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Examensstress

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Mir geht es schlecht..

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Re: Mir geht es schlecht..

Beitrag von Pearl erstellt am: 1. Jun 2015, 16:31 Uhr

Befriediger hat geschrieben:Hi. Zu Anfang habe ich auch nur mit Unterlagen eines kommerziellen Repetitors gelernt, in denen schier endlose Meinungsstreitigkeiten und noch so abstruse Mindermeinungen bis zum Erbrechen durchgekaut wurden. In manchen Falllösung wusste man vor lauter Meinungsstreitereien gar nicht mehr worum es eigentlich in dem Fall geht. Im Klausurenkurs der Uni dachte ich dann natürlich meine Lösung müsse so aussehen wie eine der Replösungen - schön und breit "Probleme" diskutieren. Damit bin ich gehörig auf die Nase gefallen. Meine ersten Klausuren fielen fast immer sehr bescheiden, um nicht zu sagen scheiße aus. Als Korrekturbemerkung stand oft "irrelevant" und "Schwerpunkt nicht erkannt" am Rand. Oftmals bin ich vor lauter Gelehrtengedöhnsausgebreite auch gar nicht fertig geworden. Meine Klausuren sind wesentlich besser geworden als ich mir die Ratschläge des Dozenten in den Klausurbesprechungen zu Herzen genommen habe.

- Sachverhalt ordentlich lesen
- Probleme/Schwerpunkt herausfiltern
- bis zum Endergebnis durchgliedern
- Ein klarer, übersichtlicher Aufbau
- Unwesentliches kurz und prägnant abhandeln
- Probleme ansprechen und egal (!) wie lösen (der Korrektor ist schon froh, dass jemand einen Punkt überhaupt anspricht und hat keinen Bock auf ewig lange Professorenschwanzverlängerungstheorien)
- fertig werden (im 2ten noch wichtiger als im 1ten), d.h. nach maximal 2 von 5 Stunden muss mit der Reinschrift begonnen werden

Zudem habe ich mir die Unterlagen des Unirep geholt. Diese waren m.E. wesentlich aktueller, besser aufgebaut und näher an den wirklichen Problemen im Examen. Auch beim Durchgehen der Klausurlösungen konnte man eine Menge an Stoff wiederholen und auch (zumindest ich) erstmals lernen. Um manche Dinge nochmal etwas tiefer nachzulesen habe ich mir fürs Zivilrecht die Skripte von Rolf Schmidt geholt. Die RS-Skripte sind schon etwas umfangreicher, dafür wird der Stoff auch ausführlich und in leicht verständlicher Sprache erklärt. Ich hatte immer Probleme mit den "Lehr"-büchern die von meinen Profs empfohlen wurden, in denen man jeden Satz drei mal lesen musste, um ihn dann vielleicht zu verstehen. Im Öffentlichen Recht bin ich mit Detterbeck- Öffentliches Recht gut gefahren. Von Staatsorganisation bis Europarecht wird alles leicht verständlich und einigermaßen kompakt erklärt.


Dank dir für diese hilfreichen Tipps Befriediger.

Du spiegelst meine Lage wieder.
Ich habe auch die Skripte von Rolf Schmidt und fand die immer ganz toll. Früher hab ich aber auch sehr viel mit Lehrbüchern gelernt, erst später bin ich teilweise auf RS umgestiegen. Ich habe ehrlich gesagt vor, die Unterlagen des Reps auf die Seite zu legen. Ich habe diese auch gefühlte 150 mal wiederholt. Verstehen tu ichs ja größtenteils, nur kann ich da auch nicht wirklich aussortieren was ich in der Klausur problematisieren soll oder nicht. Wenn ich es so mache, wie in den Rep Unterlagen, endet es jedesmal so. Ich werde auch nicht fertig. Die Punktbewertung ist also verständlich bei mir.
Auch ist die Zeit sehr sehr kurz. Also die Zeitspanne der Vor-und Nachbereitung. Das muss dann immer so schnell gehen und gelernt hab ich dann auch nur oberflächlich. Ich gehöre wohl zu denen, die etwas länger brauchen.

Pearl

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Re: Mir geht es schlecht..

Beitrag von ACatInTheBrain erstellt am: 1. Jun 2015, 18:10 Uhr

Kein Problem, dafür ist das Forum, und die Leute, die sich darin tummeln, ja da :hammer:

lass dich von Posts wegen Gehältern in der Zukunft nicht unterkriegen, weil ich die persönlich etwas überzogen finde. Mir fallen auf Anhieb so viele Fälle, in denen es nicht so ist, ein, dass ich sie nicht mehr an zwei Händen abzählen könnte. Es sind aber noch wesentlich mehr.Klar, zwei Mal VB ist natürlich das Angenehmste, aber zwei Mal ausreichend, vor allem im oberen Bereich, ist bei Weitem kein Grund, um aus dem Fenster zu springen. ;) Mal abgesehen davon, dass du als unsympathischer Kotzbrocken es in beiden Konstellationen schwer hättest. Heißt: Du musst bei deinem Arbeitgeber vor allem als Mensch überzeugen.

Mir ist noch eingefallen, apropos Klausurenkurs: Im Gegensatz zum Hauptkurs von Hemmer war der Klausurenkurs wirklich gut; du hast am selben Nachmittag die korrigierte geschriebene Klausur vom Vormittag in der Hand plus ausführliche Nachbesprechung mit meist jüngeren Hemmer-Dozenten (die teilweise weitaus besser, als der ein oder andere Haupt-Kurs-Dozent waren). Der Vorteil ist, dass der Fall noch im Hirn ist und meist ganz gute Lösungsübersichten ausgeteilt werden. Zumindest in Göttingen wurde danach meist noch abstrakt ein Thema behandelt, dass in den HKen nicht dran kam.

ACatInTheBrain

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Re: Mir geht es schlecht..

Beitrag von qwertz erstellt am: 1. Jun 2015, 22:37 Uhr

- Sachverhalt ordentlich lesen
- Probleme/Schwerpunkt herausfiltern
- bis zum Endergebnis durchgliedern
- Ein klarer, übersichtlicher Aufbau
- Unwesentliches kurz und prägnant abhandeln
- Probleme ansprechen und egal (!) wie lösen (der Korrektor ist schon froh, dass jemand einen Punkt überhaupt anspricht und hat keinen Bock auf ewig lange Professorenschwanzverlängerungstheorien)
- fertig werden (im 2ten noch wichtiger als im 1ten), d.h. nach maximal 2 von 5 Stunden muss mit der Reinschrift begonnen werden


Dem kann ich weitgehend zustimmen.
Allerdings halte ich diese Faustregeln, dass man nach spätestens 2 Stunden (bzw. 1,5 im StR) anfangen muss zu schreiben für Unsinn. Wenn man die Klausur durchgelöst hat reichen 2,5 Stunden eigentlich immer um 30+ Seiten zusammenzuschreiben.
Also lieber gute 2-2,5 Stunden für die ausführliche Lösungsskizze nehmen und dafür einen sauberen, nachvollziehbaren Aufbau haben als zu früh anfangen zu schreiben. Wenn man merkt, dass es nach hinten raus knapp wird (und das kann man mit guten Lösungsskizzen gut abschätzen) kann man sich an geeigneten Stellen kürzer fassen.

qwertz

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Re: Mir geht es schlecht..

Beitrag von Pearl erstellt am: 2. Jun 2015, 07:08 Uhr

Irgendwie war das ein Fehler hier rein zu schreiben..

Danke an alle.

Pearl

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Re: Mir geht es schlecht..

Beitrag von Pearl erstellt am: 2. Jun 2015, 07:54 Uhr

ne kurze frage. übungsklausuren gibt es doch auch außerhalb für die examensvorbereitung. also auch für scheine und schwerpunkte zur übung. habt ihr damals auch anhand übungsklausuren geübt?

Wieviel stunden habt ihr täglich gelernt oder lernt ihr? wieviel tage habt ihr euch freigenommen?

ich lerne 6-8 std. aber ich bezweifle, dass es volle 8 stunden sind. da kommen ja noch pausen rein und 8 stunden lang kann ich mich nicht konzentrieren.

wenn ich eine klausur schreibe, dann mache ich an dem tag nichts mehr. und am sonntag auch nicht. also 1 1/2 tage. okay, diesmal waren es 2 tage. eine ausnahme, denn ich war völlig kaputt.

Macht ihr das ganze jahr so durch oder geht ihr auch ein paar wochen weg?

Pearl

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Re: Mir geht es schlecht..

Beitrag von Befriediger erstellt am: 2. Jun 2015, 09:58 Uhr

Für Scheine/Schwerpunkt habe ich keine Übungsklausuren geschrieben. Es hat gereicht sich ein Skript und/oder Buch reinzuziehen, da der abgefragte Stoff überschaubar und recht vorhersehbar war. Fürs Examen habe ich effektiv vielleicht 5 oder 6 Stunden von Montag bis Freitag gelernt. Samstag hab ich nur ne Klausur geschrieben und Sonntags entspannt. Das ging so ca. 1,5 Jahre. Urlaube - mal ein paar Tage, dann wieder ein paar Wochen - mussten natürlich auch drin sein, um runterzukommen und neue Energie zu schöpfen.

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Re: Mir geht es schlecht..

Beitrag von klara fall erstellt am: 2. Jun 2015, 11:07 Uhr

Ich kann dir sagen wie es für das 2. Examen gemacht habe:

Morgens habe ich immer 1- 2 Stunden den Stoff des Vortages/der Vortage wiederholt. Morgens ist man enorm fit und es ist unglaublich, was man in 1-2 Stunden alles wiederholen kann! Ich habe auch versucht darauf zu achten, zu bemerken, wann ich Dinge wieder anfange zu vergessen u habe sie dann wiederholt. Es gibt wohl auch so eine Art Lernalgorithmus, an den man versuchen kann, sich zu halten: 1. Wiederholung am Folgetag, 2. Wiederholung nach 4 Tagen, 3. Wiederholung nach 8 Tagen etc.

Erst nach den 1-2 Stunden Wiederholung habe ich mit neuem Stoff angefangen. In der Lernpsychologie wird gesagt, dass man mehr als 4 h am Tag nicht effektiv lernen kann, denn das würde die Aufnahmefähigkeit übersteigen. Eigentlich merkt man es auch selbst, wenn man sich nicht mehr konzentrieren kann... Daher habe ich am Ende eines Lerntages oft nur noch 1-2 h Urteile gelesen und diese teilweise auch regelmäßig wiederholt. Wie lange man durchhält ist auch eine Frage des Trainings. Zum Ende hin als ich nur noch wiederholt habe, ging das tatsächlich auch mal 8 h. Gut sind auch kurze Pausen zwischen einzelnen Themen(abschnitten) mit ein bissel Zerstreuung. Ich habe z.B. immer mal gern kurz gezockt. :lol:

Hilfreich war es auch eine zeitlang mal in der Bib zu lernen. Dort fiel es mir leichter, einen langen Lerntag durchzuziehen. Aber insgesamt bin ich mehr der zu Hause Lerntyp - schon allein, weil ich gern vieles vor mich hin spreche:

Wiederholungen sahen bei mir so aus, dass ich zu Hause den Stoff laut vor mich hin sprach und/oder (in der Bib) in kurzen Stichpunkten aufgeschrieben habe. Was meine Merkfähigkeit angeht, hilft es mir sehr den Stoff laut vor mich hinzusprechen. Dabei merkt man auch, ob man den Stoff wirklich verstanden hat oder nicht. Geht man ihn nur im Kopf durch, merkt man das mE nicht so. Ich hatte hier zu Hause auch ein nettes kätzisches Publikum, dass mich auch mal gern an Pausen erinnert hat, indem es auf meinen Schreibtisch hopste und sich auf meine Unterlagen legte. Das tat iwie auch gut bzw. sorgte für Entspannung.

Die letzten Wochen vor dem Examen habe ich mir morgens immer eine unbekannte alte Examensklausur ausgedruckt und mir in 1-2,5 h eine ausführliche Lösungsskizze gemacht - dazu war ich früher immer zu faul. Eine solche Skizze ist aber Gold wert, weil man eben nach 1-2 h alles nur noch runter schreiben muss ohne noch mal Nachdenken zu müssen. Und man ist ja gerade zu Beginn einer Klausur geistig noch fit. Daher sollte man in dieser Zeit die Klausur komplett durchdenken. 1 - 1,5 h für Strafrecht. 2-2,5 h für die anderen Fächer. Wenn du Probleme hast, Probleme zu erkennen würde ich an deiner Stelle einen Schwerpunkt darauf und auch auf das Schreiben von Klausuren legen. Vielleicht wäre es in deinem Fall wirklich sinnvoll eher mit Anfänger-/Hauptstudiumsklausuren zu beginnen. Wobei meiner Erfahrung nach im Examen aber viel mehr in die Breite und nicht so sehr in die Tiefe geprüft wird.

Was mir bei dir auffällt: Dein Lernmaterial scheint für dich nicht geeignet zu sein. Da musst du unbedingt etwas ändern! Vorschläge wurden dir hier ja schon unterbreitet.
Mir persönlich bringt es übrigens nichts mir selbst Skripten zu schreiben. Ich habe lieber immer wieder dieselben Bücher benutzt. Da ich ein sehr visueller Typ bin, wusste ich dann irgendwann was ungefähr wo im jeweiligen Buch steht.

Ich finde es übrigens sehr schwer, die richtige Balance zwischen Selbstdisziplin und "ich kann nicht mehr" zu finden. Ich würde an deiner Stelle aber auf jeden Fall den Sonntag frei machen. Und auch, wenn du eine Klausur geschrieben hast, den Lerntag beenden.

Im privaten Bereich kann ein unterstützendes Umfeld sehr hilfreich sein, das für deine Sorgen, Ängste, Nöte ein offenes Ohr hat und mit dem du auch mal was entspannendes unternehmen kannst. Sport/Yoga wäre als Ausgleich auch gut - zu dem ich mich allerdings in lernintensiven Zeiten nie motivieren konnte.

klara fall

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