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Examensstress

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Die Angst lähmt mich

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Die Angst lähmt mich

Beitrag von Panik321 erstellt am: 11. Dez 2014, 16:40 Uhr

Hallo,

mein Plan sieht vor im September (11.Sem) zu schreiben, ich habe ein Rep. besucht, welches mir wenig gebracht hat, es war wohl eher zur Nervenberuhigung, um "alles mal gehört zu haben". Ich konnte aufgrund einer Erkrankung 1 Jahr lang nicht schreiben und so ging die Zeit ins Land.

Mein Lernplan erscheint mir machbar, aber ich muss ehrlich sagen, dass ich dermaßen Angst vor diesem Examen habe (kein Freischuss), dass ich täglich Stunden vergeude mit ausrechnen, wie schnell ich wie viel lernen muss und Ausreden zu finden nicht lernen zu können..und krank zu sein, wirklich andauernd!

Klar, einfach machen wäre die Lösung, aber ich schaffe es zur Zeit nicht, vielleicht auch, weil ich es mir einfach nicht zutraue? Meine Prüfungen haben einen Schnitt von schätzungsweise 7-8 Punkten (von 6 - 14 alles vertreten) und ich habe alle Prüfungen (außer Verwaltungsrecht) auf Anhieb bestanden und zugegebenermaßen nicht übermäßig viel gelernt, auch, weil ich viel gearbeitet habe (20 Std/Woche), aber das Examen ist nun mal eine ganz andere Hausnummer.

Es ist so schlimm geworden, dass ich nicht mehr lachen kann. Die letzten Wochen bin ich aufgestanden und habe erstmal unter der Dusche geweint, jeden Tag, jetzt kann ich nicht mal mehr weinen. Ich vermute, dass ich damit langsam zu einem Psychologen sollte, da mich diese Ängste und das Gefühl schon jetzt versagt zu haben einfach lähmen.

Dennoch schreibe ich das hier, in der Hoffnung ein paar Kommentare zu erhalten, ob es irgendjemandem ähnlich ging/geht und wie er/sie da raus kam. Denn so wird das nichts mit dem Examen bei mir :thumbdown: .

Panik321

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Re: Die Angst lähmt mich

Beitrag von newyorklovers erstellt am: 5. Jan 2015, 15:41 Uhr

Huhu,

also ich kann das total nachvollziehen. Mir geht es genauso. Bin seit 4 Monaten im Rep und komme überhaupt nicht zurecht. Da ich für die Scheine immer nur paar Tage gelernt habe und dementsprechend keine Basis habe fällt es mir so schwer überhaupt im Rep mitzukommen. Hinzu kommt dass ich einfach nicht weiß, wie ich lernen soll. Jeden Tag verbringe ich mehr Zeit irgendwelche Skripte, Bücher und Videos rauszusuchen, weil ich nicht weiß womit ich lernen soll. Hinzu kommt die ständige Angst. Kann Nachts nicht schlafen, bin depressiv und lethargisch. Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht mehr weiter. Brauche einfach so lange bis ich etwas verstehe und wenn ich es verstanden habe ist es nach einer Stunde wieder vergessen.
Ich glaube schon, dass das alles viel mit der Panik zutun hat. Man muss versuchen sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren anstatt sich auszumalen, was denn alles so schief gehen könnte. Nur leider ist es einfacher gesagt als getan. Bei mir ist es oft so, dass ich dann plötzlich Tage habe, wo ich recht schnell die Dinge verstehe, aber das reicht einfach nicht für das Examen. Alle die ich kenne die ein wirklich gutes Examen geschrieben haben, haben 1 1/2 Jahre konstant gelernt ca. 6-8 Stunden und das dann auch produktiv. Würde mich ehrlich gesagt auch freuen, wenn einer paar Tips geben könnte. Ich weiß nämlich auch nicht mehr weiter. Ich verstehe einfach nicht, wieso mir das so schwer fällt mich hinzusetzen und einfach mal zu lernen. Überlege ob es vllt. einfach nicht das richtige Fach für mich ist, denn es kann doch nicht sein, dass einem das Lernen so unfassbar schwer fällt :(

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Re: Die Angst lähmt mich

Beitrag von Juralei erstellt am: 18. Jan 2015, 16:03 Uhr

Vielleicht einmal etwas zum Lösen des "Angstknotens":
Was ihr beschrieben habt (Ausreden, mehr Zeit mit überlegen, was man denn lernen und ausleihen könnte), kennen wahrscheinlich viele. Mir ging es schon im Studium so, dass ich zB die meiste Zeit der Hausarbeit mit Recherchen zugebracht habe, um dann mit Ablauf der Zeit gar nicht mehr alles durchlesen oder verarbeiten zu können ;-)

Was mir beim 1. Examen gut geholfen hat, in das erste Lernen reinzukommen, war eine gewisse Struktur vorgegeben zu haben:
Ich war am Anfang 4 Tage die Woche in Vorlesungen oder habe mich privat zum Lernen getroffen. Das war immer ein Zeitfenster zwischen 9 und 12 Uhr. Die Veranstaltungen habe ich nicht zum Zeit absitzen besucht, sondern weil ich festgestellt habe, dass es mir etwas bringt, mir das anzuhören.
Außerdem bin ich jemand, der aktiv meist erst ab mittags mit Lernen beginnt und auch mal "raus" muss.
Gibt es bei euch vielleicht auch Angebote für Examenskandidaten?

Dann habe ich einmal die Woche einen Sport gemacht, der mich wirklich auspowert und bei dem ich meinen inneren Schweinehund überwinden musste, um wirklich alles zu geben. Daran habe ich auch jedes Mal aufs Neue gemerkt, wie es grad um meine mentale Kondition steht-konnte ich mich schlecht überwinden, habe ich versucht, das schon beim Sport zu "durchbrechen", weil ich wusste, dass ich das selbe Problem dann auch beim Lernen haben werde.

Anstatt stundenlang ohne Effekt auf meine Bücher zu starren, bin ich zum Joggen oder Spazierengehen. Bin der Meinung, dass man auch einfach einsehen muss, wenn es heute nichts mehr wird und dass man abbrechen sollte. Dinge, die ich dann reinzupressen versuche, bleiben sowieso nicht hängen und ich gehe aus dem Tag mit dem schlechten Gefühl, den ganzen Tag am Schreibtisch verbracht, aber nichts geschafft zu haben, bloß weil ich nicht "faul sein" und rausgehen wollte.

Hatte auch zwischendurch wochenlang gar keine Motivation und habe jeden Tag auf die gleiche Seite im Skript gestarrt. Ich kenne aber viele, denen es genauso ging-nicht jeder kann sich anderthalb Jahre mit Feuereifer in die Bib begeben. Und, ganz ehrlich: Viele geben auch nicht zu, dass sie bloß zur Gewissensberuhigung da sind und denken, die anderen seien nonstop fleißig-weil die es auch nicht zugeben. Juristen sind da oft komisch :roll:

Am Besten mal zum Ziel setzen, eine Woche lang jeden Tag 4-5 Stunden etwas zu tun. Der erste Tag ist frustrierend und man tut nichts und ärgert sich. Am zweiten kommt man leicht voran, aber versteht vieles nicht und man kann einfach nicht verhindern, dauernd im Internet zu surfen. Am dritten macht man das auch noch, es zieht einen aber zur festgesetzten Zeit schon innerlich Richtung Schreibtisch. Am vierten schafft man es, das Handy wieder wegzulegen und sich das Problem zu Ende durchzulesen.
Kurzum: Der Mensch ist ein Gewöhnungstier ;-)
Habe auch mal den Tipp gesehen, dass man so 25 Minuten lernen soll und dann 5 Minuten Pause machen, wenn man ein neues Thema anfängt. Man gewöhnt sich tatsächlich nach 2-3 Tagen an den neuen Lernabschnitt und die Aussicht einer knappen halben Stunde ist auch einfach weniger schmerzhaft als ein Open End irgendwann vor dem Abendessen zu haben :mrgreen:

Juralei

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Re: Die Angst lähmt mich

Beitrag von Maverick erstellt am: 17. Feb 2015, 14:09 Uhr

Ich kann mich meinem Vorredner nur anschließen. Zunächst einmal ist eine gewisse Struktur wichtig. Struktur gibt Sicherheit. Meine damalige Freundin und ich haben uns jeden Tag von 8 - 16h (1 Std. Pause) in der UB gelernt (nicht im jur. Seminar, da machen alle einen wahnsinnig). Wir haben uns alle Alpmann Karteikarten gekauft und diese mit weiteren wichtigen Infos (idR aus den Alpmann Skripten, Urteilen...) ergänzt. Neben dem Skript lag immer ein Kommentar oder entsprechendes Fachbuch (Schuldrecht AT..).
Dazu die RÜ gelesen. Samstags haben wir - wenn wir aus dem Bett kamen - Klausuren geschrieben. Sonntag war immer frei!!! Das ist wichtig, um sich zu erholen. Daneben Sport treiben.

Sollte Dich Deine Angst weiterhin lähmen, so würde ich einen Facharzt für Psychiatrie (ggf. Neurologe) aufsuchen. Dieser verschreibt in der Regel nur Medikamente, um die Zeit bis zu einer Therapie zu überbrücken.
Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

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