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Examensstress

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Ich kann einfach nicht für den Verbesserungsversuch lernen

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Ich kann einfach nicht für den Verbesserungsversuch lernen

Beitrag von Opinion erstellt am: 2. Sep 2016, 07:43 Uhr

Bin neu hier und hab ein Problem.

Mein Plan - wie ich das Examen schreiben würde - war irgendwie in meinem Kopf perfekt, doch jetzt in Ausarbeitung alles andere als gelungen.

Nachdem ich mit meinen Scheinen fertig war hab ich, völlig blank, den Freischuss geschrieben um mir das Ganze einmal anzusehen und sozusagen zur Einläutung meiner einjährigen Lernphase.

Hab alle sechs Klausuren geschrieben. Zivilrecht in Ordnung, Strafrecht besc** (Straßenverkehr *heul*) Ö-Recht I top Ö-Recht II krank wie ein Hund und nach einer knappen Std. nach Hause und ins Bett gegangen.

Jedenfalls hab ich mir dabei zunächst nichts gedacht, war ja nur ein Testlauf hab also fleissig gelernt, dann die Überraschung: Ich hatte bestanden. Nicht glorreich ( Zivilrecht im Durchschnitt 6 Pkt, Strafrecht 3 Pkt, Ö-Recht I 10 und das Desaster Ö-Recht II 1 Pkt.)

Damit natürlich die Frage: Ins Mündliche und den Versuch zählen lassen und den Verbesserungsversuch nutzen, oder aber verfallen lassen und dafür noch zwei reguläre Versuche.

Ich hab einen Bekannten, der die Klausuren im Freischuss bestanden hat aber dann nicht ins Mündliche ist und bei beiden Versuchen durchgefallen ist, ergo Schluss für mich: Besser auf Nummer sicher gehen.

Hab mich dort etwas verbessert und turne nun mit meinem Schwerpunkt auf jämmerlichen 6,5 Pkt herum, was kein Problem sein sollte, immerhin: Wofür habe ich den Verbesserungsversuch?

Aber: Ich bekomme seit einem Vierteljahr kein Buch mehr auf. Ich hab einfach keine Lust zu lernen. Dabei müsste es nicht einmal ein blödes Buch sein, ich hab mir das ganze Zeug zusammengeschrieben, doch auch dass ist ein 400 doppelseitiges Monster, welches in mir tiefste Abneigung auslöst.

Dazu kommt noch mein Trauma aus Schulzeiten, dass wann immer ich mich viel und gut auf etwas vorbereitet hatte, die Leistung schlechter war, als wenn ich nichts getan habe und ich einfach improvisiert habe. ((9. Klasse: Physik Ex -eine Woche gelernt- 3, Physik Ex selbes Thema zwei Wochen später -vollkommen überrascht- 1) Ähnliches auch in Mathe aber besonders Sozialkunde, Geschichte oder 12. Klasse Religion Klausur -gut vorbereitet- 5 Pkt, nächste Klausur -schei* drauf- 12 Pkt.)) Das ist nicht gut für einen ohnehin schon faulen Menschen.

Was soll ich nur machen? Ich kann doch nicht schon wieder ohne nennenswerte Vorbereitung ins Examen gehen und aufs Beste hoffen. Ich hatte eigentlich auf die Panik des bevorstehenden Examens gehofft, aber das klopft bereits an der Tür und ich bin völlig ruhig und gelassen.

Ich hab ein gutes Gedächtnis und mir sausen wenn ich ein paar Stichwörter lese Berge von Infos und Erinnerungen durch den Kopf, bei vielen weiß ich nicht mal wann ich das überhaupt gelernt hatte, damit bin ich durch den ersten Versuch gekommen, doch jetzt wollte ich es eigentlich besser machen und scheitere unentwegt an mir selbst.

Ich will das Examen nicht mit nur 6,5 Pkt bestehen, wie sieht denn das aus? Aber wenn ich das jetzt versaue dann wars das.

Hat irgendjemand eine Ahnung wie ich mich dazu zwingen kann zumindest mein Scrip noch zweimal zu lesen? Bin so furchtbar wütend auf mich selbst und dankbar für jeden Tipp.

Oh und PS: Lerngruppe ist weder eine gute noch überhaupt eine Möglichkeit, da ich kein guter Gruppenlerner bin und meine Freunde aus dem Studium alle aufgegeben haben und die eine (meine beste) Freundin so einen Hass auf Jura hat, dass nichts was auch nur im Entferntesten daran erinnert erwähnt werden darf. (Beispiel: Sie weiß bis heute nicht, dass ich das Examen bestanden habe, wird lustig, wenn ich für das Ref wegziehen muss und sie fragt warum.)
Opinion

 

Re: Ich kann einfach nicht für den Verbesserungsversuch lern

Beitrag von Mars-Maus erstellt am: 2. Sep 2016, 11:30 Uhr

Setz' Dich hin und lern' das, was Du nicht kannst!

Warum?

Weil es sich bitter rächen wird, wenn Du es nicht tust!

Das, was in anderen Prüfungen funktioniert, funktioniert in Jura so nicht. Das 2. Examen ist ein besonderes Schmankerl. Wer es richtig vorbereitet und ein bissl was im Kopf hat, wird keine Schwierigkeiten kriegen.

Kuck' Dir Deine Noten nochmal an. Die schlechten vor allen Dingen. Kuck' Dir Strafrecht an. Katastrophal. Die eine im ÖR.... Unterirdisch. :-(

Vielleicht kriegst Du jetzt Angst und hockst Dich hin und machst was.

Das, was Du da grade tust, das ist Russisch Roulette und wenn die Kugel trifft, dann biste tot.

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Re: Ich kann einfach nicht für den Verbesserungsversuch lern

Beitrag von Dream on erstellt am: 3. Sep 2016, 10:53 Uhr

Mir ging es ähnlich bei meinem Verbesserungsversuch. Mir helfen feste Termine, zu denen ich was vorbereiten muss. Wenn Lerngruppe nichts für Dich ist, mach doch einen Klausurenkurs. Dort hast Du eine bestimmte Zeitvorgabe für die Bearbeitung (bisschen Druck schadet nie :-) ) und Du gehst den Stoff nochmal durch, während Du mehr Klausurpraxis bekommst. Oder Einzelrep. Zwar etwas teurer, aber auch deutlich effektiver.

Wie Mars-Maus schon sagt, auch wenn es bisher bei Dir so war, dass weniger vorbereiten bessere Noten gebracht hat, dürfte das bei Jura die absolute Ausnahme sein. Ok, es kommt natürlich stark darauf an, was Du so lernst. So ist weniger Lernen, dafür aber Struktur und Verständnis von Normen, besser als reines Auswendiglernen von Fällen der Rspr.

Was hast Du denn für ein Ziel mit dem Abschluss? Auch das hilft, sich zu motivieren. Mit 6,5 kannst Du sicher beruhigter in den Verbesserungsversucht gehen, aber einige Türchen bleiben Dir damit doch verschlossen.

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Re: Ich kann einfach nicht für den Verbesserungsversuch lern

Beitrag von Mars-Maus erstellt am: 3. Sep 2016, 14:24 Uhr

Dream on hat recht. So sieht das aus.

Ich hab's auch nicht streng gemeint. Aber es ist eben so: Die einen schieben übertriebene Panik vor dem Examen. Und wenn es läuft wie in Deinem Fall (bei mir war's ähnlich im 1. und 2. Examen), dass man aufgrund der bisher erreichten Ergebnisse mit kaum Vorbereitung das Examen immer mehr unterschätzt. Es rächt sich bitter. Aber das sieht man alles erst mit Abstand genauer, im Rückblick, was man sich damit selbst angetan hat. Und dann kann man es aber nicht mehr ändern, weil man sich selbst dann vor vollendete Tatsachen gestellt hat. Ich erspare Dir die Erzählung über viele frustrierende Erlebnisse, die einem dann blühen und die einem garantiert sind, wenn die Wissensdecke dünn ist. Talent, das brach liegt, hilft was, aber nicht immer genug.

Außerdem:

Schön, dass Du Freundinnen hast, die Jura-Hasser sind. Das ist ok, solange man andere Themen hat, die einem Spaß machen. Aber ich denke, es tut dem Examen gut, zumindest einen oder zwei gute Freunde zu haben, die auch den Examensstress kennen und einen verstehen. Du hast im Moment keinen Sog, der Dich positiv mitzieht und Deinen Ehrgeiz aktiviert. Das ist schlecht für Deine Arbeitsmoral. Ziele sind wichtig, sonst weißt Du ja gar nicht, wohin Du willst und wofür Du Dich abrackerst.

Wenn man wirklich nach dem Ref als Volljurist einsteigen will, dann muss man Biss haben und geschäftstüchtig sein, sonst rutschst Du spätestens beim Berufsstart ab, evtl. früher.

Mental solltest Du schnell auf den Level kommen, den andere Juristen schon haben. Deine Freundinnen sind nicht die optimale Unterstützung. Es ist gut, auch ein Umfeld zu haben, dass den Jurazirkus mit Abstand sieht. Das sorgt für Bodenkontakt. Aber man braucht auch jemanden, der einen "versteht", mit dem man über all das reden kann, was in Jura los ist, der einem vernünftige Antworten aus "Betroffensicht" geben kann.

Wenn ich halt so Aussagen höre, dass Du mit dem vergleichst, was im Abi mal war oder auf dem Gymi, dann schlingern mir die Ohren. Du bist auf der Uni und hast das 1. Examen geschrieben und mental steckst Du noch in Oberstufen-Zeiten fest, das passt nicht zusammen. Es wird Dir in Zukunft nix bringen, dezent an Deinen Büchern und Lernmaterialien vorbei zu laufen, denn die Kollegen werden das zu 90 % nicht tun.

Ich denke, bei Dir ist Aufwachen angesagt. So schön ich den Nick von meinem/meiner Vorschreiber/in finde, aber manchmal ist:

"Don't dream it. DO IT!!"

der Weg, der zum Ziel führt. Der einzige Grund, warum die Leute über das 2. Examen weniger gestresst schreiben, ist, dass sie bereits die Erfahrung im 1. Examen gemacht hat, dass auch Großprojekte machbar sind. Die Erfahrung fehlt den Studis oft, Refis haben die und sind cooler, aber sie sind auch oft noch einen Ticken ehrgeiziger und motivierter als Studenten. Sobald Du im Ref bist, wirst Du sehen, was ich meine. Dann stecken die Dich im Sitzungsdienst in eine alte abgewetzte Robe und dann bist Du Staatsanwältin. Du wirst spätestens dann, wenn Du bei Ausbildern abgefragt wirst oder Aktenvorträge aus dem Stegreif halten musst, Dir wünschen, dass Du die Rechtsgebiete gut drauf hast. Und so wird es dauernd sein. Das, was man vorm 1. Examen nicht gelernt hat, das fällt einem später auf die Füße und wie.

Weitere Ausführungen erspare ich mir. Das reicht sicher, um vielleicht doch mal wieder die Bücher aufzuschlagen.

Mars-Maus

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Re: Ich kann einfach nicht für den Verbesserungsversuch lern

Beitrag von Opinion erstellt am: 11. Sep 2016, 09:20 Uhr

Hab gar nicht mitbekommem, dass es hier tatsächlich Antworten gibt, dachte ich bekäme dann eine E-Mail, aber egal, war nichtsdestotrotz ein prima Kummerkasten.

Hab noch ein bisschen gelernt, nachdem ich mir den Sch** von der Seele geschrieben hatte und die ersten Klausurn geschrieben (wie gesagt stand ja schon vor der Tür). Es lief ganz gut, vom Gefühl her besser als das letzte Mal, aber das wird sich zu gegebener Zeit zeigen.

Nun zur Beruhigung:
Ich setzt das Examen nicht mit dem Abi gleich, das diente nur zu Erläuterung meines Problems der Selbstmotivation. Auch hatte ich über ein dreiviertel Jahr richtig gelernt nur im Endspurt eben nicht mehr, was mir auf intellektueller Ebene ein schlechtes Gewissen bereitet hat, auch wenn gefühlsmäßig alles in bester Ordnung war. Ich entschuldige mich, hab mich da wohl unklar ausgedrückt, es fühlt sich nur immer an, als wüsste ich absolut nichts was ich nicht in den letzten 24h gelernt habe. Aber mit dem Gesetz und dem Sachverhalt in Händen da kommt das Wissen aus den hintersten Schubladen hervor, bereit verarbeitet zu werden. :rolling:

Danke für eure Antworten und liebe Grüße.
Opinion

 

Re: Ich kann einfach nicht für den Verbesserungsversuch lern

Beitrag von Mars-Maus erstellt am: 11. Sep 2016, 16:17 Uhr

Ja, die Entschuldigung ist angebracht gewesen.

Opinion hat geschrieben:
Ich kann doch nicht schon wieder ohne nennenswerte Vorbereitung ins Examen gehen und aufs Beste hoffen.




Opinion hat geschrieben:
Auch hatte ich über ein dreiviertel Jahr richtig gelernt...


Das ist ja schön. Sehr witzig. Ein dreiviertel Jahr richtig gelernt ist bei Dir keine nennenswerte Vorbereitung...

Falsch ausgedrückt... :devel: Also wer Dir in Zukunft hier noch antworten sollte, wenn Du den Leuten sowas vorsetzt weiß ich nicht...

:giggle:

Mars-Maus

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