschloch aufgespielt hätte. Hat er aber nicht. Im Gegenteil.


Ach, hier im Forum führen sich viele angeblich sehr erfolgreiche Volljuristen regelmäßig als Arschlöcher auf. Von daher ist das kein Kriterium. ;-)

Immerhin steht Culpa zu seinen Schwächen.

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Verkaufe Examenslösungen - nur leichte Gebrauchsspuren

Beitrag von Väinämöinen erstellt am: 13. Jan 2017, 06:25 Uhr

Die Zeitungsmeldungen zu Culpas Abi-Schnitt und dem Erstexamensergebnis sind zutreffend. In besagten Meldungen stand auch, dass er seine Assessorurkunde unaufgefordert zurückgegeben hatte und vollumfänglich geständig / kooperativ gewesen ist. Auf einen Verteidiger hatte er verzichtet.

Ich halte das für maßgeblicher als in irgend einem Forum, in dem im Zweifel Wildwestmethoden Platz greifen, um Absolution zu betteln.

Und wie schon gesagt: die h.M im Forum geht dahin, dass das Examen objektiv ist und den Leistungsstand widerspiegelt. Das Kaufen von Lösungen durch einen Dritten hat auf den eigenen Leistungsstand aber keine Auswirkungen. Demnach war Culpas Tat ein opferloses Delikt; die entsprechende Aufregung bzw. das Mitleid mit vermeintlichen Opfern also neben der Sache.

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Re: Verkaufe Examenslösungen - nur leichte Gebrauchsspuren

Beitrag von Mars-Maus erstellt am: 13. Jan 2017, 12:57 Uhr

sai hat geschrieben:Culpa wurde in den Zeitungsartikeln als jemand präsentiert, der ein 1er-Abitur und im 1. Examen ein Ergebnis von knapp unter VB hat. Wie er das geschafft haben soll, wenn sein ADHS (sofern er überhaupt wirklich darunter leidet, man kann im Internet erstmal vieles behaupten) ihn doch ach so sehr beeinträchtigt, halte ich für keine besonders fernliegende Frage.


Nein, das ist keine fernliegende Frage und jeder gute Jurist wird und darf solche Fragen stellen und darf auch eine Antwort darauf erwarten.

Ich werde - im Gegensatz zu Dir, der immer letztlich sehr erfolgreich war - manches anders beurteilen. Ich kann auch nicht nachprüfen, ob Culpa wirklich ADHS hat und ob das wirklich die alles entscheidende Rolle gespielt hat. Aber ich glaube ihm, was er sagt, weil es damals, lange bevor das alles passiert ist, schon Postings von Culpa gab, in denen die ADHS-Diagnose bekannt wurde. Ich war damals auch noch ziemlich hart gegenüber ihm, bis ich dann auf den Post eines anderen Users hier gestoßen, der Culpa vehement verteidigt hat, der selbst ADHS hatte und der nachdrücklich drauf hingewiesen hat, dass sich Culpas Schwierigkeiten, auch sein Auftreten hier komplett mit der ADHS-Störung in Einklang bringen lassen und als Ursache Hauptverdächtiger waren. Damals hab' ich es nicht so ernst genommen. Aber später kam ich durch Zufall an weitere Infos an ADHS und da ging mir dann ein ganzer Kronleuchter und nicht nur ein Licht auf, wie das hier höchstwahrscheinlich gelaufen ist.

Oft hat man eine Problematik schon lange, aber erst, wenn die Bedingungen immer härter werden, wenn man auch (körperlich) älter wird, dann werden die offensichtlich. Bei mir ging's z.B. auch noch, das 1. Examen zu machen. Man kann nicht sagen, wann einfach die Stricke reißen. Im Ref ist es schwerer als einem oft vorher gesagt wird. Man muss viel gleichzeitig hinkriegen. Die Anforderungen vorm Abi sind nicht verleichbar und man ist jünger. Da kann man mal durchpowern, was später vielleicht dann nicht mehr geht. Culpa war ja kein junger Refi mit 25 oder so. Vorm 1. Examen hat man noch mehr Power und Möglichkeiten, was auszugleichen, man hat mehr Zeit zum Lernen und kann sich im Grunde für's Examen anmelden, wann man will. Im Ref musst Du funktionieren, damit es gut läuft. Insofern: Kritisches Nachfragen ist absolut gerechtfertig. Aber es ist nicht überraschend, wenn jemand sich noch lange durchgegekämpft, gemogelt hat, Glück hatte, dass es dann auch mal schief gehen kann. Je länger so ein Fight mit Stuidum und Examen dauert, desto mehr ist das Gehirn im Überlastungsmodus und wenn das lange Zeit so geht, dann wird es nach ein paar Jahren wirklich in schlechter Verfassung sein. Das wäre eine logische Erklärung, warum Culpa weit kam, aber am Ende nicht mehr mithalten konnte.

sai hat geschrieben:Im Übrigen widersprichst du dir selbst. Du schreibst, du magst keine Leute, die sich selbst als etwas ganz großes darstellen, bei denen aber tatsächlich nichts dahinter steckt.


Ich mag nicht, wenn andere aggressiv sind und andere absichtlich plagen. Und ich mag Luftpumpen nicht, die sich für die Größten halten, aber ständig beweisen, dass sie nichts können.

Bei Culpa war das nicht ganz so. Er hat sich eben sehr großspurig verhalten, aber ich hab' von ihm nicht erlebt, dass er jetzt gegenüber wirklich so richtig fies gewesen wäre. Er war ja bis zum Examenskauf legal und ok unterwegs. Er war auch nicht jemand, der nichts konnte. Aber er war nicht so begnadet, wie er sich gewünscht hätte. Ich hab' ihm öfter gesagt, dass er sich zurücknehmen sollte. Aber er konnte es wohl nicht. Ich glaube, dass jemand, der sich so verhält einfach nicht aus seiner Haut kann. Ich denke, man kann da sehr wohl was ändern, aber das geht nur mit Profi-Fachwissen hintendran und ich denke, das hat er nicht bekommen. Es gibt Menschen, die können sehr gut bei sich selbst was abstellen. Aber es gibt Menschen, die haben irgendwie im Gehirn geschlossene Lernfenster für bestimmte Dinge. Da muss man echt wirklich mit Fingerspitzengefühl dran gehen, dass die umdenken lernen und idR reagieren die nur auf jemanden, der ihnen nahe steht und dem sie echt vertrauen. Meiner Auffassung nach können die User eines Forums in dem herrschenden Klima auf Culpa da nicht Einfluß nehmen, weil das Vertrauensverhältnis fehlt, wo er was annehmen würde.

sai hat geschrieben:Genau das hat Culpa hier bis zum erbrechen getan. Warum du ihn so vehement verteidigst, kann ich nicht verstehen.


Ich verstehe, dass Du es nicht verstehst. Deine Reaktion auf das alles hier ist ganz normal. Und meine Reaktion ist eher ungewöhnlich. Aber es ist einfach so, dass ich schon gefühlte Ewigkeiten im Forum bin und Culpa aus Zeiten vor dem Skandal hier mitbekommen habe, wo er sich mit dem Examen und vielem rumgeschlagen hat und auch dran verzweifelt ist. Er hat viel einstecken müssen die Jahre über und steht wie ich auch vor einer zerbrochenen Welt. Ich hab' viele Überschneidungen mit ihm, auch wenn ich mein Examen redlich verloren habe und auch, weil andere mich reingeritten haben. Aber trotzdem, auch wenn Culpa nicht frei von Schuld ist an der ganzen Sache, er hat sehr zu leiden gehabt. Und ich hab' da Mitgefühl mit ihm und auch seiner Familie.

Ich verstehe auch die anderen und es tut mir irrsinnnig leid für die. Aber ganz kann ich das nicht weglassen, wie Culpa vorher gekämpft hat, wie man ihn dann durch die Presse gezerrt hat, die strafrechtliche Verfolgung.... Ich denke, sein Auftritt hier war auch eher so: Ich hab's überlebt und es geht - unglaublicherweise - gut weiter.

Dass man sich, wenn man lange geschlaucht wurde, auch viel gedemütigt wurde, dann mal wirklich hinstellt und sagt:

"Ihr könnt mich jetzt alle mal!!", kommt daher, dass man einfach erschöpft ist, von dem vielen Stress, den man hatte.

Ich kenn' das nur zu gut. Deshalb verstehe ich das und kann da Mitgefühl haben, wo andere das jetzt sicher nicht so empfinden.

sai hat geschrieben:Die Leute würden ihm sicherlich irgendwann verzeihen, wenn er um Entschuldigung gebeten und sich nicht weiterhin wie ein Arschloch aufgespielt hätte. Hat er aber nicht. Im Gegenteil.


Ja, es wäre gut gewesen, wenn er das so hätte sagen können. Ich hätte es mir auch gewünscht. Und ich finde, es war eine grottenschlechte Idee hier nochmal aufzutauchen, weil das ist einfach eine Provokation. Der Shitstorm war ihm sicher. Wenn man es schon tut, dann sollte man auch dran denken, was andere in der Situation für Gefühle haben. Leider hat er das nur zwischen den Zeilen mal anklingen lassen. Da war so eine Passage: "Es rechtfertigt nicht die Dummheit, die ich begangen habe!" oder so ähnlich. Er weiß, dass es falsch war, leider bringt er es nicht auf den Punkt.

Ich kenne 'ne Menge Leute, die viel schlimmere Dinge als er angestellt haben und wo ich teilweise weiß, dass die ein schlechtes Gewissen haben. Was tun sie? Sie schweigen. Es ist was ganz Typisches bei Menschen, dass manche - wenn sie was ausgefressen haben - verstummen, da nicht drüber reden können. Ich glaube, solange ein Schaden wieder eingerichtet werden kann, sind viele noch zu Entschuldigungen bereit und versuchen, was gut zu machen. Aber wenn die Dinge endgültig negativ gelaufen sind, nichts mehr rückgängig gemacht werden, dann kommt es so, dass die entweder aggressiv werden, wenn man zu ihnen in der Beziehung Vorhalte macht oder sie werden stumm. Mich hat das früher auch wahnsinnig gemacht und ich dachte: Die könnten doch wenigstens zeigen, dass es ihnen nicht egal ist, was einem wegen ihnen alles Schlimmes passiert ist!!". Aber nein, tun sie nicht. Ich denke heute, dass die Menschen dieses Verhalten an den Tag legen, wenn sie es selbst nicht mehr aushalten, was sie verbockt haben. Es bedeutet nicht zwingend, dass der andere einfach so weitergelebt hätte, sondern oft kommt's im stillen Kämmerchen oder Jahre später, wo die Schuldgefühle dann richtig zuschlagen.

Erfahrungsgemäß dauern alle Prozesse im Gehirn, die dem nachfolgen, was passiert ist, Jahre, sowohl bei denen, die betroffen wurden, als auch bei dem, der eine Schadenssituation zu verantworten haben.

Dass hier Vorwürfe kommen werden, war klar. Aber in dem Klima wird jemand wie Culpa auf keinen Fall sich so äußern, wie man es als "Opfer" (Und ich denke, es gibt Opfer in der Sache.) sich wünscht, weil er dazu wahrscheinlich einfach nicht den Mut hat. In diesem Klima kann man nicht wirklich Reue zeigen, sich nicht entschuldigen. Selbst, wenn er es täte, kämen andere an und würden sagen, es wäre nur gespielt oder es käme auf seine Reue nicht an, der Schaden ist damit nicht behoben.

In dem aufgeheizten Klima geht sowas wie ein Täter-Opfer-Ausgleich nicht. Dazu ist alles zu frisch und ich denke, es wird noch viel Wasser den Rhein runterfließen, bis man hier den Täter und die Opfer wirklich für ein konstruktives ehrliches Gespräch an einen Tisch setzen könnte. Das geht erst, wenn viel Abstand und Erholung eingetreten ist, wenn die Emotionen schwächer geworden sind, etwas verblasst ist, erst dann können vernünftige Gespräche stattfinden.

Manchmal muss man mit den Menschen sehr viel Geduld aufbringen und nicht alle schaffen es, sich dann wirklich so zuverhalten, wie es für die Gemeinschaft sinnvoll ist. Aber es ist auch eine Timingsache, wenn man zu früh zuviel erwartet von jemandem, wenn der noch gar nicht innerlich soweit ist, dann wird man enttäuscht werden. So gut ich alle anderen verstehe, so sehr sehe ich aber auch, dass Culpa erst mal selbst mit der ganzen Sache klarkommen muss, ehe er Kapazitäten frei hat, um sich mit den übrigen Beiteiligten auseinandersetzen zu können. Ob er das später sein wird, kann ich heute auch nicht sagen. Aber ich weiß eins. Je mehr man jemanden zusammenstaucht, desto weniger wird er sich offen und ehrlich verhalten, sondern mauern oder sich entziehen.

Zudem ist sein Töchterchen hier scharf angegriffen worden. Das war auch ein entscheidender Fehler hier. Hätte jemand mein Kind attackiert, hätte ich auch auf dem Absatz kehrt gemacht und gedacht: Rutscht mir alle den Buckel runter.

Außerdem weiß ich definitiv, dass andere im Examen betrogen haben (z.B. Schemata eingeheftet uä), aus sicherer Quelle. Und die wurden nicht erwischt und sind mit der ergaunerten Examensnote aufgestiegen, haben auch den Schnitt verzerrt. Insofern hat Culpa aus meiner Sicht genug gelitten für seine Verfehlung, denn ihn hat man erwischt und er musste dafür schon bezahlen, während andere unbehelligt bleiben und als Volljuristen arbeiten, Geld kassieren, Ansehen genießen. Es gibt immer welche, die besch... und die damit durchkommen. Die Gerechtigkeit siegt nicht immer.

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Re: Verkaufe Examenslösungen - nur leichte Gebrauchsspuren

Beitrag von Culpain Contrahendos erstellt am: 14. Jan 2017, 13:44 Uhr

Manche lassen ihr ganzes Leben zurück - um es zu behalten. So lautete ein Slogan einer Hilfsorganistion, den ich so gelungen fand, dass er mir im Gedächtnis blieb. Er arbeitet mit dem Unerwarteten. Man rechnet nicht mit diesem Ende. Gleichwohl beschreibt er treffend, was viele syrische Flüchtlinge antreibt. 2 davon habe ich in meiner Umschulung kennengelernt und einer davon ist mein Freund geworden. Er hat mich mal gefragt, warum in Deutschland so viele Menschen AFD und noch weiter rechts wählen. Der Grund ist, dass sie meinen zu wissen, was es für Menschen sind, alles Schmarotzer und warum sie hier herkommen, um von unserem Sozialsystem zu profitieren, den Staat auszusaugen. Wenn er mich mal nach Beispielen für solche Menschen fragt werde ich ihm eure Namen nennen: northstar, rip money.

Ihr seid Paradebeispiele für solche Lackaffen, die keine Ahnung haben, was manchen Menschen im Leben alles passieren kann und was sie antreibt. Mein syrischer Freund kam anfangs oft zu spät und viele dachten, er nehme das Ganze nicht ernst und er sei faul. Erst später kam raus, dass er jeden Tag bis 23 Uhr in einer Pizzeria arbeite, ausnahmslos, jeden Tag. Denne er wollte seine Familie ernähren. Seine Zweite. Die erste starb bei einem Bombenangriff in Syrien.

Ich habe es nicht nötig, hier noch groß was reinzuschreiben und ich werde mich danach auch durch einen Hash, den ich von einem Freund generieren lassen für diese Seite sperren lassen.

Übrgigens: Die Staatsanwältin äußerte in der Verhandlung großen Respekt für das, was ich bislang im Leben geleistet habe, trotz der katastrophalen Kindheit, bei der der Selbstmord meiner Mutter nur ein "Highlight" war. Ich hätte genausogut Karriere in einer Rockergang machen können wie einige aus meinem "Kiez". Mehr als die Hälfte meiner damaligen Freunde ist auf die "schiefe Bahn" geraten. Ich habe nur einen einzigen Fehler begangen und dafür sehr hart bezahlen müssen. Ihr habt nicht mal den Hauch einer Ahnung wie hart also reißt eure Schandmäuler zu Themen auf, von denen ihr Ahnung habt: von Pöbel und Gesocks.

Ich bin damit hier für immer raus.
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Re: Verkaufe Examenslösungen - nur leichte Gebrauchsspuren

Beitrag von Jimmy McNulty erstellt am: 14. Jan 2017, 15:10 Uhr

Da ich beruflich sehr viel Zeit damit verbringe, mir Flucht- bzw. Verfolgungsschicksale von den Betroffenen persönlich bis ins letzte unangenehme Detail schildern zu lassen, möchte ich dann abschließend doch freundlich anmerken, dass der Vergleich vielleicht eine Nummer zu hoch gegriffen ist. Das hat jetzt nicht wirklich etwas mit dem vorliegenden Fall zu tun.

Im Übrigen gibt es sicherlich persönliche Hintergründe, die manche Dinge im Ansatz erklären, obgleich nicht entschuldigen können. Nur sollte man dennoch nicht dem Trugschluss unterliegen, dass man in so einer Geschichte nicht Täter war, sondern ausschließlich das Opfer von Herrn L.* Insbesondere deshalb, weil es bei diesem Studiengang - von allem Examensstress mal abgesehen - auch ein bisschen um Integrität geht.

Andererseits: Die Tat wurde bestraft, damit ist die Sache an sich gegessen. Insbesondere muss sich niemand in einem mehr oder weniger obskuren Internetforum die Absolution erteilen lassen oder zu Kreuze kriechen.
Aber wenn man sich in der Gerichtsverhandlung erklärtermaßen reuig gibt, sollte man vielleicht nicht gerade den ersten Post im Forum nach der Rückkehr mit dem Satz beginnen: "Ja ich bin zurück und ich bereue nichts."

Bzw. man kann das sicherlich machen, sollte dann aber im Gegenzuge eben auch mit sachlicher (!) Kritik leben können.



*(Da würde mir dann eher - abgesehen von der Gruppe der ehrlichen Prüflinge - der in einem Zeitungsartikel genannte Fall einer Referendarin aus HH einfallen, die nachgewiesenermaßen nicht auf das Angebot eingegangen ist, aber nach Hausdurchsuchung, Beschuldigtenvernehmung etc. in der Hochexamensphase wegen einer psychischen Erkrankung dauerhaft arbeitsunfähig ist.)

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Re: Verkaufe Examenslösungen - nur leichte Gebrauchsspuren

Beitrag von rip money erstellt am: 14. Jan 2017, 15:59 Uhr

Culpain Contrahendos hat geschrieben:Manche lassen ihr ganzes Leben zurück - um es zu behalten. So lautete ein Slogan einer Hilfsorganistion, den ich so gelungen fand, dass er mir im Gedächtnis blieb. Er arbeitet mit dem Unerwarteten. Man rechnet nicht mit diesem Ende. Gleichwohl beschreibt er treffend, was viele syrische Flüchtlinge antreibt. 2 davon habe ich in meiner Umschulung kennengelernt und einer davon ist mein Freund geworden. Er hat mich mal gefragt, warum in Deutschland so viele Menschen AFD und noch weiter rechts wählen. Der Grund ist, dass sie meinen zu wissen, was es für Menschen sind, alles Schmarotzer und warum sie hier herkommen, um von unserem Sozialsystem zu profitieren, den Staat auszusaugen. Wenn er mich mal nach Beispielen für solche Menschen fragt werde ich ihm eure Namen nennen: northstar, rip money.

Ihr seid Paradebeispiele für solche Lackaffen, die keine Ahnung haben, was manchen Menschen im Leben alles passieren kann und was sie antreibt. Mein syrischer Freund kam anfangs oft zu spät und viele dachten, er nehme das Ganze nicht ernst und er sei faul. Erst später kam raus, dass er jeden Tag bis 23 Uhr in einer Pizzeria arbeite, ausnahmslos, jeden Tag. Denne er wollte seine Familie ernähren. Seine Zweite. Die erste starb bei einem Bombenangriff in Syrien.

Ich habe es nicht nötig, hier noch groß was reinzuschreiben und ich werde mich danach auch durch einen Hash, den ich von einem Freund generieren lassen für diese Seite sperren lassen.

Übrgigens: Die Staatsanwältin äußerte in der Verhandlung großen Respekt für das, was ich bislang im Leben geleistet habe, trotz der katastrophalen Kindheit, bei der der Selbstmord meiner Mutter nur ein "Highlight" war. Ich hätte genausogut Karriere in einer Rockergang machen können wie einige aus meinem "Kiez". Mehr als die Hälfte meiner damaligen Freunde ist auf die "schiefe Bahn" geraten. Ich habe nur einen einzigen Fehler begangen und dafür sehr hart bezahlen müssen. Ihr habt nicht mal den Hauch einer Ahnung wie hart also reißt eure Schandmäuler zu Themen auf, von denen ihr Ahnung habt: von Pöbel und Gesocks.

Ich bin damit hier für immer raus.


Also zunächst brauchst du mir mit deinem Leben gar nicht ankommen. Außer dem Selbstmord deiner Mutter, der mir trotz aller "Feindlichkeiten" Leid tut, da ich meine selbst frühzeitig verloren habe, ist der Rest es nicht mal wert, "Problem" genannt zu werden. Im Übrigen bin ich selbst Flüchtling (gewesen). Ich kenne genug Schmarotzer unter denen, die du so anpreist. Dein syrischer Freund mein eine Ausnahme sein, aber ganz sicher hat auch der Dreck am Stecken. Das ist einfach so, denn ich sag's dir aus erster Hand.

Ich hatte es mal mit einem älteren Account erwähnt (meine "Story"), aber deine Geschichte "Rockergang" und hier und da ist eine Gute-Nacht-Geschichte im Vergleich zu dem, woraus man bei mir einen 10fachen Grammy-Award-Film machen kann (Stichwort Todesliste, Flucht, Armut).

Mir demnach anzumaßen, ich wüsste nicht, wovon ich den "Hauch einer Ahnung" habe, ist lächerlich.
Du redest über Flüchtlinge - ich bin einer.
Du redest über dein "krasses" Leben - meins ist filmreif.
Du redest über Jura - ich bin Jurist.

Ich weiß sehr wohl, worüber ich rede.
Es bleibt demnach bei dem gerechten Urteil, dass man dir die juristische Zukunft genommen hat, weil du ein Versager bist, der (bis auf den Selbstmord seiner Mutter) nicht willens genug war, sich zusammenzureißen.
Stattdessen irgendwelchen Drogenproblemen die Schuld geben. Selbst, wenn du starke "Schmerzmittel"-Probleme hattest. Die hast du dir selbst geschaffen. Das Gleiche in grün.

Was die StA gesagt hat zu dir, ist typischer pussy-SJW-Trash. Du hast bisher nichts geleistet und das, was du im Begriff warst, zu leisten, vernichtet.

Ende der Story.

rip money

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Re: Verkaufe Examenslösungen - nur leichte Gebrauchsspuren

Beitrag von Thandor erstellt am: 15. Jan 2017, 19:57 Uhr

@ Culpa
Ich wünsche Dir alles Gute. Mehr gibts eigentlich auch nicht mehr zu sagen.

Thandor

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