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Verbesserungsversuch. Ja, nein, vielleicht?!

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Verbesserungsversuch. Ja, nein, vielleicht?!

Beitrag von Knusper_Kotte erstellt am: 24. Apr 2017, 21:43 Uhr

Guten Abend,

ich bin seit ein paar Tagen staatsexaminiert :lol: (Freischuss, 7,5 staatlich und 8,1 mit Schwerpunkt) und weiß nicht so recht, was ich jetzt damit anfangen soll. Es juckt mich irgendwie in den Fingern es nochmal zu wagen und in die Verbesserung zu gehen, zumal ich jetzt nicht mehr die psychische Belastung habe, keinen Abschluss für das Studium zu kriegen (ich bin eine ganz schlimme Dramaqueen :think: ). Das hat mir immer ziemlich zugesetzt. Vielleicht geht da ja notentechnisch noch was.

Allerdings fühle ich mich zur Zeit ein bisschen kraftlos und bin auch auf Wohnungssuche – würde erstmal einen Monat gar nichts lerntechnisches machen wollen. Bin einfach nur platt. Ich würde auch gerne noch etwas an meiner Lernweise basteln, weg vom kommerziellen Rep, weniger abstruse Streitigkeiten reinfressen – ich denke daran es mal mit dem UniRep zu probieren.

Sagen wir mal, ab Juni greife ich wieder an. Würde ungern noch ein ganzes Jahr Lernzeit reinbuttern. Meint ihr weniger reicht auch?

Ich habe schon von Leuten gehört, die die Mündliche im Verbesserungsversuch dann erst gemacht haben, als sie schon im Ref waren. Ist das nicht viel zu stressig? Eine Freundin von mir ist schon im Ref und die wirkt ganz bestimmt nicht unterarbeitet.

Überdies stellt sich mir auch die Frage nach der Finanzierung. Müsste mir einen Nebenjob suchen. Ein Freund von mir riet mir, es doch als Wiss.Mit. Zu versuchen, aber ich denke mal die lachen sich bei meinen Noten wohl eher scheckig, oder? Ich denke mal ein Prädikat ist schon Muss. Ich habe auch kein wirklich wirtschaftliches Profil. Aber ehrlich gesagt würde ich auch im Supermarkt Regale einräumen, wenn ich mich nur irgendwie finanziert kriege.

Andere wiederum sagen zu mir: Spar die Energie fürs Ref und lass es bleiben.

Irgendwie bin ich ratlos, hab auch schon ein paar andere Threads gelesen weiß aber nicht weiter...

Machts gut :waving: , Knusper.

Knusper_Kotte

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Re: Verbesserungsversuch. Ja, nein, vielleicht?!

Beitrag von W.C. Canalriss erstellt am: 24. Apr 2017, 23:09 Uhr

Also hinsichtlich der Mündlichen: Im bin im Ref und habe parallel die Mündliche gemacht und konnte mich im Vergleich zu der ersten mündlichen Prüfung um etwa 5 Notenpunkte verbessern.

Ich habe über die Feiertage an Weihnachten noch so um die 3-4Wochen materielles Recht wiederholt, aber es kam eigentlich von den wiederholten Sachen dann nicht so wirklich viel dran. Ist aber vielleicht auch einfach gut gewesen, sich nochmal mit dem Stoff zu befassen.

Als Fazit würde ich sagen: Ich ging weniger nervös in die Mündliche als beim Erstversuch und konnte mich viel besser auf die Fragen konzentrieren. Habe mich dann auch insgesamt in der staatlichen verbessert...das Problem war und ist bei mir eher der Schwerpunkt weil ich jahrelang nicht mehr an der Uni gewohnt hab.

W.C. Canalriss

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Re: Verbesserungsversuch. Ja, nein, vielleicht?!

Beitrag von TobiasG erstellt am: 25. Apr 2017, 08:08 Uhr

Glückwunsch zum Ergebnis!

Zunächst verweise ich mal auf meine Ausführungen hier:

http://www.juraexamen.com/forum/viewtopic.php?f=30&t=17637

Da lag der Fall ähnlich.

Grundsätzlich brauchst Du für den Wiederholungsversuch nicht mehr so viel Vorbereitung wie fürs erste Mal, zumal Du ja ordentlich bestanden hast.

Nur noch so viel: Meiner Erfahrung nach kristallisieren sich zwei Gruppen von den Wiederholern raus:

1. Die Leute, die eigentlich für ihren ersten Versuch schon ausreichend (lange) genug vorbereitet waren und allgemein nicht unter einem zu hohen Stress-/Angstlevel leiden. Bei diesen Leuten pendelt sich der Schnitt immer relativ ein, d.h. zu großen Verbesserungen, aber auch Verschlechterungen kommt es nicht mehr, egal wie hoch der Lernaufwand dieses Mal war (was bspw. bei 8,9 trotzdem klar dafür sprechen kann, nochmal zu schreiben).

2. Die Leute, bei denen die Vorbereitung aus irgendwelchen Gründen defizitär war (kurze Vorbereitung vor dem Freischuss, psychische Probleme, zu hoher Stress o.ä.). Die können mit der richtigen Vorbereitung und/oder mit weniger Druck ihr Ergebnis nochmal gut übertreffen. Es könnte also bei Dir so sein, dass Deine Herangehensweise beim Erstversuch wirklich falsch war und es nach dem Examen jetzt "klick" gemacht hat, dann könntest Du Dich sicher noch steigern.

Ich würde aber nicht mehr ein volles Jahr dafür investieren. Bei den meisten, die ich kenne, die unter die Kategorie 1. fallen, hat es, wie gesagt, nicht mehr viel gebracht außer ein "verlorenes" Jahr. Wenn es hauptsächlich am Druck lag, der jetzt weg ist, braucht es auch kein Jahr Vorbereitung mehr. Mündliche am Anfang des Ref ist unproblematisch möglich, da lernt man ja meist eh nicht mehr so viel dafür. Den Verbesserungsversuch selbst kann man grundsätzlich auch am Anfang des Refs noch zeitlich unterbringen. Das bringt insbesondere was, wenn man nur spaßeshalber nochmal mitschreibt und/oder meint, man hätte einfach die falschen Klausuren erwischt beim ersten Mal und/oder es primär am Druck lag als an der Vorbereitung.

Und als WissMit wird man Dich sicher nicht auslachen. Denkst Du nur an Großkanzleien? Das sind meiner Erfahrung nach die Voraussetzungen oft tatsächlich höher als bei Anwälten, weil es einfach mehr Auswahl gibt. D.h. es ist nicht gesagt, dass Du automatisch in Deine Wunschkanzlei kommst. Wenn Du aber die Bewerbungen breit streust, denke ich, hast Du auch - je nach Standort und Bedarf - kein Problem, als WissMit in einer GK aus der 2.-4. Reihe bzw. einer großen mittelständischen Kanzlei unterzukommen. Probier's halt einfach aus, vielleicht ergibt sich dadurch sogar eine interessante Ref-Station. An der Uni dürfte es als WissMit ohne Prädikat und ohne angestrebte Promotion dagegen eher schwer werden, da kannst Du höchstens Klausuren korrigieren oder so was.

TobiasG

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Re: Verbesserungsversuch. Ja, nein, vielleicht?!

Beitrag von Knusper_Kotte erstellt am: 26. Apr 2017, 13:16 Uhr

Hallo :)

Erstmal Dankeschön für die guten Antworten!

Also hinsichtlich der Mündlichen: Im bin im Ref und habe parallel die Mündliche gemacht und konnte mich im Vergleich zu der ersten mündlichen Prüfung um etwa 5 Notenpunkte verbessern.

Ich habe über die Feiertage an Weihnachten noch so um die 3-4Wochen materielles Recht wiederholt, aber es kam eigentlich von den wiederholten Sachen dann nicht so wirklich viel dran. Ist aber vielleicht auch einfach gut gewesen, sich nochmal mit dem Stoff zu befassen.

Als Fazit würde ich sagen: Ich ging weniger nervös in die Mündliche als beim Erstversuch und konnte mich viel besser auf die Fragen konzentrieren. Habe mich dann auch insgesamt in der staatlichen verbessert...das Problem war und ist bei mir eher der Schwerpunkt weil ich jahrelang nicht mehr an der Uni gewohnt hab.


Ok es scheint also möglich zu sein, Ref und Verbesserung zu verbinden, das lässt mich schon mal hoffen.

Nur noch so viel: Meiner Erfahrung nach kristallisieren sich zwei Gruppen von den Wiederholern raus:

1. Die Leute, die eigentlich für ihren ersten Versuch schon ausreichend (lange) genug vorbereitet waren und allgemein nicht unter einem zu hohen Stress-/Angstlevel leiden. Bei diesen Leuten pendelt sich der Schnitt immer relativ ein, d.h. zu großen Verbesserungen, aber auch Verschlechterungen kommt es nicht mehr, egal wie hoch der Lernaufwand dieses Mal war (was bspw. bei 8,9 trotzdem klar dafür sprechen kann, nochmal zu schreiben).

2. Die Leute, bei denen die Vorbereitung aus irgendwelchen Gründen defizitär war (kurze Vorbereitung vor dem Freischuss, psychische Probleme, zu hoher Stress o.ä.). Die können mit der richtigen Vorbereitung und/oder mit weniger Druck ihr Ergebnis nochmal gut übertreffen. Es könnte also bei Dir so sein, dass Deine Herangehensweise beim Erstversuch wirklich falsch war und es nach dem Examen jetzt "klick" gemacht hat, dann könntest Du Dich sicher noch steigern.


Ich war einfach gestresst von Examensvorbereitung und Schwerpunkt gleichzeitig. Zudem wird sich eine Entspannung daraus ergeben, dass ich jetzt schon ein Examen habe. Wenn ich mich verbessere - schön. Wenn nicht - so what. Mein Angstlevel war echt bei 110 %.

Und als WissMit wird man Dich sicher nicht auslachen. Denkst Du nur an Großkanzleien? Das sind meiner Erfahrung nach die Voraussetzungen oft tatsächlich höher als bei Anwälten, weil es einfach mehr Auswahl gibt. D.h. es ist nicht gesagt, dass Du automatisch in Deine Wunschkanzlei kommst. Wenn Du aber die Bewerbungen breit streust, denke ich, hast Du auch - je nach Standort und Bedarf - kein Problem, als WissMit in einer GK aus der 2.-4. Reihe bzw. einer großen mittelständischen Kanzlei unterzukommen.


Oh ja, hatte vergessen das rein zu schreiben. :hammer: Dachte schon an eine Kanzlei. Habe mir ein paar Stellenanzeigen angeguckt. Die wollen eigentlich alle ein Prädikat, aber ich werde die Augen offen halten.

Liebe Grüße, Knusper.

Knusper_Kotte

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