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Prüfungsunfähigkeit

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Prüfungsunfähigkeit

Beitrag von remus erstellt am: 28. Mär 2015, 17:53 Uhr

Hallo Leute,

ich hab irgendwie ein sehr unangenehmes Thema.....

und zwar bin ich seit einem Unfall in meinen frühesten Kindheit eben körperlich eingeschränkt.

Die ganze Anatomie der Hände hat sich dabei so verschobene, dass ich rechts praktisch nur einen halben Finger habe (mit dem halte ich die Umschalttaste und kann nicht greifen) und links ists halt irgendwie nur so zwei komische Finger mit denen ich zwar einen Stift halten kann, aber halt nichts schreiben.... also meinen Namen halt.

Jetzt schreib ich halt alles mit dem PC und komme damit gut klar.

Aber ich hab noch nie 6 Klausuren hintereinander in so kurzer Zeit geschrieben, aber ich kenne ja die Zeit in der ich lerne, wie lange ich durchhalte und wie sehr mich langes lernen auch beeinträchtigt.

wenn ich viel tippe, dann tut mir meine Hand richtig weh.
was wäre denn jetzt, wenn ich nach 3 oder 4 Klausuren nicht mehr schreiben kann? ich kann ja auch einfach so behaupten Schmerzen zu haben, ohne dass das wirklich nachprüfbar ist.
ich war an meinem Wohnort ja schon bei einem etwas seltsamen Amtsarzt, der auch n bisschen seltsam drauf reagiert hat, mit so einer Einschränkung überhaupt Jura zu studieren, wenn man ja fast weiß, die Klausuren rein körperlich nicht schreiben zu können.

naja.....

leider hat sich das Prüfungsamt nicht wirklich geäußert, außer Nachteilsausgleich über Zeitzuschlag und PC-Nutzung. mehr wollten sie auch irgendwie nicht rausrücken.
in einer Randbemerkung meinten sie noc, man könnte auch ne Sprachsteuerung anbieten, aber ich hab damit absolut überhaupt keine Erfahrung. und ganz ohne Tippen funktioniert ja auch keine Sprachsteuerung (hab ich mal gesehen). vorallem so Fachvokabeln werden niemals richtig erkannt.

ich hoffe ja, dass ich den Fall nicht bekomme, aber ich glaube fast, dass es dazu kommen wird. jetzt bin ich total frustiert, wenn ich so google, was man alles haben muss, um prüfungsunfähig zu sein. ich hab fast das Gefühl, wenn ich das net beweisen kann, dann streichen sie mir einfach den Versuch.... also nach dem Motto durchgefallen, mein Pech.

ich bin echt gerade am heulen, wenn ich das schreibe.... :( :cry:

mein Orthopäde meinte auch, dass er es wohl als kristisch ansieht, ob ich das schaffe. aber wenn man mit dem Prüfungsamt halt frühzeitig eine Regelung hätte treffen können, dann hätte ich mich ja auch mit ner Sprachsteuerung vertraut machen können. aber die haben immer gesagt, ich soll mich erst ein paar Wochen vorher melden. das hat mir damals schon total n flaues Gefhl im Magen verursaht.

meint ihr, dass sowas als Prüfungsunfähigkeitsgrund anerkannt würde? "Schmerzen" sind halt auch erstmal leicht vorgetäuscht.

remus

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Prüfungsunfähigkeit

Beitrag von Väinämöinen erstellt am: 28. Mär 2015, 20:58 Uhr

Abgesehen davon, dass ich die Auffassung des Amtsarztes mehr als befremdlich finde, so zeigt dein Fall, dass die Prüfungsbefingungen mehr als praxisfern sind.

Egal...

Als ich HiWi war, hat eine Voll-Spastikerin (nicht abwertend gemeint!) ihren großen Schein bei uns gemacht. Am Ende ist sie ins Rep gegangen.

Die hat ihre Klausuren geschrieben, indem sie den Sachverhalt vorgehalten bekommen hat und sie ihrem betreuenden Zivi gesagt hat, welche Norm er aufschlagen soll etc. Die Lösung hat sie dann diktiert.

War kein Problem!

Soetwas ist also möglich.

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Re: Prüfungsunfähigkeit

Beitrag von Eagnai erstellt am: 29. Mär 2015, 09:08 Uhr

Etwas schwierig an deiner Situation finde ich, dass du bisher nicht so richtig weißt, wie viele Klausuren du tatsächlich am Stück schreiben kannst, weil du es noch nie ausprobiert hast. Das macht es sowohl für dich als auch für das Prüfungsamt natürlich schwerer, sich darauf einzustellen.

Wenn du im Vorfeld bereits aus Erfahrung gewusst hättest, dass sechs Klausuren in so kurzer Zeit für dich schlicht nicht machbar sind, dann hättest du dir das ggf. bescheinigen lassen können und man hätte schon vor den Klausuren versuchen können, eine andere Lösung zu finden. Theoretisch denkbar wäre, die Lösungen einer Schreibkraft zu diktieren, Spracherkennung zu nutzen oder vielleicht auch die Klausuren in getrennten Blöcken zu schreiben (so wie beim Abschichten ja auch). Bei uns an der Uni gab es damals einen Studenten, der keine Arme hatte, also gar nicht tippen konnte - wie genau da die Lösung für seine Klausuren aussah, weiß ich nicht, aber es gab jedenfalls eine.

Spracherkennungssysteme arbeiten nach jetzigem Stand natürlich nicht perfekt, aber immerhin würden sie dir einen Großteil der Schreibarbeit abnehmen. Wenn du z.B. jedes vierte oder fünfte Wort manuell korrigieren musst, hättest du trotzdem nur ein Viertel bzw. Fünftel der Schreibarbeit, die du ohne das Programm gehabt hättest. Deshalb kann ich mir durchaus vorstellen, dass das für dich eine Lösung sein könnte - zumindest solltest du das nicht ausschließen, bevor du es nicht ausprobiert hast. Gerade wenn dir das Prüfungsamt diese Lösung sogar schon angeboten hat, würde ich das an deiner Stelle wirklich in Betracht ziehen.

Jetzt hast du - wenn ich dich richtig verstehe - aber offenbar das Problem, dass deine Klausuren schon unmittelbar bevorstehen und du für andere Lösungen keine Zeit mehr hast? Das ist natürlich ungünstig, dir bleibt dann aber im Ergebnis nur, es eben zu versuchen und - wenn es nicht klappt - für den nächsten Versuch nochmal mit dem Prüfungsamt zu reden.

Dass ein Amtsarzt dir Prüfungsunfähigkeit attestiert, wenn du nach einigen Klausuren merkst, dass es wirklich nicht mehr geht, würde ich in deiner Situation nicht für das große Problem halten. Es ist ja etwas anderes, ob ein körperlich gesunder Student behauptet, er hätte Kopf- oder Magenschmerzen, oder ob jemand mit einem bekannten und ärztlicherseits auch schon festgestellten körperlichen Problem die (erwartete) Verschlechterung der Symptome schildert.

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Re: Prüfungsunfähigkeit

Beitrag von remus erstellt am: 29. Mär 2015, 14:41 Uhr

Etwas schwierig an deiner Situation finde ich, dass du bisher nicht so richtig weißt, wie viele Klausuren du tatsächlich am Stück schreiben kannst, weil du es noch nie ausprobiert hast. Das macht es sowohl für dich als auch für das Prüfungsamt natürlich schwerer, sich darauf einzustellen.


ja, die Vorstellung macht mich gerade auch total narrisch. ich verzweifele an dem Gedanken zwar Wissens-mäißg/Intellektuell es vermutlich drauf zu haben, aber es daran scheitert, dass ich eben eine körperliche Einschränkung habe.

vielleicht auch die Klausuren in getrennten Blöcken zu schreiben (so wie beim Abschichten ja auch)


Aussage Prüfungsamt: gibts nicht, machen wir nicht. BASTA

Bei uns an der Uni gab es damals einen Studenten, der keine Arme hatte, also gar nicht tippen konnte - wie genau da die Lösung für seine Klausuren aussah, weiß ich nicht, aber es gab jedenfalls eine.


Bisher hab ich ja auch Klausuren geschrieben. PC, Zeitzuschlag, gut wars. aber ich hab mal in den ersten Semestern 4 Klausuren in einem Klausurenblock von über drei Wochen geschrieben. und die waren von der Regelzeit her auch nur bei 90 Minuten.

im Hauptstudium waren es nie mehr als 2 Klausuren.
die einzig längere Klausur war im Schwerpunkt, aber das war eben nur eine.

Gerade wenn dir das Prüfungsamt diese Lösung sogar schon angeboten hat, würde ich das an deiner Stelle wirklich in Betracht ziehen.


grundsätzlich hat das Prüfungsamt gesagt, ich soll muss kurz vorher zum Amtsarzt und erst dann wird entschieden. eine vorherige Klärung hat man mit Verweis auf die fehlende Anmeldung (man meldet sich nicht anderthalb Jahre vorher an) abgelehnt. man könnte sowas kurzfristig entscheiden. ja, die Behörde an sich entscheidet sowas kurzfristig und ich hab mich dann damit abzufinden.

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Jetzt hast du - wenn ich dich richtig verstehe - aber offenbar das Problem, dass deine Klausuren schon unmittelbar bevorstehen und du für andere Lösungen keine Zeit mehr hast? Das ist natürlich ungünstig, dir bleibt dann aber im Ergebnis nur, es eben zu versuchen und - wenn es nicht klappt - für den nächsten Versuch nochmal mit dem Prüfungsamt zu reden.


im April. den ersten Brief an PA hab ich im Februar 2014 geschrieben. ich kann mir nicht vorwerfen, dass ich es nicht versucht hätte.
ehrlich gesagt dachte ich damals auch, dass das sicher alles nicht so schlimm wird. vielleicht sind auch die herannahenden Prüfungen, die mich da zusätzlich unter Druck setzen, aber grundsätzlich muss man sich ja über die Dinge Gedanken machen.

Als ich HiWi war, hat eine Voll-Spastikerin (nicht abwertend gemeint!) ihren großen Schein bei uns gemacht. Am Ende ist sie ins Rep gegangen.

Die hat ihre Klausuren geschrieben, indem sie den Sachverhalt vorgehalten bekommen hat und sie ihrem betreuenden Zivi gesagt hat, welche Norm er aufschlagen soll etc. Die Lösung hat sie dann diktiert.

War kein Problem!


ja, an der Uni war das auch nie ein Problem. die Lehrenden hatten immer ne Lösung und waren sehr zuvorkommend dafür. zur Not ist eben das Fakultutäsprüfungsamt eingesprungen mit der Organisation.

meistens hab ich dann nen Laptop bekommen und mir wurde sogar von einem Prof mal ein kürzerer Sachverhalt angeboten, was ich aber gar nicht wollte. zumal war das nur in Rechtsgeschichte....


als ich mich angemeldet habe, hat mich sogar jemand angerufen und meinte, dass der Antrag viel zu früh eingereicht worden wäre. das hätte alles noch Zeit. und das war Ende 2014 mit dem Antrag zur Zulassung.

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Re: Prüfungsunfähigkeit

Beitrag von Alexander erstellt am: 29. Mär 2015, 15:42 Uhr

Hast du denn kein "Probeexamen" geschrieben, also einfach mal im Rahmen deiner Vorbereitung die 6 Klausuren in 2 Wochen?

Na ja.

Jetzt hast du nur noch wenige Tage, richtig?

Dann nutze die doch, um die verschiedenen Möglichkeiten (Diktieren, Sprachsoftware, Schreibverlängerung + PC) darauf zu testen, womit du am Besten zurecht kommst. Und gehe dann zum Amtsarzt und mach dem Prüfungsamt mit dem Attest Vorschläge.

Ich meine mich dunkel an eine Kommilitonin zu erinnern, die aus irgendwelchen gesundheitlichen Gründen akut nicht schreiben konnte/durfte und dann eben jemandem diktiert hat. Meine bessere Hälfte hatte eine Kollegin im Ref, die fast blind war, die hat ihr Examen mit Schreibverlängerung gemacht. Gibt's alles, geht alles.

Mach dich nicht fertig wegen deiner körperlichen Einschränkung. :) Es wäre doch albern, nicht Jura zu studieren, wenn du den Kopf dafür hast und es für den Rest auch Ausweichmöglichkeiten gibt.
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Re: Prüfungsunfähigkeit

Beitrag von narcissa erstellt am: 31. Mär 2015, 14:03 Uhr

Die Haltung des Amtsarztes finde ich, gelinde gesagt, seltsam :WTF:

Was meint er denn, was du sonst beruflich hättest machen sollen? Was Handwerkliches, weil man da ja keine Klausuren schreiben muss? [/Zynismus off]

Zur eigentlichen Frage: Ich wurde wegen eines akuten Problems an meiner Schreibhand (Operation) vom Amtsarzt krankgeschrieben und das Prüfungsamt hat mich einfach für den nächsten Monat terminiert; Schwierigkeiten gab es da keine. Da bei dir ja aber keine vorübergehende Schreibunfähigkeit, sondern eine dauerhafte Behinderung der Hände vorliegt, glaube ich jedoch nicht, dass das Prüfungsamt dich deshalb verschieben wird.

Es gab beim 1. StEx in meinem Durchgang eine Dame, die die Klausuren mittels Sprachsteuerung (in einem eigenen Raum natürlich) bewältigt hat. (Warum genau, weiß ich nicht... sie hatte zwei intakte Hände, vielleicht konnte sie die nicht richtig gebrauchen). Möglich ist das also.

Vielleicht tröstet es dich, dass auch viele Prüflinge mit gesunder Schreibhand nach 3-4 Klausuren erhebliche Schmerzen in der Hand haben. So war es zumindest bei mir - bei beiden Examina. Handgelenk, Muskeln, Sehnen... regelrecht Muskelkater, der auch nach der letzten Klausur noch ne Weile anhielt.

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Re: Prüfungsunfähigkeit

Beitrag von Alexander erstellt am: 31. Mär 2015, 21:47 Uhr

Vielleicht tröstet es dich, dass auch viele Prüflinge mit gesunder Schreibhand nach 3-4 Klausuren erhebliche Schmerzen in der Hand haben. So war es zumindest bei mir - bei beiden Examina. Handgelenk, Muskeln, Sehnen... regelrecht Muskelkater, der auch nach der letzten Klausur noch ne Weile anhielt.


Jep. Ich hatte schon vorher Probleme und habe die Klausuren mit Bandagen und Voltaren geschrieben. Richtig schlimm ist es damit dann gsd. nicht geworden.
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