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Ref-Klausuren

Alles rund um das juristische Referendariat (Organisatorisches, Ablauf, Krankenversicherung usw.)

Ref-Klausuren

Beitrag von Der JURIST erstellt am: 9. Aug 2017, 14:12 Uhr

Guten Tag,

also bei uns wird bei den AG-Pflichtklausuren immer ordentlich geschummelt, entweder wird das in Gruppenarbeit gemacht oder es sind bereits Musterlösungen von den Vorgängern ergaunert und auswendig gelernt worden.

Ich frage mich daher, ob sich das auf diejenigen auswirkt, die "ehrlich" sind. Denn wenn alle ein bestimmtes Problem erkannt haben, die Schwachen, weil sie beschummeln und die echten Juristen, weil sie es einfach drauf haben, dann bekommt doch jeder etwas weniger Punkte oder? Oder wird da nicht vergleichend kontrolliert? Jedenfalls merkt man immer, dass die Klausuren schlechter ausfallen, wenn die Lösung nicht vorher irgendwo zu finden war bzw. die Kollegen nicht damit rechneten. Da ich denen nicht helfe, bin ich bei solchen Klausuren auch immer der Beste oder zumindest unter den Top 3. Aber dann kommt die große Mitleidsnummer und die anderen AG-Leiter lassen das durchgehen oder geben Personen, die viel Ausschnitt zeigen Hinweise auf die nächste Klausur.

Ich finde das jedenfalls eine Frechheit, dass nichts dagegen unternommen wird. Entweder die Klausuren sind alle freiwillig und gut ist, dann entscheidet jeder selbst, wie er vorgeht oder man kann es auch gleich lassen. Ich habe im ersten Examen durchgehend 2stellige Noten in den Prüfungen gehabt, obwohl ich im StrafR und ÖR noch NIE eine 5 stünde Examensklausur zur Übung geschrieben habe (sonder nur die Lösungen von solchen gelernt!) und im ZivilR nur 3 Übungsklausuren! Fazit: Freiwillig wäre besser. Aber wenn schon Pflicht, dann sollte keine Gelegenheit geben werden, dass Einzelne durch etwa bestimmte Beziehungen zu den Vorgängern der AG Vorteile erschleichen können.

Das ist doch nicht normal, dass man durch die Pflicht zu Übungsklausuren in dem Alter noch so bevormundet und gleichzeitig verarscht wird.

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Re: Ref-Klausuren

Beitrag von Nafets erstellt am: 9. Aug 2017, 15:29 Uhr

Also jemand der sich DER JURIST nennt und natürlich immer zweistellige Punktzahlen in den Klausuren hatte, braucht doch solche Zweifel nicht zu haben. Der Korrektor wird beim Lesen deiner Klausur deine überragenden juristischen Fähigkeiten selbstverständlich erkennen und zu würdigen wissen. Das Du mit dem durchschnittlichen juristischen Fußvolk nichts zu tun hast, fällt da doch sofort auf, selbst wenn auch andere die Lösung kennen.

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Re: Ref-Klausuren

Beitrag von TobiasG erstellt am: 9. Aug 2017, 17:24 Uhr

Ich verstehe ehrlich gesagt das Problem auch nicht ganz. In der Schulzeit mag man sich zu Recht über solche Verhaltensweisen geärgert haben, denn da flossen die Fortgangsnoten ja idR direkt ins (Abi-)Zeugnis mit ein. Aber die AG-Zeugnisse sind ja letztlich wertlos, und diejenigen, die nur durch Schummeln in den AG-Klausuren gute Noten erreicht haben, werden ihre Quittung wohl im Examen schon bekommen, wo Du dann ja wieder unter die "Top 3" kommen dürftest :thumbup:

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Re: Ref-Klausuren

Beitrag von Herr Anwalt erstellt am: 9. Aug 2017, 22:42 Uhr

Das ist das Leben und so war es und wird bis zum Ende der Zeit sein.
Sich in Grauzonen zu bewegen ist eine Überlebensstrategie vieler Menschen.
Absolute Gerechtigkeit wirst du nie finden.
Jeder muss die Nutzen und Risiken selbst ausloten.
Wer es im Examen drauf anlegt, kann dabei gut auf die Nase fallen.
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Ref-Klausuren

Beitrag von Väinämöinen erstellt am: 10. Aug 2017, 05:22 Uhr

Ich verstehe die Aufregung nicht. In den AGen werden - auch dem Ausbildunsstand entsprechend- gerne alte Klausuren aus den 80ern / 90ern genommen. Die haben mit richtigen Examensklausuren nichts mehr zu tun.

Die AG-Klausuren muss man eigentlich in 3 Stunden geschrieben haben und dreistellig punkten, um einen Vergleich zum richtigen Examen zu haben.

Also entspannt bleiben....

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Re: Ref-Klausuren

Beitrag von Der JURIST erstellt am: 10. Aug 2017, 15:04 Uhr

Bei mir in Bayern werden Original-Examensklausuren der letzten 10 Jahre (zuletzt auch aus 2014/16) genommen Wenn was dran kam, womit keiner rechnete im ZivilR und StrafR fallen die wie in "echt" auch mit 4,XX oder 5,XX aus, obwohl fast ein Drittel meiner Kollegen mindestens ein VB im ersten Examen hatten. Soweit so gut. Mein Probl. ist aber, dass angeblich in der mündlichen Prüfung ( die in einer anderen Stadt statt findet) die AG Zeugnisse berücksichtigt werden, wenn man zwischen zwei Notenstufen steht und da wirkt sich das aus, dass manche beschummelt haben... Klingt zwar nach Gejammer, aber ich will damit nur sagen, dass dieses System Müll ist und man entweder Aufpasser bei den Pfllichtklausuren einsetzt oder komplett auf freiwillig setzt und diese AG-Zeugnisse wirklich wertlos macht. Letztenlich sollte man in diesem Alter und nach absolvierten Jura-Studium nicht mehr so bevormundet werden, schließlich zählt nur die Examensnote. Aber so sind das halbe Sachen und Kindergarten. :hammer:

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Re: Ref-Klausuren

Beitrag von TobiasG erstellt am: 10. Aug 2017, 15:39 Uhr

Also wir haben in Bayern hauptsächlich schon "ältere" Klausuren geschrieben, zumindest zu Beginn in den AGs. Dass Mal eine von Ende der 90er Jahre dabei war, war zwar die Ausnahme, aber 2000-2007 schon eher die Regel. "Brandaktuelle" kamen dann erstmals im Probeexamen, und da hat man schon deutlich den Unterschied gemerkt, insbesondere in der Revisionsklausur, wo auf einmal doppelt so viele Verfahrensrügen drin waren wie sonst. Dass die AG-Klausuren den Ausschlag geben bei der mündlichen Prüfung, habe ich so ehrlich gesagt noch nie gehört. Das mag eine "offizielle" Begründung sein, wenn man sonst keine Gründe findet, um einen eher schwächeren Kandidaten noch zusätzlich anzuheben, aber dann wird zunächst auch noch eher auf das evtl. stärkere 1. Examen abgestellt - so hab ich das jedenfalls erlebt. In Bayern ist es doch sowieso recht einfach: Nachdem die Mündliche relativ wenig zählt, bleibt man entweder gleich oder verbessert sich um maximal 1,5 Punkte im Vergleich zur schriftlichen. Um die Noten in den AG-Klausuren schert sich dabei aber in aller Regel niemand.

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Ref-Klausuren

Beitrag von Väinämöinen erstellt am: 10. Aug 2017, 17:56 Uhr

Dieses Gerücht mit "zwischen zwei Noten" hält sich hartnäckig. Es kommt in der Praxis aber nicht vor.

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Re: Ref-Klausuren

Beitrag von Der JURIST erstellt am: 11. Aug 2017, 11:14 Uhr

TobiasG hat geschrieben:"Brandaktuelle" kamen dann erstmals im Probeexamen, und da hat man schon deutlich den Unterschied gemerkt, insbesondere in der Revisionsklausur, wo auf einmal doppelt so viele Verfahrensrügen drin waren wie sonst.


Gibt es diese Rev.Klausuren eigentlich nur im Strafrecht?

Weil im Knöringer, in der AG usw. wird in ZPO immer nur die Berufung dargestellt... Im Verwaltungsrecht genauso. Und aus der Japo wird man da ja auch nicht schlau.
Heißt zwar immer, man muss mit allem rechnen, irgendwie scheinen sich doch aber bestimmte Klausurtypen in den jeweiligen Rechtsgebieten eingebürgert zu haben. Nur sollte man sich wahrscheinlich nicht darauf verlassen...

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Re: Ref-Klausuren

Beitrag von TobiasG erstellt am: 12. Aug 2017, 10:34 Uhr

Also meines Wissens kommt Revisionsrecht ausschließlich im Strafrecht dran. Tatsächlich ist es ja auch nicht unrealisitisch, dass man als Anwalt früh in seiner Karriere dazu kommt, eine Revision zum OLG oder BGH zu verfassen, während man als Anwalt im Zivilrecht dafür die BGH-Anwaltszulassung bräuchte ...

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