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Kapitale Fehler in der Klausur und mündlichen Prüfung

Hier dreht sich alles um Klausuren schreiben: Vermeidbare Fehler bei der Falllösung, richtige Zeiteinteilung usw.

Re: Kapitale Fehler in der Klausur und mündlichen Prüfung

Beitrag von Wizard of Law erstellt am: 23. Jun 2013, 12:50 Uhr

Das kann man pauschal nicht beantworten. Das hängt davon ab, wie zentral das Problem war (Schwerpunkt der Arbeit oder Zusatzfrage) und wie brauchbar der Rest ist...

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Re: Kapitale Fehler in der Klausur und mündlichen Prüfung

Beitrag von JuFu erstellt am: 11. Jul 2013, 11:25 Uhr

Alexander hat geschrieben:Bei der Ablehnung einer Baugenehmigung nur Anfechtungsklage erheben.


Sehe den Thread jetzt erst und ganz kurze Frage dazu. Was meinst du mit "nur" Anfechtungsklage erheben? Wenn er eine Baugenehmigung begehrt, dann doch (weil VA) eine Verpflichtungsklage? Und allein diese reicht doch aus, eine Anfechtungsklage vorab um die Ablehnung der Baugenehmigung wegzuschießen braucht es da doch gar nicht weil er damit nichts weiter erreicht hätte (die Genehmigung hätte er nach wie vor nicht) ?! Dein "nur" liest sich für mich gerade so, als wenn du AFKL + Verpflichtungsklage (oder irgendwas anderes) richtigerweise hättest prüfen sollen, aber die Verpflichtungsklage als einzige Klage wäre insoweit doch völlig ausreichend?! Oder verstehe ich deinen Satz irgendwie falsch?!

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Re: Kapitale Fehler in der Klausur und mündlichen Prüfung

Beitrag von Alexander erstellt am: 11. Jul 2013, 12:48 Uhr

Nein, ich meinte "nur" im Sinne von "eine Klageart wählen, mit der das gewünschte Ziel nicht erreicht werden kann".

Also "nur" die Anfechtung des ablehnenden Bescheids --> führt nicht zur begehrten Baugenehmigung; wie du richtig schreibst, muss Verpflichtungsklage erhoben werden.
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Re: Kapitale Fehler in der Klausur und mündlichen Prüfung

Beitrag von ACatInTheBrain erstellt am: 11. Jul 2013, 19:21 Uhr

Fallfrage falsch gelesen / verstanden, d.h.: Nur Zulässigkeit oder nur Begründetheit geprüft.

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Re: Kapitale Fehler in der Klausur und mündlichen Prüfung

Beitrag von shinebright erstellt am: 23. Sep 2014, 18:46 Uhr

Ist es eigentlich ein kapitaler Fehler, wenn man in einer Klausur alle in Betracht kommenden Delikte anprüft, Probleme und Schwerpunkte erkennt, aber die Schemata teilweise lückenhaft sind (z.B. in einer Strafrechtsklausur auf Examensniveau lückenhaft geprüfter § 222 StGB)

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Re: Kapitale Fehler in der Klausur und mündlichen Prüfung

Beitrag von Wizard of Law erstellt am: 23. Sep 2014, 20:48 Uhr

M.E. nicht. Das dürfte ein "normaler" Fehler sein...

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Re: Kapitale Fehler in der Klausur und mündlichen Prüfung

Beitrag von CessioLegis91 erstellt am: 6. Mär 2015, 00:00 Uhr

Hallo ihr Lieben,

vielen Dank für eure tolle Liste! Als ich vor meiner Mündlichen stand habe ich sie mir ausgedruckt und ergänzt und bin damit ganz prima durchgekommen.

Was ich aus meiner eigenen Mündlichen berichten kann:

- Aktuelle Rechtsprechung kann natürlich immer abgefragt werden von daher sind aktuelle Probleme erst einmal wenig überraschend.
Aber bei uns fragte der Prüfer: So jeder nennt mir jetzt bitte ein Urteil des BVerwG was in den letzten Wochen erlassen wurde.

Auch wenn man die aktuelle Rechtsprechung verfolgt staunt man nicht schlecht und es hat mich in dem Moment doch überrascht.

Anschließend hat er zwei von den genannten Urteilen ausführlich besprochen ohne einen SV auszuteilen. Die Prüflinge mussten ohne Hilfestellung die Entscheidung benennen, den SV darstellen und anschließend die rechtlichen Probleme erörtern. Wenn man die Urteile nicht kannte hatte man da schon ein echtes Problem.

:waving:

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Re: Kapitale Fehler in der Klausur und mündlichen Prüfung

Beitrag von Produkthafter erstellt am: 8. Mär 2015, 07:34 Uhr

Wenn man beim 227 STPO unter "Verrichtungen" das subsumiert, was normalerweise beim Stuhlgang so entsteht. :giggle:


Jetzt mal im Ernst: Das Problem ist ja bei Klausuren immer, dass man als schwächerer Kandidat sehr schnell komplett auf dem falschen Fuß erwischt wird. Aber trotzdem kann man ja schlecht nach einer Minute einen weißen Zettel abgeben und draufschreiben: "Ich habe keine Ahnung, wie man an den Sachverhalt rangeht und wie man ihn löst."

Man versucht dann ja - obwohl man weiß dass man nichts weiß - noch irgendwie ein paar Punkte zu ergattern und schreibt dann halt irgendwas was Sinn macht. Und 20 Seiten mit gequirltem Mist bringen nunmal oft noch zumindest 2 oder 3 (manchmal sogar vier Punkte) - im Gegensatz zu einem leeren Zettel.

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Kapitale Fehler in der Klausur und mündlichen Prüfung

Beitrag von Väinämöinen erstellt am: 8. Mär 2015, 08:15 Uhr

CessioLegis91 hat geschrieben:
Anschließend hat er zwei von den genannten Urteilen ausführlich besprochen ohne einen SV auszuteilen. Die Prüflinge mussten ohne Hilfestellung die Entscheidung benennen, den SV darstellen und anschließend die rechtlichen Probleme erörtern. Wenn man die Urteile nicht kannte hatte man da schon ein echtes Problem.


Solche Prüfer sind dankbar. Die sind nämlich sowas von neben der Spur, dass an der Anfechtbarkeit der Prüfung kein sinnvoller Zweifel mehr besteht.

Es dürfte schlechterdings gegen die Chancengleicheit verstoßen, Kandidaten ohne Zurverfügungstellung eines Sachverhaltes die Rechtsfragen des Falles (welches Falles denn...) lösen zu lassen.

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Re: Kapitale Fehler in der Klausur und mündlichen Prüfung

Beitrag von Katzenkoenig II erstellt am: 1. Feb 2016, 15:53 Uhr

Selias hat geschrieben:
Tja, so kann es gehen. Ärgerlich bei der ganzen Geschichte ist, dass ich in Unkenntnis der Umstände die beiden Fälle wohl aus heutiger Sicht wieder genauso lösen würde. Die beschriebenen "Fehler" liegen nicht so sehr auf der juristischen, sondern eher auf der kognitiven Ebene und sind daher extrem schwer zu vermeiden. Man kann sich nicht selbst auswechseln.


Hey Selias, was meinst du genau mit Fehler auf kognitiver Ebene im ersten Beispiel?

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Re: Kapitale Fehler in der Klausur und mündlichen Prüfung

Beitrag von Katzenkoenig II erstellt am: 1. Feb 2016, 18:02 Uhr

Selias hat geschrieben:Den Sachverhalt oder die Frage fehlverstehen. Wenn du nicht raffst, was die von dir wollen, kannst du nur zufällig richtig liegen. Ob du es raffst, hängt von dir selbst ab. Kognitive Verzerrungen kommen je nach Typ mal häufiger und mal seltener - im Ideafall gar nicht - vor.


Danke für die schnelle und ausführliche Antwort! Falls du noch mehr dazu schreiben möchtest.. was hast du in dem Strafrechtsfall genau falsch verstanden? Ging es also nicht darum, dass du die Behauptung als Schutzbehauptung eingestuft hast und die das für unvertretbar gehalten haben!? Ich hinterfrage das genauer, weil mich genau solche dysfunktionalen Denkmuster schon länger beschäftige, ich auch genug davon habe und nach Lösungen suche ;)

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Re: Kapitale Fehler in der Klausur und mündlichen Prüfung

Beitrag von indubiomitius erstellt am: 1. Feb 2016, 23:08 Uhr

CeCe hat geschrieben:Eingriff in die Menschenwürde rechtfertigen (wobei bestanden hatte ich damals auch, wenn ich mich recht erinnere)


Mein Favorit aus dem Thread :biggrin:
https://juraexamenmitkind.wordpress.com/

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Re: Kapitale Fehler in der Klausur und mündlichen Prüfung

Beitrag von Katzenkoenig II erstellt am: 2. Feb 2016, 09:58 Uhr

Hey Selias, vielen Dank für deine Ausführungen. Das war sehr interessant für mich zu lesen und ich habe versucht, es nachzuvollziehen.. bin gerade erst mit dem ersten Examen fertig ;) Ich kann deine Gedanken zum Handschuh sehr gut nachvollziehen. Allerdings stell ich mir dabei die Frage, ob es nicht gewisse Anforderungen wegen des in dubio-Grundsatzes gibt, wann ich eine solche annehmen kann? Müsste hierfür für mich nicht zweifelsfrei feststehen, dass es nicht so war?.. wobei das wahrscheinlich vielmehr im Sinne von ohne vernünftigen Zweifel gemeint ist? Es könnte also beispielsweise ein Verlust des anderen Handschuhs noch nicht bemerkt worden sein, was zwar schon sehr zufällig wäre, aber möglicherweise denkbar? Vielleicht hat der Angeklagte auch ein Problem damit, alte Dinge wegzuwerfen. Hat den Handschuh vielleicht noch aufgehoben im Glauben, den anderen wieder zu finden. Oder mache ich jetzt hier einen Denkfehler? Geht mir nicht darum, irgendwelche Kritik an deiner Ansicht zu üben, vielmehr nur um meinen Gedankengang ;)

Meine These ist, dass Menschenkenntnis schon "gelernt" werden kann. Oder sagen wir es anderst: jeder hat schon Menschenkenntnis im Sinne von Intuition.. Keine esoterische, spirituelle Sache, sondern wahrscheinlich vielmehr das Ergebnis von unheimlich vielen Erfahrungen und Wahrnehmungen. Diese ist aber oft vom Ego überlegt oder abgelenkt in der Art.. ich muss jetzt eine besonders gute Lösung präsentieren oder die Klausur muss so laufen, um den Ansprüchen an eine Examensklausur gerecht zu werden. Nur so mein Gedanke.. Ob das jetzt in der Klausur auch zu einem anderen Ergebnis geführt hätte, ist dann wieder eine andere Frage.

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Re: Kapitale Fehler in der Klausur und mündlichen Prüfung

Beitrag von Katzenkoenig II erstellt am: 2. Feb 2016, 10:29 Uhr

Okay.. ist wahrscheinlich jetzt auch schwierig, ohne den gesamten Fall zu kennen. Hast du denn was gegen die Klausur unternommen?

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Re: Kapitale Fehler in der Klausur und mündlichen Prüfung

Beitrag von Katzenkoenig II erstellt am: 2. Feb 2016, 10:34 Uhr

Selias hat geschrieben:Was die Menschenkenntnis anbetrifft, so hat das nichts mit Jura im engeren Sinne zu tun. Meine Oma hatte nie Jura studiert, aber dennoch hatte sie eine sehr gute Menschenkenntnis. Soll sie dafür Prädikat ehrenhalber bekommen?


Nein, Menschenkenntnis allein genügt dafür sicherlich nicht, aber ohne Menschenkenntnis ist es auch ein Problem bzw. sagen wir vielmehr, wenn jemand zu sehr in seinem Ego steckt und so beispielsweise schon beim Anblick des Angeklagten oder Zeugen ein Urteil trifft.

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