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Durchgefallen, Wiederholungsversuch & Widerspruch

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Das Leben fragt einen eben nicht...

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Re: Das Leben fragt einen eben nicht...

Beitrag von Mars-Maus erstellt am: 28. Feb 2017, 22:58 Uhr

Anzugträger hat geschrieben:
Ich habe mich vor kurzem mit einem langjährigen Freund unterhalten, der ebenfalls Jura studiert. Auf die Frage "Warum mir das in der Deutlichkeit denn damals niemand gesagt hätte" erwiderte er, dass man selbiges eben doch getan hat.


Ja, und trotzdem kann man das - wenn man frisch von der Schule kommt und wenn man grade mal so um die 18,19, 20 ist - gar nicht richtig einordnen. Man hat die Info gekriegt. Ja. Aber es bedeutet überhaupt nicht, dass man die dann richtig bewerten kann und das passiert doch massenweise. Deshalb stehen die doch heute immer noch so auf den Studiengang Jura, obwohl es soviel neue Möglichkeiten gibt, dass es ziemlich sträflich ist, sich auf die alten traditionellen Studiengänge zu verlegen, eher man das Angebot richtig sondiert hat. Aber da muss man auch den Lehrern an den Schulen eine Mitschuld geben. Die sind eigentlich auch dafür da, bei der Berufswahl ein bissl als Ansprechpartner zu dienen und was passiert? Nix. Die einen haben erfahrene Eltern, die sich kümmern. Andere hingegen stehen völlig allein da und müssen Entscheidungen treffen, für die sie gar nicht aufgestellt sind. Da geht's mittlerweile um alle möglichen Kreditmodelle für Studiengänge, das kann kein Mensch mit 18-20 vernünftig einschätzen. Manche würden sich durchaus Beratung wünschen und Rat annehmen, aber da muss man erst mal jemanden finden, der nicht allgemein irgendwo in Medien was erzählt, sondern ganz gezielt auf die eigene Situation eingeht. Da wird immer wieder auch viel von den Beratungsstellen der Unis angeboten. Na ja, erstens kommt das zu spät und meistens sind es auch nur Psychos und Sozialarbeiter oder Lehrer, die da beraten, aber von der Wirtschaft und den Berufsbildern und den unterschiedlichen Wegen in den Berufszweigen haben die null Ahnung, also auch nicht vom Arbeitsmarkt. Da läuft viel mehr schief, als ein Abiturient rausreißen könnte, indem er sich kundig macht.

Anzugträger hat geschrieben:Er hat Recht gehabt. Wirklich JEDER hat mir von diesem Studium abgeraten. Ich habe Culpas Seite ziemlich oft frequentiert und mich umfassend eingelesen. Ich wusste eigentlich alles.


Man weiß aber über die eigene Begabung nichts. Deshalb fände ich ein gescheites Auswahlverfahren vorher viel wichtiger als sie Sieberei zum Ende des Studiums. Es gibt Leute, die kriegen in Jura keinen Fuß auf den Boden, obwohl die anderswo brilliant wären. Aber man hat auch keine 10.000 Jahre Lebenserwartung, insofern sind Studien- und Berufwahl einfach auch Geschichten, die man nur ein, zwei, drei Mal im Leben einpflegen kann, mehr geht fast nicht. Wäre auch nicht wünschenswert, wenn noch mehr Ausbildung im Lebenslauf wäre.

Anzugträger hat geschrieben: Meine eigene Ignoranz/Arroganz hat mich trotzdem dazu getrieben, jedem, der sich unter anderem in diesem Forum hier diesbezüglich zu Wort gemeldet hat, automatisch innerlich die Glaubwürdigkeit abzusprechen ("Jaja red du nur, du bist halt nicht so clever wie ich blablabla").


Ja, grade im Internet kennt einen doch keiner. Die Gefahr, dort mal auf die Schnelle als Depp eingestuft zu werden, ist da viel höher als im Real Life, wo man wenigstens noch die Stimme dazu hat, die Mimik, das Aussehen, Auftreten und oft noch Infos über diese Person. Im Internet kann man leicht als Hampelmann abqualifiziert werden, weil den Gegenbeweis zu erbringen ist dann relativ schwer. Und man muss dann schon sehr stark sein und sicher und gekonnt argumentieren, um wieder Boden zurückzugewinnen. Wenn der andere Dich von Anfang an nicht als "relevante Meinung" akzeptiert, dann haste gar keine Chance, gehört zu werden. Das prallt ab. Und jeder macht das. Besonders die jüngeren Leutchen urteilen sehr schnell und hören nicht lange zu. Das ist die Gameboy-Generation. Es muss dauernd den großen Knall geben, bunt sein und leuchten und Sound haben, dann ist es was. Wer mit langen Texten und kompliziertem Statzbau auf Geduld beim Leser hofft, der wird enttäuscht.


Anzugträger hat geschrieben:Man hat ja damals für die Schule nichts tun müssen, nur geschwänzt und mit den asozialen Freunden rumgehangen, trotzdem nen Abi unter 1,4 gemacht, warum sollte es also nicht so weitergehen? Der Rest ist halt einfach dumm.


Nein, es war nicht dumm. Es lief lange ohne jede Panne. Also: Wieso hätte man in Frage stellen sollen, dass es zukünftig anders werden soll. Ein gutes Selbstvertrauen ist der Anfang allen Erfolges. Es ohne trifftigen Anlass in Frage zu stellen, hätte Dir auch nicht gut getan. Darum ist es besser, nicht allzu streng mit sich zu sein und zu sagen: Gut, damals war das die Entscheidung und man muss jetzt sehen, wie und wo es weitergeht. Weil man den Freischuss vergeigt hat, ist noch längst nicht alles kaputt. Ich würde einen Schritt nach dem anderen machen und was nicht heute entschieden werden muss, das kann warten, bis die Entscheidung dafür oder dagegen Zeit hatte, um zu reifen.

Und in Jura kann man eben nicht von der Abinote ableiten, ob man später Jura kann. Das kann in anderen Studienfächer vielleicht zuverlässiger vorhergesagt werden, weiß ich nicht. In Jura kann man die Abinote nur als Indiz heranziehen, für mehr taugt es nicht.

Mit einem Abi von 1,4 oder besser hätte ich auf jeden Fall nicht Jura gemacht. Wer in dem Bereich sein Abi hinschmettert, noch dazu ohne wirklich viel dafür zu tun, der kann echt interessantere Dinge machen und bessere Jobs kriegen als die Juristerei zu bieten hat. Das muss man ja wirklich mal sagen, dass Jura echt nicht die Krönung im Bereich der Akademiker ist. Vielleicht liegt es den naturwissenschaftlich begabten einfach nicht, sich aus ewig langen Texten alle möglichen Infos rauszufischen, sondern manche sind ausgeprägte Zahlenmenschen und die gehören einfach in andere Disziplinen. Was ich als sehr anspruchsvoll ansehe, sind die ganzen Informatikstudiengänge, mein Ex-Freund hat das ein Semester lang gemacht und ist geflüchtet, ich kannte etliche IT-ler, Quality Manager, Betriebswirte, Leute aus der Erwachsenenbildung, Pharmazie, Physiker, Biologen, Psychos, Piloten, Medizinmänner... Auch Künstler, z.B. neulich einen gesehen, der Komposition studiert hat..... Da gibt's auch echt interessante, hochintelligente Leute, mitunter nicht unattraktiv. Also wer mir erzählt, dass Jura das einzig wahre Studienfach ist, den schicke ich mal in die Stadt.... in Bundesland ... in die Apotheke ..... Dort war ich letztens mal Schmerztabletten kaufen und dort stand mal so eine hübsche Apothekerin drin. Ganz junge Dame, Hyper-Blondine, wunderschönes Gesicht, perfekte Figur, super Stil, mit einem Augenaufschlag, das sich wohl jeder Kerl sofort in die verguckt hätte. Das war eine Traumfrau. Und dann hat die noch auf dem Schildchen "Apothekerin" stehen. Die war echt perfekt, hinreißendes Lächeln und supernett, sympathische Stimme. Und in meiner Stammapotheke gibt's so einen hübschen Apotheker. Der Orthopäde von meiner Mama ist ein Sahneschnittchen vom Feinsten. Mein Zahnarzt ist ein hübscher, lieber Kerl. Von wegen: Nur Juristen sind toll... Überall gibt es solche und solche Leute, das Wichtigste ist, eine Nische zu finden, wo man sich wohl fühlt, sowohl beruflich als auch privat.

Die Welt ist groß, man sollte sich mal ein bissl umsehen und wenn Jura nicht geht, halt was Anderes anpeilen und dort sein Glück versuchen. Ich würde, wenn ich nochmal die Wahl hätte, kein Jura mehr machen. Talent hin oder her, aber man muss sich nicht von so einem Massenfach quälen lassen, da gibt's freundlichere Alternativen. Medizin ist ein ganz heißer Kandidat, aber das muss man wollen. Und auch, wenn die Wartezeit hart ist, es gibt Möglichkeiten auch so ein Studienfach zu studieren, entweder mit Geld im Rücken gleich über's Ausland oder zuerst Ausbildung oder anderen Studiengang + dann arbeiten gehen und Medizin drauf satteln. Warum sind denn in Jura soviele drin? Weil's einfach ist, reinzukommen, und nicht, weil es später so traumhaft ist, darin zu arbeiten. Es gefällt sicher vielen, aber bei Leibe nicht allen auf die Dauer.

Mars-Maus

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Re: Das Leben fragt einen eben nicht...

Beitrag von Mars-Maus erstellt am: 1. Mär 2017, 16:09 Uhr

Manchmal könnte man den Eindruck haben, dass viele junge Menschen denken, dass das Glück vom Beruf/Job abhängt, vom Status....

Aber wenn man dann mal hinschaut und fragt bei denen, die wirklich top erfolgreich sind, die im Job oben sind, die Familien haben, die Partnerschaften haben, die funktionieren, wo alles perfekte heile Welt ist, kommt als Antwort:

Ausschlaggebend dafür, dass der Lebensentwurf sich verwirklichen lässt, ist die richtige Partnerschaftswahl.....

Und viel wichtiger als seine Nase in Bücher stecken und lernen ist immer noch, die richtigen Menschen zu finden, gute Freunde zu haben, den Menschen für's Leben an der Seite zu haben.

Wer nie erlebt hat, wie toll es ist, wenn eine Beziehung wirklich passt, stimmt und es einfach nur wunderschön ist, der hat doch noch gar nicht gelebt.

Es gibt ja nichts, was einem mehr gibt, was einen mehr elektrisiert, als wenn der richtige Mensch ins eigene Leben tritt, auftaucht und alles durcheinander bringt, während alles in Ordnung kommt, was vorher aus den Fugen war.

https://www.youtube.com/watch?v=TnWz3uNkOPU

Und ich frag' mich immer, wie jemand, der toll verbandelt ist, es aushält, in Ultrajobs 50 - 90 Stunden die Woche im Büro, im Flieger zu verbringen.... Da frag' ich mich auch, was das für Beziehungen sind, wo das der Normalfall ist, dass man sich eigentlich nicht sieht, kaum noch Zeit miteinander hat.....

Ob die ganz große Karriere erstrebenswert ist, das kommt irgendwann auf den Prüfstand und wenn es so sein soll, dann muss man bereit sein, sehr viel dafür zu opfern und zu verpassen, was der, der den keineren Job hat, vielleicht oft nicht entbehren muss.

Mars-Maus

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Re: Das Leben fragt einen eben nicht...

Beitrag von callofdutyboy erstellt am: 2. Mär 2017, 01:24 Uhr

Und ich frag' mich immer, wie jemand, der toll verbandelt ist, es aushält, in Ultrajobs 50 - 90 Stunden die Woche im Büro, im Flieger zu verbringen.... Da frag' ich mich auch, was das für Beziehungen sind, wo das der Normalfall ist, dass man sich eigentlich nicht sieht, kaum noch Zeit miteinander hat.....(Mars-Maus)

Im Ref. wurde uns zu Beginn von einer AG-Leiterin gesagt, dass der Beruf wichtiger sei als der Partner, da man mit der Arbeit mehr Zeit verbringe :giggle:
Ich glaube, dass in einer Beziehung das Wechselspiel von Nähe und Distanz wichtig ist. Zumindest als Mann braucht man auch mal Zeit ohne die Frau. 50 Stunden von Mo.-Fr. könnte ich mir noch vorstellen...mehr aber nicht. Vorausgesetzt natürlich, der Job erfüllt einen einigermaßen.

Leider ist es ja auch so, dass sich der Wert einer Person in unserer Gesellschaft eigentlich nur nach seinem Beruf und Einkommen, bzw. seinem Vermögen richtet. Wenn du ein Arzt bist, dann bist du für die Leute der Arzt. Gleiches gilt für den Richter etc.
Wenn du aber arbeitslos und Hartz4-Bezieher bist, dann bist du für die allermeisten - so hart es klingen mag- ein Loser.

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Re: Das Leben fragt einen eben nicht...

Beitrag von CarpeDiem2 erstellt am: 2. Mär 2017, 02:46 Uhr

callofdutyboy hat geschrieben:
Im Ref. wurde uns zu Beginn von einer AG-Leiterin gesagt, dass der Beruf wichtiger sei als der Partner, da man mit der Arbeit mehr Zeit verbringe


Das wird doch schon vor dem Studium eingetrichtert. In der heutigen Gesellschaft ist man nur was Wert, wenn aus einem was geworden ist. Man beruflichen und finanziellen Erfolg hat. Selbst Beziehungen hängen davon ab. Oder gar Freundschaften. Man schaue mal auf die Zeit zurück, die besonders schwer war und wieviel Leute in Wirklichkeit auch da waren oder wieviel plötzlich nicht mehr da waren.

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Re: Das Leben fragt einen eben nicht...

Beitrag von callofdutyboy erstellt am: 7. Mär 2017, 05:53 Uhr

CarpeDiem2 hat geschrieben:Das wird doch schon vor dem Studium eingetrichtert. In der heutigen Gesellschaft ist man nur was Wert, wenn aus einem was geworden ist. Man beruflichen und finanziellen Erfolg hat. Selbst Beziehungen hängen davon ab. Oder gar Freundschaften. Man schaue mal auf die Zeit zurück, die besonders schwer war und wieviel Leute in Wirklichkeit auch da waren oder wieviel plötzlich nicht mehr da waren.


Der Egoismus nimmt definitiv zu oder hat zugenommen. Wenn uns allen nur noch Geld wichtig ist, dann kann man uns leichter lenken, manipulieren und kontrollieren.

Wenn ich bedenke wieviel Zeit ich ins studieren von Jura investiert habe. Vor allem die letzten 1,5 Jahre. Das Assessorexamen hat mir alles abverlangt. Wenn man mit nem ausreichend aus dem ersten reingeht, wird's hart. In der Repetenten-AG hatte alle ne 4 im ersten. Ein AG-Leiter meinte dort auch, dass es ganz selten ist, dass dort Leute landen, die mit 3 oder besser im 1. Examen abschnitten.. Allerdings musste ich für mein 4-er Examen im Feischuss leider auch schon 1 Jahr hardcore lernen. Das Problem war, dass ich nicht kontinuierlich gelernt habe und die Dinge nicht immer wiederholt habe. Im Studium habe ich immer wieder Zeiten gehabt, in denen ich nix getan habe. In den Semesterferien wollte ich dann lieber Disco, Party,...als dranbleiben und lernen. Ich wusste, dass es scheiße war. Ich hatte immer wieder gedacht. Mensch, für die Semester-Abschlussklausuren haste soviel gelernt. Wiederhol den Stoff langfristig mit deinen Karteikarten, damit du ihn nicht irgendwann wieder neu lernen musst. Dachte ich schon im Grundstudium. Ich hab's aber nie gemacht....Nach dem 1. Examen brauchte ich dann irgendwie erstmal wieder mehr Freizeit. War ein Fehler, dass ich mich sofort ins Ref. stürzte. Also quasi1 Jahr Auszeit im Ref...Dann Rückstände ohne Ende nach dem ersten Jahr. Ein halbes Jahr für den ersten Versuch hat dann nicht mehr gereicht.
Die letzten 1,5 Jahre hab ich jetzt sehr viel gemacht.
Ich habe Freunde vernachlässigt, ich habe keine echten Freunde mehr. Meine Freundin ist mir auch nicht mehr so nah. Hört sich komisch an, ist aber so. Meine sportlichen Fitnessaktivitäten habe ich auf 2 mal die Woche zurückgefahren-war mal täglich. Alles habe ich dem Assessorexamen geopfert. Ich hoffe es hat sich wenigstens etwas gelohnt...in etwas mehr als 2 Monaten weiß ich Bescheid. Es geht um alles oder nix- es war der letzte Versuch, der Gnadenversuch....
Gut, dass es vorbei ist. So oder so...

callofdutyboy

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Re: Das Leben fragt einen eben nicht...

Beitrag von Mars-Maus erstellt am: 9. Mär 2017, 21:40 Uhr

Daumen sind gedrückt!!!

Mars-Maus

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Re: Das Leben fragt einen eben nicht...

Beitrag von callofdutyboy erstellt am: 10. Mär 2017, 00:46 Uhr

Danke, liebe Mars-Maus! :thumbup: :rolling:
Ich brauche das! Es wird knapp werden. Mach es bitte wirklich. :thumbup:

callofdutyboy

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Re: Das Leben fragt einen eben nicht...

Beitrag von Mars-Maus erstellt am: 10. Mär 2017, 20:36 Uhr

callofdutyboy hat geschrieben:Danke, liebe Mars-Maus! :thumbup: :rolling:
Ich brauche das! Es wird knapp werden. Mach es bitte wirklich. :thumbup:


Fest versprochen! ;-)

Und das mit der Freundin... Vielleicht einfach wieder mehr miteinander machen und sich wieder näher kommen.

Freunde alle weg? Mist, kommt aber vor. Halt langsam wieder die Aktivitäten aufnehmen und neue Leute kennenlernen. Freundschaften halten dann, wenn man sie regelmäßig pflegt. Das ist das, was die Freundschaften mit Haltbarkeitsdatum versieht.

Und weil oben noch sinngemäß stand, dass nach einer endgültig bestanden Prüfung alle Leute abhauen....

Das nach einer gescheiterten Prüfung immer alle Leute einen im Stich lassen, passiert sicher oft. Aber es müssen nicht alle verloren gehen. Oft ist ein Problem, dass derjenige, der durchgefallen ist, sich zurückzieht und nicht mit der ganzen Situation klarkommt. In der Lage bräuchte man eigentlich Trost und Aufbauen, das machen die engeren Freunde eigentlich auch. Aber wenn derjenige, den es selbst getroffen hat, dann das nicht aushält, dass die anderen es gepackt haben und er nicht, dann verläuft es sich meistens im Sande. Es ist zwar schwer, dann in Kontakt zu bleiben, wenn der andere eben das 1. oder 2. Examen in der Tasche hat und diesen normalen Weg dann weitergeht, während der Betroffene erst mal aus der Bahn geworfen wird. Da muss man selbst auch viel Frust und Konfrontation aushalten können, damit die Freundschaften zu juristischen Mitstreitern weiterhin funktionieren können.

Bei mir sind nicht alle Freunde weg gewesen, wenn was nicht mehr funktioniert hat. Aber als ich jünger war, hab' ich mich dann selbst ausgeklinkt, weil ich einfach nicht sehen wollte, dass die anderen immer weiterkommen und ich im Studium hänge. Das liegt auch viel an einem selbst. Die Clique hat sich sehr bemüht, hat angerufen, Karten geschickt, aber von mir kam dann nix mehr.

Als ich durch's 2. gefallen bin, hab' ich es anders gemacht und hab'so meine Freundschaften erhalten können. Aber damit muss man seinen Umgang finden und auch den anderen es irgendwo möglich machen und darf's Ihnen nicht schwer machen, dass sie im Kontakt bleiben wollen. Man darf sich auch trösten lassen und das machen gute Freunde auch. Und die anderen sieht man idR nach den Prüfungen sowieso nie wieder, die sind schnell in alle Winde zerstreut. Das ist einfach die Realität. Das Leben geht für die weiter und sie müssen sich auf die nächsten Etappen machen. Es ist normal, dass die weiterziehen und sich nicht mehr umkucken.

Es liegt schon auch bei einem selbst, wie man dann mit einem Misserfolg umgeht und ob die Freunde eine Chance haben, weiter dabei zu sein. Es kuckt keiner auf einen runter, der ein echter Freund ist. Und die, die es tun, sind keine echten Freunde und in so einem Fall ist ein Verlassenwerden auch kein Verlust. Es zeigt einem schon auch, wer sich wirklich für einen als Mensch interessiert.

Mars-Maus

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Re: Das Leben fragt einen eben nicht...

Beitrag von Anzugträger erstellt am: 22. Mär 2017, 09:14 Uhr

Das mit den Freunden etc ist in meinen Augen noch das geringste Problem, das man haben kann.
Lustig wird es dann, wenn in der eigenen Familie auf einmal gewisse Spannungen entstehen. Dann wird aus dem vormals stolz geäußerten Ausruf "Mein Sohn studiert Jura" mal ganz schnell ein "Mein Sohn bekommt es nicht geregelt". Herrlich sowas, einfach herrlich.

Anzugträger

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Re: Das Leben fragt einen eben nicht...

Beitrag von Mars-Maus erstellt am: 26. Mär 2017, 14:18 Uhr

Anzugträger hat geschrieben:Das mit den Freunden etc ist in meinen Augen noch das geringste Problem, das man haben kann.
Lustig wird es dann, wenn in der eigenen Familie auf einmal gewisse Spannungen entstehen. Dann wird aus dem vormals stolz geäußerten Ausruf "Mein Sohn studiert Jura" mal ganz schnell ein "Mein Sohn bekommt es nicht geregelt". Herrlich sowas, einfach herrlich.


Ja, kann ich mir gut vorstellen... :roll:

Wenn man eh schon down ist und es wirklich brauchen könnte, dass einem jemand sagt: "Kopf hoch, auch wenn grade alles beschissen läuft." und dann solche Sprüche kommen, dann trifft einen das knallhart. Tut mir sehr leid für Dich, ich kann's nachfühlen.

Leider muss man oft nicht nur siche selbst neu aufbauen, sondern auch noch das Umfeld, obwohl man echt genug zu verkraften hat. Meiner Freundin ging's auch. Die Mutter hat mehr geheult, als es mit Jura nicht geklappt hat, als sie selbst. Erst als dann ein neuer akademischer Abschluss Jahre später kam, waren Mamis Wunden geheilt. :(

Trag's mit Fassung und mach' das Beste draus. Einen anderen Rat kann man Dir nicht geben. Es wird dauern, bis sich alles richtet und Du das alles erst mal verschmerzt hast und sich rauskristalisiert, wo Du letztlich weitergehen wirst.

Du bist durch den Freischuss gerauscht. Blöd, aber ok, ist jetzt so. Ich würde an Deiner Stelle dran bleiben. Du hast irrsinnig viel reingesteckt. Du kannst echt lernen und Du bist nicht dumm. Du hast soviel Stoff im Kopf. Du hast trotz allem noch gute Chancen, dass das alles noch floriert. Ich würde jetzt mal die Konzentration drauf legen, rauszufinden, was Du bei den Klausuren anders machen musst. Bei Dir wird Weniger Mehr sein. Du musst, wenn Du eine Klausur bearbeitest, mehrere große Schwerpunkte legen, meist zwischen 2-4 und dann die kleineren Probleme ein bisschen noch und die ganz kleinen Sachen knapp im Urteilsstil abhaken, den Mut haben, auch mal was wegzulassen. Ich könnte mir vorstellen, dass ein Profi, wie z.B. ein Repetitor Dir dazu was sagen kann, einfach mal die Klausuren anschauen lassen. Einfach mal fragen. IdR sind die da freundlich, weil man ja potentielle Kundschaft anwerben kann.

Dass man im ersten Anlauf voll auf die Fresse gefallen ist, bedeutet nicht, dass sich das nicht ändern könnte. Du bist eben ein sehr genauer Bearbeiter und in Deinem Fall geht das nach hinten los. Also versuch's mal, schlampiger vorzugehen. Das klingt irre, kann aber mal helfen.

Und letztlich ist es Dein Leben und Leute, die dumm oder unpassend reagieren wird's immer geben, in jeder Lebenslage. Die muss man einkalkulieren und man muss oft viel überhören, Ohren auf Durchzug schalten und weghören. Phasenweise Taubheit kann ganz schön helfen, das eigene Ego zu schützen.

Das mal was schief läuft, gehört einfach zum Leben. Und wenn's einem dann grade im 1. Examen oder 2. Examen passiert, ist das eine miese Sache. Du musst jetzt damit klarkommen lernen. Das ist passiert. Es geht andern auch so, immer mal wieder.

https://www.youtube.com/watch?v=g-0eW222lI0

Leck' eine Weile Deine Wunden, verkriech' Dich eine Weile. Und dann komm' wieder und leg' Dein Comeback hin. Und wenn sich rausstellen sollte, dass Jura und Du nicht passen, dann machst Du was Anderes, was Dir mehr liegt. Lass' Dich nicht für immer runterreißen. Du bist ein kluger Mensch, dh, Du wirst garantiert was finden, worin Du gut bist. Der Erfolg wird wiederkommen. Nur kann es eben dauern, bis Du Deine Nische gefunden hast. Da hilft oft auch nur Ausprobieren und Durchprobieren.

Ich wünsch' Dir alles Gute auf Deinem Trip, egal, wohin er geht.

Mars-Maus

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Re: Das Leben fragt einen eben nicht...

Beitrag von callofdutyboy erstellt am: 5. Okt 2017, 12:51 Uhr

Mars-Maus hat geschrieben:
callofdutyboy hat geschrieben:Danke, liebe Mars-Maus! :thumbup: :rolling:
Ich brauche das! Es wird knapp werden. Mach es bitte wirklich. :thumbup:


Fest versprochen! ;-)

Danke für´s Daumendrücken liebe Mars-Maus! Im letzten Versuch hatte ich das Glück auf meiner Seite :biggrin: :biggrin: :biggrin:

callofdutyboy

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Re: Das Leben fragt einen eben nicht...

Beitrag von Mars-Maus erstellt am: 18. Nov 2017, 13:26 Uhr

Man sieht immer wieder, dass es sich lohnt, auch bei Niederlagen nicht aufzugeben. Ob ein zweiter oder dritter Versuch doch noch gelingt, ist oft reine Nervensache. Viele lassen sich zuviel bange machen und dann geht natürlich gar nix mehr.

Wenn ich nochmal an der Stelle wäre, dass ich um's Examen kämpfen müsste, würde ich alles anders machen. Heute weiß ich einfach mehr und damals hatte ich dieses Wissen noch nicht. Wie man sieht, lernt man aus Fehlern und Erfahrungen doch und ich bin froh, hier und da jemandem per PN mal einen Denkanstoß mitgeben zu können und freu' mich auch, wenn diese Leute dann auch weiterkommen. Ich bin ja nicht mehr offiziell im Forum, sondern nur noch - auch ganz selten - im PN-Bereich. Nicht öffentlich zu schreiben ist doch eine ganz andere Geschichte. Insgesamt geht meine Forenaktivität aber gegen Null und ich bin selbst zum Lesen kaum mal da, einfach, weil ich keine Zeit habe und auch man irgendwann aus so einem Forum "rausgewachsen" ist.Man hat nicht mehr so den Bezug dazu.

Aber aus den Fehlern und der Erfahrung, die man gemacht hat, kann man natürlich dann auch lernen und Strategien entwickeln. Für mich kommen diese leider zu spät, für andere oft nicht.

Wie man sieht, empfiehlt es sich, das Ref in einem Land zu machen, wo es den 3. Versuch gibt.
Noch ein Wort an der Stelle, einfach, weil es mich freut, dass es gut ausgegangen ist:

Ich würde auch - ehrlich gesagt - wenn's irgendwie möglich ist, einem der schweren Bundesländer aus dem Weg gehen. Der ganz einfache Grund dafür ist:
2 Examina bestanden = Volljurist.

Dazu ist nicht mehr zu sagen. Das ist erst mal die wichtigste Sache, dass man es zum Volljuristen bringt.

Freut mich, dass es hier mit dem Volljuristen geklappt hat und meine Meinung dazu, wie's weitergehen kann, hab' ich per PN mitgeteilt und wünsche an der Stelle nochmals alles Gute für die Zukunft!

Mars-Maus

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Re: Das Leben fragt einen eben nicht...

Beitrag von Mars-Maus erstellt am: 2. Jan 2018, 18:40 Uhr

Mich hat's ja gewundert, dass nach meinem letzten Eintrag hier nicht wieder kam :

"Wieder da. Haha....". Hab' ich so nicht erwartet, war überraschend, aber schön, wieder was dazu gelernt. Manchmal werden negative Erwartungen auch enttäuscht. : ;-) Ich brauch' zum Glück kein Forum und manchmal wird man im Cyberspace nicht grade lieb behandelt, daher ist es ganz sinnvoll, sich doch wichtigeren Dingen zuzuwenden, wo man nötiger gebraucht wird und wo man es vor allem auch gedankt bekommt. Ich hab' jedenfalls genug zu tun und werde genug gebraucht, daher kann ich mich anderswo nützlich machen und mir ist nicht langweilig. Als ich mich über User des anderen Forums geärgert habe, hab' ich den Rat meines Mentors endlich ernst genommen und hab' mich rausgezogen. Er ist Personaler bei einem interantionalen Großkonzern, war da international im Management tätig und hat diverse andere berufliche Projekte, Ausbildungen und Tätigkeiten gemacht, also jemand, der viel rumgekommen ist, viel ausprobiert hat. Er hat gemeint: "Wenn die Leute nur meckern über etwas: Nimm's ihnen weg!".

So ist das: Meckert Dein Freund dauernd an Dir rum, diskutier' nicht mehr mit ihm, sondern trenn' Dich! Motzt die Belegschaft nur noch an der neuen Cafeteria rum, obwohl Essen auf hohem Niveau serviert wird, mach' die Cafeteria dicht!

Viele Leute sind so, dass sie das, was sie haben, nicht schätzen und sich nur drüber mockieren, bis man es ihnen dann wirklich entzieht. Erst, wenn die Lücke spürbar da ist, dann kommen die auf den Trichter, dass das, was da war, einen Wert hatte, für sie einen Wert hatte, den sie lange nicht erkannt haben, weil es war ja verfügbar. Erst, wenn etwas weggenommen wird, sehen viele, dass das was war, was sie gerne mochten oder wenigstens sowas war wie eine Gewohnheit, die dann doch irgendwie fehlt, weil man nicht mehr dran kommt.

Warum ich das schreibe? Weil es ein Thema ist, das mir immer wieder begegnet ist und ich denke, es passiert vielen Leuten, grade den netten und guten Charakteren, dass sie viel zu viel mitmachen, viel zu viel geben und oft nicht dementsprechend gutes Feedback kriegen. Man verschenkt sich oft und man sollte sich dafür zu schade sein, weil alle Zeit und alle Kraft, die man für Leute lässt, die es nicht wert sind, kommt nie wieder zurück.

Ich hab' dies am Deutlichsten in meiner Familie gesehen, wo ich heute denke, wäre ich bloß nach'm Abi direkt da weg und hätte mich nie mehr umgesehen. Ich hab's an Foren gesehen und es gibt weitaus schlimmeren Beschuss als in einem Juraforum möglich wäre. Ich hab's in den Beziehungen zu den Therapeuten gesehen, die letztlich in mich verliebt waren, wo ich mir viel habe bieten lassen, weil ich gehofft habe, dass ich da wenigstens dann den Therapieerfolg mitnehmen kann, was ich mitnehmen konnte, war Therapieflop auf ganzer Ebene, weil die letztlich nicht mehr als Profi, sondern schlicht als Männer am Start waren und statt Medizin gab's Beziehungsdrama verdeckt unter dem offiziellen Mantel der Therapie. Auch wenn man viel daraus gelernt hat, das war's alles miteinander nicht wert und ich hätte gut drauf verzichten können.

Hab' viel erlebt, viel mitgemacht, viel gelernt und zum Abschluss kann ich nur eins sagen: Wer in einer kaputten Familie groß wird, sollte sobald er kann, diese Familie verlassen und wegziehen und sein eigenes Leben leben und aufbauen. Das ist eigentlich der einzige Weg, der da funktioniert. Wenn man drin bleibt, kann man niemanden retten und sich selbst auch nicht. Wenn man weggeht und das macht, solange man noch fit und stark und jung ist und massig Optionen da sind, kann man sich eine eigene Basis schaffen und sich erholen und von dieser Basis aus kann man dann auch später anderen Familienmitgliedern helfen und raushelfen. Aber Bedingung ist, dass man erst mal selbst geht und für sich selbst sorgt und für sich selbst Ressourcen und Netzwerke schafft, auf die man dann auch zurückgreifen kann.

Anders funktioniert es nicht, happy zu werden. Wenn das Umfeld das falsche ist und schädlich ist, dann gelingt einem auf die Dauer nichts, schon gar nicht Jura. In Jura muss man immer mit der Konkurrenz kämpfen und dafür braucht man Zeit, Kraft und Nerven, um wirklich Jura zu machen, sich mit dem Stoff zu beschäftigen. Wenn man x Krafträuber hat, die einem Zeit und Energie abziehen, kann man in Jura nie wirklich konkurrenzfähig sein und es ist übel, entweder immer schlechter sein zu müssen, als man könnte, wenn die Bedingungen stimmen würden, oder wenn man sogar richtig schlecht ist, obwohl man es schaffen könnte.

Ich denke, mit meiner Lebenserfahrung kann ich heute sagen, dass der Erfolgsfaktor "richtiges und unterstützendes Umfeld" der größte Garant für ein zufriedenes Leben ist und da ist natürlich die Partnerschaftswahl nochmal ganz besonders zu erwähnen.

Ich höre es immer wieder, dass man Menschen, die irgendwo im Leben etwas nicht geschafft haben, schnell der Vorwurf gemacht wird, sie würden irgendwas oder irgendwen als Ausrede herziehen, damit sie sagen könnten, es habe nicht an ihnen selbst gelegen, sondern an Faktor x, y oder z. Ich sehe das ganz anders. Ich hab' reihenweise Menschen gesehen, die von ihrem Umfeld kaputt gemacht wurden, deren Leben von anderen zerstört wurde, die selbst nix dafür konnten. Auch das kommt im Leben relativ oft vor und ist gar kein seltener Fall. Und ich frage mich oft, wenn über soviel geredet und geschrieben wird, wenn vor soviel gewarnt und aufgeklärt wird, warum wird dann nicht mal über das aufgeklärt und geredet, was da draußen im Real Life jeden Tag Fakt ist?

Bei uns reden viel zu oft die Leute, die im noblen Elfenbeinturm aufgewachsen sind mit Supermommy und Superdaddy, die aber vom wahren Leben - oft - kaum bis gar keine Ahnung haben. Auch deren Meinung ist wichtig und soll gehört und angenommen werden, denn sie wissen viel, was gut ist und gut tut. Da kann man sich viel abschauen. Aber die anderen, die andere Erfahrungen gemacht haben und dafür auch Lösungen entwickeln mussten oder zumindest leidvoll lernen mussten, damit zu leben, dass es oft keine Lösung mehr geben kann, die sollten diese anderen verdammt ernst nehmen, statt sich drüber aufzuregen, zu mockieren oder die zu veräppeln. Und wenn jemand mit jemandem nicht respektvoll und ordentlich umgeht, dann wird sich halt diese Person - irgendwann - von dem verabschieden, der ihn nicht gut behandelt. So ist das. Wenn man wo nicht gut behandelt wird, sollte man gehen. Und das ist mein Rat für alles im Leben. Wenn man mehr investiert, als man kriegt, sogar dann, wenn es 50 zu 50 ausgeht, sollte man sich da rausziehen. Weil auf die Dauer ist das keine gute Investion, wenn man mehr gibt als man kriegt, bzw. wenn man soviel reingibt, wie man rauskriegt, ist es ja auch ein Nullsummenspiel. Das funktioniert über die Lebensspanne nicht. Und eins ist klar: Von selbstwertgestörten Menschen jeder Art sollte man sich doch mit Sicherheitsabstand fern halten. Ist völlig egal, welche Copingstrategie sie nutzen, man ärgert sich mit so jemandem immer in irgendeiner Weise rum. Für sowas gibt's mittlerweile suffiziente Therapieansätze. Wer sowas in sich trägt, soll sich professionelle Hilfe suchen und man selbst sollte sich abgrenzen von so jemandem, wenn man nicht zum Privattherapeuten avancieren will oder den Schuhabtreter für bestimmte Leute machen will. Das macht auf die Dauer alles keinen Spaß, sondern einfach nur kaputt. Dafür ist das Leben zu kurz und Jura zu anstrengend. Sowas braucht keiner.

Meine Tage hier sind um. PNs werde ich, abgesehen von den letzten, die ich noch im Postfach habe, nicht mehr beantworten.

Ich wünsche allen viel Erfolg und gutes Gelingen bei allem, was sie sich vorgenommen haben!!

Mars-Maus

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Re: Das Leben fragt einen eben nicht...

Beitrag von Mars-Maus erstellt am: 3. Jan 2018, 00:41 Uhr

Eine Sache noch, die ich noch vergessen habe:

Auch wenn man sich das als "normal denkender und fühlender Mensch" nicht ohne weiteres vorstellen kann, ist es leider so, dass viele "Nicht-Juristen" einen als Juristen "nicht normal" behandeln, weil für viele die Juristerei immer noch mit einem gewissen Prestige verbunden ist. Wer natürlich den Beruf selbst ausübt oder ausgeübt hat, wird diesen "Hype", den es immer noch um Jura gibt, nicht mehr so nachvollziehen, einfach, weil der die Realität kennt und wie jeder andere Berufstätige einfach die Schattenseiten des eigenen Berufs kennen- und hassengelernt hat. Mit Jura erntet man immer noch "Oh" und "Ah". Das ist ähnlich wie mit Medizin. Man gilt als intelliegent, gewandt, viele denken, die Kohle rollt ohne Ende und in Massen, was ja nun nicht ganz der Wahrheit entspricht....

Es wird 'ne Menge Menschen geben, auf die wird das Eindruck machen oder es wird sie negativ anticken, wenn man sagt, was man studiert oder dass man Jurist oder RA oder sonstwas in der Richtung ist. Es gibt nicht wenige Leute, die sind dann wenig mitfühlend und sehen den Menschen in einem nicht mehr, es ruft Neider und Hasser auf den Plan und Leute, die sich an einen dran hängen wollen, weil sie glauben, dass sich so eine Freundschaft oder Beziehung lohnt.... Auch das alles gehört zur Juristerei und ist - so meine Erfahrung - in anderen Jobs nicht so ausgeprägt anzutreffen wie da. In meiner Familie haben sich die Beziehungen durch meine Berufswahl geändert und das obwohl meine Geschwister auch durchweg selbst ihre Jobs gewählt haben und auch Möglichkeiten hatten bzw. auch Akademiker und andere gehobene Jobs haben bzw. Zugang dazu gehabt hätten. Aber das Jurastudium hat man mir immer übel genommen und ich hab' dafür viel Mobbing abgekriegt, obwohl das so gar nicht vorhersehbar war. Ich hab' lange gedacht, ich hätte irgendwas falsch gemacht oder ich wäre vielleicht eingebildet aufgetreten oder sowas, was man mir wenigstens hätte vorwerfen können, aber in der Rückschau hat sich dann doch rausgestellt, dass nicht ich die war, die damit ein Problem hatte und nicht ich arrogant geworden wäre, weil ich Jura gemacht habe, sondern dass das Umfeld mit Minderwertigkeitskomplexen reagiert hat. Ich bin denen aus ihrer Sicht "zu groß" geworden und dafür gab's dann Sanktionen und Mobbing. Eigentlich hätte man ja einfach sich mit der Schwester freuen können und stolz sein können und froh sein können, dass man 'ne Juristin an die Hand kriegt, kann man ja vielleicht immer mal gut brauchen. Aber nein, war nicht so. Nicht wenige meiner Geschwister sind vor Neid geplatzt, nur wegen Jura. Krank im Kopf, kann man sich nur an die Stirn tippen. Ja, aber so ist der Mensch eben. Der reagiert halt doch eben lieber meist emotional und unvernünftig und nicht logisch und nicht rational. Die Psycho-Logie/k läuft anders als der klare Menschenverstand einem sagen würde. Nach vielen Jahren, wo man an so vielen Dingen und Menschen verzweifelt ist, warum das Leben so schwer gemacht wurde, bröseln nun langsam die Wahrheiten heraus aus und es hat sich herausgestellt, dass ein Teil meiner Geschwister einfach durch die kaputte Kindheit so schwer geschädigt sind, dass die mir immer das Leben zur Hölle gemacht haben und es tun werden, wenn ich es zulasse. Und solange ich 'ne kleine graue Maus war, die sich nix traut, die damit so war, wie sie waren, war ich akzeptiert und als ich mich dran gemacht habe, die Welt zu erkunden und mein Leben zu leben, wie ich es mir vorgestellt habe und mich dann auch noch auf Jura gestützt habe, da war es aus mit der Freundschaft und die Feindschaft hat angefangen. Vermutlich konnten es manche einfach nicht ertragen, dass sie gesehen haben, was alles möglich ist, wenn man sich einfach nur traut, was zu versuchen und etwas zu unternehmen.

Es gibt die Geschichte von einem kleinen Hahn, der immer unten im Hühnerstall rumlief und nach oben geschaut hat, wo oben ein stolzer Adler seine Runden frei am Himmel gedreht hat, über allem geschwebt hat und seine Freiheit genossen hat. Unten am Boden klebend wie Blei hockte er in seinem Drahtkäfig und fühlte sich klein und unfähig und hat gejammert,wie toll es doch wäre, wenn er auch so ein großer Adler wäre, der so hoch fliegen könnte und die Welt erobern könnte, der frei wäre. Dann jammerte er, dass er das nie schaffen wird, weil er nur ein kleiner, schwacher Hahn sei, der nie fliegen könnte. Also ließ er traurig die Flügel hängen, und ging resigniert zurück ins Hühnerhaus, wo ich ihn die Hühner auslachten, weil er so ein alberner Hahn war, der sich nix zugetraut hat, der sich kleingemacht und kleingeredet hat und der aufgegeben hat, ehe er es überhaupt versucht hatte. Und da blieb der alberne, kleine Hahn und versuchte es nie und blieb in dem Glauben, dass er unfähig ist und verpasste seinen Freiflug und Start ins wahre Leben. Wenn er es probiert hätte, hätte er bestimmt zumindest den Drahtzaun des Hühnerstalls gepackt und wäre frei gewesen. Aber so ist er ein kleiner alberner, irregeleiteter Hahn geblieben und hat sich über sein Leben in der Unfreiheit beklagt, statt einfach was zu probieren, auch wenn es vielleicht scheitern kann. Hätte er's versucht, hätte er eine Chance gehabt. Aber so blieb er ängstlich im Hühnerhaus sitzen, wurde ausgelacht und wurde nie ein freier Adler, der majestetisch am Himmel schwebte. So oder so ähnlich ging die Geschichte vom Hahn und vom Adler..... Man muss mutig sein, wenn man was erreichen will und man muss sich vorwagen und auch ein evtl. Scheitern einkalkulieren und dann auch verkraften, damit umgehen können, sonst wird man nie das eigene Potential entfalten. Und Leute, die Euch nur ertragen können, wenn Ihr klein und mickrig seid und am Boden klebt, auf die kann man verzichten, das ist kein Verlust. So jemanden, der einen immer unten haben will, statt dass er sich mit einem freut, wenn man aufsteigt, wird einem immer nur schaden. Ich hab' das bei meinen Geschwistern nicht gemerkt, hatte dieses Wissen nicht. Im Grunde sind die auch ok und nett, aber sie haben einfach ihre Schäden und es gibt Dinge, da kann man es einfach mit denen echt nur vergessen. Sie waren für mich nie der richtige Umgang und für viele andere werden ihre Verwandten auch nicht der richtige Umgang sein. Familie sucht man sich nicht aus und dementsprechend kann das einfach unpassend sein, wo man landet. Und Kinder, die in einem sehr schwierigen und belasteten Umfeld aufwachsen müssen, haben auch keine Wahl. Das Gehirn eines Kindes muss sich an die Umgebung und an die Menschen anpassen, die es um sich rum hat und das wird jedes Kindergehirn tun, bis es erwachsen ist. Was bis dorthin vergeigt ist, ist vergeigt und nur teilweise zurückzubauen oder zu kompensieren. Es ist eine schwierige Geschichte, weil Kinder bekommen Schäden verpasst, für die sie nicht verantwortlich sind und gegen die sie zunächst mal machtlos sind. Daraus erwachsen dann Schwierigkeiten, unter denen alle zu leiden haben, die Betroffenen selbst, aber auch alle, die mit ihnen zu tun haben. Alles in allem sehr ungerecht, schwer zu beherrschen und viel Leid für alle. Leider gibt's dafür bis heute nur unzureichend Hilfen und Hilfestellung und nicht alles ist rückbaubar oder wiedergutzumachen oder wiederherzustellen. Ich weiß heute leider viel zu gut über all das Bescheid und wenn heute zu mir jemand sagt, dass jemand anders schuld ist, dass er dies und jenes nicht geschafft hat, dann glaub' ich dem das erst mal und fange erst dann an, misstrauisch zu werden, wenn ich dafür wirklich sachliche Anhaltspunkte habe, dass das, was er erzählt, unwahr sein könnte.

Tatsache ist, dass jeder Mensch jeden Tag mit einer ganzen Reihe von Faktoren einer unperfekten Welt und unperfekten Menschen konfrontiert ist, mit denen er klarkommen muss. Und je mehr man gefordert wird, desto mehr muss man da über sich rauswachsen. Und es ist klar: Jura light gibt's nicht, allein aufgrund der Konkurrenz und des Stoffumfangs. Wer da noch privat viele Baustellen und Fronten hat, der wird sich in einem Konkurrenzkampf zwischen Jura und den privaten Baustellen wiederfinden. Das kann eine eifersüchtige kontrollsüchtige Freundin sein, ein krebskranker Vater, alte Handy-Schulden oder weiß der Himmel was. Wer belastet ist, lernt schlechter, denn der Kopf ist schon voll mit Sorgen.

Ich denke halt heute oft, dass man als junger Mensch in Jura reinkommt und man wirklich auf nix vorbereitet ist, weder auf das, was in Jura wartet, noch auf das Leben an sich. Und statt in Flamewars auszuarten, wäre so ein Forum eigentlich eine gute Plattform, um seine Erfahrungen weiterzugeben, für die, die sie teilen wollen und für sich nutzen wollen. So hab' ich das immer gesehen. Aber wie gesagt: Meine Tage hier sind rum. Examina liegen lange hinter mir. Da sind andere jetzt näher dran und können sicher bessere Beiträge schreiben als meine Wenigkeit. Ich hab' hier auch zu anderen Themen geschrieben und hab' mich oft zum Deppen gemacht. Es muss auch mal gut sein. :-)

Für alle, die mehr wissen wollen: Das Internet bietet heute zu vielen Themen Infos, wozu man früher nie was im Netz gefunden hätte. Es gibt in den Buchhandlungen usw. jede Menge Anregungen für jedes Thema. Wenn einem die eigenen Ideen ausgehen, einfach andere Quellen anzapfen und wer suchet, der findet. Jeder macht seine Erfahrungen, gute wie schlechte. Ich hab' viele schlechte gemacht und wenn es heute jemandem hilft, sein eigenes Leben besser hinzukriegen, weil ich das vorher aushalten musste, dann war's wenigstens nicht ganz nutzlos. Und diejenigen, die meinen, dass man sich darüber lustig machen müsste, die können gerne mal bei mir auf Besuch kommen, dann weih' ich die mal ein ins Leiden und zeig' denen, wie ein Menschenleben aussehen kann, nur, weil andere sich nicht zusammennehmen konnten und sich an mir auslassen mussten. Wenn es anderen Menschen erspart, was ich mitgemacht habe, dann hat sich die Schreiberei hier allemal gelohnt, auch wenn man mich oft mies behandelt hat, dafür, dass ich anderen helfen wollte. Aber die meisten User - egal, welches Forum - sind eh immer die Nicht-Schreiber und von denen, die aktiv schreiben, sind auch die meisten sehr anständige zivilisierte Menschen, die das dann halt mal so stehen lassen und einen machen lassen, weil auch sie ein Bisschen Sinn in der ganzen Sache sehen und vielleicht verstehen, dass man nur will, dass anderen nicht das passiert, was man selbst aushalten musste. Heute weiß ich wenigstens, warum das alles passiert ist und dass ich nur einfach zur falschen Zeit am falschen Platz war und ich das alles nicht persönlich nehmen brauche, weil es nix mit mir zu tun hatte. Der Fehler war, zu lange in der Nähe dieser Familie zu bleiben und dann zwei Therapeuten zu vertrauen, die längst in mich verliebt waren und nur noch Eigeninteressen verfolgt haben und nicht mehr drauf geachtet haben, ob mir das gut tut, was da läuft. Vordergründig haben alle diese Leute mir versichert, dass sie es mir nur gut meinen und das haben sie auch alle ausgestrahlt. Und das ist halt das unterbewusste Handeln. Menschen meinen es einem tatsächlich oft gut. Aber gut gemeint ist halt ganz oft "nicht gut gemacht" und äußerst schädlich. Als junger Mensch durch sowas durchzusteigen ist nahezu unmöglich. Soweit kann man einfach in dem Alter und mit dem bissl Lebenserfahrung, dass man bis vielleicht 30 gesammelt hat, nicht sein. Und deshalb ist das so schade, weil da viele Menschen in einen Schlamasel reingeraten, aus dem sie aufgrund von Jugend und Unerfahrenheit nicht allein rausfinden können und dann sitzen die in der Falle und rutschen immer tiefer rein. Das ist grade bei Jura in Probem. Mit diesen langen Ausbildungsphasen und der Aussieberei am Ende in den Staatsprüfungen spielt man solchen Entwicklungen in die Hände. Hat man ein tolles Umfeld, läuft das. Hat man ein mieses Umfeld, wird man immer mehr in Bedrängnis gebracht. Jura ist insofern schon ein Unglücksbringer für die, die es eh schon schwer haben oder hatten. Aus dem Grund würde ich Jura immer nur nach einer abgeschlossenen Ausbildung als sekundäre Ausbildung raten und nie als Erstausbildung. Das ist zu riskant, das hat die Erfahrung oft gezeigt. Das Gebot des sicheren Weges ist hier zu befolgen, denn damit minimiert man das Risiko von Totalschäden.

:-)

Selbst wenn es toll läuft, ist Jura in den meisten Fällen doch eher anstrengend. Ob man das immer das ganze Leben lang durchhalten kann, kann keiner wissen. Wegen dem Prestige sollte man nicht Jura studieren, sondern nur dann, wenn einem die Materie liegt und der Job später. Das kann man wirklich vorher ausprobieren, dazu sind ide Praktika da und man kann sich wirklich mal die Literatur besorgen, mal in ein Rep reinhocken und mal Probehören machen. Lieber sich bei Zeiten richtig abschrecken lassen als da naiv reintappen. Ich wusste, dass mir das liegt, weil ich vorher Recht in der Schule hatte und alles Mögliche vorher mit BWL usw zu tun hatte. Ich wusste, worauf ich mich einlasse. Aber viele wissen das nicht, weil sie es gar nie ausprobiert hatten. Das sollte man nicht machen, wenn es um Ausbildungen geht, die zwischen 6-10 Jahren dauern können. Das muss man sich echt mal überlegen, wofür man sich da entscheidet, obwohl man das gar nicht kennt. Man heiratet ja auch nicht einfach so für 6-10 Jahre einen unbekannten Menschen. Das wäre fast vergleichbar.

So und wenn mir jetzt noch was einfallen sollte, dann schreib' ich vielleicht noch was. Aber ich hoffe, dass es das dann gewesen ist und dass es dem einen oder anderen vielleicht doch was hilft oder sich einfach mal jemand gefreut hat, dass er was Anderes zum Lesen gekriegt hat als er es erwartet hat. Man muss auch in einem Juraexamens-Forum nicht nur über Jura schreiben und ich denke, dass manche Themen so menschlich und zwischenmenschlich sind, dass die auch für andere durchaus mal lesenswert sind. Dass ich mich in Psy gut auskenne, ist ja kein Geheimnis und dass da viel an Wissen ist, das einem helfen könnte, wenn man es denn hätte, ahnen viele nicht. Psy ist überschätzt, das muss ich zugeben. Aber es gibt auch ein gewisses Know-How in dem Bereich, das der Ottonormalverbrauchr nicth auf Lager hat und es kann immer sein, dass es im Leben genau darauf ankommt, dieses Know-How zu wissen. Dieses Sonderwissen, was ich mir im Laufe der Jahre "unfreiwillig" angeeignet habe, ist Gold wert. Die Art und Weise, wie ich es erworben habe, hätte ich mir gerne erspart, aber zumindest hab' ich was daraus gelernt und sehe heute manchen Dingen doch sehr viel gelassener entgegen, weil ich heute weiß, wie ich Probleme meistern kann, an denen ich früher kaputt gegangen wäre und an denen heute noch sehr viele Menschen kaputt gehen, weil sie das Sonderwissen aus Psy eben nicht haben, auf das ich zurückgreifen kann. Aber ich gebe zu: Es war harte Arbeit, mehr wie 100 X Staatsexamen, das alles zu lernen, weil die Prozesse, wie man sowas lernt, gehen an die Grenze zwischen Leben und Tod. Entweder man kapiert's irgendwann oder man geht ein. Das ist: "Vogel friß oder stirb!". Das Leben ist keine Blumenwiese und Jura ist auch keine.

Mars-Maus

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Re: Das Leben fragt einen eben nicht...

Beitrag von callofdutyboy erstellt am: 3. Jan 2018, 21:35 Uhr

Danke für Deine Ausführungen liebe Mars-Maus. Du hast in vielem recht. Die Menschen sind leider oft nicht so gut wie man es sich wünschen würde. Kaputte Familie ist auch kacke. Das Problem, das ich sehe, ist jedoch, dass kein Kontakt ja quasi auch ein „kaputtes familiäres Verhältnis“ ist. Man muss vielleicht leider die Erwartungen an andere herunterschrauben. Die Menschen sind nicht dafür da, unseren Vorstellungen von richtig und falsch zu entsprechen. Man bekommt nicht immer alles zurück. Es ist nicht alles „do ut des“. Mir tut es besser, zu geben weil ich will. Selbstverständlich bin auch ich von Zeit zu Zeit berechnend. Wenn man nicht zuviel erwartet, ist die Enttäuschung nicht zu groß.

Schmerzhafte Erfahrungen derart, sehr viel gegeben und viel zu wenig bekommen zu haben, hab ich natürlich auch schon gemacht.
Vielleicht provoziert man dies mitunter durch Zuviel Großzügigkeit. Das Gegenseitigkeitsverhältnis sollte vielleicht nicht zu sehr in Schieflage geraten.

Kurz und knapp: Freu dich über Gutes und erwarte nicht zuviel. Zumindest nicht von anderen und nicht beeinflussbaren Dingen. Dein Verhalten liegt in Deiner Hand. Nach meinem Geschmack betonst du Einfluss und Macht anderer etwas zu stark und gibst ihnen diese dadurch auch ein Stück weit. Wenngleich man Einflussmöglichkeiten anderer nicht abstreiten kann, ist auch stets das eigene Verhalten verbesserungsmöglich und der Aspekt, an dem man ansetzen sollte.

Viel Erfolg, Glück und was du dir sonst so wünschst!

Ich habe Deine Kommentare oft gerne gelesen.

callofdutyboy

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