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Würdet ihr nochmal Jura studieren ?

Für alle Topics, die nicht in die übrigen Rubriken zum Thema Jurastudium und Staatsexamen passen

Würdet ihr nochmal Jura studieren ?

Beitrag von Veritastisch erstellt am: 17. Sep 2016, 21:38 Uhr

Die Frage richtet sich auch an Studenten höherer Fachsemester.

Veritastisch

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Re: Würdet ihr nochmal Jura studieren ?

Beitrag von DieGeschworenen erstellt am: 18. Sep 2016, 11:31 Uhr

Definitiv NEIN :hammer:

Gäbe es eine Zeitmaschine, würde ich keine Sekunde zögern und zurückreisen um etwas anderes zu studieren :D
Being afraid doesn't accomplish anything!

DieGeschworenen

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Re: Würdet ihr nochmal Jura studieren ?

Beitrag von Alexander erstellt am: 18. Sep 2016, 12:18 Uhr

Ich bedauere meine Wahl nicht, aber wenn ich ein zweites und drittes Leben bekäme, würde ich im zweiten Psychologie studieren und im dritten eine Ingenieur-Fachrichtung.
Niemand hat das Recht zu gehorchen. - Arendt.
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Alexander

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Re: Würdet ihr nochmal Jura studieren ?

Beitrag von Mars-Maus erstellt am: 18. Sep 2016, 15:36 Uhr

Die Entscheidung würde ich ganz speziell an den eigenen Lebensumständen und den eigenen Voraussetzungen und Neigungen festmachen.

Es gibt Menschen, denen kann man uneingeschränkt zum Jurastudium raten, weil die dafür geschaffen sind und weil die persönlichen Bedingungen gut stehen. Es gibt eben sowas wie Veranlagung und wenn die zuschlägt, dann ist jemand in Jura am besten untergebracht, auch wenn das Fach vielleicht nicht grade nur das netteste ist.

In allen anderen Fällen ist - meiner Meinung nach - dieses Studium nicht die beste Option, weil es tatsächlich da draußen eine Vielzahl von Alternativen gibt, die derzeit in der Gesamtschau wesentlich attraktiver sind als eine juristische Laufbahn. Dort erreicht man tatsächlich mit geringerem Risiko und weniger Investionen oft mehr und in kürzer Zeit.

Ich würde - aus meiner Erfahrung heraus - nie ein Jurastudium als erste Ausbildung direkt nach dem Abi empfehlen, sondern als zweite Ausbildung nach Ausbildung oder Studium einer anderen Art. Die Erfahrung mit vielen Lebensläufen hat gezeigt, dass dies der sicherer Weg ist.

Es ist leider auch so, dass viele, die dann wirklich als Volljurist arbeiten, oft nicht glücklich damit sind. Ins Ausland zu gehen, ist - da gebunden an das deutsche Recht - mit einer Volljuristen-Laufbahn viel schwieriger als mit anderen Studiengängen. Ich habe von vielen, die letztlich als Volljurist angeheuert haben, gehört, dass ihnen der Job dann nicht gefallen hat. Das kann leicht zu einem langweiligen Job über Akten ausarten, die man nicht mehr sehen kann, aber die eben auf der anderen Seite sehr viel Stress machen können.

Man kann es sich wirklich einfacher machen. Egal, wie es läuft, auch wenn es sehr erfolgreich läuft, kriegen die Juristen - im Vergleich zu anderen Berufsgruppen - wenig zurück, für das, was sie reinpumpen. Wenn man alles überschlägt, dann sieht man, dass die Juristen sich sehr anstrengen müssen und im Grunde schlecht behandelt werden. Aber da soviele das nach wie vor machen, gibt's Juristen immer noch wie Sand am Meer. Die besonders qualifizierten und guten Juristen sind rar und gesucht, aber wer will garantieren, dass er am Ende der Ausbildung zu diesen gehören wird?

Die Masse der vorhanden Juristen macht, dass es ein relativ schwieriger Arbeitsmarkt ist. Da gibt's andere Studiengänge, wo man nicht so ein schlechtes Verhältnis zwischen Input und Output hat.

Wenn ich als Abiturient begabt wäre und auch andere Fächer in Frage kämen, würde ich mir was Besseres suchen als die Juristerei. Also ruhig mal schauen, was denn so alles an Fähigkeiten und Interessen da ist und nicht nach dem scheinbaren "Prestige" gehen.

Ich kenne einen sehr erfolgreichen Volljuristen, der sehr viel verdient hat und bei den besten Adressen beschäftigt war. Aber der hat im Urlaub bis zu 90 Mails am Tag bekommen und war irgendwann Mitte 50 dann in der Herz-Reha.

Es gibt echt viele Berufe und ich würde mich echt fragen: Muss es wirklich Jura sein und warum? Und ich würde mich fragen: Womit würde ich mich noch gerne beschäftigen und wie sieht meine private Planung aus. Wenn ich mit 20 schon weiß, dass ich Kinder möchte, dann muss man sich auch überlegen, in welchen Jobs kann ich gut Kinderbetreuung und Beruf vereinbaren. Ich kenne Frauen, die haben klipp und klar deswegen Lehramt studiert, weil die Kindersache für die das Wichtigste war. Das kriegt man relativ gut miteinander vereinbart. Also auch solche Gedanken sollte man bei der Studienentscheidung schon berücksichtigen. Wer später ins Ausland will, dem würde ich von Jura abraten, weil die Möglichkeiten da schon sehr eng sind.

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Re: Würdet ihr nochmal Jura studieren ?

Beitrag von Dream on erstellt am: 18. Sep 2016, 16:58 Uhr

Definitiv ja! Ich bin über kleine Umwege zu Jura gekommen und habe die Staatsexamen quasi "hinterher geschoben". Das war eine der besten Entscheidungen!

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Re: Würdet ihr nochmal Jura studieren ?

Beitrag von Slashx erstellt am: 18. Sep 2016, 19:11 Uhr

Würde auch in der Zeit zurückreisen und mir selbst für die Studienwahl in den Schritt treten..

Und noch eine "schöne" Statistik, die die Angaben von Mars-Maus zum juristischen Arbeitsmarkt bestätigt:

"48 Prozent der Unternehmen, die Juraabsolventen einstellen, setzen die Note "Vollbefriedigend" (9,00 bis 11,49 Punkte) voraus. Dies ist das Ergebnis der Hochschul-Recruiting-Studie, die in diesem Jahr erstmals Kanzleien berücksichtigt."

http://www.extremnews.com/nachrichten/v ... 5ead80fe46

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Re: Würdet ihr nochmal Jura studieren ?

Beitrag von Mars-Maus erstellt am: 18. Sep 2016, 19:23 Uhr

Wenn ich's heute rückgängig machen könnte, würde ich das sofort tun, und es keine Sekunde bereuen. Man kann sein Leben echt besser verbringen, als die besten Jahre seines Lebens mit diesen Examina zu belasten. Und hinterher geht's in der Regel noch viel arbeitsintensiver und stressiger zu. Also die meisten bleiben in der Tretmühle dann wirklich gefangen.

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Re: Würdet ihr nochmal Jura studieren ?

Beitrag von lawlaw erstellt am: 18. Sep 2016, 22:39 Uhr

Habe meinen Abschluß gemacht + Nebenqualifikationen und inzwischen schon so einige Berufserfahrung gesammelt. Ich schließe mich meinen Vorrednern ohne jede Vorbehalte an. Examen auf keinen Fall nochmal. Da kann ich nach 5 Jahren Lernen auch mit 100.000 € ins Casino gehen und alles auf rot setzen.

Da ich gern juristisch arbeite, würde ich aber, wenn ich die Zeitmaschine hätte, den Wirtschaftsjuristen an der FH machen und dann den LLM. Da hätte ich mir 90% des Stresses gespart, zwei gute Abschlüsse und könnte entspannt durchstarten, während meine Uni-Kollegen noch bei Mutti zuhause oder in der Bib sitzen und fürs erste Examen lernen.

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Re: Würdet ihr nochmal Jura studieren ?

Beitrag von Slashx erstellt am: 18. Sep 2016, 22:43 Uhr

Lawlaw, dann bräuchtest du aber nochmals eine Zeitmaschine, weil du mit dem Wirtschaftsjuristen erst recht Probleme hättest einen Job finden.

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Re: Würdet ihr nochmal Jura studieren ?

Beitrag von TobiasG erstellt am: 19. Sep 2016, 08:31 Uhr

Ja, jederzeit wieder, um mal einen uneingeschränkt positiven Beitrag zu geben.

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Re: Würdet ihr nochmal Jura studieren ?

Beitrag von Mars-Maus erstellt am: 19. Sep 2016, 10:26 Uhr

Na ja, die Wirtschaftsjuristen werden inzwischen mehr nachgefragt als früher. Insofern kann man nicht sagen, dass sich dieser Markt nicht weiterentwickeln wird.... Aber das ist Spekulation... Mir wäre es auch zu riskant, auf Wirtschftsjurist Fh zu setzen, wenn es daneben das 2 x Staatsexamen gibt.

Ich denke, man muss auch deutlich unterscheiden zwischen Jurastudium und dem Gesamtpaket. Mir hat's ab dem Ref keinen Spaß mehr gemacht. Man muss kucken, was man beruflich machen will. Mir hat Jura selbst gefallen, aber bei den späteren Jobs waren nur wenige dabei, die ich gewollt hätte. Z.B. wäre mein Ziel das Richteramt gewesen, wäre auch im Grunde möglich gewesen, aber als ich das dann live erlebt habe, habe ich das nicht als "schönen Beruf" empfunden, weil man hat nicht nur nette, interessante Fälle, sondern auch viel langweiliges Gedöns. Verwaltungsjurist ist ebenso recht langweilig. Und RAin wollte ich nicht sein, weil ich schlechte Augen habe, damit Kamikaze-Autofahrerin bin und mir die Reiserei zu den Gerichtsterminen gegraust hätte. Dann wird man entweder Top-Anwalt in der gehobenen Szene bei teueren law firms oder zumindest bei einer Boutique und muss für die Edel-Mandantschaft den Dienstleister machen oder als Feld-Wald-und-Wiesen-Anwalt sich mit unprofessionellen Allerweltsmandanten rumplagen. Dann bleibt noch die Wirtschaft als Arbeitgeber und evtl. Presse und noch ein paar spezielle Gebiete wie Banken und Versicherungen und Beratertätigkeit/Consulting.... Das, was man dann dort machen muss, wird man den Rest seiner Tage machen müssen und nicht nur die paar Jahre an der Uni und nicht nur die zwei Jahre Ref.

Natürlich macht man da auch wichtige Sachen und kann auch Menschen helfen oder schaden. Aber insgesamt muss ich sagen: Im Endeffekt gibt's nur wenige juristische Stellen, die mir später wirklich gut gefallen hätten und mir was gegeben hätten. Den Stress hat man immer. Ich kenne nur eine einzige Volljuristin, die gesagt hat, bei ihr wäre es locker. Der Rest jammert über zuviel, zuviel Stress, über langweilige Materie...

Wenn soviele fertige Volljuristen über ihren Job nicht wirklich glücklich sind, dann kann man sich schon mal fragen, ob es sich lohnt und ich sehe bei den Ärzten, dass es die untereinander viel netter angehen lassen. Das geht durch's Studium bis zum Ruhestand. Dort ist mehr Zusammenhalt, weniger Konkurrenzdenken, weil die einfach nicht in der Konkurrenzsituation sind. Die haben z.T. Seilschaften und Netzwerke, die auch im Notfall helfen. Sowas gibt's bei Juristen nicht. Außerdem verkümmert durch die einseitige Trimmerei auf's Examen die Persönlichkeitsentwicklung und die Allgemeinbildung. Das merkt man aber erst, wenn man Juristen in anderen Sparten packt und mal sieht, was andere so alles gelernt haben, wovon der Jurist keine Ahnung hat. Jura fördert daher weder die Gesundheit noch die Weiterentwicklung.

Ich würde das auch davon abhängig machen, wieviel Kohle im Hintergrund ist. Ich kenne eben genug Fälle, wo das mit den 2 Examina nicht gut gelaufen ist, in welcher Form ist erst mal egal. Wer dann auf Eltern oder Partner zurückgreifen konnte oder eigenes Vermögen z.B. von der Oma geerbt, der kann sich mehr erlauben. Aber eins ist klar:
Wenn man nicht gut abgesichert ist und es passiert im Studium was, dann ist man sozialrechtlich der Depp der Nation. Und genau unter der Voraussetzung würde ich dieses lange Studium mit den Risiken nie als Erstausbildung empfehlen.

Ich hab' früher auch vom Jurastudium geschwärmt. Das tue ich heute nicht mehr. Solange ich das System schön bedienen konnte, wie es forderte, war es nett zu mir. Als ich das aus persönlichen Gründen nicht mehr konnte, zeigte es seine sehr häßliche Seite. Daher würde ich nur mit Bedacht zu diesem Studium raten. Es ist im Grunde sehr einfach, verglichen mit anderen Fächern. Es gibt auch leichtere Berufswege. Jura würde ich so als mittelschwer einstufen, bei Weitem nicht als superschwer. Aber genau deshalb hat man ja den Salat. Es gibt zuviele Juristen, dadurch verfällt der Markt immer mehr und der Preis für durchschnittliche und unterdurchschnittliche Juristen ist in einem Bereich, der von vielen Berufsgruppen getopt werden kann bzw. wo zumindest gleichgezogen werden kann. Es ist ja nicht so, dass man anderswo nix verdient und die verdienen eben teilweise viel früher und dann z.T. noch mehr, sind früher abgesichert, fühlen sich wohler, weil sie besser aufgehoben sind. Und die Juristen werden immer nur angetrieben. Der letzte Satz ist das, was auf auf Jura absolut passt und das ist wirklich das Problem. Man muss in Jura Jahre kämpfen, um wirklich den satten Schnitt zu machen. Das muss man anderswo so nicht.

Mars-Maus

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Re: Würdet ihr nochmal Jura studieren ?

Beitrag von Der Lord erstellt am: 19. Sep 2016, 11:31 Uhr

Wer sich sein ganzes Leben lang vom BRD-Personal für dumm verkaufen lassen möchte sollte unbedingt Jura studieren.

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Re: Würdet ihr nochmal Jura studieren ?

Beitrag von lawer erstellt am: 19. Sep 2016, 13:06 Uhr

Mal eine Frage an alle die schon mit dem 2. Examen fertig sind. Mich würde einmal interessieren wie schnell die Leute aus eurer AG oder aus eurem Bekanntenkreis einen Job gefunden haben und wie viele Prozentual beim Staat, Großkanzleien, mittelständischen Kanzleien angefangen haben oder sich gar selbständig gemacht haben. Gerade im Bereich der mittelständischen Kanzleien würden mich auch Erfahrungswerte darüber interessieren, ob diese mittlerweile den Schwerpunkt anerkennen und die Gesamtnote beachten oder lediglich auf die Note der staatlichen Pflichtfachprüfung abstellen. Die meisten Beiträge dazu beschränken sich leider nur auf Mutmaßungen. Ich befinde mich noch mitten im Studium und wirklich handfeste Erfahrungswerte bekommt man nur selten. Daher wäre ich über Informationen von Leuten dankbar die in der Bewerbungsphase stecken oder diese schon hinter sich haben. Übrigens guter Beitrag Tobias. Während sich die meisten bei diesem Thema auf Schwarzmalerei beschränken, sind Beiträge wie deiner um einiges Nützlicher.

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Re: Würdet ihr nochmal Jura studieren ?

Beitrag von Mars-Maus erstellt am: 19. Sep 2016, 14:29 Uhr

Um Schwarzmalerei geht's sicher nicht. Es ist ja auch ein Unterschied, ob jemand einem eine solche Fragestellung hinlegt, der noch nicht im Studium ist oder jemand fragt, der schon drin ist.

Zu Beantwortung in Bezug auf staatlichen Teil und Schwerpunkt der Uni kann ich nichts sagen. Aber wenn Dich Stellen interessieren, dann kannst Du doch dort direkt schon heute fragen/recherchieren, worauf sie kucken. Dann weißt Du es zumindest aus direkter Quelle.

Zum anderen Thema: Es war unterschiedlich lange, bis die Leute beruflich unter der Haube waren. Hängt natürlich auch davon ab, was sie selbst wollten und wie sehr sie sich dahinter gehängt haben. Die Arbeitsagenturen haben bei den Leuten, die ich noch kannte, keinen großen Druck gemacht. Rest unbekannt.

Die Guten waren schnell versorgt. Mittelprächtige auch. Bei denen, die ein schlechteres Examen hatten, dauerte es etwas länger. Über ein Jahr war der längste Zeitraum. Leute, die nur das 1. Examen hatten, das 2. Examen nicht erhielten, wenn sie sich bemühten ebenfalls Jobangebote. Diese waren noch nicht der Knaller, hätten aber zum Einstieg in eine Branche und dann zum weiteren Aufbau der Karriere funktioniert.

Mir sind aus der letzten AG bekannt:
2 Richterstellen
7 Anwälte (High class, mittlere Position, Feld-Wald-Wiese, alles dabei)
1 Finanzverwaltung höherer Dienst
1 Rentenversicherung höherer Dienst
1 Juristin Verband
2 Forschungseinrichtung - vermutlich höherer Dienst (?)
1 Staatsanwalt
1 Unternehmen
1 Kirchenverwaltung
1 macht gar kein Jura mehr, trotz prima Noten

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Re: Würdet ihr nochmal Jura studieren ?

Beitrag von TobiasG erstellt am: 19. Sep 2016, 15:12 Uhr

lawer hat geschrieben:Mal eine Frage an alle die schon mit dem 2. Examen fertig sind. Mich würde einmal interessieren wie schnell die Leute aus eurer AG oder aus eurem Bekanntenkreis einen Job gefunden haben und wie viele Prozentual beim Staat, Großkanzleien, mittelständischen Kanzleien angefangen haben oder sich gar selbständig gemacht haben. Gerade im Bereich der mittelständischen Kanzleien würden mich auch Erfahrungswerte darüber interessieren, ob diese mittlerweile den Schwerpunkt anerkennen und die Gesamtnote beachten oder lediglich auf die Note der staatlichen Pflichtfachprüfung abstellen. Die meisten Beiträge dazu beschränken sich leider nur auf Mutmaßungen. Ich befinde mich noch mitten im Studium und wirklich handfeste Erfahrungswerte bekommt man nur selten. Daher wäre ich über Informationen von Leuten dankbar die in der Bewerbungsphase stecken oder diese schon hinter sich haben. Übrigens guter Beitrag Tobias. Während sich die meisten bei diesem Thema auf Schwarzmalerei beschränken, sind Beiträge wie deiner um einiges Nützlicher.


Also nur mal so eine grobe Schätzung in Prozentzahlen:

15-20% Justiz
15-20% sonstiger Staats-/Öffentlicher Dienst (Finanzamt, Ministerium, Landratsamt, JVA usw.)
6-7 % Selbstständig
4-5 % Großkanzlei oder Boutique
Rest: kleine bis mittelständische Kanzleien (3-50 Anwälte)

Ob wer direkt in ein Unternehmen oder so eingestiegen ist, weiß ich nicht.

Fast alle, die das wollten (die sich also nicht z.B. freigenommen haben, um für den Verbesserungsversuch zu lernen oder so was), sind innerhalb von 2-4 Monaten untergekommen.

Der Schwerpunkt wird meines Erachtens von fast keiner Kanzlei (Ausnahme wohl manche GKen) "rausgerechnet". Allenfalls bei großen Abweichungen dürfte das noch thematisiert werden (Staatsteil ausreichend, Schwerpunkt Rechtsgeschichte 16 Punkte). Früher war es ja auch nicht anders, es gab auch ein Wahlfach (mit Klausur) oder es wurde eine Examenshausarbeit geschrieben oder es flossen sogar die Stationsnoten mit in das Examen ein ("Mogelfaktoren" gab es also schon immer). Allerdings zählt (zumindest in Bayern) für den Berufseinstieg ja ohnehin fast nur noch das Zweite, so dass sich die "Rechnerei" beim Schwerpunkt ziemlich relativiert.

TobiasG

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