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Jura, Examen, Ausbildung & Co

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schwierige Entscheidung

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Re: schwierige Entscheidung

Beitrag von Wizard of Law erstellt am: 17. Apr 2014, 21:21 Uhr

Sorry: Es ist saudumm, die Sicherheit des Beamtenstatus wegzuwerfen und dafür das erhebliche Risiko einzugehen, irgendwann als frustrierter Hartz IV Anwalt zu enden. Dann ist es viel besser, sich auf eine andere eigene Stärke zu besinnen als Jura und diesen Weg zu gehen. Oder in der Verwaltung woanders hin zu wackeln.

Ich war schon mal Beamter auf Lebenszeit und habe wegen Jura einen Antrag auf Entlassung aus dem Beamtenverhältnis gestellt :oops:
Ich habe es seit dem nie, auch nicht für eine Sekunde bereut.
...und mir fällt spontan jemand ein, bei dem es auch so war (wobei der mich heute verspottet, warum ich es nötig habe, mich als Richter so ausbeuten zu lassen :x )

Dass der TE ein bisschen sehr viel mehr Demut braucht, habe ich in meiner 1. Antwort geschrieben. Aber ich bleibe dabei: Wenn er sich beurlauben lässt kann er nach 2-3 Semestern ja noch mal gucken, ob er es weiter macht.

Es gibt m.E. nicht pauschal zu viele Juristen, sondern zu viele, die ohne jede Liebe zum Recht drauflos wurschteln.

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Re: schwierige Entscheidung

Beitrag von dlutsche erstellt am: 18. Apr 2014, 14:20 Uhr

Ich muss mich jetzt auch erneut zu Wort melden, da ich nicht nachvollziehen kann, wie hier teilweise geredet wird.

Dass ich einen sicheren Beamtenstatus habe, ist mir vollkommen bewusst. Ich finde aber eure Einstellung, die ja Grunde impliziert, dass ein Wunsch nach Weiterbildung Quatsch ist, nicht in Ordnung.

Ich bin vielleicht erst 24 Jahre alt, sehe ein Studium aber keineswegs als Zeitraum zum Eierschaukeln an, sondern als Privileg, sich weiterbilden zu DÜRFEN. Wenn man einmal im Beruf war, dann weiß man dieses Privileg auch deutlich mehr zu schätzen.

Andererseits kann ich auch nachvollziehen, dass Argumente wie Juristenschwämme und Arbeitsmarktsituation aufgeführt werden. Deshalb begehre ich ja auch, in Teilzeit zu gehen oder mich beurlauben zu lassen. Doch wie ihr wahrscheinlich schon mitbekommen habt, liegt dies leider nicht in meiner Hand. Allein die Tatsasche, dass ich mich bereit erkläre, mich bezügefrei beurlauben zu lassen, zeigt doch, dass es ausschließlich um den Wunsch nach Weiterbildung geht.

Ich finde es mehr als traurig und besorgniserregend, wenn von Menschen, die scheinbar den Weg in die Juristerei gegangen sind, so darüber gesprochen wird. Ihr solltet euch eher hinterfragen, ob ihr richtig in diesem Beruf seid. Ich habe kritisch Selbstreflexion betrieben und bin zu der Einsicht gekommen, dass ich mich zwar für den Rest meines Lebens damit abfinden könnte, Polizist zu sein, aber ein nie mehr zu erfüllender Wunsch in mir schlummern würde.

Wenn ihr soviel Wert auf diesen Beamtenstatus legt - ohne diesen schmälern zu wollen !!!! - dann hängt die Juristerei an den Nagel und bewerbt euch. Das Land NRW stellt in Ausnahmefällen sogar bis 40 in den g.D. ein. So wie sich das anhört, würde so mancher ja in der Ausbildung g.D. mehr verdienen, als er es als Jurist tut....

Dass ein erfolgreiches Jurastudium iSd Examensnoten sehr arbeitsintensiv, anspruchsvoll und auch mit Glück verbunden ist, ist mir klar. Das Stichwort Demut bringt es auf den Punkt, Wizzard. Darin werde ich mich üben und natürlich verhalten die ersten Klausurergebnisse abwarten, wobei mir natürlich bewusst ist, dass auch diese nur unzureichend Rückschlüsse auf den weiteren Verlauf des Studiums lassen.

Ich möchte nur nochmal in aller Deutlichkeit sagen, dass es eigentlich nichts verwerfliches sein sollte, sich mit einer Materie vertiefend beschäftigen zu wollen, die man im Rahmen seines beruflichen Werdegangs bereits grob (Grundrechte, Staatsorga, StrafR, Ö-Recht [Polizei-/Ordnungrecht] kennengelernt hat.

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Re: schwierige Entscheidung

Beitrag von CeCe erstellt am: 18. Apr 2014, 16:00 Uhr

@ wizard, das würde ich auch unterschreiben, es gibt zu viele juristen die ohne liebe - wie auch immer die sich dann äußert bzw. woraus man sie schöpft - herumwurschteln, nur ist das leider kein einstellungskriterium, sondern allenfalls ein grund in der probezeit zu kündigen, wie das beim staat ist kann ich seriöserweise nicht beurteilen, ich zwar zu kurz dabei, aber in der anwaltschaft / wirtschaft ist fehlendes engagement um die jeweiligen interessen durchzusetzen ein ko kriterium und das bedingt zwingend sich mit dem recht auseinanderzusetzen und wenigstens eine art hassliebe zu entwickeln, du kannst sonst nicht gut sein

@ te, es ist ok und du hast meinen segen (so du ihn überhaupt willst), ich hätte mir nur für meinen teil gewünscht, dass mir jemand am anfang mal klipp und klar gesagt hätte wie das so ist bei den juristen und dem arbeitsmarkt

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AW: schwierige Entscheidung

Beitrag von Thandor erstellt am: 18. Apr 2014, 16:30 Uhr

@TE
Ich glaube, Du hast dich längst entschieden. Deine Entscheifung, ich wünsche Dir viel Glück. Du bist deines Glückes Schmied, niemand anderes.

Es geht hier wirklich nur darum, dass Dir klar sein sollte, dass Du in einen brutalen und völlig überfüllten Bereich gehst. In diesen sind Arbeitslosigkeit, Ausbeutung, Zeitverträge ect. an der Tagesordnung.

dlutsche hat geschrieben:So wie sich das anhört, würde so mancher ja in der Ausbildung g.D. mehr verdienen, als er es als Jurist tut...
Das ist definitiv so. Es gibt Anwälte, die auch nach Jahren mit Hartz IV aufstocken müssen. Und welche, die für ein Referendarsgehalt angestellt waren - bis dies als sittenwidrig verboten wurde.

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Re: schwierige Entscheidung

Beitrag von Alexander erstellt am: 18. Apr 2014, 17:17 Uhr

dlutsche hat geschrieben:So wie sich das anhört, würde so mancher ja in der Ausbildung g.D. mehr verdienen, als er es als Jurist tut....


Ja, das ist so, und es ist wichtig, das vorher zu wissen. Wie geschrieben, eine Bekannte verdient sogar im mittleren Dienst mehr als sie als Volljuristin mit zwei schlechten Staatsexamina bekommen könnte.

Du bist frei in deiner Entscheidung, aber um eine freie Entscheidung treffen zu können, ist es wichtig, die Folgen der jeweiligen Entscheidung zu kennen.


Hier findest du einen ganz gute Überblick über den Arbeitsmarkt (Stand: vor >5 Jahren, aber sooo viel hat sich nicht geändert, meines Wissens).

http://www.al-online.de/downloads/Die_B ... n_2009.pdf

Hast du parallel dazu geprüft wie die Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten in deiner jetzigen Position aussehen?


Folgende Tipps habe ich für dich, wenn du das mit dem Jurastudium durchziehen willst:

- Nutze die Zeit, in der du noch Vollzeit arbeitest und entsprechend volle Bezüge erhältst, um Geld beiseite zu legen. Wer weiß, wann du es brauchst - für ein Auslandssemester oder -Praktikum, für einen neuen PC in ein paar Jahren, für ein Repetitorium, für einen Urlaub, wenn dir alles bis hier steht... Ergänzung: geh auch deine laufenden Kosten durch und schau, was du reduzieren kannst!

- Lies dich jeweils frühzeitig ein, auch zum Drumherum, damit du mit Abläufen, Angeboten, Fristen etc. vertraut bist.

Mache dich z.B. bei der Wahl der Uni schlau darüber, welche Zusatzangebote die Unis haben (FFA, BWL für Juristen, Sprachkurse, Austauschprogramme mit anderen Unis, Hochschulsport, Vereine aller Art - Debattierclub, Elsa, Aiesec, Move etc.) und welche davon für dich interessant sind. Der Studienerfolg beginnt schon bei der Wahl der passenden Universität(en)! Siehe hier: http://www.zdrw.nomos.de/fileadmin/zdrw ... gh_u.a.pdf Ich würde daher auch im Rückblick wieder eine Uni wählen, die einen möglichst hohen NC und einen leistungsstarken Ruf hat, weil das entsprechende Leute anzieht, die einen wiederum mitziehen können und gute Lernpartnerinnen abgeben.

Als Freizeitlektüre empfehle ich dringend "Unternehmen Jurastudium" von Haft. Das ist ein Buch, von dem ich mir wirklich wünsche, ich hätte es schon zu Studienbeginn gekannt.

- Prüfe zu gegebener Zeit sorgfältig, ob es nicht doch sinnvoll ist, sich für die Examensphase vollständig beurlauben zu lassen. Ich persönlich bin sehr skeptisch, dass es gut geht, in der Zeit Teilzeit zu arbeiten. Sicherlich gibt es auch Leute, die damit gut zurecht kommen, aber das Risiko, wegen der zusätzlichen Belastung schlechtere Ergebnisse einzufahren, ist einfach da.
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Re: schwierige Entscheidung

Beitrag von Alexander erstellt am: 18. Apr 2014, 22:11 Uhr

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Re: schwierige Entscheidung

Beitrag von CeCe erstellt am: 18. Apr 2014, 23:03 Uhr

Er ist 24, sehr erwachsen, will es nicht anders und muss spätestens jetzt wenigstens Zweifel haben, ob er sich wirklich verbessert. Wenn es dann nichts wird, dann kann er es in keinem Fall auf uns schieben.

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Re: schwierige Entscheidung

Beitrag von Stef26 erstellt am: 19. Apr 2014, 10:29 Uhr

Nochmal:
Du bist 24.

Bis du Volljurist bist vergehen 8-10 Jahre.
Dann bist du 34. In der Zeit haben deine Kollegen Häuser gebaut, geheiratet und Kinder in die Welt gesetzt.
Jetzt kommen sicher Leute daher die sagen: Aber das Studium dauert doch bloß 8 Semester und 2 Jahre Referendariat.
Von wegen. Das berücksichtigt nicht die Prüfungsverfahren, Wartezeiten etc.
Hinzu kommen Verbesserungsversuche, unvorhergesehene Dinge wie Krankheit etc.

Wenn wirklich alles hundert Prozent optimal läuft, bist du in 7 Jahren durch. Aber das tut es nie!
In den 10 Jahren kannst du Vollzeit und durch Weiterbildungen um einiges mehr verdienen.
Die ersten zehn Jahre sind bei dem Großteil der fertigen Juristen absolute Hungerjahre.
Du kannst bis du 40 bist nicht einen einzigen Cent ansparen.

Richter und Staatsanwaelte werden gerade einmal 5% der Absolventen und ein VB ist nicht! Ich wiederhole: NICHT! Planbar!

Zudem sind in den letzten Jahren die Anforderungen wirklich extrem! gestiegen. Allein dieses Jahr ist im Referendariat die Kautelarklausur hinzugekommen, das Europarecht wird immer umfassender und es gibt eine schier unglaubliche Anzahl von höchstrichterlichen Entscheidungen.
Du magst vielleicht ein paar Fälle BGB AT gelernt haben und weißt wie die Polizei irgendwo eingreifen darf.
Das ist ein absoluter Pipifax gegen das umfassende Wissen was du in den Examani präsentieren musst.

Es gibt nur eine Möglichkeit das Jurastudium zu einem guten Abschluss zu bringen: Vollzeit, Vollzeit und Vollzeit.

Es geht nicht darum, dass du die Anforderungen erfüllst.
Die Noten sind relativ.
Wenn sich die 19-jährige Anna jeden Tag 8 Stunden ins Seminar setzt, zuhause wohnt und sich von Mami bekochen lässt, dann kannst du sie niemals einholen. Du hast die Zeit und Energie dafür nicht. Wenn du von der Arbeit kommst und dich gestresst an die Bücher setzt hat sie schon 50 Seiten gelesen, entspannt gerade auf der elterlichen Terasse und geht am nächsten Tag wieder ausgeruht in das Seminar.

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Re: schwierige Entscheidung

Beitrag von Wizard of Law erstellt am: 19. Apr 2014, 11:23 Uhr

Es gibt nur eine Möglichkeit das Jurastudium zu einem guten Abschluss zu bringen: Vollzeit, Vollzeit und Vollzeit.

/do loop:
Nein.
/end loop

Heiraten, Kinder zeugen, ein Haus bauen oder nur ein Auto fahren werden nicht drin sein.
Aber eins hat die kleine Anna nicht: Den unbeugsamen Willen und die Härte ein Studoum um seiner selbst Willen gegen alle Widerstände durch zu ziehen. Darum gibt es in jeder Wissenschaft unter den absoluten Top-Leuten kaum Frauen.

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Re: schwierige Entscheidung

Beitrag von alex2406 erstellt am: 19. Apr 2014, 11:25 Uhr

Stef26 hat geschrieben:Dann bist du 34. In der Zeit haben deine Kollegen Häuser gebaut, geheiratet und Kinder in die Welt gesetzt.

Juhu. Herzlichen Glückwunsch zum: Durchschnitt. Endlich hat er dann das gemacht, was jeder macht, anstatt einfach mal ein selbstgefundenes- und formuliertes Ziel beharrlich zu verfolgen und zu erreichen.

Stef26 hat geschrieben:Richter und Staatsanwaelte werden gerade einmal 5% der Absolventen und ein VB ist nicht! Ich wiederhole: NICHT! Planbar!

Zudem sind in den letzten Jahren die Anforderungen wirklich extrem! gestiegen. Allein dieses Jahr ist im Referendariat die Kautelarklausur hinzugekommen, das Europarecht wird immer umfassender und es gibt eine schier unglaubliche Anzahl von höchstrichterlichen Entscheidungen.
Du magst vielleicht ein paar Fälle BGB AT gelernt haben und weißt wie die Polizei irgendwo eingreifen darf.
Das ist ein absoluter Pipifax gegen das umfassende Wissen was du in den Examani präsentieren musst.


Genau. Denn planbar ist - siehe oben - bestenfalls Durchschnitt. Anscheinend ist das Bedürfnis danach ja sehr hoch.
Was die Anforderungen angeht - egal, wie sehr die sich verändern, sie verändern sich für alle. Was sich nie ändern wird ist, dass man eben zu den besseren seiner Vergleichsgruppe gehören muss. Natürlich ist das nicht planbar. Aber sehr beeinflussbar. Klar, dem durchschnittsliebeneden Oberbedenkenträger stellt nur 100%-ige Sicherheit zufrieden, dass passt dann auch dazu, jemanden nicht zu verstehen, der seinen sicheren Beamtenjob aufgeben will (steht hier ja bei einigen zwischen den Zeilen), weil sich für ihn Glück eben einfach nicht schon in Sicherheit erschöpft.
Und was die Kautelarklausur angeht: wo ist das Problem? Durch die Schaffung der Kautelarklausur hat man wieder einen kleinen Fixpunkt eingerichtet, auf den man sich gezielt vorbereiten kann. Man weiß also, dass es im ZR eine Vollstreckungsklausur gibt, von der die Wahrscheinlichkeit, dass es ein Urteil ist, durch die Kautelarklausur erhöht. Man weiß, dass es eine Kautelarklausur gibt. Kann man sich auch gezielt drauf vorbereiten. Zumal das noch kein ausgetretener Pfad ist, ich glaube mit etwas Risikofreude kann man da sehr gut punkten.

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Re: schwierige Entscheidung

Beitrag von Stef26 erstellt am: 19. Apr 2014, 12:24 Uhr

Was ist denn so schlimm am Durchschnitt?
Meinst du er wird zu den absoluten Topkandidaten gehören, wenn er halbtags noch bei der Polizei schuftet?
Das ist einfach unmöglich.
Es gibt immer einen der genauso schlau ist wie man selbst, aber der hat einfach doppelt soviel Zeit und Energie.
Allein sein Alter wirkt sich in der Bewerbung direkt negativ aus.
Man wird übrigens auch nicht gesünder und mit fortschreitendem Alter wird der indirekte Erwartungsdruck von Familie und Freunden höher.

Was du über die Kautelarklausur schreibst, sind absolute Wunschträume:
Schonmal daran gedacht, dass die Kautelarklausur sich auch mit Vollstreckung beschäftigen kann? Vertraglich vereinbar ist so gut wie alles in der deutschen Rechtsordnung.
Fakt ist: Hinzu kommt ein weiterer Themenbereich und ich wette Kaiser und CO reiben sich jetzt schon die Hände auch hier ein eigenständiges Skript zu verfassen.

Und ich möchte mal wissen, auf welchem Planeten du lebst, wenn du sagst das Risikofreude im Examen belohnt wird.
Risikofreude im Examen führt immer mit fast absoluter Sicherheit zum Nichtbestehen, weil der Korrektor überhaupt keinen Bock dazu hat sich mit Argumenten zu befassen die nicht auf Lösungsskizze und eventuell Hilfslösung stehen.

Wie soll jemand dem nur die Hälfte der Zeit zur Verfügung steht, zu den oberen seiner Vergleichsgruppe gehören?(Stichwort: Biorythmus.) Der Mensch ist sowieso nur an gewissen Stunden aufnahmefähig.

Warst du nicht der Typ der hier im Forum danach gefragt hat, wo man am besten die Örechtsstation abfeiern kann, um für die F-AG und Examen vorzulernen?
Ganz schöner Widerspruch, Herr Kollege.

Die Leute die es zum Examen schaffen sind nicht die dümmsten, und denen wegzulaufen, wenn man halbtags schuften muss, ist als hätte man die Schnürsenkel zugebunden. Und dann kommen noch Kollegen wie du, die ihre Stationen nach Minimalaufwand planen und einen daherreden, als wäre es nur eine Frage des Willens zu den besseren seiner Vergleichsgruppe zu gehören.
:clap: :lol: :clap:

Aber bitte, soll er es machen.

Nachtrag:
Bei der Anwaltsstation willst du auch tauchen und abpimmeln:
viewtopic.php?f=24&t=14464&p=116731#p116731

Aber hier Ratschläge verteilen, die du selbst nicht im Entferntesten einhaelst, weil du dich nichtmal an die Pflicht haelst.
:giggle: :giggle: :giggle: :giggle: :clap: :clap: :clap: :clap:

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AW: schwierige Entscheidung

Beitrag von Thandor erstellt am: 19. Apr 2014, 13:57 Uhr

Stef26 hat geschrieben:Wie soll jemand dem nur die Hälfte der Zeit zur Verfügung steht, zu den oberen seiner Vergleichsgruppe gehören?

Etwas mehr Gottvertrauen bitte. Wenn man ein Mozart des Rechts ist, dann geht das. Es gibt Leute die können das. Einen unter 300 vielleicht, aber es gibt sie.

Ich habe jedenfalls selbst gesehen und gehört, wie eine langediente Anwältin, keine Kinder, zwei Examen mit jeweils guten Befriedigend-Noten, den Tag, an dem sie die unbefristete E13 erhielt, als Lottogewinn bezeichnete - und daß sicher völlig zu Recht. Da war sie dann finanziell ungefähr ganz grob da, wo der TE heute ist. Wenn man die Pension wegfallen läßt.

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Re: schwierige Entscheidung

Beitrag von alex2406 erstellt am: 19. Apr 2014, 14:09 Uhr

Stef26 hat geschrieben:
Warst du nicht der Typ der hier im Forum danach gefragt hat, wo man am besten die Örechtsstation abfeiern kann, um für die F-AG und Examen vorzulernen?
Ganz schöner Widerspruch, Herr Kollege.

Die Leute die es zum Examen schaffen sind nicht die dümmsten, und denen wegzulaufen, wenn man halbtags schuften muss, ist als hätte man die Schnürsenkel zugebunden. Und dann kommen noch Kollegen wie du, die ihre Stationen nach Minimalaufwand planen und einen daherreden, als wäre es nur eine Frage des Willens zu den besseren seiner Vergleichsgruppe zu gehören.
:clap: :lol: :clap:

Aber bitte, soll er es machen.

Nachtrag:
Bei der Anwaltsstation willst du auch tauchen und abpimmeln:
viewtopic.php?f=24&t=14464&p=116731#p116731

Aber hier Ratschläge verteilen, die du selbst nicht im Entferntesten einhaelst, weil du dich nichtmal an die Pflicht haelst.
:giggle: :giggle: :giggle: :giggle: :clap: :clap: :clap: :clap:

Richtig, ich bin der, der nach lockeren Stationen sucht. Warum? Weil die Stationen kaum etwas für die Examensvorbereitung bringen. In der Zeit fresse ich lieber Literatur und schreibe Originalklausuren, bis mir die Hände abfallen. Denn das erhöht meine Chance auf 9 plus X. Und darauf richte ich mein gesamtes Handeln aus. Das ist die berühmte "Schwerpunktbildung". Was nützen mir die Außenhandelskammer Shanghai und die Anwaltsstation in New York im Lebenslauf, wenn der Lebenslauf nicht gelesen wird, weil die Zahl nicht stimmt? So funktioniert das System eben und da passe ich mich an.
Ich denke, dass ich genau das rate, was ich selbst einhalte: Ziel aussuchen, Himmel und Hölle in Bewegung setzen es zu erreichen und ALLES ANDERE links liegen lassen. Dem TE habe ich geraten 2-3 Semester in Teilzeit zu machen, weil er so zumindest rausfindet, ob Jura vielleicht überhaupt gar nix für ihn ist.

Übrigens: Risikofreude hat sich bei mir im ersten Examen absolut gelohnt.

Thandor hat geschrieben:Ich habe jedenfalls selbst gesehen und gehört, wie eine langediente Anwältin, keine Kinder, zwei Examen mit jeweils guten Befriedigend-Noten, den Tag, an dem sie die unbefristete E13 erhielt, als Lottogewinn bezeichnete

In dem Moment mag man das so empfinden. Aber was ist in 20 Jahren? Man will doch auch Herausforderungen (oder nicht?). Ich glaube der einzige attraktive Job im öffentlichen Dienst ist Richter, wegen der richterlichen Unabhängigkeit; man ist zwar "irgendwie" wie ein Beamter, aber man ist nicht von diesen lähmenden, siechen Strukturen erfasst, die auch aus dem tatkräftigsten Menschen einen routinesüchtigen Phlegmatiker machen. Wenn ich mein Dezernat im Griff habe, kann ich im privaten Bereich nach Herausforderungen suchen (z.B. exzessiven Sport, Oldtimer aufbauen oder sowas), anderswo wird leider die Anwesenheitspflicht zu groß geschrieben. In der freien Wirtschaft habe ich dafür die nach oben offene Gehaltsperspektive. Aber A13 irgendwo im Kaff...da geht man doch nach 15 Jahren an Bore-Out ein. Natürlich ist das ein Luxusproblem. Aber man sollte Menschen doch nicht von vorneherein immer nur noch auf Absicherung "dressieren".

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Re: schwierige Entscheidung

Beitrag von Stef26 erstellt am: 19. Apr 2014, 15:12 Uhr

alex2406 hat geschrieben:Ich denke, dass ich genau das rate, was ich selbst einhalte: Ziel aussuchen, Himmel und Hölle in Bewegung setzen es zu erreichen und ALLES ANDERE links liegen lassen. Dem TE habe ich geraten 2-3 Semester in Teilzeit zu machen, weil er so zumindest rausfindet, ob Jura vielleicht überhaupt gar nix für ihn ist.


Die ersten 2-3 Semester haben nichts, aber auch gar nichts mit den tatsächlichen Anforderungen im 1. und 2. Examen zu tun. Außer vielleicht die Überschrift der Lehrbücher.

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Re: schwierige Entscheidung

Beitrag von alex2406 erstellt am: 19. Apr 2014, 15:16 Uhr

Stef26 hat geschrieben:
alex2406 hat geschrieben:Ich denke, dass ich genau das rate, was ich selbst einhalte: Ziel aussuchen, Himmel und Hölle in Bewegung setzen es zu erreichen und ALLES ANDERE links liegen lassen. Dem TE habe ich geraten 2-3 Semester in Teilzeit zu machen, weil er so zumindest rausfindet, ob Jura vielleicht überhaupt gar nix für ihn ist.


Die ersten 2-3 Semester haben nichts, aber auch gar nichts mit den tatsächlichen Anforderungen im 1. und 2. Examen zu tun. Außer vielleicht die Überschrift der Lehrbücher.

Das magst Du so für Dich bewerten. Ich denke, wer von Anfang an Gas gibt, hat hinterher bessere Karten. Vielleicht sollte man da nicht so viel Wert auf Repetitorengeschwätz a la "Ich wusste, erst im Rep geht's los, vorher bin ich mit dem Motorrad um die Welt gefahren". Aber gehen wir gerne mal davon aus, dass Du mit dem zitierten Post zu 100% richtig liegst: selbst dann sind die ersten Semester geeignet, um festzustellen, ob Jura vielleicht überhaupt gar nicht zu einem passt, insbesondere was die Denkweise an sich als auch die Art zu lernen angeht. Und darum geht es hier für den TE: er will etwas riskieren und deshalb gilt es, vor dem "Point of no Return" - der Kündigung des Beamtenverhältnisses - das Risiko so genau wie möglich bewerten zu kännen. Ein Restrisiko wird bleiben. Aber die ganz offenkundigen Risiken, die den Unterschied zwischen "Vabanque" und "kann klappen" ausmachen, die kann er so ausschließen.

Selias hat geschrieben:
alex2406 hat geschrieben:Wie kann sich irgendwas im Zusammenhang mit dem 1. Examen lohnen, wo diese Note doch später keinerlei Bedeutung mehr hat?

Ich habe z.B. Prädikat im 1. Examen gemacht. Wer will, kann mein Zeugnis eingerahmt für 10€ kaufen. Faktisch ist das Toilettenpapier.

Die Bedeutung der Note des 1.Examens schätze ich irgendwo zwischen "Bedeutung der Note des 2.Examens" und "Zünglein an der Waage" ein.
Ferner: natürlich ist die Note im 2.Examen wichtiger. Aber das heisst nicht, dass man sich mit einer schlechten Note im 1.Examen nichts kaputtmachen kann. Ist ein wenig wie die Schwerpunktbereichsnote: ist sie gut, interessiert es keinen. Ist sie schlecht, werden Fragen gestellt. In NRW kannste auch mit 7,75 Richter werden, wenn "besondere Qualifikation" etc... - was wird damit wohl gemeint sein?

alex2406

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