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LLM / FFA / Erasmus - was ist (nicht) sinnvoll?

Für alle Topics, die nicht in die übrigen Rubriken zum Thema Jurastudium und Staatsexamen passen

LLM / FFA / Erasmus - was ist (nicht) sinnvoll?

Beitrag von SirGarfield erstellt am: 22. Feb 2017, 11:52 Uhr

Hallo zusammen,

ich habe gerade das 2. Semester Jura hinter mich gebracht und bin von meinen Studienleistungen sehr zufrieden (ca. 12 Punkte Durchschnitt).

Was mich momentan etwas plagt sind die Zusatzqualifikationen, die man so erwerben kann. Vielleicht hat ja der eine oder andere hier eine dieser Qualis erworben und kann mir rückblickend sagen, ob sie ihn wirklich in der Berufwelt weitergebracht hat.

FFA: 4 Semester a 4 Wochenstunden lang ein "großes Sprachzertifikat", in meinem Fall würde ich in Englisch machen wollen. Ich frage mich allerdings ob dieses FFA überhaupt richtig anerkannt wird oder eher nichts halbes und nichts ganzes ist. Viele größere Firmen legen ja durchaus Wert auf gute Sprachkenntnisse, da scheint mir das Zertifikat die bequemere und v.a. viel günstigere Alternative zu einem Auslandsaufenthalt.

Erasmus: Kann ich für mich eigentlich fast ausschließen, außer es bringt wirklich viel, z.B. wenn es darum geht später dem LLM zu machen. Oder die Firmen rechnen es im Bezug auf sprachliche Qualifikation ähnlich hoch an (was ich mir bei "nur" einem halben Jahr irgendwie nicth vorstellen kann).

LLM: Tja, natürlich hätte ich diesen Titel gerne, aber das kommt natürlich erst nach dem ersten oder den beiden Examina in Frage. Hauptproblem bei mir wäre die Finanzierung, aber im Zweifel kann man ja bei anschließenden guten Berufsaussichten einen Kredit aufnehmen. Mit sehr viel Glück gibt es ja vielleicht sogar ein Stipendium. Meine Frage ist hier vorallem, ob die entsprechenden Unis hier z.B. auf einen vorangegangenen Auslandsaufenthalt oder das FFA-Zertifikat achten oder ob ihnen das egal ist, solange man die "Kohle hat".

Vielen Dank für eure Erfahrungen,
SirGarfield

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Re: LLM / FFA / Erasmus - was ist (nicht) sinnvoll?

Beitrag von MrWatkins erstellt am: 22. Feb 2017, 12:20 Uhr

Erasmus ist doch einfach nur ein Saufurlaub, das weiß denk ich jeder Arbeitgeber der auch studiert hat.
LLM ist interessant für internationale Kanzleien, aber letztlich auch nur ein schmückender Titel und abhängig von der Uni. Wer seinen LLM in Sydney oder Miami macht, auf den trifft das zum Erasmus Gesagte sicherlich mit hoher Wahrscheinlichkeit zu :mrgreen:

Freilich hast du noch ausreichend viel Zeit, dir über sowas Gedanken zu machen. Über den LLM würd ich mir Gedanken machen, wenn ich das 1. StEx habe, und Erasmus ist mEn nur eine Frage der eigenen Abenteuerlust. Ob du ins Ausland willst, etwas erleben, Erfahrungen sammeln. Im Examen zählt primär die Note, dann kommt lange gar nichts und ob du letztlich wegen eines Erasmus oder Auslandsemesters in Nizza oder Barcelona in die nähere Auswahl gezogen wirst, kann ich mir nicht vorstellen. Es geht einfach nur darum, sofern man möchte, seine Persönlichkeit damit zu formen.

Ebenso FFA: Fremdsprachenkenntnisse gerade in Englisch sind heute das A und O. Ob du ein FFA hast, interessiert mich als AG null, sofern du umgangssicher Englisch sprichst. Ich kenne Leute mit FFA die Englisch stottern. Und Leute, die sprechen das fließend ohne FFA. Wer ist da wohl im Vorteil? ;-)

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Re: LLM / FFA / Erasmus - was ist (nicht) sinnvoll?

Beitrag von SirGarfield erstellt am: 22. Feb 2017, 14:45 Uhr

Danke dir für die schnelle Antwort. Also zumidnest was Erasmus angeht hast du meine Vermutung dann zu 100 % bestätigt. Es wird dann wohl wirklich das beste sein mich erstmal aufs Examen zu konzentrieren und ggf. einen LLM in betracht zu ziehen, wenn die Situation dann passt.

Du meinst also auch dass ich da vorher nicht wirklich meine Gedanken drauf verschwenden soll und irgendeine spezielle "Vorbereitung" um nachher angenommen zu werden nicht wirklich sinnvoll oder existent ist?

Bzgl. FFA ist es so, dass ich zwar subjektiv eingeschätzt gut Englisch spreche, allerdings langsam aus der Übung komme und das dann ggf. doch in Betracht ziehe. Muss ich mal drüber schlafen und vielleicht mit ein paar Leuten reden, wie hoch der Aufwand so ist.

Danke nochmal!

SirGarfield

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Re: LLM / FFA / Erasmus - was ist (nicht) sinnvoll?

Beitrag von MrWatkins erstellt am: 22. Feb 2017, 14:52 Uhr

SirGarfield hat geschrieben:Danke dir für die schnelle Antwort. Also zumidnest was Erasmus angeht hast du meine Vermutung dann zu 100 % bestätigt. Es wird dann wohl wirklich das beste sein mich erstmal aufs Examen zu konzentrieren und ggf. einen LLM in betracht zu ziehen, wenn die Situation dann passt.

Du meinst also auch dass ich da vorher nicht wirklich meine Gedanken drauf verschwenden soll und irgendeine spezielle "Vorbereitung" um nachher angenommen zu werden nicht wirklich sinnvoll oder existent ist?

Bzgl. FFA ist es so, dass ich zwar subjektiv eingeschätzt gut Englisch spreche, allerdings langsam aus der Übung komme und das dann ggf. doch in Betracht ziehe. Muss ich mal drüber schlafen und vielleicht mit ein paar Leuten reden, wie hoch der Aufwand so ist.

Danke nochmal!


Alles hier ist meine persönliche Einschätzung. Aber mit 4 Punkten im Examen sind auch die Zusatzqualifikationen für ein bestimmtes Klientel an potentiellen AGs egal.
Konzentrier dich auf dein Studium, mach aber was dir gefällt, auch das ist in einem Studium und der Studentenzeit wichtig. Wenn es dich in die Ferne reizt, dann nimm die Möglichkeit des Erasmus in Anspruch (oder deine Uni hat gar einen Schwerpunkt mit Auslandsstudium, wie in Passau zB). Wenn es dich reizt, FFA zu machen, nimm das mit, es schadet alles nie.

Aber sich vor dem Examen Gedanken über Zusätze zu machen, ohne das Examen zu haben, halte ich für nicht sinnvoll.

Allerdings gibt es scheinbar Möglichkeiten, ins Ausland zu gehen als Erasmus (England), was später für den LLM angerechnet wird. Das haben Leute aus meinem Praktikum gemacht. Mehr weiß ich allerdings nicht, da ich den LLM persönlich nicht in Betracht ziehe. Das sind natürlich wiederrum sicher sinnvolle Verknüpfungen.

Insgesamt ist die Studienzeit auch eine Zeit der Erlebnisse, der Abenteuer, der persönlichen Reifung und Weiterentwicklung. Es gibt hier kein richtig und kein falsch. Einzig darf man nie vergessen, dass eben die Krux am Jurastudium die ist, dass nur das Examen zählt. Mit ausgeschmückten Lebensläufen voller toller Stationen kommt man mit BWL vielleicht weiter. In Jura wird erstmal auf die Note geschaut. Aber vergiss das im 2. Semester, genieß die Zeit und schau, wo es dich hintreibt. :waving:

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Re: LLM / FFA / Erasmus - was ist (nicht) sinnvoll?

Beitrag von Austa erstellt am: 10. Mär 2017, 16:09 Uhr

Mach' Erasmus. Das ist einfach eine tolle Zeit und bringt auch menschlich was. Das halbe Jahr kannst du locker pausieren und wird dir auch für den Freischuss angerechnet. Es gibt nichts langweiligeres als Studnixs, die nie aus der Bib rausgekommen sind, weil sie schon im 1. Semester für das StEx lernen. Man will im Leben doch auch was erleben.

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Re: LLM / FFA / Erasmus - was ist (nicht) sinnvoll?

Beitrag von rip money erstellt am: 11. Mär 2017, 23:36 Uhr

Ich empfehl dir das nicht, Erasmus. Was willst du in einem schäbigen Drecks-EU-Land? Spar dir lieber ein bisschen Geld und flieg an einen richtigen Ort. 2 Wochen geiler Urlaub in einem geilen Land sind besser als 3-6 Monate im dreckigen Shit-Europa.
Erasmus...bitch please :hammer: :hammer: :hammer: :hammer: :hammer:

Und für Englisch extra irgendwelche Zertifikate machen..kriegst als AG von mir direkt 'nen Schlag in die Fresse. Englisch sprichst du oder nicht. Im Bewerbungsgespräch test ich das notfalls. Aber wenn man mit Zertifikaten ankommt, tz. Direkt in die Tonne.

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Re: LLM / FFA / Erasmus - was ist (nicht) sinnvoll?

Beitrag von Austa erstellt am: 12. Mär 2017, 13:53 Uhr

Zwei Wochen "geilen" Urlaub in einem "geilen" Land kann man sein Leben lang noch machen. Aber 3 - 6 Monate in einem fremden Land mit einer fremden Sprache und mit Menschen aus ganz Europa geht nur im Studium. Und in dieser Zeit lernt man auf jeden Fall mehr als in zwei Wochen im Robinson Club in der DomRep.

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Re: LLM / FFA / Erasmus - was ist (nicht) sinnvoll?

Beitrag von rip money erstellt am: 12. Mär 2017, 17:27 Uhr

Austa hat geschrieben:Zwei Wochen "geilen" Urlaub in einem "geilen" Land kann man sein Leben lang noch machen. Aber 3 - 6 Monate in einem fremden Land mit einer fremden Sprache und mit Menschen aus ganz Europa geht nur im Studium. Und in dieser Zeit lernt man auf jeden Fall mehr als in zwei Wochen im Robinson Club in der DomRep.



Sicherlich kann man das sein Leben lang noch machen. Aber wieso seinen Lebenslauf mit Dreck im wahrsten Sinne des Wortes vergewaltigen, wenn man es auch lassen kann? Erasmus ist nichts weiter als Zeitverschwendung. Du hast wahrscheinlich damals im Studium diese Zeit verschwendet und rätst nun jüngeren Generationen zu dem Mist, weil idR der Durchschnittsstudent in Erasmus "Auslandserfahrung" sieht. Geil, du warst ein paar Monate in Frankreich! Mega Auslandserfahrung, bist bestimmt ein krasser Abgeher! :clap:

Erasmus ist Dreck im Lebenslauf. Ende der Geschichte.

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Re: LLM / FFA / Erasmus - was ist (nicht) sinnvoll?

Beitrag von Austa erstellt am: 13. Mär 2017, 08:42 Uhr

Zeitverschwendung? Mmhhh.

Wenn ich die Wahl hätte zwischen 5 Jahre Uni ohne Auslandssemester, 2 Jahre Ref und 40 Jahren arbeiten oder 5,5 Jahre Uni mit Auslandssemester, 2 Jahre Ref und nur noch 39,5 Jahre arbeiten, dann würde ich mich bestimmt für die zweite Alternative entscheiden.

Wie kann man nur so verbohrt sein. :hammer:

Zudem lebt man ja nicht nur für den Lebenslauf. Man sollte auch Sachen machen, die einem Spaß machen und persönlich was bringen.

Außerdem ist es Fakt, dass herausragende Arbeitgeber Auslandserfahrung mittlerweile voraussetzen. Da kommt man mit dem RobinsonClub in der DomRep nicht weit.

Man kann ja seine Meinung dazu haben, aber am Ende dann bitte nicht beschweren, wenn man die Arbeitsstelle nicht bekommt, weil der internationale Arbeitgeber doch lieber Leute bevorzugt, die mehr gesehen haben als nur die eigene Bibliothek.

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Re: LLM / FFA / Erasmus - was ist (nicht) sinnvoll?

Beitrag von Anna Karenina erstellt am: 13. Mär 2017, 20:12 Uhr

Ich sehe das so wie Austa schon geschrieben hat und finde es im Übrigen etwas befremdlich im 2. Semester schon so "karriereorientiert" seine Studienzeit verplanen zu wollen.
Du bist doch offensichtlich ein guter Student, der mit seiner Studienwahl das richtige Fach gewählt hat. Falls du Interesse daran hast ein bis zwei Semester im Ausland zu verbringen, dann mach' das doch einfach. Und falls du so wie "ripmoney" ein Problem mit Europa hast, kannst du dir ja auch ein Ziel außerhalb Europas suchen. Gleichzeitig könntest du dadurch auch dein "eingerostetes" Englisch verbessern.

Um den LL. M. kannst du dir in fünf bis sieben Jahren (nach deinem ersten oder zweiten Staatsexamen) Gedanken machen. Es spricht auch überhaupt nichts dagegen jetzt ein Erasmus Semester zu machen und später noch einen LL.M.

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