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Thema für meine Doktorarbeit - KRISE :(

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Thema für meine Doktorarbeit - KRISE :(

Beitrag von hg-na2607 erstellt am: 29. Jul 2016, 14:59 Uhr

Hallo,

kurz zu mir. Ich habe letzte Jahr im März mit der mündlichen Prüfung das Staatsexamen bestanden (Verbesserungsversuch) und den Schwerpunkt kurze Zeit später abgeschlossen. Da die Note insgesamt überraschend gut war, lebte der alte Wunsch, eine Doktorarbeit zu schreiben, wieder auf und ich schrieb meinen Schwerpunkt-Prof an um ihn zu frage, ob er generell Interesse hätte, eine solche zu betreuen. Ich entschied mich nach der unverbindlichen Zusage meines Profs dazu, das Referendariat nach hinten zu schrieben und mit der Themensuche für die Diss zu beginnen. Nebenher arbeitete ich bereits 3 Tage pro Woche als festangestellter Consultant bei PwC. Dies ist ein guter Job und das Geld finanziert mir das Dissertationsvorhaben.
Mittlerweile sind 1,5 Jahre vergangen und ich habe immer noch kein fixes Thema gefunden. Da ich einen Todesfall in der Kernfamilie hatte, war ich letztes Jahr wenig produktiv. Dann kam der Frust, dann die Versagens-Angst und jetzt sitze ich da und hab eine Motivations- und Ideenblockade.
Ich will nicht aufgeben und mir eingestehen, dass ich es nicht geschafft habe. Und ich zweifle noch nicht genug daran, um alles in den Eimer zu werfen und ins Ref zu gehen.

Habt ihr irgendwelche Tipps für mich, wo ich gute Themen finden kann bzw. wie ich da vorgehe? Ich bewege mich mit meinen Ideen aktuell im Eigentumsrecht / Entschädigungsrecht. Immer, wenn ich begeistert feststelle, eine interessante Fragestellung gefunden zu haben, hat sie bereits ein anderer vor Jahren sehr ergiebig beantwortet.

:( Ich mag nicht mehr...

Danke für eure Hilfe - egal welcher Art auch immer!

Nadja

hg-na2607

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Re: Thema für meine Doktorarbeit - KRISE :(

Beitrag von Bürzel erstellt am: 29. Jul 2016, 20:48 Uhr

Welches Ziel verfolgst Du denn eigentlich mit der Promotion?
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Re: Thema für meine Doktorarbeit - KRISE :(

Beitrag von Dream on erstellt am: 30. Jul 2016, 11:29 Uhr

Dass es zu dem Thema schon ne Diss gibt, ist ja kein Hinderungsgrund. Gerade wenn Du eine Gegenauffassung vertrittst, ist das sogar m. E. eher förderlich. Du kannst das Thema auch dahingehend abwandeln, dass Du die abstrakte Frage auf einen bestimmten Anwendungsfall - idealerweise aktuellen - beziehst.

Auf jeden Fall sollte Dich das Thema interessieren. Nimm kein Thema nur um der Diss Willen!!! Dann wird das Schreiben der Diss zur reinsten Qual!

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Re: Thema für meine Doktorarbeit - KRISE :(

Beitrag von kreativer username erstellt am: 30. Jul 2016, 12:00 Uhr

Hm, ich fürchte, ich habe nicht die Antwort für dich, die du hören willst, aber ich würde dir ehrlich gesagt eher zum "Abbruch" raten. Abbruch in Anführungszeichen, weil du nach 1,5 Jahren doch noch nichtmal richtig angefangen hast...

Ich selbst war da mit Sicherheit etwas privilegiert, da ich per Zufall über mein Thema gestolpert bin und sofort loslegen konnte, aber ich habe im Freundeskreis beobachtet, wie manche ganz schön schwimmen mussten, bis sie dann das richtige Thema hatten. 1,5 Jahre(!) finde ich einfach zu lang. Klar, du hast auch gearbeitet und der Todesfall tut mir natürlich leid, aber wenn du schon so lange brauchst, um ein Thema zu finden, und jetzt schon unter Frust und Versagensängsten leidest, wie viele Jahre willst du dann noch für die eigentliche Promotion aufwenden?

Sei mir bitte nicht böse, aber wenn jemand nach so langer Zeit (in der manche schon die ganze Arbeit fertig haben) immer noch kein Thema hat, sehe ich persönlich das immer als Zeichen, dass die Promotion einfach nicht das richtige für einen ist. Was ja auch völlig ok ist.

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Re: Thema für meine Doktorarbeit - KRISE :(

Beitrag von Alexander erstellt am: 30. Jul 2016, 14:55 Uhr

Was sagt denn dein Prof dazu?

Mein Doktorvater hat eine Liste mit Forschungsthemen, die er interessant findet, davon hätte ich auch eins nehmen können. Vielleicht hat dein Prof so zwas?

Wenn die Themen immer schon bearbeitet sind, suchst du vielleicht falsch. Es kann doch nicht sein, dass du in Zeitschriften und Kommentaren wühlst und die dort besprochenen Probleme gibt es alle nicht und keiner merkt's? Das kommt mir unwahrscheinlich vor.

Grundsätzlich spricht auch, wie Dream on schon schrieb, nichts dagegen, eine zweite Arbeit zu einem Thema zu schreiben. Allerdings sollte sie sich dann von der ersten irgendwie unterscheiden - neuer Zugriff, neue Entwicklungen, andere Meinung o. ä.

Grundsätzlich kenne ich mich in deinem Bereich nicht aus, kann dir aber noch den Tipp des historischen Zugriffs geben. Also vielleicht gibt es einen spektakulären Enteignungsfall für ein Großprojekt, dessen Akten inzwischen archiviert sind und den du dir anschauen kannst.
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Re: Thema für meine Doktorarbeit - KRISE :(

Beitrag von hg-na2607 erstellt am: 31. Jul 2016, 14:14 Uhr

Ich danke euch für die vielen und ehrlichen Antworten.

Ich möchte die Diss schreiben, weil ich das schon immer gerne wollte. Ich habe den Schwerpunkt schon so ausgewählt und die Veranstaltungen belegt, damit ich am Ende meinen Wunsch-Prof nach einer Betreuung fragen konnte.
Er meinte, dass mein Themenansatz interessant ist und ich in dieser Richtung weiter recherchieren soll. Ich sollte nur die grundsätzliche Bedeutung des Themas herausfinden und da hängt es dann: Interessiert dies die Wissenschaft wirklich?

Klar möchte ich ungern mein Thema hier öffentlich diskutieren. Um noch mehr Verunsicherung meinerseits zu vermeiden und evtl. auch, damit mir niemand das Thema "wegschnappt", sollte es sich doch als interessant und brauchbar herausstellen.

Und ja, 1,5 Jahre sind zu lang. Aber ich bin irgendwie noch nicht an dem Punkt, an dem ich sage: Ok es reicht. Noch nicht...

Ich werde es mir zu Herzen nehmen und mich trauen, ein evtl. meiner Meinung nach schon viel diskutiertes Thema doch noch mal von einer anderen Seite oder ausgehend von meinem anderen Aufhänger angehen...

Abbrechen werde ich, sollte mein dann erarbeitetes Exposé nicht "ankommen".

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Re: Thema für meine Doktorarbeit - KRISE :(

Beitrag von Alexander erstellt am: 31. Jul 2016, 20:34 Uhr

hg-na2607 hat geschrieben: Ich sollte nur die grundsätzliche Bedeutung des Themas herausfinden und da hängt es dann: Interessiert dies die Wissenschaft wirklich?


"Die Wissenschaft" besteht aus lauter Einzelpersonen. Wenn du promovierst, bist du eine davon.

Wichtiger als ob es die anderen interessiert ist, ob es DICH interessiert. DU bist die Person, die damit 1-3 Jahre verbringen muss. Die Wahrscheinlichkeit, dass hinterher nochmal jemand anderes die Diss liest, ist sowieso ziemlich gering. Und wenn, dann weil es ihn oder sie interessiert. ;)
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Re: Thema für meine Doktorarbeit - KRISE :(

Beitrag von Bürzel erstellt am: 1. Aug 2016, 11:10 Uhr

hg-na2607 hat geschrieben:Ich möchte die Diss schreiben, weil ich das schon immer gerne wollte.


Dann würde ich das Vorhaben ehrlich gesagt ein Stück nach hinten schieben und später ohne Druck daran weiter arbeiten. Es gibt schließlich auch Leute, die berufsbegleitend promovieren. Vielleicht kommt mit den neuen Erfahrungen ja auch ein neuer Ansatzpunkt.

Das ganze Leben für etwas auf HALT zu stellen, was man für den angestrebten beruflichen Weg nicht zwingend braucht und wo man gerade nicht besonders gut weiter kommt, halte ich für wenig sinnvoll.
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