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Jura, Examen, Ausbildung & Co

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Mit 24 ReWi beginnen

Für alle Topics, die nicht in die übrigen Rubriken zum Thema Jurastudium und Staatsexamen passen

Mit 24 ReWi beginnen

Beitrag von PeterStrolch erstellt am: 19. Okt 2016, 22:24 Uhr

Hallo,

ich habe meinen Bachelor in Wirtschafts- und Rechtswissenschaften gemacht, und sitze nun etwas frustriert in der Master-Ausbildung (3. Semester). Ich habe zwar etwas Kenntnisse durch einzelne Vorlesungen und Seminare z.B. im BGB Allgemeiner Teil, Schuld-, Sachen-, Arbeits-, Steuer- oder Europarecht, aber wirklich glücklich bin ich damit nicht (mehr). Prozess- und Strafrecht hatte ich bislang so gut wie gar nicht, habe mich aber stellenweise darin auch schon selbst eingearbeitet (ihr lest meine Verzweiflung :D)...

Jetzt zum Knackpunkt: Wenn ich mit dem ReWi-Studium beginne, bin ich Anfang 24 (!!), also mit 28/29 gerade mal mit dem ersten StEx durch. Wie schon erwähnt, habe ich ein paar wenige Vorkenntnisse, auch was die Methodenlehre und das Schreiben von jur. Hausarbeiten angeht.

Mit meinem jetzigen Bachelor- und baldigen Masterabschluss wäre ich später im Job (möchte gerne in eine Gewerkschaft) auf ewig nur 2. Klasse, eben hinter den "reinen" Juristen, oder?

Ich denke mir halt, jetzt oder nie.

Kurzum, bin ich zu alt? Und vor allem, was würdet ihr tun?

Vielen Dank schonmal für eure Hilfe!

PeterStrolch

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Beitrag von Väinämöinen erstellt am: 20. Okt 2016, 06:31 Uhr

ロマン hat geschrieben:...auch schon alt, einfach hardcore alt bist.

An deiner Stelle wäre es ratsam, irgendwo als Quereinsteiger anzufangen. Aber das große Jura-Leben nach dem Vorbild von Harvey Specter kannst du an den Nagel hängen.


Was käme denn da in Betrcht? Ich hätte jetzt direkt Rente vorgeschlagen. Wer nur noch ca. 45 Berufsjahre vor sich hat, kann ja auch fast abschlagfrei Rente kriegen.

Ich würde auch gleich ins Pflegeheim ziehen. Besser etwas zu früh als etwas zu spät.

Väinämöinen

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Beitrag von Kirsche86 erstellt am: 20. Okt 2016, 13:59 Uhr

Nein du bist nicht zu alt. Ist doch völliger Quatsch was hier geschrieben wird. Wenn dus durchziehst bist du mit Anfang 30 mal allem durch. Das schaffen viele nicht mal, wenn sie direkt nach dem Abi starten.
Wenn du Bock drauf hast - dann los!!

Kirsche86

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Re: Mit 24 ReWi beginnen

Beitrag von Austa erstellt am: 20. Okt 2016, 16:14 Uhr

Wenn du dir sicher bist, dann mach es. Mit nem Bachelor- und Master-Abschluss bist du immer nur der kleine Jurist und wirst nicht für voll genommen. Gerade im juristischen Bereich braucht man zwei Staatsexamen. Du solltest dann aber von Anfang an Gas geben und ordentlich lernen. Zudem sind Praktika und außeruniversitäres Engagement wichtig. Da du ja etwas älter einsteigst, musst du diesen Makel durch andere positive Aspekte ausgleichen.

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Re: Mit 24 ReWi beginnen

Beitrag von LukasPodolski erstellt am: 20. Okt 2016, 20:54 Uhr

Ach Quatsch. Viele machen doch nach dem Abi eine Ausbildung und sind dann auch 22 bei Studienbeginn. Wenns dich wirklich interessiert, dann machs, aber ich persönlich würde es nicht nochmal machen und viele andere sicher auch nicht...

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Re: Mit 24 ReWi beginnen

Beitrag von PeterStrolch erstellt am: 20. Okt 2016, 23:57 Uhr

Hey, danke für die motivierenden aber auch die sarkastischen Beiträge. Die harsche Kritik ist, denke ich, schon auch angebracht. Bei Praktika und im Studium durfte ich auch einige solcher „Überflieger“ erleben, aber was deren i.d.R. fehlgeleiteten Ehrgeiz und ihre materialistische Lebenseinstellung angeht, kann ich – fachunabhängig – ohnehin nicht mithalten…

Um meinen Seelenfrieden mit der Sache zu finden und da die angestrebte Uni nur rund eine dreiviertel Stunde Zugfahrt entfernt liegt, werde ich mich kommende Woche in ein paar Einführungsveranstaltungen setzen und versuchen mit ein paar Studierenden von dort zu reden.
@Austa: Ich arbeite nebenher 15h/Woche in einer Buchhaltung, bin am Rechtslehrstuhl als Hilfskraft angestellt, gewerkschaftlich engagiert und auch sonst noch ehrenamtlich unterwegs. Vielmehr geht da bei mir auch nicht mehr…
Wie ist das bei euch? Hat das Studium eure ganz Zeit in Anspruch genommen oder konntet/musstet ihr nebenjoben?

Btw, alternativ bin ich auf der Suche nach einem Trainee-Programm, um in ein paar Jahren die Steuerberaterprüfung anstreben zu können.

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Re: Mit 24 ReWi beginnen

Beitrag von Anne_Boleyn erstellt am: 21. Okt 2016, 06:49 Uhr

Ich hab mit 23 Jahren angefangen Jura zu studieren, weil ich vorher noch was anderes fachfremdes studiert habe. Ich hatte also keine Vorkenntnisse. Ich hab mich einfach von Anfang an richtig reingehängt und kontinuierlich gelernt. Nach 7 Semestern habe ich dann den Freischuss geschrieben, damit ich mich fürs Ref bewerben konnte. Kurz vorm Ref hab ich dann den Verbesserungsversuch geschrieben (mündliche Prüfung war dann während dem Ref). Damit hab ich viel Zeit wieder aufgeholt.
Aber selbst wenn du jetzt 9 Semester studierst, bist du immer noch nicht zu alt. Und du hast ja Vorkenntnisse, was dir einiges erleichtern wird.
Ich würde es immer wieder so machen.

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Re: Mit 24 ReWi beginnen

Beitrag von Austa erstellt am: 21. Okt 2016, 09:11 Uhr

Ich habe auch nebenbei gearbeitet und war sozial engagiert. Zeitlich ist das alles machbar. Man muss halt nur effektiv sein. Ich kenne genügend Leute, die 12 Stunden am Tag in der Bib waren. Aber meisten hat man sie draußen einen Kaffee trinken oder eine rauchen sehen. Effektiv sind da bestimmt nicht viele Stunden Lernzeit rumgekommen. Beim Nebenjob sollte es etwas fachliches sein. Buchhaltung ist schonmal gut. Vielleicht kannst du nach ein paar Semestern ja zu einer größeren Kanzlei wechseln.

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Re: Mit 24 ReWi beginnen

Beitrag von Mars-Maus erstellt am: 21. Okt 2016, 11:57 Uhr

Ist zwar eine ungeschickte Wahl, die Du mit Wirtschaftsjura (FH) getroffen. Aber das war - als Du angefangen hast - sicher nicht klar, dass es so laufen würde.

Zu alt bist Du denfinitiv für keinen der Wege, die Dir so vorschweben. Geht alles, fraglich ist nur, welcher Weg für Dich der beste sein wird.

Daher mal eine andere Frage:
Wo willst Du beruflich am Ende hin? Du hast ja schon Einblick in die juristische Szene, zumindest im Zivilrecht und in andere Rechtsgebiete auch ein wenig.

Welchen Beruf willst Du ausüben bzw. welche Sparten würden Dich als Endziel interessieren? Das ist erst mal die Kernfrage und nicht das Alter.

Mit 24 ist heute keiner zu alt für irgendwas. Das Rentenalter ist jetzt bei 67 und es ist zu erwarten, dass es nochmals angehoben wird. Dh, Du hast Minimum 45 Arbeitsjahre vor Dir.

Ein Einstieg mit 30 ist ganz normal, insbesondere dann, wenn das Jurastudium die zweite Ausbildung ist.

Was ich allerdings bei Dir als großen Hemmschuhe sehe, ist Deine Panik und Deine negative Denke. Wenn Du das nicht schnell ablegst, wirst Du in Jura erhebliche Probleme kriegen, weil dort ist an jeder Stelle eine Sache, woran man sich aufhängen könnte, die einem Sorgen machen könnte und die Überflieger-Konkurrenz und die vielen Fleißigen und Ehrgeizigen können einem ganz schön zusetzen.

Du musst Dir überlegen, ob Du in diesem Zirkus klarkommst und ob Du cool genug bist, in diesem Haifischbecken ein Leben lang klarzukommen?

Wenn man es geschickt anstellt und alles nutzt, was geht, dann kann man Jura schnell durchziehen. Gut ist, wenn man einen Lotsen hat, der die ganzen Tricks und die Prüfungsordnung kennt. Es soll ja Leute geben, die mit Ausnahmegenehmingung auch schon früher Examen gemacht haben. Dazu kannst Du vielleicht doch was anrechnen lassen, das sind alles Dinge, die man recherchieren muss.... Es gibt einige Dinge, die man falsch oder richtig machen kann, um ein Studium flott abzuhacken oder das nicht zu schaffen.

Aber wenn Du eh in die Steuer willst, dann kannst Du das auf dem direkten Einstieg versuchen oder wenn, dann würde ich eher einen Bachelor in BWL empfehlen mit Schwerpunkt Steuern und Rechnungswesen und dann den Steuerberater.

Die Frage ist einfach:Wo willst Du denn endgültig hin oder weißt Du das einfach noch nicht?

Außerdem ist der Steuer-Markt recht eng und in Jura ist die Auswahl größer. Aber mit einem Bachelor in BWL hättest Du auch die anderen BWL-Sparten offen, z.B. Marketing, z.B. Controlling etca. pp. Für einen Bachelor in BWL braucht man 3 Jahre und abhängig davon, was für einen Bachelor Du machst, kannst Du gut international arbeiten. Vielleicht willste ja mal gerne nicht in Deutschland arbeiten und nicht an den spießigen Mief hier gebunden bleiben. Mit BWL-Studium geht das, mit Jura ist es schwierig. Es gibt Leute, wo das geht, aber die haben idR im Ausland auch einen Master oder Bar-Examen gemacht.

Willst Du in die Wirtschaftsprüfung, dann kannst Du Dich mit dem Wirtschaftsjuristen direkt bei den Wirtschaftsprüfergesellschaften bewerben und dort direkt einsteigen, vorausgesetzt, Dein Abschluß ist überdurchschnittlich.

Du kannst versuchen, Dich zu bewerben und dann sondieren, ob Du ein passendes Angebot hast und/oder ein neues Studium aufnehmen. Dann probier's ein Jahr aus und dann wirst Du erst weitere Entscheidungen treffen. DAS ist viel vernünftiger, so vorzugehen als das, was bisher hier geschrieben wurde. Es gibt eben nicht nur Schwarz und Weis, sondern ganz viele Nuancen dazwischen, an die viele User immer nicht denken, weil sie nur die juristische Szene kennen.

Fraglich ist, wie Du finanziert bist. Du schreibst ja, dass Du nebenher arbeiten gehst. Das ist ok, denk' aber einfach dran, dass Du nicht mehr lange familienversichert krankenversichert sein kannst und dann werden Beiträge fällig, die ins Geld gehen.

Du kannst auf alle Fälle, wenn Du Richtung Steuern gehen willst, versuchen, direkt einzusteigen, verdienst Dein Geld, sammelst Berufserfahrung und bist sozialversicherungsrechtlich versorgt. Das sind alles Vorteile, die Jahre und Jahrzehnte später zu Buche schlagen können und werden.

Du hast etliche Kombinationsmöglichkeiten und Optionen, wie Du weitermachen willst. Das ist ziemlich cool. Betrachte es mal von der Seite, statt die Wände rauf und runter zu gehen, weil Du 24 (!!!!) bist. 24 ist sehr, sehr jung. Und ein paar Jahre früher oder später Studium absolviert, ist echt egal, wenn die Vita insgesamt stimmt. Selbstvermarktung ist das Zauberwort. Wenn man Angst hat, weil ein paar Leute den perfektesten Lebenslauf der Welt haben und sich davon schon verschrecken lässt, dann ist man für Jura zu weich.

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Re: Mit 24 ReWi beginnen

Beitrag von PeterStrolch erstellt am: 21. Okt 2016, 14:03 Uhr

Wie schon oben geschrieben, möchte ich gerne in eine Gewerkschaft oder eine ihr nahe Einrichtung, meinen Schwerpunkt also auf das (Kollektiv-)arbeitsrecht legen - und genau das bietet mir auch diese Uni. Kontakte dahin für und durch Praktika habe ich schon. Mich dort als Quereinsteiger reinzuarbeiten und weiterzubilden ist zwar möglich, aber die Grenzen nach oben sind halt wesentlich begrenzter als die eines Volljuristen. Habe eben seit längerem das unangenehme Gefühl, später zu bereuen, es jetzt nicht gemacht zu haben.

Der Steuerberater als zweite Option wäre nur deshalb interessant, weil er der Stellung eines Volljuristen am nächsten kommt und es dafür gute Angebote und Aufstiegsmöglichkeiten (Selbständigkeit) gibt. Allerdings habe ich schlicht keine Lust auf Trainee-Assessment-Center und dergleichen, in denen man den Leuten mit seinen „Softskills“ und opportunistischem Gehabe ins gedehnte Hinterstübchen kriechen muss.

Wo könnte ich denn als Quereinsteiger in Richtung Steuern anfangen? Behörden bilden ihre Leute ja extra aus und dann bleiben nur noch Wirtschaftsberatungen? Für ein BWL-Studium fehlt mir einfach die Motivation, auch wenn du es mir gerade etwas schmackhafter gemacht hast :)

Finanziell bin ich schon recht gut aufgestellt und bin sicher, damit durch ein weiteres Studium zu kommen. Charakterlich gefestigt bin ich auch, sodass mir das „Haifischbecken“ keine Sorgen bereitet.

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Re: Mit 24 ReWi beginnen

Beitrag von Slashx erstellt am: 21. Okt 2016, 18:45 Uhr

Man, ich habe mich schon gewundert, dass Mars-Maus sich bislang noch nicht eingeschaltet hat ;-)

Ich halte das Alter für zweitrangig, solange die Noten in Staatsexamen stimmen. Wenn du also davon ausgehst ein doppel-vb zu schaffen, kannst du bedenkenlos loslegen mit dem Studium.

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Re: Mit 24 ReWi beginnen

Beitrag von Mars-Maus erstellt am: 23. Okt 2016, 19:55 Uhr

Slashx hat geschrieben:Man, ich habe mich schon gewundert, dass Mars-Maus sich bislang noch nicht eingeschaltet hat ;-)


Oh, hat man mich vermisst?!? Das ist ja süüüüüß. :D

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Re: Mit 24 ReWi beginnen

Beitrag von Mars-Maus erstellt am: 23. Okt 2016, 20:15 Uhr

PeterStrolch hat geschrieben:Wie schon oben geschrieben, möchte ich gerne in eine Gewerkschaft oder eine ihr nahe Einrichtung, meinen Schwerpunkt also auf das (Kollektiv-)arbeitsrecht legen - und genau das bietet mir auch diese Uni. Kontakte dahin für und durch Praktika habe ich schon. Mich dort als Quereinsteiger reinzuarbeiten und weiterzubilden ist zwar möglich, aber die Grenzen nach oben sind halt wesentlich begrenzter als die eines Volljuristen.


Das Ding mit der Gewerkschaft gefällt mir nicht. Das würde ich nicht machen. Gewerkschaften sind ein kritischer Arbeitgeber. Ich kann Dir keine grundsätzliche Einschätzung dazu geben, weil ich nur einen Einzelfall dazu kenne, aber der hat's in sich. Es ging um eine wesentlich niedrigere Postion als Jurist, aber eine Person hatte bei einer Gewerkschaft gearbeitet, einmalige Sache für ein paar Jahre und war Schöffe beim Arbeitsgericht auf AN-Seite. Die Person hat die Stelle bei der Gewerkschaft verloren, war betriebsbedingt und hatte an sich sonst einen Lebenslauf, der total ok war. Die Person hat dann fast 2000 Bewerbungen geschrieben und hat danach aufgehört zu zählen. Die Gewerkschaft im Lebenslauf hat sie zum roten Tuch für AG gemacht. Das war bei ihr ein KO-Kriterium. Das ist ein Einzelfall, von dem ich nicht weiß, ob er verallgemeinerungsfähig ist, aber ist ein Warnschuss. AG mögen keine gewerkschaftsorientierten Menschen. Da Du nicht weißt, was Du später mal machen wirst, ob sich was ändert, ob Du irgendwo privat gebunden bist an eine Stadt oder oder... Würde ich Dir keinen Einstieg als Wirtschaftjurist (FH) bei einer Gewerkschaft empfehlen, sondern nur als Volljurist, weil Du damit viel unabhängiger bist. Als Wirtschaftsjurist (FH) bist Du auf AG aus der Wirtschaft massiv angewiesen, wenn es mit der Gewerkschaft als AG aus welchen Gründen auch immer nicht (mehr) klappt. Dann kann es ein Problem werden, wenn Du bei einer Gewerkschaft warst. Das mögen die nicht, weil die Gewerkschaft der natürliche Feind der AG ist. Die haben sicher nicht überall die gleiche Haltung dazu, aber die könnten sich gewaltig daran stören. Dieses Risiko würde ich an Deiner Stelle nicht eingehen. Du kannst Dir die Kontakte natürlich warmhalten versuchen, aber an Deiner Stelle würde ich mir das gut überlegen, dort jetzt so einzusteigen.

PeterStrolch hat geschrieben:Habe eben seit längerem das unangenehme Gefühl, später zu bereuen, es jetzt nicht gemacht zu haben.

Da Du das heute so schon empfindest, würde ich Dir raten, es zumindest auszuprobieren. Du hast Bock drauf. Du kennst Jura schon, von daher kann man sicher sein, dass Du es Dir nicht in ein paar Wochen anders überlegst und denkst, wie öde, bloß weg da. Finanziell kannst Du es Dir erlauben und es macht Sinn im Lebenslauf. Außerdem scheinst Du generell der Typ für Jura und das Umfeld zu sein, also spricht eigentlich gar nichts dagegen. Gibt's was, was dagegen spricht? 24 ist kein Argument, aber gar keins.



Der Steuerberater als zweite Option wäre nur deshalb interessant, weil er der Stellung eines Volljuristen am nächsten kommt und es dafür gute Angebote und Aufstiegsmöglichkeiten (Selbständigkeit) gibt. .


Wenn das der einzige Grund ist, dann ist es nur Plan B. Dann würde ich das Jurastudium anstreben. Weil mit dem Jurastudium kannst ja auch zum Steuerberater kommen. Der kostet allerdings auch 10.000 Euronen und es fallen 50 % durch. Fraglich ist allerdings dann auch, wieso die durchfallen.

Wo könnte ich denn als Quereinsteiger in Richtung Steuern anfangen? Behörden bilden ihre Leute ja extra aus und dann bleiben nur noch Wirtschaftsberatungen?


Steuerkanzleien, Steuerberater, Unternehmensberatungen evtl., Unternehmen. Ob die Finanzverwaltung an Wirtschaftsjuristen Interesse hat, kann ich Dir nicht sagen. Ich weiß nur, dass für den höheren Dienst Volljuristen genommen werden. Aber ansonsten keine Info dazu bei mir vorhanden. Aber vielleicht kann es Dir jemand anders beantworten. Vielleicht kommt ja noch was. Du kannst auch einfach mal da anfragen. Wer nicht fragt, bleibt dumm. Du kannst auch durchaus bei interessanten AGern mal anfragen, ob eine Initiativbewerbung gewünscht wäre. Einfach so eine hinschreiben würde ich nicht. Wichtig ist, vorher immer Kontakt herstellen und dann erst Bewerbung.

Finanziell bin ich schon recht gut aufgestellt und bin sicher, damit durch ein weiteres Studium zu kommen. Charakterlich gefestigt bin ich auch, sodass mir das „Haifischbecken“ keine Sorgen bereitet.


Dann würde ich es einfach tun. :mrgreen: Aber halt auch generell: Geld ist schnell weg. Berechne das, was Du einsetzt, auch ein. Du hast ja BWL gehabt und verstehst sicher, dass man ökonomisch denken tut, wenn man das mal gelernt hat.

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Re: Mit 24 ReWi beginnen

Beitrag von Mars-Maus erstellt am: 23. Okt 2016, 20:23 Uhr

PeterStrolch hat geschrieben:aber die Grenzen nach oben sind halt wesentlich begrenzter als die eines Volljuristen.


Genau. Und außerdem sind sie halt einfach nicht zeichnungsberechtigt und nicht vertretungsberechtigt ab LG.

Grade im Arbeitsrecht wollen die idR Volljuristen, weil das Prozessrecht eben grade dort eine große Rolle spielt.

An Deiner Stelle würde ich das Jurastudium starten, wenn ich bisher im Bachelor- und Masterstudium gut zurechtgekommen wäre.

Und zu den ACs... Du hast immer irgendwo einen Chef und wenn's nur Chef Sachzwang ist bzw. Mandantschaft. Sagen wir's mal so, Herr PeterStrolch, Du bist ein cleverer Typ, der weiß, wie der Hase läuft, der netzwerken kann, der die Füße auf'm Boden hat, der sogar sozial und softskillsmäßig prima schwimmen kann und es geblickt hat, wovor solltest Du in einem AC denn Angst haben? Ich denke, wenn Du in einem AC dabei wärst, dann würdest Du das wunderbar hinkriegen und wenn einem Schleimen zu ekelig ist, dann hilft einfach rhetorisches Geschick, Diplomatie und Integrität. Und wenn Du das alles aufbieten kannst und die Dich dort nicht wollten, dann bist Du eh zu schade für die. ;-) Wenn Du keine Lust drauf hast, was ja verständlich ist, ist ok. Aber Du brauchst Dich davor sicher nicht zu fürchten. Ich würde es mal so sagen: Wenn die ein AC machen, suchen die eigentlich nach Leuten wie Dir. Dafür ist das AC regelmäßig da. Es gibt ja auch Berufe und Jobs, wo man kein AC davor setzt. Das hat einen Grund.

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Re: Mit 24 ReWi beginnen

Beitrag von Mars-Maus erstellt am: 23. Okt 2016, 20:32 Uhr

Was machst Du eigentlich in der Buchhaltung genau?

Das hatte ich vergessen zu fragen.

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