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Klausuren schreiben

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Wieviel bringt das Klausuren schreiben WIRKLICH?!

Hier dreht sich alles um Klausuren schreiben: Vermeidbare Fehler bei der Falllösung, richtige Zeiteinteilung usw.

Wieviel bringt das Klausuren schreiben WIRKLICH?!

Beitrag von Stoffel_90 erstellt am: 4. Jan 2016, 13:32 Uhr

Hallo ihr Lieben,

wieviel hat euch das regelmäßige Klausuren schreiben gebracht? Ich habe mich über 1Jahr intensiv auf das Examen vorbereitet,jedoch nie(!)eine einzige Klausur geschrieben (nur als Konzept runter geschrieben und mit der Lösung verglichen).

Ich war immer der Meinung,es bringt nichts,mich 5h hinzusetzen und eventuell eine HGB Klausur zu schreiben,wenn ich keine Ahnung vom Thema habe.Deswegen habe ich stattdessen versucht,mir aus jedem Rechtsgebiet das Wichtigste anzueignen(die einschlägigen Normen in den Kopf zu bekommen, die Schemata und passenden Definitionen)

Ich habe jetzt vor kurzem mein Examen geschrieben und bin 100 prozentig durchgefallen. Und ich muss sagen,die Thematik war nicht mal schwer. Ich hatte unfassbar Glück mit den Rechtsgebieten. Und DENNOCH bin ich völlig in Panik verfallen,wusste nicht mehr wo vorne und hinten ist.. Ich bin mir aber sehr sicher,dass -wenn ich diese Sachverhalte zu Hause bearbeitet hätte,ein passables Ergebnis erreicht hätte-.Ich habe die Thematik zu Hause 100mal gepaukt..und im Examen stand ich völlig neben mir.In einer Klausur hatte ich so Bauchkrämpfe,dass ich 2h nicht schreiben konnte(hatte aber Angst zur Aufsicht zu gehen,weil das nach typisch Ausrede klingt).

Nach den Klausren habe ich von den anderen gehört,wie einfach die Klausuren auch für sie waren und das hat mich noch mehr fertig gemacht.

Nun kann ich nachts kaum noch schlafen und mache mir furchtbare Vorwürfe,das ich Dinge,die ich immer konnte,im Examen nicht widergeben konnte.

Liegt es daran,dass ich nie eine Probeklausur ausformuliert habe? Ich habe wirklich von morgens bis abends gelernt,war nicht im Urlaub,nie mit Freunden Weg,ich habe nur für Jura "gelebt".Und jetzt habe ich einen "einfache "Klausurdurchgang verkackt..

Bringt es wirklich so viel,Klausuren zu schreiben? Hat es euch voran gebracht?

Stoffel_90

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Re: Wieviel bringt das Klausuren schreiben WIRKLICH?!

Beitrag von ArthurLePerroquet erstellt am: 4. Jan 2016, 15:09 Uhr

Zuerst einmal: Meiner Meinung nach ist "nie im Urlaub, nie mit Freunden ausgehen, von morgens bis abends gelernt" eine komplett falsche Herangehensweise. Der Körper und der Kopf brauchen Phasen der Erholung und sie brauchen auch mal Spaß, Bewegung, etc. also irgendwas anderes als Jura. Also Bitte - falls du tatsächlich noch einen Versuch machen solltest: Gönn dir Freizeit!
Angst durchgefallen zu sein hat jeder und die Meisten haben im Examen schlimme Situationen miterlebt - Schreibblockaden, BlackOuts, etc. Und natürlich kann man sich auch krank lernen, wenn man es übertreibt.
Zu den Anderen: Wer am Ende der Klausur sagt, dass das alles mega einfach war ist zu 99% entweder ein Lügner oder hat den Schwerpunkt der Klausur übersehen. Zu 1% vielleicht ist derjenige richtig vorbereitet, denke ich mal.
Drittens: Dir jetzt den Kopf über das vergangene Examen zu zerbrechen bringt gar nichts - du hast es geschrieben und kannst es nicht ändern - basta.

Zur eigentlichen Frage: Ich habe das auch lange Zeit für ein Märchen gehalten, aber mir hat das Klausuren schreiben richtig viel gebracht. Vor allem hat es mir die Sicherheit gegeben, dass ich meine Zeit einteilen kann und die 5h durchhalte. Es hat mir bei der Gewöhnung ans Schreiben geholfen und an einigen Stellen auch inhaltlich weitergeholfen, da ich manche Sachen einfach erst in der Anwendung verstanden habe - zB Drittschadensliquidation oder innerbetrieblicher Schadensausgleich (vorherh nie verstanden, in der Anwendung plötzlich logisch)
Aber der größte Vorteil war wirklich zu sehen, dass ich es auch schaffen kann mit ein bisschen Anstrengung bei Themen etwas logisches hinzuschreiben, bei denen ich mich 0 auskenne. Das hat mir im Examen wirklich geholfen, denn ich bin sicher, dass ich mich ohne die Erfahrung aus den Klausuren im Examen an manchen Stellen nicht getraut hätte etwas zu schreiben.


PS: Noch zu den Sache aus dem anderen Thread. Mit 26 ist man doch noch nicht alt und chancenlos. Das ganze Leben steht noch vor einem und man ist voll im Normal drin. Außerdem: Selbst wenn man alt wäre - na und?
Zudem war es dein Freischuss, ist doch super. Du hast jetzt die Erfahrung wie das Examen war, wie schwierig es rein von der inneren Herausforderung sein kann. Du kannst damit jetzt umgehen und im nächsten Versuch punkten, solltest du überhaupt wirklich durchgefallen sein.
Also: Kopf hoch, Freunde treffen, in Urlaub fahren - also erstmal alles was Spaß macht und dich negative Sachen vergessen lässt. Solltest du dann nochmal schreiben müssen, einfach in einem angemessenen Rahmen Lernen, ein paar Klausuren schreiben und dich genug ausruhen. Du hast ja noch 2 Versuche und wenn du es bis zum Examen ohne Probleme geschafft hast, kann es ja an deiner Grundkompetenz nicht liegen. ;-)

ArthurLePerroquet

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Re: Wieviel bringt das Klausuren schreiben WIRKLICH?!

Beitrag von Dream on erstellt am: 4. Jan 2016, 16:39 Uhr

Ich habe es am Anfang gehalten, wie Du. Als ich noch nicht sicher in einem Rechtsgebiet war, habe ich mir das Klausurenschreiben geschenkt, weil nach meiner Ansicht sinnlos.

Anders sieht es m.E. aus, wenn man sich einen Überblick über alle Rechtsgebiete verschafft hat. Dann nämlich kommen Dinge wie Zeitmanagment in der Klausur (insbesondere wieviel Zeit für die Skizze), Gefühl für den Aufbau einer Klausur und natürlich die sprachliche Ausgestaltung der Lösung. Das klingt zwar alles banal. Es macht aber einen großen Unterschied, wenn Du das vorher geübt und in der Klausur aus dem FF klappt. Dort hat man bekanntlich keine Zeit, darüber nachzudenken, wie man was am besten formuliert oder aufbaut. Daher sollte man m.E. ein gewisses Maß an Klausuren vor dem Examen schreiben.

Was den Rest angeht: Mach Dich selbst nicht fertig! Die Klausuren sind geschrieben, daran kann man nichts mehr ändern! Aber was Du machen kannst, ist nochmal durchzupowern und Dich auf die Mündliche bzw. die Wiederholung super vorzubereiten. Damit solltest Du auch nicht bis zur Bekanntgabe der Ergebnisse warten, weil die dann verbleibenden 2-3 Monate bis zur Mündlichen dann recht knapp sind.

Zu Selias: Das stimmt. Aus Korrekturen kann man viele unterschiedliche - teilweise echt gute und interessante - Ideen mitnehmen. Außerdem bleibt man inhaltlich auf Ballhöhe.

Dream on

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Re: Wieviel bringt das Klausuren schreiben WIRKLICH?!

Beitrag von Stoffel_90 erstellt am: 4. Jan 2016, 20:02 Uhr

Danke,danke,danke! Eure konstruktiven Antworten/Vorschläge machen mir wirklich Mut!! Und eure aufbauenden Worte sind Balsam für die Seele.

Stoffel_90

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Re: Wieviel bringt das Klausuren schreiben WIRKLICH?!

Beitrag von Korhal erstellt am: 4. Jan 2016, 20:53 Uhr

Alles Typsache, habs bis zum Ende ohne Klausuren durchgezogen und es lief super. Man kann sich einfach in der Zeit einiges mehr an Wissen aneignen, in der andere 5 Stunden an einer Klausur schreiben.

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Re: Wieviel bringt das Klausuren schreiben WIRKLICH?!

Beitrag von Korhal erstellt am: 4. Jan 2016, 22:39 Uhr

Scheine 4-6 Punkte, Examen 10. Hat sich bei den Scheinen ja auch nie gelohnt wirklich zu büffeln.

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Re: Wieviel bringt das Klausuren schreiben WIRKLICH?!

Beitrag von Alexander erstellt am: 4. Jan 2016, 23:52 Uhr

Ob dir das Klausurenschreiben etwas bringt, weißt du erst, wenn du es ausprobiert hast. ;)

Ich fand es schon nützlich, für die Zeiteinteilung, für die Nerven, um Improvisation zu üben und auch um mich mit meinen Lücken zu konfrontieren.
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Re: Wieviel bringt das Klausuren schreiben WIRKLICH?!

Beitrag von Korhal erstellt am: 5. Jan 2016, 00:16 Uhr

Ich bezweifle absolut nicht, dass zusätzliches Klausuren schreiben notentechnisch eventuell noch etwas herausgeholt hätte. Es geht aber darum, dass man sich entscheidet mit welcher Lernmethode man seine begrenzte Zeit am Besten füllt. Und da bin ich mir sicher, dass mir persönlich das einfache Lesen von (_sehr vielen_) Klausurlösungen bei Weitem mehr gebracht hat.

Wie gesagt, man muss letztendlich für sich selbst entscheiden was einem mehr bringt. Ich kann nur diese Sätze wie "50 Klausuren muss man mindestens schreiben" nicht mehr hören. Das ist einfach nicht die Wahrheit.

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Re: Wieviel bringt das Klausuren schreiben WIRKLICH?!

Beitrag von TobiasG erstellt am: 5. Jan 2016, 08:47 Uhr

So ist es. Ich kenne auch einige Ausnahmen, die es (u.a. nur mit dem Lesen von hunderten Lehrbüchern!) zu einem soliden Examen ohne Übungsklausuren gebracht haben. Die absolute Regel ist aber, dass (bis zu einer bestimmten Anzahl) viele Übungsklausuren mit besseren Noten korrelieren und umgekehrt. Und von den extrem guten Leuten (13 Punkte plus) kenne ich eigentlich niemanden, der nicht eine deutlich überdurchschnittliche Anzahl an Übungsklausuren geschrieben hat. Wie ich bereits im anderen Thread geschrieben habe, kann man es sich in den meisten Fällen schlicht nicht leisten, auf so eine erfolgsträchtige Methode zu verzichten. Allein die Erstellung eines "Verzweiflungs"-Threads indiziert ja schon, dass man nicht zu den 1-2 % der Leute kennt, die erstens über solches Wissen/Technik/Können verfügen, dass sie keine Übungsklausuren brauchen, und zweitens selbstbewusst genug sind, dieser Erkenntnis folgend zu handeln.

Kurz: Jemandem, der meint, durchgefallen zu sein, aber angibt, eigentlich das (Grundlagen-)Wissen zu haben, der aber keinerlei Übungsklausuren geschrieben hat, würde ich niemals raten, auch vor dem Zweitversuch auf solche zu verzichten.

TobiasG

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