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Durchschnittalter im Ref ?!

Alles rund um das juristische Referendariat (Organisatorisches, Ablauf, Krankenversicherung usw.)

Durchschnittalter im Ref ?!

Beitrag von Gretchen2.0 erstellt am: 23. Sep 2017, 09:00 Uhr

Hallo Zusammen,

mich beschäftigt aktuell eine Frage und vllt könnt ihr ja ein paar Antworten/Erfahrungen/Gedanken dazu beisteuern.

Ich schreibe aktuell 1. Examen in NRW, habe die letzten 15 Monate im Rep gesessen. Sowohl im Rep als auch während der letzten beiden Examenstage saß ich -gefühlt- unter 20 bis maximal 25 jährigen. Das ist auch alles nicht schlimm, ich fühle mich deswegen nicht unwohl. Ich weiß auch, dass viele noch den Schwerpunkt nach dem Examen machen müssen. Ich selbst bin aktuell 34, werde bei Ref-Beginn nächstes Jahr gerade 35 sein (hab den Schwerpunkt zum Glück schon in der Tasche ;-) ). Bei mir hat der Weg zum Examen einfach länger gedauert.

Ich würde von euch gerne wissen, wie bei euch der Altersdurchschnitt im Ref war? War das Alter (und der "Werdegang") außerhalb von privaten Gesprächen überhaupt groß Thema? Wisst ihr vllt wie "ältere" Referendare von Richtern/Staatsanwälten behandelt wurden, bzw ob es da aufgrund des Alters irgendwelche "Nachteile" gab?

Ich arbeite bereits seit einigen Jahren in einem Konzern als Werkstudent und habe dort natürlich auch viele sehr viel jüngere Kollegen als Werkstudenten und Praktikanten, aber auch Bachelor-Absolventen, die mir mit Anfang 20 quasi vorgesetzt sind. Ich bin zu Beginn meiner Tätigkeit von einigen aufgrund meines langen Studiums gelächelt worden, direkt und indirekt. Meine Chefin hat wohl irgendwann mal einige der Gründe für mein langes Studium ansatzweise durchsickern lassen und seitdem empfinde ich keine "Belächelung" mehr, allerdings möchte ich im Ref auf gar keinen Fall mit meinem persönlichen Elend als Grund fürs Langzeitstudium hausieren gehen...das wird im Gespräch vor der mündlichen schon ätzend genug werden sobald da die Sprache drauf kommt :-/

Dementsprechend mache ich mir natürlich so meine Gedanken.

Gretchen2.0

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Re: Durchschnittalter im Ref ?!

Beitrag von Bruno erstellt am: 23. Sep 2017, 09:29 Uhr

Man muss das zynisch sehen. Jemand, der mit 24 schon sein Assessor Examen ablegt, kann mit 60 sterben, ein 35- Jähriger, der grad fertig wird, kann vielleicht bis 75 arbeiten, wenn er fitte 90 wird. Also, wen interessiert das Alter :crazy:

Bruno

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Re: Durchschnittalter im Ref ?!

Beitrag von Gretchen2.0 erstellt am: 23. Sep 2017, 09:43 Uhr

Es sind weniger die Job-Chancen, um die es mir geht, da mache ich mir ehrlich gesagt gar keine Sorgen.
Mir geht's eher um die "Behandlung" im Ref - ich habe keine Referendare im Freundes-/Bekanntenkreis, die ich fragen könnte, daher frage ich hier. Ich weiß nämlich nicht, wie ich mir das im Ref überhaupt vorstellen soll, zB in der AG, welche Infos hat der AG-Leiter über seine Teilnehmer?
Ich kenne nämliche folgende Situation zu Genüge: "Du bist 34 und studierst noch?" - "Ja" - "Dann hast Du vorher schon eine Ausbildung gemacht?" - "Nein" - "Oh". Und zack ist der Stempel "Dumm" oder "Was ist bei Dir bloß alles falsch gelaufen?!" da... normalerweise interessiert mich das nicht und ich rechtfertige das auch nicht, ich würd mir halt nur wünschen, dass Alter und Semesteranzahl im Ref in der AG und bei den betreuenden Richtern/Staatsanwälten keine Rolle spielen und ich da nicht mit Gründen um die Ecke kommen muss, weshalb ich erst mit Mitte 30 im Ref bin.
Würd mich halt interessieren, wie andere das im Ref erlebt haben.

Wie gesagt, um Job Chancen geht's mir gar nicht.

Gretchen2.0

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Re: Durchschnittalter im Ref ?!

Beitrag von Maze erstellt am: 24. Sep 2017, 12:42 Uhr

Ich würde mal sagen: wer länger studiert ist weniger arbeitslos :D

Spaß beiseite: das Alter, gerade bei Juristen, sollte nur eine untergeordnete Rolle spielen. Einen 24-jährigen Assessor bei dem im Leben immer alles glatt lief, wahrscheinlich noch bei Mami und Papi wohnt und im Leben nie ernsthafte Probleme hatte, könnte ich auf dem Richterstuhl kein Stück für voll nehmen. Du hast den Leuten eins voraus und das ist Lebenserfahrung.

In meiner Ref-AG waren Leute teilweise auch schon weit über dreißig, einer glaube ich sogar schon fast vierzig.

Das ist alles okay. Da wird kaum einer ein Problem mit haben.

Zugegeben: bornierte Schnösel, die einem scheele Blicke verpassen, gibt es überall aber ich selbst habe mir angewöhnt auf diese Kategorie von Kollegen gepflegt zu sch**** und das würde ich an deiner Stelle auch tun.

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Re: Durchschnittalter im Ref ?!

Beitrag von TobiasG erstellt am: 25. Sep 2017, 07:53 Uhr

Also hier war schon das Durchschnittsalter wohl mindestens Ende 20 im Ref, und es hat, soweit ich es mitbekommen habe, keinen Ausbilder auch nur ansatzweise gestört, ob jemand älter oder jünger war - wieso auch? Sowohl in meiner als auch in AGs von Freunden gab es immer ein paar "Ausreißer", die sehr viel älter waren, also Ü40, z.T. sogar Ü50, weil sie z.B. aus dem Ausland gekommen sind, vorher einen ganz anderen Berufsweg eingeschlagen haben usw., auch die wurden gut "integriert". Ich kann mir sogar vorstellen, dass es für manch einen Ausbilder angenehmer ist, mit einem "älteren" Referendar zu tun zu haben als mit jemandem, bei dem er sich denkt, der hat außer Abi und Studium nichts gemacht im Leben. Und Mitte 30 ist jetzt wirklich kein Alter. Wenn man noch aus der "alten" Generation mit G9 und evtl. Zivil-/Wehrdienst kommt, dann ist man schon bei normalem Studienverlauf mindestens Mitte 20, wenn man ins Ref kommt. Dann gibt's viele, die das Examen so lange wie möglich rausgeschoben haben oder durchgefallen sind und auch solche, die drei Jahre promoviert, ggf. noch ein "Urlaubssemester" eingelegt und/oder einen LLM gemacht haben, so dass 30 nichts Ungewöhnliches ist. Also: Es gibt wirklich Wichtigeres, um das man sich Gedanken machen müsste.

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Re: Durchschnittalter im Ref ?!

Beitrag von Gehirnschnecke erstellt am: 26. Sep 2017, 18:27 Uhr

35 Jahre sind doch kein Alter.
Bei mir in der AG sind die meisten Ende 20. Viele sind 30, 31. Zwei sind älter. Gut... ein besonders helles Licht ist 23 Jahre alt. Aber das ist wohl die Ausnahme.

Ich weiß nicht, ob Dir das was bringt aber ich möchte folgendes dazu sagen:
Wer kein Verständnis dafür hat, dass es auch normal ist, wenn man ein Rechtswissenschaftsstudium mit 34 Jahren beendet ... von dem würde ich auch gar nicht bewertet werden wollen.

Im Leben läuft nicht immer alles glatt. Irgendwann triff es jeden mal. Wer Abi, 1. und 2. Examen ohne Pause hintereinander weggeackert hat...der ist früh fertig. Und zwar wortwörtlich.

Vieles kann man in einem Lebenslauf eben nicht lesen. Z.B., ob eine Lücke deswegen entstanden ist, weil ein Familienmitglied krank geworden oder gestorben ist..vielleicht ist man auch selber krank geworden..physisch oder psychisch.. vielleicht hat man auch alles gegeben und ist trozdem gescheitert. Es sind nicht gerade wenige, die das erste Examen gar nicht oder erst beim zweiten oder dritten Versuch bestehen. Das sollte man nicht vergessen.

Ich glaube nicht, dass Du im Ref wegen Deines Alters anders behandelt werden wirst.
Und selbst wenn: Jeder hat einen "Schönheitsfehler". Niemand ist perfekt. Die Perfektion eines Menschen misst sich daran, wie wir mit den "Schönheitsfehlern" anderer umgehen.

Halt die Ohren steif.

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Re: Durchschnittalter im Ref ?!

Beitrag von CessioLegis91 erstellt am: 27. Sep 2017, 15:58 Uhr

Hallo,

ich habe das Ref 2016 begonnen. In meiner Gruppe waren ursprünglich 18 Leute - die meisten waren zwischen 26 und 28. Zum Start waren drei aus der Gruppe über 30 (31 - 33 Jahre).

Wir hatten am Anfang jeder Station immer eine kleine Vorstellrunde in der man auch über seinen bisherigen Werdegang berichten konnte. Ich glaube aber, dass das die AG Leiter eher aus Interesse und Höflichkeit gemacht haben. Den meisten AG Leitern und Einzelausbildern dürfte dein Vorleben was Noten usw. angeht relativ schnuppe sein.

Ich denke, du solltest dir gar keine Sorgen deswegen machen - zumindest bei uns war das Alter niemals ein Thema und ich habe auch nicht mitbekommen, dass einer meiner Kollegen von der ü30 Fraktion irgendwelche Nachteile oder ähnliches durch sein Alter gehabt hätte. Warum auch? Wir haben alle Jura studiert und wissen aus eigener Erfahrung wie lange das Studium dauert.

Also nur Mut :)

CessioLegis91

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Re: Durchschnittalter im Ref ?!

Beitrag von Hubert_Hahn erstellt am: 29. Sep 2017, 08:19 Uhr

Alles bereits gesagt. Anfang 30 und Ref geht in meinen Augen noch als "normal" durch. Ich habe übrigens sogar die Erfahrung gemacht, dass das nicht mal bei Bewerbungsgesprächen interessiert, wie alt du bist bzw. wie lange du studiert hast. Noten & Autreten sind entscheidend. Ich habe von einem Personaler den Satz gehört: "Bei Ihnen machen wir uns da aber keine Sorgen, Sie sind erwachsener als andere Bewerber." Meine toll vorbereitete Erklärung, warum ich so lange studiert habe, brauchte ich irgendwie bisher nicht. ;)

Und bzgl. der Vorgesetzten Richter, Staatsanwälte, usw. im Ref (Einzelausbilder) würde ich das Alter (und damit hoffentlich geistige Reife) eher als Vorteil sehen, dass du da nicht son verschämtes Mäuschen bist und man ggf. auch mal private Gespräche führen kann, also einfach eine Ebene hat. Bei mir war das nur positiv!

Ich finde eher etwas fragwürdig, dass dich das überhaupt beschäftigt. So wenig Selbstwert / Selbstbewusstsein? Wenn alle > 25 sind ist das doch echt nicht mehr so entscheidend im Miteinander. Als 18-jähriger unter 15-jährigen ist doof, aber so!?

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Re: Durchschnittalter im Ref ?!

Beitrag von Der JURIST erstellt am: 19. Jan 2018, 22:34 Uhr

Hubert_Hahn hat geschrieben:Alles bereits gesagt. Anfang 30 und Ref geht in meinen Augen noch als "normal" durch. Ich habe übrigens sogar die Erfahrung gemacht, dass das nicht mal bei Bewerbungsgesprächen interessiert, wie alt du bist bzw. wie lange du studiert hast. Noten & Autreten sind entscheidend.


Wer mit Anfang/über 30 aus dem Ref. geht, sollte lieber eine vorherige Ausbildung nachweisen können oder Elternzeit. Alles andere heißt, dass derjenige eine mehrjährige Haftstrafe verbüst hat und nur zum Ref. zugelassen wurde, weil´s getilgt ist, z.B. wenn im Jugendalter eingesessen. Habe ich zumindest so gehört.
Dabei könnte man ja auch im Lotto gewonnen und davon gelebt haben oder dergleichen oder von einem Erbe, wenn endlich die Omma gestorben ist. Aber die Arbeitgeber werden angeblich immer misstrauisch bei Lücken im Lebenslauf, wenn die länger als 2-3 Monate sind.

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