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Jura, Examen, Ausbildung & Co

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schwierige Entscheidung

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Re: schwierige Entscheidung

Beitrag von Alexander erstellt am: 9. Mai 2014, 11:07 Uhr

So, und ein letztes noch:

es geht nicht darum, dich vom Studium abzuhalten; jedenfalls mir nicht. Mir geht es darum, dass du eine faktenbasierte Entscheidung treffen sollst, bei der du möglichst viele Aspekte und Informationen einbeziehst.

Deine Motivation klingt nicht schlecht, und das ist ein wichtiger Punkt. Aber nicht der Einzige. Und wenn Wizard of Law hier als Beispiel für einen gelungenen Laufbahnwechsel steht, mach dir klar, dass Wizard of Law, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, auch von sich sagt, er sei Studienstiftler. Das sind, wenn ich mich recht entsinne, unter 1% der Studierenden. Das dürfte, zumal kombiniert mit seinen angedeuteten Examensergebnissen, als Indiz für eine - auch unter Studierenden - deutlich überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit gelten.

Vielleicht bist du ähnlich leistungsfähig (oder auch nur ausreichend, um im Studium gut zurecht zu kommen). Das weiß ich nicht. Und du weßt es letztlich auch nicht, du hast bloß eine bessere Tatsachengrundlage für Vermutungen. Deine Entscheidung sollte mit einbeziehen, dass du nicht weißt, wie du dich in der Ausbildung schlagen wirst.

Das ist alles. :-)

Außer dem hier: viel Spaß! :)
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Alexander

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Re: schwierige Entscheidung

Beitrag von dlutsche erstellt am: 9. Mai 2014, 13:06 Uhr

Ich danke dir für deine Tips!


Wegen der Finanzierung des Studiums habe ich mir natürlich auch schon entsprechende Gedanken gemacht. Meine Eltern und Großeltern würden mich im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen. Zudem kommt selbstverständlich noch ein Nebenjob.

Über Kontakte könnte ich wahrscheinlich frühzeitig als SHK einen Job bekommen, anderenfalls würde ich natürlich einen "normalen" Nebenjob wahrnehmen. Wohngeld von der Stadt kann ich auch noch beantragen - Bafög scheidet aufgrund des Erststudiums aus.

Hinsichtlich der KKV-Sache habe ich mir auch Gedanken gemacht. Ich habe schon mit der GKV Kontakt aufgenommen und so wie ich das verstanden habe, könnte ich zunächst bis 25,5 Jahren - der Zeitraum verlängert sich aufgrund eines FSJs - in die Familienversicherung. Im Anschluss könnte ich in die studentische Krankenversicherung.


Ich habe leider überhaupt keinen Anspruch auf Teilzeit, da es sich um eine Ermessensvorschrift handelt.

Eine Beurlaubung könnte uU in Frage kommen. Wobei ich in diesem Zusammenhang noch keine Ahnung habe, ob ich in diesem Fall in die GKV zurück kann. Keiner konnte mir bisher eine verbindliche Antwort auf diese Frage geben. Und um mich mit der Rechtslage auseinanderzusetzen, fehlte mir bisher die Zeit.

Die Beurlaubung wäre töfte - sofern es mit der KKV keine allzu großen Probleme gibt. Eine private studentische KKV ist bestimmt nicht allzu günstig.

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Re: schwierige Entscheidung

Beitrag von Alexander erstellt am: 9. Mai 2014, 14:31 Uhr

Wenn du in die Familienversicherung zurück dürftest, wäre natürlich schön.

Erkundige dich ansonsten bei deiner und anderen privaten Krankenversicherungen nach Studententarifen. Manche haben sowas.
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Alexander

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Re: schwierige Entscheidung

Beitrag von dlutsche erstellt am: 12. Mai 2014, 13:58 Uhr

Moin, Leute.

Bin grad ziemlich niedergeschlagen, da der für mich schlimmste Umstand eingetreten ist: Teilzeit- sowie Beurlaubungsantrag wurden abgelehnt.

Was ich jetzt tun soll, weiß ich nicht. Ich fürchte, ich bin gefangen bei der Polizei. Ein generelles Gefühl der Unzufriedenheit begleitet mich schon seit längerer Zeit beim Arbeiten. Ich habe keinen Spaß mehr am Arbeiten, wobei ich mich frage, ob ich generell unter psychischen Problemen leide oder das mit meinem Studienwunsch verbunden ist.

Ich habe das Gefühl, dass das Studium - auch in Anbetracht all seiner Risiken - das Richtige für mich ist. Ein Gedankengang, der sich, wie mir hier bereits alle bestätigt haben, sämtlicher Rationalität entzieht.

Ich weiß nicht, was ich machen soll. Bin grad echt ziemlich am Ende und frage mich, wie ich mit dieser Einstellung noch weitere 40 Jahre bei der Polizei verbringen soll. Stelle gerade so ziemlich jede meiner im Leben getroffenen Entscheidungen in Frage....Ging mir wirklich schon besser!

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Re: schwierige Entscheidung

Beitrag von JuFu erstellt am: 12. Mai 2014, 14:17 Uhr

Entlassen lassen ( :giggle: ) und ab ins Studium mit Dir :-P

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Re: schwierige Entscheidung

Beitrag von CeCe erstellt am: 12. Mai 2014, 14:53 Uhr

Was ist denn mit versetzen lassen auf eine Stelle bei der Du einen Anspruch auf Teilzeit / Beurlaubung o.ä. hättest?

CeCe

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Re: schwierige Entscheidung

Beitrag von dlutsche erstellt am: 12. Mai 2014, 16:27 Uhr

@ CeCe

Leider nicht möglich. Vier Jahre Mindestverwendungsdauer in der Erstbehörde. Frühste Versetzung wäre demnach im Septmeber 2017 möglich.

@ JuFu Ouch...

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Re: schwierige Entscheidung

Beitrag von Alexander erstellt am: 12. Mai 2014, 17:20 Uhr

Du studierst jetzt erstmal ein Jahr berufsbegleitend. In der Zeit schnupperst du so gut wie möglich ins Studium und schreibst nach Möglichkeit schon mal ein paar Klausuren mit. Es muss ja nicht das volle Programm sein, aber vielleicht erstmal 1 ÖR und 1 Strafrecht (auch in der Hoffnung auf eine gute Note für Bewerbungen auf Uni-Stellen, s. u.) und dann eine Zivilrechtsklausur.

Erkundige dich bei deiner Uni, ob ein offizielles Teilzeitstudium möglich ist. Wenn ja --> nutzen!

Parallel tust du folgendes:
- du sparst möglichst viel Geld für später (halbes Nettogehalt wäre gut)
- du klapperst vorsorglich deine Möglichkeiten, aus dem gehobenen Dienst heraus Karriere zu machen, auch ab.
- du suchst dir einen Job, bei dem du im nächsten SoSe anfangen kannst und mit dem du dich über Wasser halten könntest.
- du schraubst deine Ausgaben so weit runter, das du, wenn du voll ins Studium einsteigst, etwa mit Bafög-Satz zurecht kämst.

So, und wenn du im kommenden Winter immer noch sicher bist, das du das Studium machen willst, dann kannst du DANN um Entlassung aus dem Dienst bitten. Dann hast du eine halbwegs solide Basis, sowohl was Informationen über das Studium und dich als Student angeht, als auch was ein finanzielles Polster für die Zeit der Examensvorbereitung angeht.

Gut Ding will Weile haben. :-)
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Alexander

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Re: schwierige Entscheidung

Beitrag von dlutsche erstellt am: 12. Mai 2014, 19:07 Uhr

Danke, Alexander für deine ganzen Tips.

So ähnlich habe ich mir das auch gedacht. Werde mich von den Gegebenheietn nicht entmutigen lassen. Werde im Sommer definitiv alle Klausuren und die Hausarbeit mitschreiben.

Darüber hinaus kann ich mir aus meinem vorangegangen FH Studium auch ein paar Kleinigkeiten wie Polizei- und Ordnungsrecht sowie z.T. Strafrecht anrechnen lassen, wobei ich mir natürlich bewusst bin, dass ich es im Examen trotzdem können muss!

Finanziell bin ich ganz gut aufgestellt, denke ich. Ich habe mir letztes Jahr ein Auto gekauft, das ich für das Studium wieder verkaufen würde. Natürlich mache ich bei dem Geschäft ca. 1-3k Verlust, aber unterm Strich kann ich auf knapp 20000€ zählen.

Um einen Nebenjob werde ich mich auch zeitnah bemühen. In diesem Zusammenhang habe ich mich auch schon umgehört und das ein oder andere Eisen im Feuer.

Ich mach mich jetzt nicht verrückt und werde ganz sachlich beobachten, ob ich weiterhin an meinen Träumen festhalten möchte. Stand jetzt könnte mich nichts davon abhalten, da ich weder Freundin noch irgendwie finanziellen Verpflichtungen habe. Ganz im Gegenteil. Ich wohne sogar noch bei meinen Eltern, da die Absicht, weiter zu studieren, schon länger in mir schlummerte.

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AW: schwierige Entscheidung

Beitrag von Thandor erstellt am: 12. Mai 2014, 21:11 Uhr

dlutsche hat geschrieben:
Ich habe das Gefühl, dass das Studium - auch in Anbetracht all seiner Risiken - das Richtige für mich ist. Ein Gedankengang, der sich, wie mir hier bereits alle bestätigt haben, sämtlicher Rationalität entzieht.

Ich weiß nicht, was ich machen soll. Bin grad echt ziemlich am Ende und frage mich, wie ich mit dieser Einstellung noch weitere 40 Jahre bei der Polizei verbringen soll.

Ich glaube zwar weiterhin, daß es eher ein Kollegen als ein generelles Problem mit der Einengung des Geistes im gD ist, aber mittlerweile hast Du mich auch so weit, daß ich sagen würde: "Mach et Otze." So wird man ja auf Dauer depressiv. Ich wußte nach sechs Wochen Aushilfs- Industriearbeit mit Schmutz, Lärm und Prolls nach dem Abi auch, was ich nie will.

Aber beschwer dich hinterher nicht, wenn Du feststellst, was für studierte Mistkäfer es gibt und wie hart jeder Euro als freier Anwalt verdient sein will.

Vous l'avex voulu, George Dandin.

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Re: schwierige Entscheidung

Beitrag von Alexander erstellt am: 12. Mai 2014, 23:51 Uhr

dlutsche hat geschrieben:Darüber hinaus kann ich mir aus meinem vorangegangen FH Studium auch ein paar Kleinigkeiten wie Polizei- und Ordnungsrecht sowie z.T. Strafrecht anrechnen lassen, wobei ich mir natürlich bewusst bin, dass ich es im Examen trotzdem können muss!


Anrechnung ist möglich? Sehr praktisch.

Den Stoff wirst du sowieso noch ein paar Mal wiederkäuen dürfen, da führt kein Weg dran vorbei.
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Re: schwierige Entscheidung

Beitrag von alex2406 erstellt am: 13. Mai 2014, 23:20 Uhr

Alexander hat geschrieben:
Anrechnung ist möglich? Sehr praktisch.


Wo wir gerade beim Thema "Anrechnung" sind: ich hatte bei Studienbeginn auch eine abgeschlossene Laufbahnausbildung im gehobenen Dienst. Auf meinen Antrag hin hat mich das JPA deshalb von den studienbegleitenden Praktika freigestellt. Das solltest Du auf jeden Fall nutzen, da diese Praktika in 80% der Fälle purer Schwachsinn sind und genau wie der Schwerpunktbereich ein zusätzlicher "Knüppel" ist, den man zwischen die Beine geworfen bekommt. Die Praktika kosten Dich insgesamt 3 Monate Lernzeit. Und Lernzeit ist harte Währung ;). Ferner könnte ich mir wegen der Laufbahnausbildung 6 Monate Referendariat sparen, was ich aber nicht in Anspruch nehme - weil ich dann auch die Klausuren 6 Monate früher schreiben muss --> Lernzeit, harte Währung etc ;).
Und wenn Du es dann machst: sieh zu, dass Du den Fremdsprachenschein und diese ganzen Nebenkriegsschauplätze SOFORT beseitigst. Werde so schnell wie es geht scheinfrei und fang so schnell wie es geht an, Originalexamensklausuren zu schreiben. Guck Dir Deine Studien- und Prüfungsordnung an und prüf', ob man sich "totprüfen" kann. An einigen Fakultäten geht das noch nicht. Wenn man sich nicht totprüfen kann, nimm' immer alles an Klausuren mit, was möglich ist, um scheinfrei zu werden. Nicht dass Du Dir von der Scheinfreiheit irgendwas kaufen kannst - Du musst aber möglichst schnell möglichst viel Zeit für die richtige Examensvorbereitung gewinnen. Alles andere ist Nebensache und nur soweit wichtig, wie es zwingend erforderlich ist.

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Re: schwierige Entscheidung

Beitrag von JuFu erstellt am: 14. Mai 2014, 09:15 Uhr

^^ Also ich hab das Studium genossen und auch mal nach rechts und links geschaut, anstatt alles nur zu erschlagen und das ganze Studium mit Scheuklappe "Examen" rumzurennen. Würd ich auch jederzeit wieder so machen...die Studienjahre sind - wenn man es nicht übertreibt und 20 Semester bis zum 1. Examen braucht - mit die besten Jahre, die man m.E. auch auf allen Ebenen nutzen sollte: und nicht nur um im Schweinsgalopp das Examen vor Augen zu haben, sich nur darauf zu konzentrieren, aber sonst nichts groß mitzukriegen. Die Praktika fand ich im Übrigen auch ganz nett. Sie finden eh in den Semesterferien statt und wer lernt schon nach dem ersten/zweiten Semester für das Examen und derart extrem? Mir hat es da schon geholfen mal wo reinzuschnuppern und zu sehen, was ich definitiv nicht machen möchte beruflich. Und den SPB fand ich auch ganz interessant: man kann sich das Gebiet immerhin je nach Interesse frei wählen und etwas vertiefen; fand ich persönlich gut. Auch Auslandsaufenthalte etc. finde ich sinnvoll - sofern man die Möglichkeit (finanziell) dazu hat. Würd ich unbedingt nutzen. Aber jeder wie er möchte und wenn es nur darum geht, das Examen zu erschlagen, dann weiter das 2. Examen zu erschlagen: dann okay...ansonsten machen bei der Dauer der gesamten Ausbildung 1-2 Jahre mehr oder weniger den Kohl überhaupt nicht fett. :-P

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Re: schwierige Entscheidung

Beitrag von Alexander erstellt am: 14. Mai 2014, 12:44 Uhr

Es ist sicherlich richtig, dass die Examensnote das wichtigste Kriterium für spätere Chancen ist, egal ob es um Promotionsmöglichkeiten, einen Ref-Platz, Wunsch-Stationen im Referendariat oder später Job-Aussichten geht.

Aber wenn man wie der Threadstarter (auch) zur persönlichen Weiterentwicklung studieren möchte, lohnt es sich schon, auch die über die Examensvorbereitung hinausgehenden Möglichkeiten des Studiums zu nutzen. Vorträge, Seminare, Exkursionen, Sport, Sprachen, Ausland, viele neue Leute, Verhandlungssimulationen...
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Re: schwierige Entscheidung

Beitrag von dlutsche erstellt am: 16. Mai 2014, 08:41 Uhr

Bezüglich schnell schneinfrei werden:

Ich musste erst staunen - aber nach Rücksprache mit der juristischen Studienberatung wurde mir tatsächlich bestätigt, dass ich aufgrund des Bachelors der FHöV im Ö-Recht und Strafrecht bereits die erforderlichen Credit Points für die Zwischenprüfung habe. Ich muss "nur noch" Zivilrecht, die Hausarbeiten und die Grundlagenscheine bestehen.

Ich könnte also recht früh ins Rep gehen...

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