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Jobeinstieg

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Die 8 Punkte Schwelle der Großkanzleien

Hier geht es um den Jobeinstieg nach Abschluss der Ausbildung

Die 8 Punkte Schwelle der Großkanzleien

Beitrag von lawer erstellt am: 10. Jan 2017, 14:36 Uhr

Hi,

da sich hier schon einige Beiträge um den Jobeinstieg in eine Großkanzlei ranken und ich nun konkrete Erfahrungen gesammelt habe möchte ich diese gerne mit euch teilen:

Note:

Die Mindestnote für eine Einstellung als wissMit Ref. liegt i.d.R. bei mind. 8 Punkten in der Pflichtfachprüfung! Die Schwerpunktbereichsprüfung wird leider nicht beachtet. Für die Einstellung gelten ausschließlich folgende Kriterien: Abiturnote Examensnote (staatliche Pflichtfachprüfung) und Anzahl der Semester.
Die Schwerpunktbereichsprüfung wird wenn nur bei geringer Diskrepanz zw. Note der Pflichtfachprüfung und Schwerpunktbereichsnote beachtet. Insofern macht euch keinen Stress, dass ihr 9 Punkte in der Pflichtfachprüfung erreichen müsst, eine solche Note ist nicht erforderlich.

Allerdings kenne ich auch Fälle die mit weniger Punkten in einer Großkanzlei arbeiten (um die 7). Diese wurden allerdings meist von Kollegen geworben oder sind durch entsprechende Kontakte an die Stelle gekommen.

Ich hoffe ich konnte ein wenig Klarheit bringen :) LG

lawer

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Re: Die 8 Punkte Schwelle der Großkanzleien

Beitrag von TobiasG erstellt am: 10. Jan 2017, 16:58 Uhr

Deine Erfahrungen stützen sich aber nur auf "Berufseinstieg als WissMit", wenn ich das richtig verstehe? Das kann man sicher nur bedingt mit dem späteren, tatsächlichen Berufseinstieg vergleichen, und zwar, weil

a) zum Teil weniger strenge Voraussetzungen an WissMit gestellt werden, weil man sie ja nicht zwingend danach weiterbeschäftigen muss und so dennoch ohne Risiko "testen" kann, andererseits

b) nach meinen Beobachtungen die Auswahl an potentiellen Referendaren/WissMit erheblich größer ist als die spätere Anzahl der "echten" Bewerber. Sehr viele Leute mit solidem ersten Examen schauen sich während des Referendariats die Tätigkeit in einer GK an, entscheiden sich dann aber nach dem Zweiten doch wieder dagegen und gehen (z.B.) zum Staat.

Deshalb kann man weder sagen, die Notenanforderungen für die WissMit seien niedriger, noch, sie seien höher (wobei ich eher zu letzterem tendiere). Ich wage allerdings zu bezweifeln, dass es sich die meisten GKen noch erlauben können, den Schwerpunkt rauszurechnen, falls aber der Staatsteil ein VB ist und der Schwerpunkt schlecht, dürfte das tatsächlich noch weniger ein Problem sein als umgekehrt. Zudem wird das zweite Examen, wo es ohnehin keinen Schwerpunkt mehr gibt, erheblich höher gewichtet.

TobiasG

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Re: Die 8 Punkte Schwelle der Großkanzleien

Beitrag von Schwarzarbeiter erstellt am: 10. Jan 2017, 17:22 Uhr

Also ich kann zu dieser Thematik ja mal meine (relativ frischen) Erfahrungswerte zu den Möglichkeiten eines Einstiegs als Rechtsanwalt in einer Großbude schildern, die sich räumlich aber allein auf den Raum Düsseldorf/Köln beziehen.
Bei mir (1. Examen 10,X, davon 9,X im Staatsteil; zweites Examen 8, X; bis auf ne halbfertige Dis. keine interessanten Zusatzqualifikationen) war es so, dass ich nach dem zweiten Examen mehrere Angebote verschiedener Großkanzleien hatte (davon zwei''magic circle''). Ich hatte nicht den Eindruck, dass es für meine potentielle Einstellung irgendeine Bedeutung hatte, dass ich nur 8,X im zweiten Examnen und damit nur ein VB hatte.
Ich habe keines der Angebote angenommen und starte nach dem Abschluss meiner Dis. in meiner Heimat (Klein-) Stadt für etwa die Hälfte des GK-Gehaltes :roll:.

Aus meinem näheren Bekanntenkreis kenne ich 3 Leute, die mit mir zusammen fertig geworden sind und jetzt in einer Großkanzlei anfangen.
Der erste mit Doppelprädikat und LLm in einer magic circle Kanzlei (um die 100k Gehalt)
Der zweite mit zwei mal 8,X und keiner Zusatzqualifikation in einer deutschen Großkanzlei (um die 80k Gehalt)
Der dritte mit 6, X im ersten und 7, X im zweiten Examen und keiner Zusatzqualifikation bei einer US-Großkanzlei (ebenfalls um die 80k Gehalt)

Wenn man möchte kann man mit Noten die zumindest im befriedigenden Bereich liegen, nach meiner Erfahrung im Raum Düsseldorf/Köln also jedenfalls zur Zeit ohne große Probleme als Rechtsanwalt in einer Großkanzlei starten.

Schwarzarbeiter

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Re: Die 8 Punkte Schwelle der Großkanzleien

Beitrag von TobiasG erstellt am: 10. Jan 2017, 17:38 Uhr

Danke für die Berichte! Kannst Du vielleicht noch kurz dazusagen, wie es hinsichtlich Deiner Englischkenntnisse bestellt war? Also nicht unbedingt, wie es darum objektiv bestellt ist, sondern ob Du diese durch bestimmte Stationen im Lebenslauf (Auslandsstudium/-station, besondere Sprachkurse o.ä.) belegen konntest und/oder ob die Sprachkenntnisse im Vorstellungsgespräch erfragt/abgeprüft wurden.

Ansonsten denke ich, dass man mit der Kombination VB/8,xx derzeit an allen Standorten sehr gute Chancen hat, in einer Großkanzlei unterzukommen. Allenfalls werden manche Kanzlei durch das fehlende zweite VB/Zusatzqualifikationen vielleicht das niedrigere Ende der Gehaltsspanne zu rechtfertigen versuchen, sofern es eine solche gibt (wurde etwa bei CMS ja ohnehin kürzlich erst abgeschafft).

E: und was wurde hinsichtlich der Arbeitszeiten kommuniziert (welches Rechtsgebiet)?

TobiasG

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Re: Die 8 Punkte Schwelle der Großkanzleien

Beitrag von lawer erstellt am: 11. Jan 2017, 11:04 Uhr

Hey Tobias,

genau meine Erfahrungen beziehen sich ausschließlich auf eine Einstellung als wissMit bzw. Referendar in Kanzleien wie (Clifford Chance, A&O etc.) Alle Personen in meinem Freundeskreis, die bei diesen Kanzleien arbeiten haben Staatsnoten um die 8 - 8,4 Punkte und haben sich meist ausschließlich mit dieser Note beworben, daher kann ich das recht genau sagen. Kann natürlich sein, dass es bei "unbekannteren" Kanzleien auch mit weniger Punkten klappt! Ich wollte hier keine allgemeingültigen Kriterien aufstellen, sondern nur mal meine Erfahrungen und die von Freunden teilen. Grundsätzlich war es aber auch bei diesen Leuten so, dass sie trotz dieser Noten viele Absagen erhalten haben, allerdings hat es dann zumindest bei einer geklappt. Insofern gilt wie immer: Je besser die Note desto höher die Wahrscheinlichkeit irgendwo ein Angebot zu bekommen. Ich weiß allerdings nicht wie die Anforderungen aussehen, wenn man sich nach dem 2. Examen bewirbt :)

LG lawer

lawer

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