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Staatsnote besser als Uninote

Für alle Topics, die nicht in die übrigen Rubriken zum Thema Jurastudium und Staatsexamen passen

Staatsnote besser als Uninote

Beitrag von Vi94 erstellt am: 17. Jan 2017, 20:19 Uhr

Hallo,
ich habe letztes Jahr in Bayern mein erstes Staatsexamen erfolgreich bestanden. Hierbei erzielte ich im Staatsteil die Note: 8,05 ( 8,41 schriftlich 7 mündlich) und im Uniteil nur 7 Punkte.
Somit komme ich insgesamt auf 7,76.
Ich brauch euch wohl kaum zu erzählen, dass ich sehr enttäuscht bin jetzt sogar unter 8 Punkte zu kommen, obwohl ich im Staatsteil ja eigentlich ganz gut abgeschnitten habe. Ich habe nur 7 Punkte im Uniteil geschafft, weil ich in der mündlichen Prüfung tatsächlich nur 5 Punkte bekommen habe. Ob das jetzt fair war oder nicht sei jetzt mal dahingestellt.
Ich wollte nur mal eure Meinung zu dieser Zensur wissen.
Bin ich trotzdem mit meinen 7,76 Pkt ganz gut dabei?
Wird ein potentieller Arbeitgeber auch eher sein Augenmerk auf die Staatsnote richten?
Sollte ich jetzt im 2. Staatsexamen auch so ca. 8 Punkte bekommen, wie gut stehen dann meine Chancen eine lukrative Arbeit zu bekommen?
Ich fange jetzt erst im April mit dem Ref. an. Ich würde in der Zwischenzeit den theoretischen Teil von einem Fachanwalt machen.
Danke schon mal :)

Vi94

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Re: Staatsnote besser als Uninote

Beitrag von gottfried erstellt am: 17. Jan 2017, 20:42 Uhr

7,76 Punkte spiegeln Dein Leistungsvermögen offenbar realistisch wider. Ein Notenverbesserungsversuch ist daher m.E. auch keine Option. Du solltest Dich nun voll auf Referendariat und 2. Examens konzentrieren. Dies entscheidet letztlich über Deine berufliche Zukunft.

gottfried

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Staatsnote besser als Uninote

Beitrag von Väinämöinen erstellt am: 17. Jan 2017, 21:52 Uhr

Du fängst das Rep. erst an und willst jetzt schon einen Fachanwaltslehrgang machen? Geht das überhaupt? Und wie willst du wissen, dass du überhaupt Anwalt werden willst?

In jedem Fall müsstest du jedes Jahr deiner Fortbildungspflicht nachkommen. Ob das im Ref. sinnvoll ist mag dahingestellt bleiben...

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Re: Staatsnote besser als Uninote

Beitrag von TobiasG erstellt am: 18. Jan 2017, 08:31 Uhr

Also erstmal fällt auf, dass Du im Mündlichen offenbar deutlich schlechter bist als im Schriftlichen, was doch etwas ungewöhnlich ist, denn in der Regel verbessert man sich ja - egal ob Staats- oder Uniteil - nochmals ein bisschen bis ordentlich. Mit Deinen schriftlichen Staatsteilnoten wäre es sogar nicht unrealistisch gewesen, insgesamt noch auf ein VB zu kommen. Ich würde deshalb zunächst ernsthaft überlegen, woran es lag, dass Du mündlich so abgefallen bist, und dann u.U. statt des Fachanwaltslehrgangs einen Verbesserungsversuch anpeilen, wenn Du Dir zutraust, in der Mündlichen besser abzuschneiden. Darüber hinaus bietet es sich in Deinem Fall natürlich an, (z.B.) im Lebenslauf die Note aus dem Staatsteil besonders hervorzuheben, zumindest aber (mit-)anzuführen.

Ansonsten kommt es hinsichtlich eines "lukrativen" Jobs maßgeblich auf Deine Note im zweiten Staatsexamen an, wo es ohnehin keinen Uniteil mehr gibt, wobei Du durch Deine "schlechtes" erstes Examen nicht mehr so viel ausgleichen kannst, wie z.B. jemand, der im ersten zweistellig war und im zweiten dann "nur noch" 7-8 Punkte hatte. Falls Du 8+ im Zweiten schreibst, werden Dir dennoch fast alle Wege offenstehen, in Bayern würde es aktuell sogar für die Justiz reichen. In mittelständische Kanzleien hättest Du mit dieser Komibnation sicher sehr gute Chancen, und auch Großkanzleien, wenngleich nicht jede, dürften sich dann für Dich interessieren. Allerdings ist das alles Kaffeesatzleserei, solange Du das zweite erst noch schreiben musst ...

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Re: Staatsnote besser als Uninote

Beitrag von W.C. Canalriss erstellt am: 10. Feb 2017, 15:57 Uhr

Ich habe dasselbe Problem. Meine Staatsnote ist etwas über deiner und den Schwerpunkt habe ich aus erklärbaren Gründen total verhauen.

Mehr als ärgerlich das Ganze, auch einen Schwerpunkt gewählt zu haben, der mit Abstand am schlechtesten notenmäßig abschneidet. Hätte ich doch nur vorher einen Blick in diese Statistik geworfen.

Man hört auch öfter mal, dass manche potentiellen Arbeitgeber (auch GKs) den Schwerpunt "rausrechnen". Kann das jemand bestätigen?

W.C. Canalriss

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Re: Staatsnote besser als Uninote

Beitrag von lawer erstellt am: 11. Feb 2017, 11:08 Uhr

Hi W.C. Canalriss,

Großkanzleien und Boutiquen schauen lediglich auf die Staatsnote (ab 8 Punkten hat man gute Chancen bei einer reinzukommen). Schwerpunkt kann als zusätzlicher Bonus angesehen werden, wenn du diesen in dem entsprechenden Bereich absolviert hast, auf den du dich bewirbst. Anders beim Staat. Hier zählt die Gesamtnote und es wird nicht weiter differenziert. Hat also jemand eine schlechtere Staatsnote als du, kommt aber mit Schwerpunkt z.B. auf 9 hat er logischerweise die besseren Chancen beim Staat zum Assessment Center eingeladen zu werden. Teilweise ist für den Staatsdienst auch nur das 2. Examen entscheidend. Da du aber in eine Großkanzlei willst spielt das für dich insofern keine Rolle :) Bewirbst du dich bei mittelständischen oder kleinen Kanzleien wird es sehr unterschiedlich ausfallen, ob auf die Gesamtnote oder nur den Staatsteil geschaut wird. Der Schwerpunkt kann dir durchaus auch Vorteile bringen, wenn du ihn in einem für die Stelle interessanten Bereich gewählt hast und du ein entsprechendes Wissen mitbringst, dass sich andere erst aneignen müssten. Arbeitgeber haben auch immer ein großes Interesse daran, dass ein Arbeitnehmer nicht erst lange eingearbeitet werden muss. Denke man kann hier keine allgemeingültigen Kriterien aufstellen. Vielleicht können hierzu andere etwas sagen? LG

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Staatsnote besser als Uninote

Beitrag von Väinämöinen erstellt am: 11. Feb 2017, 12:32 Uhr

Ich habe mich immer dagegen verwahrt, dass irgendwelche Korrekturrechnungen contra legem (d.h. entgegen der Prüfungsordnung) angestellt werden. Meine Prüfungen habe ich nach den für mich geltenden Prüfungsordnungen abgelegt und nicht nach den Phantasieordnungen von Arbeitgebern. Wenn da doch jemand etwas rausrechnen wollte, habe ich meinerseits die Ausreisser nach unten rausgerechnet. Dann passte es wieder...

Am Ende habe ich aber überall abgesagt, wo man mir derart dumm kommen wollte.

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Re: Staatsnote besser als Uninote

Beitrag von W.C. Canalriss erstellt am: 11. Feb 2017, 18:42 Uhr

Dass der Staat es nicht rauchrechnet und auch gar nicht kann, leuchtet ein.

Großkanzlei hab ich eigentlich kein Interesse. Wenn man hört, dass dort Leute gegen 23 Uhr Abends aus dem Büro zurückkommen bzw. es dort gerade mal einen Monat aushalten, schreckt das schon sehr ab.

Ich würde am liebsten Staatsanwalt werden, deshalb ist die Gesamtnote schon ein Problem. Wie ihr erwähnt habt, gibt es aber auch Länder, die nur auf das zweite Examen abstellen. In Bayern und NRW scheint das so zu sein.

Übrigens: Von einem Prüfer habe ich gehört, dass immer weniger Leute das Ref machen, das sei eine neue Entwicklung. Wenn das so stimmt, dürften in den nächsten Jahren die Einstellungsnoten für den Staatsdienst möglicherweise eher weiter absinken?!

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Re: Staatsnote besser als Uninote

Beitrag von lawer erstellt am: 13. Feb 2017, 10:28 Uhr

Hat dir der Prüfer auch mögliche Ursachen für diese Entwicklung genannt?
Ich denke, dass sich die Anforderungen jährlich ändern können und wie du ja weißt von Bundesland zu Bundesland differieren. Die Untergrenze wird jedoch in diesem Notenbereich weiter bestehen bleiben:

Hessen: jeweils 8,50 im ersten und zweiten Examen oder in der Summe 17 wobei im zweiten mind. 8 Punkte erreicht werden müssen.

Bayern: 8 Punkte im 2. Examen (erstes Examen ist egal)

Niedersachsen. 8 Punkte im 2. Examen und mind. "befriedigend" im 1. Examen.

Sachsen: Hier wurden die Anforderungen von 9 Punkte auf 8 Punkte im 2. Examen gesenkt. Man muss aber mind. 8 Punkte in der ersten (Staats-)Prüfung vorweisen.

usw.

Insofern kann man sagen, dass die Karten mit dem 2. Examen neu gemischt werden. Aus diesem Grund steht dir da noch alles offen :) Auch wenn es dann vll nicht in jedem Bundesland klappt. Also ich denke, dass eine Absenkung der Note auf unter 8 Punkte wohl nicht eintreten wird. Begründet wird dies immer mit der "Sicherung des Qualitätsstandards". Ob man nun ein schlechterer Richter wäre, weil man im 2. Examen nicht 8 sondern vll. um die 7 Punkte erreicht wage ich jedoch zu bezweifeln.

lawer

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Re: Staatsnote besser als Uninote

Beitrag von W.C. Canalriss erstellt am: 17. Feb 2017, 01:22 Uhr

Nein, das wusste er selbst auch nicht. Meinte ausdrücklich, man wisse auch nicht an was das liegt.
War der Präsident eines LPA, weswegen ich das jetzt mal als glaubwürdig ansehe. Womit ich nicht behaupten will, dass sonstige Prüfer unseriöse Behauptungen aufstellen :mrgreen:

Ja, ich sehe das auch so, dass es dann ganz auf die Note im Zweiten ankommen wird.

W.C. Canalriss

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