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Zeiteinteilung Klausuren 2.Staatsexamen

Hier dreht sich alles um Klausuren schreiben: Vermeidbare Fehler bei der Falllösung, richtige Zeiteinteilung usw.

Zeiteinteilung Klausuren 2.Staatsexamen

Beitrag von Schneewittchen26 erstellt am: 11. Feb 2015, 17:38 Uhr

Hallo zusammen,

ich besuche zur Zeit die Fortgeschrittenen AG (Zivilrecht,kurz vor dem Examen) und unser AG-Leiter hat offenbar Spaß daran uns -für mich zeitlich absolut unlösbare- Klausuren zu stellen, angeblich aussortierte Originalklausuren (!). Die sind wirklich extrem lang und überladen und unübersichtlich.
Bei den Hemmer- und Alpmann-Klausuren kann man das ja i.d.R. halbwegs in der Zeit schaffen, aber bei den AG-Klausuren hab ich keinen Plan, wie man das schaffen soll. Prüft das überhaupt noch jemand, ob man das in 5 Stunden schaffen kann?!
Jetzt habe ich es immer so gemacht, dass ich mir erstmal eine Zeittafel gemacht habe (zur Orientierung für den Tatbestand)und nochmal ein eigenes Blatt für das streitige, ausgeteilt in Tatsachen und Rechtsansichten. So wie es auch Herr Wimmer in seinem Buch (Tipps für das Assessorexamen) empfiehlt. Hat bisher auch ganz gut geklappt.
Jetzt habe ich die (wohl nicht ganz unberechtigte Vermutung), dass ich zuviel rausschreibe. Aber wenn alle Daten und Fakten über 20 Seiten verteilt und durcheinander im Sachverhalt auftauchen, muss man das doch irgendwie ordnen. Dafür muss ich das doch rausschreiben.
Wollte mal wissen, ob es jemand anders macht. Also mich würde das genaue Vorgehen bei der Klausur und SV-Erfassung interessieren.
Mir fehlt am Ende immer die Zeit, die Lösungsskizze fertig zu machen bzw hab am Ende immer doch noch Probleme, die ich zwar gesehen hab, aber vergessen irgendwo unterzubringen.
Hat da jemand Tipps, wie es besser gehen könnte?

Schneewittchen26

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Re: Zeiteinteilung Klausuren 2.Staatsexamen

Beitrag von Juralei erstellt am: 11. Feb 2015, 18:00 Uhr

Eigentlich klingt aussortiert ja ganz gut-auch wenn es in den AGs selbst wie eine Qual ist: er meint es wohl nur gut nach dem Motto "Lieber waren die AG-Klausuren im Ergebnis dann schwerer als das Examen, als umgekehrt."

Ich kann jetzt nur beschränkt etwas dazu sagen, da mir in Bayern eine Klausur mit 20 Seiten Länge noch nicht über den Weg gelaufen ist.

Allerdings habe ich festgestellt, dass man manchmal aus Versehen Dinge vergisst, die man am Anfang gesehen bzw. schon gleich durchdacht hat, weil man sie sich nicht iwo am Rand vermerkt hat.
Wenn mir etwas Relevantes aufgefallen ist, habe ich es auch gleich danebengeschrieben und angemarkert. Dann passierte das nicht mehr, weil ich beim Durchblättern die Stelle gesehen habe und in meine Skizze eingearbeitet.

Den Tatbestand habe ich grundsätzlich schon immer sehr vernachlässigt :oops: -habe mir bei den Sachverhalten zwar dann auch einen kleinen Zeitstrahl gemacht, aber eigentlich nur mit den Daten der Schriftsätze etc.
Das Streitige habe ich im Sachverhalt in irgendeiner anderen Farbe markiert und soweit es geht in Einzelprobleme unterteilt, die ich einfach mit Zahlen oder Buchstaben überschrieben habe, wenn ich es das erste Mal durchlas. Daneben habe ich dann noch "Zulässigkeit" oder "Begründetheit" stehen.

Meine Skizze war dann auch entsprechend in diese Problemfelder unterteilt und ich bin dann Stück für Stück die Klausur nach den entsprechenden Prüfungspunkten durchgegangen.

Ich war wie gesagt noch nie ein Tatbestandsperfektionist und so habe ich mir dann kurz bevor ich ihn geschrieben habe einfach nochmal kurz in Stichpunkten überlegt, was ich jetzt wo reinschreiben muss bzw. was ich nicht im Urteil prüfe, sondern im Hilfsgutachten und dementsprechend nicht im Tatbestand auftauchen muss.

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Re: Zeiteinteilung Klausuren 2.Staatsexamen

Beitrag von Alecta erstellt am: 11. Feb 2015, 21:32 Uhr

Ich habe auch geglaubt, dass der Zeitdruck bei den Klausuren schon nicht so extrem sein wird, wie alle sagen und wurde dann im Examen eines besseren belehrt. Meine Erfahrung ist, dass die Klausuren deutlich umfangreicher sind, als die Altklausuren (NRW z.B. aus den Jahren vor 2010) und die Klausuren im 1. Examen. Ich hatte im Examen immensen Zeitdruck und bin bis auf eine Ausnahme (nicht fertig geworden) immer nur knapp fertig geworden, weil ich am Ende extrem gekürzt habe. Von daher: nutze die AG-Klausuren um zu lernen mit dem Zeitdruck umzugehen. Mir kommt es so vor, als ob du zu viel rausschreibst - im Examen hätte ich dazu keine Zeit gehabt. Den Sachverhalt habe ich immer zweimal gelesen - auch wenn das zeitraubend ist, ich brauch das um ihn zu erfassen. Beim zweiten Mal lesen habe ich immer mit unterschiedlichen Farben im Sachverhalt markiert (Streitiges/Unstreitiges) und Punkte, die ich für besonders wichtig gehalten habe, nochmal extra markiert. Einen Zeitstrahl halte ich für eine gute Idee, sonst verliert man einfach die Übersicht über die Daten!
Beim Tatbestand habe ich mir nur einmal den Grobaufbau skizziert also wirklich nur aufgeschrieben: "Einleitung" "Unstreitiges" etc. - dann Sachverhalt mit den farbig markierten Punkten daneben gelegt und dann direkt den Tatbestand zusammengeschrieben. Wenn man dann mal durcheinander kommt, hat man wenigstens einen "Fahrplan" für den Tatbestand.

Von Klausuren mit 20 Seiten Umfang hab ich zumindest in NRW von anderen Referendaren schonmal gehört. Bei mir waren es - glaube ich - zwischen 12 und 17 Seiten. Teilweise eng bedruckt.

Einige meiner Kollegen haben es im Examen selbst so gemacht, dass sie erst die Lösungsskizze und dann die praktische Arbeit geschrieben haben. Erst anschließend kam das Gutachten. Im Zweifel haben sie dann das Gutachten gekürzt. Ich hab's nicht so gemacht und habe mich später etwas geärgert. Ich finde das grds. eine ganze gute Idee, weil ich lieber das Gutachten kürze, als die praktiche Arbeit in 5min dahin zu schmieren. Der Nachteil ist, dass man - merkt man im Gutachten, dass man einen Gedankenfehler hat - nicht mehr gut seinen Weg ändern kann.

Ich glaube nicht, dass irgendjemand prüft, ob das in 5h zu schaffen ist. Sonst wären die Klausuren nicht so überladen (!) mit Problemen. Bin mal äußerst gespannt, was draus geworden ist...

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Re: Zeiteinteilung Klausuren 2.Staatsexamen

Beitrag von Eagnai erstellt am: 14. Feb 2015, 16:34 Uhr

Ich hatte in den Examensklausuren auch immer gewisse Zeitprobleme - das dürfte den allermeisten so gehen, denn die Klausuren sind, jedenfalls im Vergleich zu den Klausuren von vor zehn Jahren, tatsächlich deutlich umfangreicher geworden.

Ein extra Blatt, auf dem ich mir in der Vorbereitungsphase alles Wichtige zum Tatbestand rausgeschrieben habe, habe ich nie angefertigt - das hätte ich zeitlich überhaupt nicht geschafft, die Zeit hätte mir bei der Reinschrift definitiv gefehlt.

Ich habe mir die für den Tatbestand wichtigsten Stellen nur im Aufgabentext angestrichen und dort allenfalls kurz mal ein Stichwort, das ich nicht vergessen wollte, an den Rand geschrieben (so habe ich zum Beispiel auch geordnet, was ich wo in den Tatbestand schreiben wollte - bei der Information, die ich zuerst bringen wollte, habe ich im Aufgabentext eine "1" an den Rand geschrieben, bei der zweiten wichtigen Info eine "2", usw). Wenn es wegen vieler mitgeteilter Daten erforderlich war, habe ich mir dazu einen (knappen!) Zeitstrahl gemacht. Ansonsten habe ich in Bezug auf den Tatbestand überhaupt nichts vorskizziert, sondern nur von meinen Markierungen im Aufgabentext ausgehend direkt die Reinschrift gemacht.

Man braucht ja auch noch Zeit für das (grobe) Skizzieren der Entscheidungsgründe - das alles auch für den Tatbestand noch zu machen wäre bei mir zeitlich nicht drin gewesen.

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