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Abschlussbericht Kapitel Jura

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Re: Abschlussbericht Kapitel Jura

Beitrag von Alexander erstellt am: 30. Mai 2016, 21:27 Uhr

Milow, vielen Dank für deinen Bericht!

Ich fand ihn durchaus erleichternd, weil ich beim Lesen gemerkt habe, wie viel ich als WMA in einer größeren Kanzlei (ist man mit 260 Berufsträgern schon GK?) tatsächlich gelernt habe. Lustigerweise sogar zu kostenrechtlichen Fragen (es fehlt definitiv noch: Sollen wir jetzt den Vergleich machen oder doch das Urteil riskieren? Tipp: Verzugszinsen nicht vergessen!).

Mir macht gerade der Dienstleistungsfaktor, das Probleme-Lösen Spaß. Jura um ihrer selbst willen war nie so mein Ding, eher als Mittel zum Zweck. Wobei auch ich mein Gerechtigkeitsgefühl nicht immer völlig ausschalten kann. ;) Aber auch dafür gibt es Wege, damit umzugehen.

Du klingst, als wolltest du irgendwann vielleicht nochmal zurück in die Anwaltschaft? Oder denkst du eher daran, im ÖD zu bleiben?
Und: ÖD ist nicht gleich ÖD. Zwischen einer E11-Stelle, auf der man mal eben mit hunderten Überstunden Ausschaffungen für ein ganzes Bundesland organisiert und begleitet und einer A13-Stelle, die hauptsächlich aus "Führen und Leiten" besteht oder einer Referententätigkeit im Ministerium liegen nicht nur finanziell ganz eigene Welten.

Jedenfalls nochmal vielen Dank, dass du dir die Zeit für den langen Text genommen hast, das war wirklich informativ und interessant zu lesen!
Niemand hat das Recht zu gehorchen. - Arendt.
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Alexander

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Re: Abschlussbericht Kapitel Jura

Beitrag von Milow erstellt am: 15. Jan 2017, 11:33 Uhr

Hallo liebe Forumsmitglieder,

nunmehr ein kleines weiteres Update in gewohnter Weise.

Heute mit einem Sonderproblem, welches voraussichtlich nur Stellenwechsler aus der Rechtsanwaltschaft in den (befristeten) öffentlichen Dienst betreffen wird, welche ihre Rechtsanwaltszulassung aber behalten, weil sie vorher als Rechtsanwalt tätig waren.

Kann man sich von der Beitragszahlung in der DRV während der befristeten Tätigkeit befreien lassen?

Auch wenn man temporär im öffentlichen Dienst einem gesetzlichen Berufsausübungsverbot (vgl. § 47 BRAO) unterliegt, so stellt sich die Frage, ob man für die Zeit der Befristung in öffentlichen Dienst, Beiträge zu zwei Versorgungseinrichtungen (DRV + Versorgungswerk) zahlen muss oder eine Befreiung von der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht beantragen/erhalten kann. vgl. § 6 Abs.1, Abs.5 Satz 2 SGB VII oder sich freiwillig von den Beiträgen vom Versorgungswerk befreien muss, notfalls halt die Zulassung zurückgeben.

Ziel dürfte ja sein nur einmal Beiträge in eine Versorgungseinrichtung zu entrichten um Doppelanwartschaften und zusätzliche finanzielle Belastung zu vermeiden.

Sofern man nur befristet im ÖD (meistens "fachfremd") tätig ist, so ist es für mich vorteilhafter die Beiträge gesammelt in das Versorgungswerk einzahlen zu dürfen (habe ja schon die Nachversicherung für das Referendariat genutzt) anstatt derzeit Mindestbetrag und Einzahlung in die DRV, sofern ich dann wieder in die Rechtsanwaltschaft wechsele.

Derzeit ist Widerspruch gegen den Ablehnungsbescheid seitens der DRV eingelegt. Ich werde hier mal schauen wie die Sache ausgeht.

Sollte eine negative Entscheidung ergehen, so wäre es für mich als Stellenwechsler tatsächlich finanziell vorteilhafter gewesen, die Zulassung zurückzugeben und bei Wechsel in die Rechtsanwaltschaft die Zulassung erneut zu beantragen. Da ich aber schon den theoretischen Teil des Fachanwalts abgeschlossen hatte, so ergab sich ein anderes Bild. Ich werde wohl bis zur Entscheidung – verbleib öffentlicher Dienst oder Wechsel zurück- auch die Fortbildungsveranstaltung besuchen und die weiteren Pflichten des RA (Haftpflicht, Kanzleisitz, Kammerbeitrag, beA, Fortbildung) erfüllen müssen und halt bis zur obigen Entscheidung auch doppelt einzahlen müssen.

Für Betroffene, welche nicht sofort nahtlos wechseln, bitte darauf achten, dass auch die BA die Versorgungsbeiträge im Rahmen des Bezuges von Arbeitslosengeld I bezahlen dürfte.

@ Alexander:
Erstmal freut es mich, dass du deine Kenntnisse im Rahmen der Tätigkeit als WMA erweitern konntest oder bereits erweitert hattest.

Ich kann dir deine Frage nicht vollends beantworten. Mir gefällt es derzeit im öffentlichen Dienst und ich werde die erworbenen Kenntnisse so gut wie möglich nutzen und ich habe immer einen Plan B. In einem Jahr kann sich viel verändern, sodass sich neue Perspektiven ergeben an die man vorher nicht dachte.

Ich bin tatsächlich noch nicht festgelegt und werde es auch nicht sein. Ich schaue einfach was die Zukunft bringt und welche Türen und welche Chancen sich ergeben und werde sie nutzen.

In diesem Sinne wünsche ich erstmal einen schönen Feiertag und angenehmes Restwochenende.


Gruß Milow

wird fortgesetzt.....

Milow

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Re: Abschlussbericht Kapitel Jura

Beitrag von MeisterBaden erstellt am: 6. Sep 2017, 10:58 Uhr

Hey Milow,

erst einmal vielen Dank für Deine ausführlichen berichte. Bin über die Googlesuche auf Deinen Beitrag gestoßen, da ich nun vor demselben Problem stehe. Nämlich dem Wechsel von der Anwaltschaft zu einer befristeten Stelle im öffentlichen Dienst. Und da ich die Wartezeit im Versorugnswerk noch nicht voll habe, würde ich gernde dort Rentenversichert bleiben. Hast Du mittlerweile Neuigkeiten bzgl Deines Befreiungsantrags bei der DRV? Und wie ist es bei Dir mit der Kanzleipflicht? Aufgrund § 47 BRAO darf man ja die Tätigkeit als RA grds. nicht ausüben. Benötigsts du daher ein "Schild" und das elektronische Anwaltspostfach?

Viele Grüße!

MeisterBaden

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