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Examensstress

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Angst vor dem Aktenvortrag/2.StEx

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Angst vor dem Aktenvortrag/2.StEx

Beitrag von narcissa erstellt am: 25. Jan 2015, 17:04 Uhr

Jetzt, wo die Klausuren bestanden sind, macht sich leider die Angst vor dem Aktenvortrag breit... auch, da es bei mir in der Mündlichen um Bestehen oder Nichtbestehen geht. Eine gute Note ist bei den Vorpunkten sowieso raus.

Ich habe zwar in den AG`s ein paar Aktenvorträge gehalten. Allerdings waren die vergleichsweise einfach zu bewältigen, sowohl was den Schwierigkeitsgrad, als auch was den Umfang angeht. Dementsprechend waren da auch die Noten jeweils im VB-Bereich.

Mit den Aktenvorträgen auf der Seite des LJPA sieht es leider ganz anders aus. Seit drei Tagen beschäftige ich mich den Vorträgen im Zivilrecht und bin irgendwie zunehmend entmutigt. Im Schnitt kann ich von drei Vorträgen einen halbwegs(!) bewältigen (würde mal auf 4-5 Punkte im Ernstfall tippen...) und mit den anderen beiden so gut wie gar nichts anfangen :cry: Das liegt zum Einen am materiellen Anspruch der betreffenden AV als auch an deren Umfang. Nicht, weil diese AV von der Seitenzahl her länger wären als andere, sondern weil der Sachverhalt vergleichsweise verschachtelt und vielschichtig ist und ich schon viel zu lange brauche, um das überhaupt alles zu erfassen und zu ordnen, so dass für die rechtliche Lösung kaum Zeit bleibt. Mit der rechtlichen Lösung liege ich bei diesen AV dann auch TOTAL daneben, falls ich überhaupt eine zustande bekomme... Im Ernstfall könnte ich also die Parteien vorstellen und den Sachverhalt schildern, vielleicht noch ins Blaue hinein einen Grobvorschlag machen und die Zulässigkeit der Klage zutreffend erörtern, und das war`s... Rechtliche Lösung entweder nicht vorhanden oder knapp und/oder völlig unbrauchbar.

Ich brauche in der Mündlichen 16 Punkte, nur um überhaupt zu bestehen. Mir erscheint das im Moment als nicht schaffbar. Von Kollegen habe ich gehört, dass ihre AV auch durchweg sehr anspruchsvoll waren...

Ich komme mir gerade vor, als wäre ich schlicht zu dumm für das alles, was sich ja auch schon in den Klausuren niedergeschlagen hat :x

Hat oder hatte jemand vielleicht ähnliche Schwierigkeiten bei der Vorbereitung auf den Aktenvortrag? Wie bereitet ihr euch vor, wie motiviert ihr euch bzw wie ist es dann ausgegangen?

narcissa

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Re: Angst vor dem Aktenvortrag/2.StEx

Beitrag von narcissa erstellt am: 26. Jan 2015, 16:44 Uhr

Durch diesen Rechner:


http://veelken.com/referendar/nrw-rechner.htm

Ich habe 33 Punkte in den Klausuren. Da sagt mir das Ding, ich benötige in der Mündlichen insgesamt noch 16 Punkte, um das Ausreichend zu halten, also zu bestehen.

(Dass ich die Berechnung verstehe, könnte ich nicht behaupten.)

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Re: Angst vor dem Aktenvortrag/2.StEx

Beitrag von Cthulhu erstellt am: 26. Jan 2015, 17:26 Uhr

Für die mündliche Prüfung im 2. StEx in NRW habe ich auf dieser Seite:
http://www.jm.nrw.de/JM/landesjustizpru ... /index.php
den Notenrechner genutzt, um zu schauen, mit welchen Punktzahlen ich auf welche Note kommen kann.

Ganz pauschal gesagt: du hast die Klausuren hinter dir und stehst unmittelbar vor dem Ende des 2. Examens. Ich kenne niemanden, der in der mündlichen Prüfung noch durchgefallen wäre, aber mehrere, die in den Klausuren noch unterm Schnitt waren. Statistiken gibt es natürlich auch.

Das Schlimmste hat man eigentlich schon hinter sich. Kopf hoch!

Cthulhu

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Re: Angst vor dem Aktenvortrag/2.StEx

Beitrag von narcissa erstellt am: 26. Jan 2015, 17:50 Uhr

Danke. :contenance:

Ja, insgesamt... Bräuchte ich 16 Punkte alleine im AV, könnte ich ja gleich daheim bleiben... :crazy:

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Re: Angst vor dem Aktenvortrag/2.StEx

Beitrag von Maverick erstellt am: 17. Feb 2015, 13:57 Uhr

16 Punkte sind ohne Probleme machbar. Im 2. Examen lassen dich die Prüfer idR nur durchfallen, wenn Du gar nichts sagst. ;-)
Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

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Re: Angst vor dem Aktenvortrag/2.StEx

Beitrag von Nervmich erstellt am: 7. Mär 2015, 08:20 Uhr

narcissa hat geschrieben:Durch diesen Rechner:

(Dass ich die Berechnung verstehe, könnte ich nicht behaupten.)


Wie kann man überhaupt Referendar(in) werden und so etwas Simples nicht verstehen ? Du sollst später eigenständig Gesetze auslegen und über viele Tausende Euro entscheiden. Und du kannst nicht mal die JaPO lesen, in welcher ausführlich steht, wie die Sache berechnet wird ?

Grundsätzlich gilt: Jede Klausur und jede mündliche Prüfungsleistung einfach zählen. Alle Noten also schlicht addieren und dann durch die Gesamtzahl der Noten teilen. Das ist Grundschule.

Ich habe aber selbst zwei Fragen, weil ich mir die mündlichen Prüfungen nicht ansehen durfte:

1. Hat hier jemand den Vortrag komplett frei gehalten ? Wie soll das möglich sein den ganzen Sachverhalt z.b. mit Daten wie Autokennzeichen, Parzellen usw. (ÖffR) zu erfassen und korrekt wiederzugeben. Ich schaffe das nur mit Notizen.

2. In Übungsbüchern komme ich beim ruhigen Lesen hochgerechnet auf 12-17 Minuten für einen Vortrag. Vortragsdauer in echt ist aber nur 10 Minuten. Wie also soll man einen guten Votrag (10 Punkte aufwärts) überhaupt schaffen, wenn man nicht die Zeit dafür hat ? Sehr schnelles Reden wird ja auch zu Punktabzug führen...

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Re: Angst vor dem Aktenvortrag/2.StEx

Beitrag von joee78 erstellt am: 7. Mär 2015, 10:33 Uhr

Nervmich hat geschrieben:Grundsätzlich gilt: Jede Klausur und jede mündliche Prüfungsleistung einfach zählen. Alle Noten also schlicht addieren und dann durch die Gesamtzahl der Noten teilen. Das ist Grundschule.


judex non calculat 8)

Wieso durftest du bei der Mündlichen nicht zuschauen?
Sind Sie ein Mensch? Sowas Ähnliches, ich bin Anwalt.

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Re: Angst vor dem Aktenvortrag/2.StEx

Beitrag von Alexander erstellt am: 7. Mär 2015, 20:19 Uhr

Du kannst problemlos Notizen verwenden.

Zeitprobleme: Ich habe die Vorträge so lange geübt, bis ich die Sachverhalte auf 3 Minuten runtergeprügelt hatte und auch mit den rechtlichen Ausführungen in 9 Minuten zurechtkam. Die 12 Minuten darfst du schon nutzen.

Achte darauf, wo du Zeit verlierst, z.B. bei unproblematischen aber langatmigen Prüfungsteilen. Lege dir Sätze zurecht, die dir helfen, über diese Punkte schneller hinwegzukommen.

Deine Rolle ist die der Berichterstatterin in der Kammer oder des Junganwalts, der die Partnerin oder einen Kollegen auf eine Verhandlung o. ä. vorbereiten soll. Dein Gegenüber ist Profi und mindestens so gut wie du. Was muss diese Person über diesen Fall wissen, um den Fall zu verstehen und deine Ergebnisse nachvollziehen zu können? Wie musst du deine Überlegungen präsentieren, dass dein Gegenüber dich versteht und auch das Gefühl bekommt, deiner Prüfung vertrauen zu können, selbst da, wo du nur im Urteilsstil etwas festhältst?

Mir haben diese Überlegungen geholfen, bessere Schlaglichter zu setzen.
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Re: Angst vor dem Aktenvortrag/2.StEx

Beitrag von Bürzel erstellt am: 7. Mär 2015, 21:18 Uhr

Selias hat geschrieben:Last but not least werden dir, egal was du erzählst und wie du es erzählst, von der Kommission genau soviele Punkte abgezogen bzw. geschenkt, dass in etwa deine Vornote dabei rauskommen wird. Der ganze Vortrag ist insoweit eine black-box, die nur dazu dient, den Beurteilungsspielraum zu eröffnen.

Das gilt übrigens für die gesamte mündliche Prüfung. Egal wie gut du warst, oder glaubst gewesen zu sein, am Ende wirst du für die gesamte Veranstaltung eine Note bekommen, die deine Vornote um ca. 1 Punkt verbessert. Wunder sind möglich, aber extrem selten.


Ich finde Deine Verallgemeinerungen wenig hilfreich. Habe andere Erfahrungen und auch von Kollegen ganz anderes gehört. Danach würde ich Aktenvortrag und Prüfung durchaus als einigermaßen ergebnisoffen bezeichnen.
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Re: Angst vor dem Aktenvortrag/2.StEx

Beitrag von Alecta erstellt am: 9. Mär 2015, 09:42 Uhr

Selias hat geschrieben:Sag mal, wie naiv bist du eigentlich?

Die mündliche Prüfung ist alles andere als ergebnisoffen. Genau DAS ist das Problem und genau DARÜBER beschweren sich so viele.

Besorge dir einen Packen mit 200 Prüfungsprotokollen und verleiche die Vornoten mit den Endnoten, dann wirst du es sehen. Auffällig ist zudem, dass es fast keine Notenhebungen gibt.



Kenne jetzt schon 2 Beispiele aus dem unmittelbaren Freundeskreis, wo es anders war.... :roll: Man kann auch mit 4-5,x auf 'nen Notensprung von 2,x hoffen. So selten ist das gar nicht.

Was ich jetzt schon oft gehört habe (uA von einem ehemaligen Prüfer) ist, dass der Aktenvortrag die "Weichen" stellt für die Note in der Mündlichen. Mich selbst macht das auch nervös, da ich immer große Probleme habe, in 1h meine Gedanken zu ordnen und zu Papier zu bringen, aber da hilft eben nur üben. Empfehlenswert ist es Aktenvorträge in einer Lerngruppe zu üben. Am Besten sooft wie möglich.

Wann hast du deine Mündliche, narcissa? Ich bin nächsten Monat dran :crazy:

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Re: Angst vor dem Aktenvortrag/2.StEx

Beitrag von Nervmich erstellt am: 9. Mär 2015, 18:12 Uhr

joee78 hat geschrieben:
Nervmich hat geschrieben:Wieso durftest du bei der Mündlichen nicht zuschauen?


Man darf zuschauen, nicht aber beim Aktenvortrag. Vermutlich, weil sich sonst der Kandidat gestört fühlen würde. Keine Ahnung, musste das Ministerium fragen.

"Die 12 Minuten darfst du schon nutzen."

Bei uns sind es nur 10 Minuten. Ich brauche derzeit 10-15 Minuten, hängt auch davon ab, ob ich "Hänger" habe, die den Redefluss trüben.

"Sie glaubt z.B. fest an Vorsehung, Sternzeichen und Kartenlegen."!

wtf... und ich hacke schon auf den Religiösen herum, nur weil sie an Gott glauben.

Danke für die Antwort. Bin dann mal beruhigt, dass man Notizen nutzen kann.

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Re: Angst vor dem Aktenvortrag/2.StEx

Beitrag von narcissa erstellt am: 20. Mär 2015, 18:05 Uhr

Nervmich hat geschrieben:
Wie kann man überhaupt Referendar(in) werden und so etwas Simples nicht verstehen ? Du sollst später eigenständig Gesetze auslegen und über viele Tausende Euro entscheiden. Und du kannst nicht mal die JaPO lesen, in welcher ausführlich steht, wie die Sache berechnet wird ?



Sag mal, geht`s noch? Nur so nebenbei - ich hatte früher in allen Fächern außer Mathe ein "Sehr gut" oder "Gut" und einen dementsprechenden Abi-Schnitt, ohne dass ich irgendeinen Lernaufwand hätte betreiben müssen. Nur in Mathe stets ein Mangelhaft Minus, und das von der 5. bis zum Schluss. Ich. Kann. Kein. Mathe. Ums Verrecken nicht. Natürlich kann ich lesen, wie etwas rein theoretisch zu berechnen ist, danke. Ich bin aber nicht in der Lage, diese Berechnung auch zu verstehen, geschweige denn durchzuführen. Ich bin ein Zahlenversager. Das war immer schon so und wird auch so bleiben. Dumm - wie du ja andeutest! - bin ich deshalb noch lange nicht.

Und danke, aber trotz deiner aufmunternden Zeilen und trotz der Zahlen-Legasthenie habe ich inzwischen das 2. Examen in der Tasche. Inklusive deutlicher Verbesserung. Die Prüfer haben es also nicht als zwingende Voraussetzung für das Bestehen angesehen, dass jemand irgendwelche Rechenvorgänge versteht und sie selbst durchführen kann.

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Re: Angst vor dem Aktenvortrag/2.StEx

Beitrag von Alecta erstellt am: 23. Mär 2015, 14:12 Uhr

narcissa hat geschrieben:
Und danke, aber trotz deiner aufmunternden Zeilen und trotz der Zahlen-Legasthenie habe ich inzwischen das 2. Examen in der Tasche. Inklusive deutlicher Verbesserung. Die Prüfer haben es also nicht als zwingende Voraussetzung für das Bestehen angesehen, dass jemand irgendwelche Rechenvorgänge versteht und sie selbst durchführen kann.


Ein ganz dickes herzlichen Glückwunsch dazu!!! :) :) :)

Alecta

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Re: Angst vor dem Aktenvortrag/2.StEx

Beitrag von narcissa erstellt am: 23. Mär 2015, 19:54 Uhr

Danke :D

(Irgendwie ist diese Leere nach Ende des Lern-Marathons aber gewöhnungsbedürftig...) :confused

narcissa

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