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Verkaufe Examenslösungen - nur leichte Gebrauchsspuren

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Verkaufe Examenslösungen - nur leichte Gebrauchsspuren

Beitrag von Culpain Contrahendos erstellt am: 24. Dez 2016, 04:08 Uhr

Ja ich bin zurück und ich bereue nichts. Heute würde ich zwar anders reagieren, aber kaum einer kann sich vorstellen, wie es sich anfühlt, jeden Tag Schmerzmittel in sich reinpumpen zu müssen, damit man mittags wenigstens zum Lernen sitzen kann.

Das rechtfertigt alles nicht die Dummheit, die ich begangen habe. Was ich nur wirklich bereut habe, ist, dass ich sehr gute Freunde aus Scham belogen habe. Jetzt kann ich damit umgehen. Trotz mittlerweile 3 Bandscheibenvorfällen stehe ich immer wieder auf und ich bin echt härter geworden, was aber vielb an meiner superniedlichen Tochter und an meiner tollen Frau liegt.

{kurzer Abschweifer: Ich heute zu meiner Tochter Leni: Was guckste denn immer so zur Terassentür, der Weihnachtsmann kommt erst morgen, wenn es dunkel wird. - Und jetzt kommt die glasklare Kinderlogik: Taps, Taps, Taps und mal ganz schnell das Licht im Wohnzimmer ausgemacht. Ich: Leni, was soll der Mist? Leni: Weinamann, Licht weg, komm!

Um den Faden aufzugreifen: Keiner kann sich vorstellen wie sich ADHS anfühlt, wenn es einem jeden Tag die Filter lahmlegt und alle Reize auf einmal einströmen.

Ich will kein Mitleid. Ich lass mir lieber die Rosettenhaare grün färben als mich beweinen zu lassen. Ich scheiß auf jeden Moraldünnschiss, ich muss nicht bereuen, denn ich habe alles verloren. ich werde nie wieder als Jurist arbeiten...aber das ist nicht der Grund, warum ich ich mich hier melde: Ich hab gleichzeitig alles gewonnen - ich bin so glücklich in meinem Beruf als Programmierer, wie ich es niemals während meiner juristischen Karriere gewesen wäre.

Und das ist keine Trotzreaktion, Programmieren war schon immer meine Passion, echte Freund, wie Ypsilon, wissen das.

Vor kurzem hat mir eine sehr gute Freundin ihr Leid darüber geklagt, dass es extrem schwer wäre ,momentan einen Job zu finden. Weil ich sie sehr gerne mag, hat es mir wirklich leid getan. Wäre es jemand anderes gewesen, hätte ich vermutlich schelmisch grinsen müssen und innerlich getanzt, über das Glück, mir den Job aussuchen zu können.

Ich gehöre zwar zum erlesenen Kreis der überdurchschnittlich Begabten, gleichwohl bringt mir das Alter immer mehr Gedächtnislöcher. Insbesondere kann ich mich nicht mehr so gut daran erinnern, wie denn dieser Mensch, der die Lösungen verkauft hat, in der Justiz eine so hohe Position hat ergattern können...aber darüber redet ja keiner. Ich gebe ihm nur wenig Schuld - der brauchte das Geld

Mein ehemaliger Boxlehrer hat immer gesagt, man könne ruhig hinfallen, man müsse nur einmal mehr aufstehen als unten ist. Daran habe ich mich gehalten. Und das immer und immer wieder und darauf bin ich verdammt stolz.

Trotz der ganzen Irrungen und Wirrungen habe ich schon einige sehr komplexe Anwendungen entwickelt und bin irrsinnig froh, endlich meinen Traumberuf gefunden zu haben. Und das meine ich wirklich ernst.

Also, wenn hier einer gerade die Lösung von der Klausur Nr. 3 für den kommenden Durchgang hat (es kommt südchinesisches Bambusrohrentsorgungsrecht dran: Aijaijamus, Ajajamm, nimm den ganzen Bambus und fahr Tram.§

Eine Anekdote noch am Schluss: Als mich mein zukünftiger Chef fragte, warum ich denn der Juristerei den Rücken gekehrt hätte, habe ich in kurzen Sätzen die Wahrheit in schwammigen Konturen halbgewahrheitet. Daraufhin folgte die Frage wie es denn zur Studienzeit gewesen wäre. Ich war völlig perplex. Vermutlich hat er etwas durcheinandergebracht, denn zu Studienzeiten war noch alles "legal" bei mir. Als er meinen hilfesuchenden Blick bemerkte, führte er dann schnell ergänzend aus, dass er selber sein erstes Startkapital mit der Endecking von Sicherheitslücken verident habe - kurzum: Er war Hacker.

Ich programmiere jetzt jeden Tag und entwickle auf Basis von Clean Code Prinzipen (nach Uncle Rob) eine Essensausgabesoftware für Schulen und freue mich immer wieder aufs Neue, wenn ich in den Betrieb gehen darf. Letztlich passe ich auch gar nicht in die Bügelfaltenhemdträger-Gesellschaft. Ich bin zu liberal, offen und zu ... kriminell (lol!).
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Lache über niemanden, der einen Schritt zurück macht ...er könnte Anlauf nehmen...

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Re: Verkaufe Examenslösungen - nur leichte Gebrauchsspuren

Beitrag von Culpain Contrahendos erstellt am: 24. Dez 2016, 05:15 Uhr

Achso, eines hatte ich ganz vergessen: Ich wünsche allen, die mich nicht schon längst bei Aktenzeichen XY gemeldet haben frohe Weihnachten und einen fetten Rutsch ins neue Jahr! Besonders meinem Freund Ypsilon, der jetzt auch Papa ist, wünsche ich nen tolles neues Jahr. Für deine Frau, deinen kleinen Raufbold und natürlich auch für dich. Aber du weißt ja, Ypsilon, seit dem man uns im Zug die Plätze anbietet, entfällt der geringe Blick. Den konnte ich eh schon immer besser als du ;)

So, jetzt trinke ich noch ne halbe Pilsette und dann bete ich, dass Leni nicht auf die Idee kommt, Papa mit nem Buch aufzuwecken. Ja, Buch klingt nach harmloser Lektüre. Aber das läuft da anders. Leni setzt sich bis zu 3mm Entfernung zu meinem aufgedunsenen Schädel hin und dann wird mal eben "Kleiner Drache Kokosnuss" auf Papas schmerzende Zentrale ausgefaltet. Und wehe, ich mach noch Schlafbemühungen. Das wird als Verrat gedeutet. ´"Papa, Buch andutten". Ich: "Oh, Lenimaus, ich bin platt" - Bestechende Logik: "Dann platt Buch andutten". Könnte den Sachverhalt zu Saljes Hausarbeit darstellen. :)
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Re: Verkaufe Examenslösungen - nur leichte Gebrauchsspuren

Beitrag von Exzess erstellt am: 24. Dez 2016, 14:03 Uhr

Alter Finne. Ohne jetzt Streit anfangen zu wollen - es ist ja auch Weihnachten und ich hab selbst keine Ahnung, wieso ich überhaupt hier rein geguckt habe - ich weiß nicht, wann ich mich zum letzten mal so fremdgeschämt hab. :crazy:

Edit: Falls du dich fragst, warum:

Culpain Contrahendos hat geschrieben:Ja ich bin zurück und ich bereue nichts. Heute würde ich zwar anders reagieren, aber kaum einer kann sich vorstellen, wie es sich anfühlt, jeden Tag Schmerzmittel in sich reinpumpen zu müssen, damit man mittags wenigstens zum Lernen sitzen kann.

[...] Trotz mittlerweile 3 Bandscheibenvorfällen stehe ich immer wieder auf und ich bin echt härter geworden, was aber vielb an meiner superniedlichen Tochter und an meiner tollen Frau liegt.

[...]

Um den Faden aufzugreifen: Keiner kann sich vorstellen wie sich ADHS anfühlt, wenn es einem jeden Tag die Filter lahmlegt und alle Reize auf einmal einströmen.

Ich will kein Mitleid. Ich lass mir lieber die Rosettenhaare grün färben als mich beweinen zu lassen. Ich scheiß auf jeden Moraldünnschiss, ich muss nicht bereuen, denn ich habe alles verloren. [...]

Und das ist keine Trotzreaktion, Programmieren war schon immer meine Passion, echte Freund, wie Ypsilon, wissen das.


Ich gehöre zwar zum erlesenen Kreis der überdurchschnittlich Begabten
, gleichwohl bringt mir das Alter immer mehr Gedächtnislöcher. [...]

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[...]


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Re: Verkaufe Examenslösungen - nur leichte Gebrauchsspuren

Beitrag von joee78 erstellt am: 24. Dez 2016, 22:08 Uhr

Es liegt in der Natur der Sache, dass sich ein Examenskandidat jeden möglichen Vorteil verschafft. Sei es durch fingierte Schreibzeitverlängerungen, grenzwertigen Markierungen im Gesetz etc. Es ist Aufgabe des JPA, solche Fälle herauszufiltern und entsprechend zu sanktionieren. Hierfür bietet das Verwaltungsverfahrensgesetz ausreichende Instrumente (Rücknahme und Widerruf von Prüfungsentscheidungen).

Aber Culpa deswegen wegen Bestechung oder Vorteilsgewährung verurteilen (davon gehe ich mal aus)? Wenn ein AG-Leiter nach der Stunde zu einem Teilnehmer kommt: "Psst, willst du Examenssachverhalt?" Wer würde da Nein sagen?

@ Culpa: Ich gehe davon aus, dass dein Urteil mittlerweile rechtskräftig ist. Aber ob in diesem Fall ein "Anbieten" iSd. §§ 333, 334 StGB seitens des Examenskandidaten vorliegt, ist für mich mehr als zweifelhaft.
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Beitrag von Väinämöinen erstellt am: 25. Dez 2016, 11:28 Uhr

joee78 hat geschrieben:Es liegt in der Natur der Sache, dass sich ein Examenskandidat jeden möglichen Vorteil verschafft. ...Wenn ein AG-Leiter nach der Stunde zu einem Teilnehmer kommt: "Psst, willst du Examenssachverhalt?" Wer würde da Nein sagen?
.


Das ist endlich mal ein ehrliches Statement. Natürlich hätten alle anderen hier im Forum den AG-Leiter sofort angezeigt, wenn sie ein solches Angebot erhalten hätten. Deswegen konnte der das auch so lange durchziehen...

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Re: Verkaufe Examenslösungen - nur leichte Gebrauchsspuren

Beitrag von Slashx erstellt am: 26. Dez 2016, 14:41 Uhr

Klar, und Culpa hätte eigentlich mindestens 5 Jahre kriegen müssen...geht ja hier nicht um irgendwas, sondern um das heilige Examen.

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Re: Verkaufe Examenslösungen - nur leichte Gebrauchsspuren

Beitrag von rechtkonfus erstellt am: 26. Dez 2016, 15:57 Uhr

Hmmmm was soll man dazu sagen.

Culpa mich würde interessieren wie das mit den Klausuren im Detail abgelaufen ist!

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Re: Verkaufe Examenslösungen - nur leichte Gebrauchsspuren

Beitrag von TobiasG erstellt am: 26. Dez 2016, 16:28 Uhr

Zumal man sich ja überlegen muss, in welcher Situation die Leute waren. Ich würde jetzt rückblickend sagen, ich hätte das Angebot wohl nicht angenommen, aber ich hab nach den Übungsklausuren auch nicht damit gerechnet, das Examen nicht zu bestehen. So weit ich informiert bin, wurden die Lösungen aber primär oder ausschließlich in der Wiederholer-AG angeboten, oder?

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Re: Verkaufe Examenslösungen - nur leichte Gebrauchsspuren

Beitrag von Hubert_Hahn erstellt am: 26. Dez 2016, 17:28 Uhr

Find ich sehr cool für den Unterhaltungswert, dass Culpa sich gemeldet hat. Willkommen zurück! :thumbup: Noch cooler wäre natürlich ein sympathischerer Auftritt gewesen. Son bissken kleinere Brötchen backen oder so. Aber das ist Geschmackssache und ja auch subjektiv. Seien wir im Sinne der Gesellschaft einfach froh über den Ausgang der Geschichte. Ein happy-end. Nun muss der überdurchschnittlich Begabte sein Talent nicht mehr mit sinnlosem Jura-Nonsens vergeuden - dafür verläuft die Essensausgabe an deutschen Schulen nun endlich wieder in geordneten Bahnen. Quasi win-win. :clap:

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Re: Verkaufe Examenslösungen - nur leichte Gebrauchsspuren

Beitrag von famulus erstellt am: 26. Dez 2016, 18:28 Uhr

@Culpain Contrahendos: :giggle:
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Re: Verkaufe Examenslösungen - nur leichte Gebrauchsspuren

Beitrag von CarpeDiem2 erstellt am: 27. Dez 2016, 14:44 Uhr

Dieser Text fordert einen ja heraus, etwas dazuzuschreiben. Was mich beschäftigt:

Diese Klausuren wurden ja nicht verschenkt, sondern hatten einen doch sehr hohen Preis. Wozu braucht ein Richter das Geld? Auch wenn es ein Notfall gewesen wäre (wie Leben und Tod, was ich nicht glauben kann), gibt es doch so viele legale Mittel und Wege dafür.

Und wenn man doch noch so verzweifelt ist wegen dem Examen (was ich wegen einer Prüfung wieder nicht glauben kann), woher schafft man das Geld an als Referendar? Es handelt sich bei den Preisen und der Vorgehensweise ja nicht um irgendeinen möglichen Vorteil, den sich jeder verschaffen könnte.

Im Übrigen schließe ich mich dem User Exzess an.

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Re: Verkaufe Examenslösungen - nur leichte Gebrauchsspuren

Beitrag von Alexander erstellt am: 28. Dez 2016, 00:52 Uhr

CarpeDiem2 hat geschrieben:Wozu braucht ein Richter das Geld?

woher schafft man das Geld an als Referendar?


Ich kenne genügend Leute, die als Referendarinnen oder Referendare locker 10.000 Euro oder ein Vielfaches davon auf der hohen Kante hatten. Studium korreliert doch auch statistisch mit eher wohlhabendem Elternhaus, das spiegelt sich durchaus in der Kasse der Studierenden.

Culpa war ja schon älter, hatte eine verdiende Frau (wobei ich ja neugierig bin, ob die Bescheid wusste), vorher selbst mal ganz ordentlich verdient, schon ein Haus gekauft etc.

Richter fühlen sich gerne mal ein bisschen arm im Vergleich zu Großkanzleianwälten. Die meisten werden davon nicht kriminell, aber alle Jubeljahre ist mal ein faules Ei im Korb, wie überall. Der hier hat immerhin richtig zugelangt, nicht wie der Gerichtsvollzieher, der bei den Kilometern beschissen hat und dann rausflog, als das aufflog.

Culpa, mach's besser.
Niemand hat das Recht zu gehorchen. - Arendt.
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Re: Verkaufe Examenslösungen - nur leichte Gebrauchsspuren

Beitrag von klara fall erstellt am: 29. Dez 2016, 21:35 Uhr

Ich finds ja ganz cool, dass du, Culpa, dich mal wieder meldest.

Vermutlich wirst du uns in spätestens sechs Monaten oder so mitteilen, dass auch dieser Job letztlich nichts für dich war...

So ist das aber (leider?) vermutlich, wenn man mit einem ADHS und einer Hochbegabung durchs Leben stiefelt - und zudem mit (dadurch verursachten psychosomatisch bedingten?) körperlichen Beschwerden (Rückenschmerzen in deinem Fall). Letztere müssten dann eigtl auch weggehen bzw. besser werden, wenn du denn jetzt "das Richtige" für dich gefunden hast. Ich wünsche es dir jedenfalls sehr.

LG, klara

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Re: Verkaufe Examenslösungen - nur leichte Gebrauchsspuren

Beitrag von Anna Karenina erstellt am: 30. Dez 2016, 17:13 Uhr

joee78 hat geschrieben:Es liegt in der Natur der Sache, dass sich ein Examenskandidat jeden möglichen Vorteil verschafft. Sei es durch fingierte Schreibzeitverlängerungen, grenzwertigen Markierungen im Gesetz etc. Es ist Aufgabe des JPA, solche Fälle herauszufiltern und entsprechend zu sanktionieren. Hierfür bietet das Verwaltungsverfahrensgesetz ausreichende Instrumente (Rücknahme und Widerruf von Prüfungsentscheidungen).

Aber Culpa deswegen wegen Bestechung oder Vorteilsgewährung verurteilen (davon gehe ich mal aus)? Wenn ein AG-Leiter nach der Stunde zu einem Teilnehmer kommt: "Psst, willst du Examenssachverhalt?" Wer würde da Nein sagen?

@ Culpa: Ich gehe davon aus, dass dein Urteil mittlerweile rechtskräftig ist. Aber ob in diesem Fall ein "Anbieten" iSd. §§ 333, 334 StGB seitens des Examenskandidaten vorliegt, ist für mich mehr als zweifelhaft.



Aber spricht nicht gerade dein Argument, dass es in der Natur der Sache liegt, dass Examenskandidat versucht sich jeden möglichen Vorteil zu verschaffen dafür, dass auch das Verhalten des Kandidaten (und nicht nur des Richters) strafwürdig sein muss?
Die Pönalisierung dieses Verhaltens soll ja auch der Abschreckung dienen.

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Re: Verkaufe Examenslösungen - nur leichte Gebrauchsspuren

Beitrag von Anna Karenina erstellt am: 30. Dez 2016, 17:16 Uhr

Väinämöinen hat geschrieben:
joee78 hat geschrieben:Es liegt in der Natur der Sache, dass sich ein Examenskandidat jeden möglichen Vorteil verschafft. ...Wenn ein AG-Leiter nach der Stunde zu einem Teilnehmer kommt: "Psst, willst du Examenssachverhalt?" Wer würde da Nein sagen?
.


Das ist endlich mal ein ehrliches Statement. Natürlich hätten alle anderen hier im Forum den AG-Leiter sofort angezeigt, wenn sie ein solches Angebot erhalten hätten. Deswegen konnte der das auch so lange durchziehen...


In einem Zeitungsartikel habe ich von einem Kandidaten gelesen, der nach einigem Zögern das Angebot nicht angenommen hat, dass der Richter im Falle einer Anzeige mit einer Gegenanzeige wegen Falscher Verdächtigung / Verleumdung gedroht hat. Ob die Geschichte stimmt, weiß ich natürlich auch nicht aber ich denke, dass er schon einen gewissen Druck aufgebaut hat.

Anna Karenina

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