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Klausuren schreiben

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Innovative Klausurmethodik

Hier dreht sich alles um Klausuren schreiben: Vermeidbare Fehler bei der Falllösung, richtige Zeiteinteilung usw.

Innovative Klausurmethodik

Beitrag von Katzenkoenig II erstellt am: 15. Apr 2015, 20:58 Uhr

Hallo Leute,

ich bin während dem Studium etwas in die rechtsdidaktische und -methodische Richtung abgedriftet und habe mir auch sehr viele Gedanken dazu gemacht. Habe auch sehr viel über NLP, Neurodidaktik, Gehirnforschung gelesen und gelernt und diese Konzepte auf das juristische Klausuren schreiben angewandt.

Hab darin meine Leidenschaft gefunden und würde gerne verschiedene Gedanken und Ansätze mit euch teilen, über Podcasts auf einem Youtube Channel oder vielleicht auch einem Blog. Bin mir sicher, dass diese dem einen oder anderem weiter helfen können.

Habe allerdings nun eine ganze Menge an Stoff und daher möchte ich euch fragen, was eure Probleme, Fragen beim Klausuren schreiben sind... insbesondere in eurer juristischen Denkweise.. wo seid ihr hier unzufrieden, wo möchtet ihr euch hier verbessern? Enden eure juristischen Überlegungen öfter mal im Nichts, in Verwirrung.. fällt es euch schwer in der Klausur Entscheidungen zu treffen, zu argumentieren? Fehlt euch die Methode ein Problem zu erkennen.. oder fehlt euch Problembewusstsein und ihr würdet gerne wissen, wie ihr dies entwickeln könnt? Macht ihr öfter mal die gleichen Fehler und wisst nicht, wie ihr euch hier verbessern könnt?

Bin für Anregungen dankbar.. welche Themen wünscht Ihr euch? :)

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Innovative Klausurmethodik

Beitrag von Väinämöinen erstellt am: 15. Apr 2015, 21:43 Uhr

Mein größtes Problem ist die Schreibgeschwindigkeit. Ich kann machen was ich will, aber ich schaffe es nicht in fünf Stunden mehr als 35 Seiten rauszurotzen.

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Re: Innovative Klausurmethodik

Beitrag von Katzenkoenig II erstellt am: 15. Apr 2015, 22:44 Uhr

Väinämöinen hat geschrieben:Mein größtes Problem ist die Schreibgeschwindigkeit. Ich kann machen was ich will, aber ich schaffe es nicht in fünf Stunden mehr als 35 Seiten rauszurotzen.


Frag dich erst mal, ob du überhaupt mehr als 35 Seiten schreiben musst. Ist das wirklich alles notwendig oder kannst du kürzen?

Bist du mit deinem Schreibstil zufrieden? Hier zahlen sich in der Bewertung prägnante, kurze, klar strukturierte Sätze aus.

Wie sieht es mit der Nutzung des Gutachtenstils aus? Hier kann man auch übertreiben. Handelst du unproblematische Passagen im Urteilsstil ab?

Denke das sollten eher die Punkte sein, an denen du zur Lösung deines Problems ansetzen solltest. Man kann sicherlich auch eine gute Klausurlösung in 35 Seiten verpacken bzw. erfordert eine gute Lösung möglicherweise auch gerade weniger Seiten.

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Re: Innovative Klausurmethodik

Beitrag von Omsairam24 erstellt am: 20. Apr 2015, 08:17 Uhr

Hallo:)

Bei meinen Klausuren steht häufig, ich hätte den Schwerpunkt nicht erkannt. Beschäftigte mich am Anfang mit unwesentlichen Dingen und dann gerate ich in Zeitnot. Wie gehe ich eine Examensklausur richtig an? Welche Gedanken / Notizen sollte ich mir machen während der Durchsicht? Hast du Tipps wie man auf die Schnelle sich einen besseren Schreibstil aneignen kann?
Danke :):)

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Re: Innovative Klausurmethodik

Beitrag von Katzenkoenig II erstellt am: 20. Apr 2015, 20:40 Uhr

Hey Omsairam,

dir scheint es am Problembewusstsein zu fehlen. Dies klingt immer so danach, als hätte man dies oder nicht. Das ist aber eine falsche Annahme. Ich habe hierfür eine Methode entwickelt, mit der man sehr gut daran arbeiten kann. Die ganze Methode kann ich hier nicht darlegen, allerdings erkläre ich dir einen wesentlichen Schritt, der dich weiter bringen wird.

Zunächst gilt es, dass du dir über deine Denkweise bewusst wirst, wenn es um die Abgrenzung von wesentlichen und unwesentlichen Dingen in der Klausur geht bzw. um die Bewertung der Problematik:

Reflektiere deinen letzten Gedankengang oder achte bei deiner nächsten Überlegung darauf...


.. was spielt sich in deinen Gedanken ab, wenn es um die Einschätzung der Problematik geht? Spielt sich überhaupt hierzu irgendwas ab? Trittst du mit dir selber in einen inneren Dialog?

... liest du den Sachverhalt und fällt dir dann spontan gelernter Stoff ein, den du auf den Fall anwenden willst? .. oder assoziierst du mit dem Sachverhalt ein gelerntes Problem, das du darauf behandeln willst? ... hinterfrägst du gezielt, ob es sich um eine wesentliche oder unwesentliche Frage handelt oder gehst du hier vielmehr unbewusst vor?

... hast du irgendwelche Kriterien, um die Problematik zu bewerten? .. oder machst du das vielmehr aus „dem Bauch heraus“?

.. was läuft bewusst oder unbewusst in deinem Denken ab, um wesentliche von unwesentlichen Dingen zu unterscheiden?



Dies solltest du dir zunächst bewusst machen, denn hier liegt der Fehler. Gewinnst du Bewusstsein über diese ineffektiven Denkprozesse - was nicht allzu schwer ist, sofern man seine Konzentration darauf legt - dann kannst du diese unterbrechen und mit effektiven Strategien überlagern. Daraus resultiert im Ergebnis Problembewusstsein.


Zu deiner Frage bzgl. des Schreibstils: wo liegen hier deine Probleme? Fällt es dir schwer strukturiert zu schreiben? Fehlt dir die Prägnanz in deinen Ausführungen oder die Klarheit? Was möchtest du genau verbessern?

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Re: Innovative Klausurmethodik

Beitrag von Omsairam24 erstellt am: 21. Apr 2015, 16:41 Uhr

Herzlichen Dank für die ausführliche Antwort! Das hilft mir schonmal sehr weiter. Mein Stil ist in sofern schlecht, als das ich das Gefühl habe diese Struktur (Obersatz - Definition - Subsumtion) nicht perfekt zu beherrschen. Beim schreiben denke ich oft nicht datan und im Nachhinein fällt mir auf, dass ich im Obersatz Fragen aufwerfe die ich zum Schluss gar nicht richtig beantworte. Nicht einfach zu erklären. Ich verliere mich oft in meinen Klausuren und weiß beim 10ten Prüfungspunkt manchmal gar nicht wo ich mich befinde im Gesamten :confused

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Re: Innovative Klausurmethodik

Beitrag von Katzenkoenig II erstellt am: 21. Apr 2015, 18:13 Uhr

Ich denke das ist auch eher ein Problem von ineffektiven Denkmustern. Du hältst dich nicht an den Obersatz, sondern driftest dann während dem Schreiben in verschiedene andere Überlegungen oder Ausführungen ab. Ist das so? Gliederst du dein Gutachten vorher? Wie ausführlich machst du das und kommst du hier schon abschließend zu Entscheidungen? Oder hast du während der Gliederung Probleme mit deinen Entscheidungen und lässt diese offen, um während dem Schreiben wieder darauf zurück zu kommen? Dies solltest du dir auch zunächst bewusst machen.

Als Ansatzpunkt sehe ich bei dir im wesentlichen dein Gliederungsvorgehen. Du solltest dich bereits hier abschließend für einen Lösungsweg bzw. für Lösungen entscheiden, so dass du deine Lösung auf deinem Gliederungspapier stichpunkartig vollständig abbilden und entsprechend strukturieren kannst. Bei der Strukturierung solltest du dich streng am Obersatz orientieren. Hier empfiehlt es sich auch zunächst die Prüfung des Obersatzes/der These in Oberpunkte zu untergliedern und erst dann in die Details zu gehen. Dagegen solltest du nicht ohne Untergliederung einfach drauf los schreiben.

Wie führst du deine Gedanken zu den einzelnen Punkten aus? Hast du hierfür verschiedene Strukturen? Hast du beispielsweise einen Plan, welche Denkschritte du nach Darlegung eines Prüfpunkts im Einzelnen abhandeln möchtest... also quasi ein Schema im Schema?

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Re: Innovative Klausurmethodik

Beitrag von Omsairam24 erstellt am: 11. Mai 2015, 23:11 Uhr

Hallo Katzenkönig II

Was mir rein psychologisch schon geholfen hat ist zu sehen dass es im Jurastudium doch Menschen gibt, die bereit sind anderen zu helfen. Ich hatte schon den Glauben daran verloren :oops: .
Des weiteren hast du Fragen gestellt die ich mir selbst noch gar nicht gestellt habe. Ich denke das hat mir geholfen eine selbst Einschätzung zu Des weiteren hast du Fragen gestellt die ich mir selbst noch gar nicht gestellt habe. Ich denke das hat mir geholfen eine selbst Einschätzung zu machen. Es ist ja immer einfacher eine Lösung für das Problem zu finden, wenn man das Problem kennt. Im Prinzip hast du mir wohl dabei geholfen das Problem zu erkennen.

Eine Examensklausur ist ja auf 5 Stunden angelegt. Ich denke ich werde in Zukunft versuchen 2 Stunden in eine anständige Lösung Skizze zu investieren und in der Zeit natürlich auch den Sachverhalt zu durchdringen.

Heute habe ich mich an eine Probeklausur gesetzt und versucht mit den neuen Erkenntnissen im Hinterkopf eine anständige Lösungsskizze zu erstellen. Ich habe nun bei der Durchsicht der Musterlösung erkannt, dass es schon in die richtige Richtung geht. :thumbup: Ich habe den Schwerpunkt erkannt und unwichtige Dinge auch nicht zu ausführlich ausgeführt. Man muss sich das wohl nur trauen. Daran muss ich arbeiten.

Ich freue mich immer über Tipps und bin immer sehr dankbar darüber. Ich finde es sehr schade, dass es im Jurastudium weder in der Universität noch im Repetitorium den Studenten beigebracht wird.

Was mir heute bei der Klausur noch aufgefallen ist, dass es mir schwerfällt Meinungsstreitigkeiten richtig auszuführen. Mir wurde beigebracht, dass man immer sich für die Meinung entscheidet die Klausur taktisch am besten ist. Dafür aber richtige Argumentationsstruktur zu finden fällt mir schwer.

Hättest du da noch Vorschläge, wie man, abstrakt gesehen, am besten eine Meinungsstreitigkeit aufbaut (besonders im Zivilrecht)?

Tausend Dank für die Mühe! :waving:

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Re: Innovative Klausurmethodik

Beitrag von Omsairam24 erstellt am: 12. Mai 2015, 11:07 Uhr

Ach Herrje, du beschreibst zu 100% genau meine Situation! Schon im ersten Semester hat man eine Bücherliste bekommen und ich habe mir aus Angst etwas zu verpassen, alle gekauft und gelesen. Unabhängig davon, ob ich sie verstanden habe oder nicht.

Jetzt stehe kurz vor dem Examen (kein Freischuss) und habe Panik, weil es wirklich so ist, wie du schreibst. Meine Klausuren vom Klausurenkurs sind wirklich mal super und mal sehr schlecht. Ich habe nie eine klare Linie gefunden.

Da ich noch knapp ein halbes Jahr habe, um das Versäumte aufzuholen, muss ich mir eine neue Strategie überlegen. Eine, die die Defizite ausgleicht, die ich mir in fünf Jahren hart erarbeitet habe :(

ich weiß aber nicht genau wie ich das anstellen soll.
:noclue:

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Re: Innovative Klausurmethodik

Beitrag von uranschaedel erstellt am: 12. Mai 2015, 16:57 Uhr

Zusammenfassend gesagt, die meisten Leute beherrschen die Rechtsanwendung überhaupt nicht. Ihre Klausurleistung besteht darin, ihr Lehrbuchwissen aus der Erinnerung zu rekonstruieren, in der Hoffnung, dass es schon irgendwie passen wird. Die Noten erscheinen dann naturgemäß völlig zufällig. Mal hat man einen Treffer, mal nicht. Zwischen 2 und 12 Punkten ist alles möglich, je nach "Tagesform". Das Examen wird zum Glücksspiel und weil das allen bewusst ist, liegen die Nerven blank.


Das mit den extrem durchwachsenen Klausurergebnissen kann ich bestätigen... exemplarisch mal meine letzten acht Klausuren im Zivilrecht (Hemmer + Uni): 6 - 12 - 4 - 6 - 14 - 6 - 11 - 3.
Votum in der letzten Klausur in etwa: "Struktur ok, aber kein einziges Problem gesehen und nur Probleme angesprochen, die nicht zu problematisieren waren."
Und das, obwohl ich von mir sagen würde, dicht am Gesetz zu arbeiten und kaum "Streitstände" auswendig zu lernen.
Aber auf viele Probleme kommt man eben nur, wenn man sie kennt. Oder wer käme - ohne das Problem zu kennen - darauf, dass § 476 BGB bei Tieren plötzlich ganz problematisch sein kann?
Man muss schon ein sehr gutes Judiz haben, um solche Probleme ohne Wissen als solche zu erkennen.
Ich muss aber auch sagen, dass ich (fast) niemanden kenne, der im Klausurenkurs konstant gute Leistungen erbringt... Ausreisser sind quasi immer drin.

uranschaedel

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Re: Innovative Klausurmethodik

Beitrag von Katzenkoenig II erstellt am: 12. Mai 2015, 18:15 Uhr

Hallo,

Omsairam24 hat geschrieben:Was mir heute bei der Klausur noch aufgefallen ist, dass es mir schwerfällt Meinungsstreitigkeiten richtig auszuführen. Mir wurde beigebracht, dass man immer sich für die Meinung entscheidet die Klausur taktisch am besten ist. Dafür aber richtige Argumentationsstruktur zu finden fällt mir schwer.

Hättest du da noch Vorschläge, wie man, abstrakt gesehen, am besten eine Meinungsstreitigkeit aufbaut (besonders im Zivilrecht)?

Tausend Dank für die Mühe! :waving:


Kein Problem... gerne ;)

Genau.. du solltest dich für die Meinung entscheiden, die klausurtaktisch am besten ist. Klausurtaktisch am besten ist die Meinung, die es ff. ermöglicht, alle zum Sachverhalt aufgeworfenen Rechtsfragen zu erörtern. Dies sollte man sich wirklich bewusst überlegen und die verschiedenen Varianten durchspielen. Gleichfalls solltest du aber auch wirklich bewusst überlegen, ob ein Streitentscheid überhaupt notwendig ist oder ob alle Ansichten zu dem gleichen Ergebnis kommen, ob die strengste Ansicht erfüllt ist oder ob der Streit offen bleiben kann, weil eine ff. Voraussetzung offensichtlich nicht gegeben ist.

Ich weiß noch nicht genau, was du mit Argumentationsstruktur meinst. Geht es dir um eine Argumentationsmethode, also wie du Argumente findest oder geht es dir darum, wie du deine Argumente am besten von der Struktur und vom Stil her darstellst?

@Selias Sehr interessanter Beitrag, dem ich in vielen Punkten zustimme. Darauf werde ich zeitnah ausführlich eingehen.

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Re: Innovative Klausurmethodik

Beitrag von raxflex erstellt am: 13. Mai 2015, 23:41 Uhr

Ich habe von Anfang an immer nah am Gesetz gearbeitet. Versucht nichts in meine selbst erstellten Unterlagen zu schreiben, dass sich nicht ohnehin aus dem Gesetz ergibt usw. Vor allem Prüfungsschemata ergeben sich nahezu immer außer dem Gesetz selbst (außer vllt. im Örecht). Da kann man sich wirklich viel Auswendiglernen ersparen, wenn man lernt, sorgfältig zu lesen.

Aber (zu) oft muss man auch sagen: Unsere Gesetze sind teilweise sehr ungenau. Grundlegende Begriffe wie "Willenserklärung" werden nicht definiert. "Sonstige Rechte" i.S.v. § 823 I werden nicht genannt, sondern müssen gelernt werden. Dass es ein Anwartschaftsrecht gibt, das übertragen werden kann analog §§ 929 ff. BGB, lässt sich auch nirgends ablesen. Dass nach § 670 BGB in analoger Anwendung auf einmal Schadensersatz verlangt werden kann, wird man wohl auch nicht eben so ableiten können. Und es gibt sicher noch 100000 krassere Fälle als die eben genannten.

Das Jurastudium ist eben zum großen Teil ein Auswendiglernstudium, egal wie man es dreht und wendet.

raxflex

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Re: Innovative Klausurmethodik

Beitrag von raxflex erstellt am: 13. Mai 2015, 23:42 Uhr

Ich habe von Anfang an immer nah am Gesetz gearbeitet. Versucht nichts in meine selbst erstellten Unterlagen zu schreiben, dass sich nicht ohnehin aus dem Gesetz ergibt usw. Vor allem Prüfungsschemata ergeben sich nahezu immer außer dem Gesetz selbst (außer vllt. im Örecht). Da kann man sich wirklich viel Auswendiglernen ersparen, wenn man lernt, sorgfältig zu lesen.

Aber (zu) oft muss man auch sagen: Unsere Gesetze sind teilweise sehr ungenau. Grundlegende Begriffe wie "Willenserklärung" werden nicht definiert. "Sonstige Rechte" i.S.v. § 823 I werden nicht genannt, sondern müssen gelernt werden. Dass es ein Anwartschaftsrecht gibt, das übertragen werden kann analog §§ 929 ff. BGB, lässt sich auch nirgends ablesen. Dass nach § 670 BGB in analoger Anwendung auf einmal Schadensersatz verlangt werden kann, wird man wohl auch nicht eben so ableiten können. Und es gibt sicher noch 100000 krassere Fälle als die eben genannten.

Das Jurastudium ist eben zum großen Teil ein Auswendiglernstudium, egal wie man es dreht und wendet.

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Re: Innovative Klausurmethodik

Beitrag von Omsairam24 erstellt am: 14. Mai 2015, 15:57 Uhr

Na und das ist mein Problem. Man kann ja nicht alle Meinungsstreitigkeiten auswendig lernen. Im Examen wird wohl eine unbekannte Meinungsstreitigkeit dran kommen und da würde ich gerne wissen wie man sich Argumente aus den Fingern saugt (natürlich muss man sie als solche erkennen). Gibt es eine Grundstruktur, die man sich merken kann und als Leitfaden für alle unbekannten Streitigkeiten merken kann?
Was mir immer einfällt ist, dass man ja nach dem Wortlaut argumentieren kann. Aber das reicht ja oft nicht. :roll:

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