Passwort vergessen?   
Aktuelle Zeit: 18. Jan 2018, 04:46 Uhr


Examensstress

Du bist hier:   Startseite Die Examensvorbereitung Examensstress


Situationseinschätzung

Kurz vorm durchdrehen? Wenn Du über Examensstress oder Versagensängste schreiben willst, bist Du hier richtig

Re: Situationseinschätzung

Beitrag von Mars-Maus erstellt am: 2. Okt 2016, 11:53 Uhr

Aufschieberitis und zwar extrem.

Das hat einen Grund. Es ist nicht normal, dass Du Dein Studium nicht auf die Reihe kriegst.

Du brauchst Support und den kannst Du, wenn Du Glück hast, bei privaten Menschen finden. Bei Psychos und Studienberatung eher weniger. Die erzählen das allgemeine Blablabla. Das hilft manchen, aber wirklich eben nicht allen.

Dir fehlen eben mentale Strategien, wie Du Dich selbst beruhigen kannst und aufbauen kannst, deshalb klappt da nix.

Andere haben genauso viel Stoff vor sich wie Du, aber die drehen nicht durch deshalb. Warum? Weil sie anders damit umgehen.

Du sitzt da und heulst rum, weil Du mal nix gelernt hast und die Welt geht jetzt dann unter....

Geht gar nicht. Das nennt sich Katastrophalisieren. Das machen Menschen und sie machen es falsch. Du steigerst Dich ja dermaßen in Horrorszenarien rein, dass gar nichts mehr gehen kann. Mit soviel Panik im Kopf kann man nicht lernen.

Ich empfehle Dir: Rede mit Deinen Eltern, damit die Dich unterstützen und vergesse dieses "Ich bin stinkendfaul". Du hast nichts gemacht, weil Du vor Angst klapperst, wenn Du an den Schreibtisch sitzt.

Entweder lernst Du es Dir selbst, wie man mit Druck, Konkurrenz und Angst umgeht, oder Du musst Dir was professionelles dafür suchen.

Irgendwie musst Du diese Themen anpacken, sei's in Eigenregie oder eben mit jemandem, der davon was versteht.

Das Forum kann Dir dabei wirklich nicht helfen, weil wenn man so extrem reagiert, liegen die Ursachen tiefer. Sowas kommt nicht aus dem Nichts.

Ich denke, Du kannst es schaffen, aber dafür brauchst Du gute Leute um Dich, die Dich tatkräftig in die richtige Richtung schubsen und zwar gekonnt mit nicht zu wenig Power, aber auch nicht mit zu viel. Hier ist gekonntes Pushen von Dir selbst und dem Umfeld gefragt.

Du bist echt "weicheiig" und das geht für Jura wirklich null. Du musst schon echt ein bissl Biss entwickeln und Stehvermögen. Das musst Du selbst machen, das kommt nicht anflogen und vom Himmel gefallen. Du trittst gegen extrem ehrgeizige, zielstrebige Konkurrenz an, viele sind extrem diszipliniert. Wenn Du es nicht wirklich willst, dann schaffst Du es auf gar keinen Fall.

Du musst Dich echt zusammenreißen und darfst nicht einfach jedem bissl Angst nachgeben und in Vermeidungsverhalten flüchten. Nix anderes ist das hier, wenn Du vorm Examen wegrennst. Wenn Du die Angst gewinnen lässt, rennt Du Dein Leben lang davon, wenn irgendwas etwas schwieriger wird.

Also, Du hast jetzt eine Situationseinschätzung. Wenn Du Dich weiter gehen lässt, dann versaust Du Dir wirklich Dein Leben. Bisher ist noch gar nix verbaut. Du steigerst Dich in alles rein und malst nur Schwarz. So klappt gar nix. Dann brauchst Du jemanden, der Dich beruhigt und Deine Ängste wieder runterdrückt. Aber sie kommen wieder.

Du musst selbst lernen, wie Du die in Schach hälst. Wenn Du das gar nicht schaffst, dann spricht viel dafür, dass das Ganze tiefere Ursachen hat und dann kann hier von den Usern keiner was dagegen machen.

Ich rate Dir dringend, bevor Du irgendwas machst, für Versicherungsschutz zu sorgen, damit Du abgesichert bist, wenn Du mal nicht mehr arbeiten kannst. Mach' das bevor irgendwo was offiziell wird von psychischen Problemen, weil danach kriegst Du keine Versicherung mehr.

Das war jetzt mal ein Tipp aus der Praxis.

Ich denke, so, wie Du jetzt schon drauf bist, ohne irgendwas gelernt zu haben, wird es sehr schwer, das Examen zu holen. Aber das heißt längst nicht, dass man es deswegen nicht versuchen sollte.

Dein Problem liegt nicht im Bereich Jura, sondern im Bereich Selbstvertrauen und Aufschieberitis/Angst vorm Versagen. Du traust Dir null zu und steigerst Dich in jede Angst rein, Du katastrophalisierst, bis Du aus den Latschen kippst. Also so könnte nicht der begabteste Mensch der Welt ein Examen vorbereiten.

Du muss was ändern und zwar Deine Einstellung zu den Dingen und das wird evtl. nicht einfach gehen, wenn das Gehirn schon zu sehr aufgerauht ist. Wenn die Angstzentren bei Dir schon so hochgefahren sind, dass Du nicht mehr essen und nicht mehr schlafen kannst, wenn das Examen noch so weit weg ist, dann spricht viel dafür, dass Du lange, lange Zeit schon so negativ gedacht hast und damit schon physiologisch im Gehirn soviel auf Misserfolg gepolt hast, dass Du länger brauchen wirst, um das zurückzuschrauben.

Also wenn Du es versuchst, dann geh' eher von realistischen Größenordnungen aus, dh, Du wirst mehr Zeit brauchen. Wichtig ist, dass das finanziert ist und dass Du - wenn Du fallen solltest - weich fällst. Wenn Deine Eltern hinter Dir stehen und zählungskräftig sind, kannste weitermachen. Ansonsten würde ich es dann vielleicht doch lieber mit einer sicheren Ausbildung versuchen.

Es kann sein, Deine Probleme sind nur Reaktion auf die Examensvorbereitung und Du hast noch nicht den Bogen raus. Damit wären die Probleme lösbar, wenn man sie angeht.

Es kann aber echt auch sein, dass Du dafür nicht gemacht bist. Jura sein Leben lang zu machen, ist was, wofür man einigermaßen stabil sein muss bzw. weiß, wie man sich immer wieder stabilisieren kann. Aber davon hast Du bisher keine Ahnung und über Nacht lernt man das nicht.

Also: Realistisch bleiben. Ich weiß, in Foren sind viele auf dem Tripp, zum Durchhalten anzuregen. Das ist in den meisten Fällen die richtige Stategie, aber wahrlich nicht in allen Fällen.

Ich weiß, du hättest gerne was positiveres und eine klare Ansage. Aber so einfach ist das nicht. Es ist Dein Leben und Du musst Deine Entscheidungen treffen, weil Du dann auch ein Leben lang damit leben musst.

Willst Du Volljurist werden? Ja oder nein?

Wenn Ja, dann musst Du Dich dafür zusammenreißen und Dich anstrengen. Du musst wirklich lernen, für Dein Leben Verantwortung zu übernehmen, auch für Deine Gefühle und Dein Denken, für Dein Handeln oder Nicht-Handeln und für Deine Entscheidungen.

Du musst erwachsen werden. Bisher agierst Du wie ein Teenager. Das geht gar nicht.

Mars-Maus

Rang: Star-Literat/-in
Star-Literat/-in
 
Beiträge: 1678


Re: Situationseinschätzung

Beitrag von Kiel. erstellt am: 2. Okt 2016, 14:08 Uhr

Ich denke du hast absolut Recht.
Ich habe die ganze Zeit keine nachhaltige Verantwortung übernommen und ich habe auch extrem aufgeschoben. Ich weiß das es sich dabei um mein größtes Problem handelt. Ich habe von Anfang an nicht so richtig den Mut gehabt und mich, das muss ich auch zugeben, immer sehr schnell mit meiner eigenen "Leistung" zufrieden gegeben.

Hast du einen Vorschlag wie du eine solche Vorbereitung angehen würdest?
Ich müsste jedenfalls erst den Schwerpunkt neu schreiben, denn auch da fehlt mir in erheblichem Maße Wissen und ich habe die Schwerpunktarbeit ebenfalls nicht hervorragend bearbeitet.

Ich will mich am liebsten tatsächlich verstecken und was ganz anderes machen, mit geringeren Anforderungen. Ich weiß nicht wie meine Kollegen das machen, 8-10 Stunden zu lernen. Ich weiß es einfach nicht. So interessant ist das jetzt nicht.

Kiel.

Rang: Jungpoet/-in
 
Beiträge: 12


Re: Situationseinschätzung

Beitrag von lkngbwbw erstellt am: 2. Okt 2016, 14:56 Uhr

Man muss nicht 8-10 Stunden lernen. Das schafft wohl kaum einer, da wirklich so lange sinnvoll zu lernen. Kurze Einheiten, dafür da konzentriert und konsequent arbeiten. Regelmäßige Pausen. Mach dir einen Plan mit kleinen Einheiten, die auch wirklich schaffbar sind.

lkngbwbw

Rang: Jungpoet/-in
 
Beiträge: 14


Re: Situationseinschätzung

Beitrag von Dream on erstellt am: 2. Okt 2016, 18:32 Uhr

Such Dir am besten jemanden, mit dem Du zusammen lernen kannst, der Dich motiviert und Deine Fortschritte kontrolliert. Ob das in Form einer Lerngruppe oder als Einzelrep ist, ist dabei zweitrangig. Meine Erfahrung ist: Wenn Du ein bisschen Interesse mitbringst und Dir jmd. das gut erklärt, dann muss man nicht von früh bis spät am Schreibtisch hocken. Ein bisschen Zeit wirst Du dort aber schon verbringen müssen...

Dream on

Rang: Erstlingsautor/-in
Erstlingsautor/-in
 
Beiträge: 141


Re: Situationseinschätzung

Beitrag von Mars-Maus erstellt am: 3. Okt 2016, 14:13 Uhr

Kiel. hat geschrieben:Ich denke du hast absolut Recht.
Ich habe die ganze Zeit keine nachhaltige Verantwortung übernommen und ich habe auch extrem aufgeschoben. Ich weiß das es sich dabei um mein größtes Problem handelt. Ich habe von Anfang an nicht so richtig den Mut gehabt und mich, das muss ich auch zugeben, immer sehr schnell mit meiner eigenen "Leistung" zufrieden gegeben.


Damit bist Du gewiss nicht allein. Der wichtigste Schritt ist, es jetzt zu ändern.

Kiel. hat geschrieben:Hast du einen Vorschlag wie du eine solche Vorbereitung angehen würdest?


Ehrliche Antwort gefällig? Falls ja, ich hätte wahrscheinlich soviele Tipps für Dich, dass ich morgen noch hier sitzen würde, bis ich alles reingetippt hätte. Aber Du kannst Dir selbst viel erarbeiten. Was die Vorschreiber schon angerissen haben: Setz' Dich doch mal wirklich mit Prokastination auseinander. Da gibt's im Internet und auf'm Buchmarkt viele Möglichkeiten, sich mal zu informieren. Vielleicht findest Du dort Dinge, worin Du Dich wiederfindest und was Dir weiterhelfen kann.

Aber mal die wichtigste Sache vorweg? Willst Du dieses Examen? Und wenn Deine Motivation nicht ist, Volljurist zu werden, dann kann ich Dir sagen, dass es sich mit einem abgeschlossenen Studium schon mal besser lebt als mit einem, wo man den Abschluss nicht geschafft hat. Das 1. Examen ist nicht die Welt, aber es öffnet trotzdem gewisse Türchen, über die ich nicht näher berichten will. Glaub's mir einfach. Die Mars-Maus weiß schon, worüber sie schreibt.

Wenn die Entscheidung steht, dass Du das angehen willst, dann hak' Dein schlechtes Gewissen ab. Brauchste nicht zu haben, es geht so vielen wie Dir und es ist für einen Menschen ganz normal, dass er bei so einer großen Prüfung halt mal zittrige Knie kriegt.

Dann musst Du konkret werden, wann soll gelernt werden, machst Du ein Rep, wenn ja, welches oder Lerngruppe. Du musst detaiiert im Kalender eintragen, wann der Startschuss sein soll. Ohne Kalender und sich dran halten, wird es eine Endlos-Geschichte. Du musst lernen, Dich selbst zu überprüfen. Wenn ein Wochenplan Dich zu sehr stresst, dann mach' To-Do-Listen, damit Du jeden Tag morgens weißt, was an dem Tag dran ist.

Überfrachte Dich nicht. Vergiss 8-10 Stunden lernen. Wenn's gut läuft, dann schafft man Netto-Lernzeit 5-6 Stunden am Tag. Wer lange rumgemmelt hat, wird das nicht schaffen. Du kannst mit 1-2 Stunden pro Tag mal anfangen und dann steigern. Wenn 1-2 Stunden am Tag Dich psychisch wegknallen, dann musst Du noch kleiner anfangen. Die Dosis macht das Gift. Wenn Du eh schon zum Vermeiden tendierst, macht Du Dich komplett unbrauchbar, wenn Du zuviel von Dir forderst, weil dann klappt es nie.


Kiel. hat geschrieben:Ich müsste jedenfalls erst den Schwerpunkt neu schreiben, denn auch da fehlt mir in erheblichem Maße Wissen und ich habe die Schwerpunktarbeit ebenfalls nicht hervorragend bearbeitet.


Das ist die logische Vorgabe. Ich muss den Schwerpunkt machen,also heißt das: Ich muss jetzt die nächsten Schritte planen und angehen, damit ich den Schwerpunkt machen kann. Dann abhaken und weiter mit der nächsten Etappe.

Kiel. hat geschrieben:Ich will mich am liebsten tatsächlich verstecken und was ganz anderes machen, mit geringeren Anforderungen. Ich weiß nicht wie meine Kollegen das machen, 8-10 Stunden zu lernen. Ich weiß es einfach nicht. So interessant ist das jetzt nicht.


Wenn das so ist, dann kuck', dass Du eine Alternative findest und versuche in der Zeit, die bis dahin rumgeht, in Jura weiterzukommen. In einem Jahr weißt Du dann, was Du willst. Wenn Du einen Ausbildungsplatz findest, kannst Du dann da anfangen. Falls Du dann doch sagst, Jura wäre es doch, dann fang' die zugesagte Stelle an und arbeite dort ein kurze Zeit und kündige in der Probezeit. Du musst dann zwar später immer erklären, warum Du das gemacht hast, aber wenn Du dann mit Jura fertig bist, wird sich das relativieren. Du kannst auch das 1. Examen machen und dann was Anderes starten.

Wege gibt's genug. Du musst Dich halt entscheiden, welchen Du gehst. Es ist aber Spielen, wenn Du ständig hin und her schwankst. Entscheide Dich und dann geh' mal konsequent diesen Weg weiter, auch wenn's dann schwierig wird. Kneifen gilt nicht. Und wenn Du vor den Büchern hockst und die Angst kommt, dann sag' Dir: "Das haben schon soviele geschafft, das kriege ich auch hin. Auch wenn ich nicht dauernd Spaß dabei habe, diese Lernerei geht auch mal vorbei.". Wenn Angst hochkommt, der Stoff ist zuviel, dann kann ich Dich auch dahingehend beruhigen: Die können nicht alles fragen und keiner kann das alles perfekt lernen. Ein bisschen Glück und Pech ist im Examen immer dabei. Davor kann man sich nicht schützen.

Ich hatte Anfang des Jahres eine Prüfung und da hab' ich nicht viel dafür gelernt, aber es gab eine Sache, bei der ich gesagt habe: "Wenn das dran kommt, dann kann ich das ohne Probleme nachts um halbvier unter Drogeneinfluß.". Ähm, es kam dran und genau in dem Moment, wo die das wissen wollten, fiel es mir nicht mehr ein. Das war sowas von weg.... Aber dafür sind mir Sachen eingefallen, die ich zwei Jahre nicht mehr gehört hatte. So sind Prüfungen....Egal, wieviel man lernt, es kann immer doof laufen. Restrisiko ist immer dabei. Ausblenden!!

Und ansonsten:

Du musst Ehrgeiz entwickeln. Dich durchbeißen lernen. Du musst Dir was zutrauen, ohne was zu riskieren, ohne Einsatz zzu zeigen, wirst Du nie rausfinden, wie gut Du wirklich bist. Bleib' nicht ein Leben lang unter Deinen Möglichkeiten, nur weil Du Dich nicht mal der Situation stellst. Es kann doch sein, dass Du es richtig gut kannst. Wie willst Du das rausfinden, wenn Du vor den Büchern wegrennst.

Im Übrigen: So schwer sind die Examina nicht, egal, was behauptet wird. Bestehen geht, wenn man ein bissl was lernt und halbwegs den normalen Menschenverstand beieinander hat. Klar, wenn man z.B. 'ne Erkrankung hat oder zuviel Störfeuer außenrum, dann wird das richtig giftig. Aber ansonsten: Es wird total übertrieben. Was wirklich schwer ist, ist in Jura Top-Noten zu schreiben.

Also: Lass' die Kirche im Dorf und trau' Dich dran.

Und wenn Du die Entscheidung triffst, dass Du eben nicht dauernd Höchstleistungen bringen willst, der Job/Beruf nicht so wichtig für Dich ist, dann ist das so und dann orientiere Dich daran.

Bei meiner Schwester war das auch so. Sie hat halt studiert, weil sie damals gedacht hat, dass sie das später machen will und toll finden wird. Heute sagt sie, dass sie heute lieber im Buchhandel arbeiten würden und sie froh wäre, wenn sie da eine Ausbildung gemacht hätte und dort heute arbeiten könnte. Stattdessen arbeitet sie an einer Uni und ist todunglücklich mit ihrem Job.

Letztlich ist es Deine Entscheidung. Wichtig ist aber, dass Du jetzt echt mal erwachsen wirst, Kampfgeist entwickelst, Dir Ziele steckst, Dich entscheidest, was Du überhaupt willst. Ein Lebensentwurf sollte her, was sind Deine Werte, was sind Deine Ziele? Freizeit, viel Kohle, Karriere, Ansehen, Partnerschaft, Familie, Sport, Hobbies???

Du hast etliche Baustellen, an denen Du ansetzen kannst. Z.B. Selbstdisziplin. Die brauchst Du Dein Leben lang, also fang' mal an und zieh's durch. Das muss nicht perfekt laufen, aber bleib' an der Sache dran und sag: "Hey, ich lass' mich doch da nicht einfach abfrühstücken! Ihr könnt mich alle am Popo küssen, ich mach' dieses verdammte Examen und wenn es das Letzte ist, was ich tue.".

Du kriegst nie was hin, wenn Du Dich nicht wirklich auf den Fight einlässt. Wenn Du ein Ziel erreichen willst, musst Du dafür Opfer bringen, musst Dich auch ein Stück weit quälen.

Ich sag's Dir mal, wie es mein Trainer früher zu mir gesagt hat "Geh' in den Gegner rein!!" und ich meine nicht bloß, dass Du den Gegner antippen sollst, sondern Du sollst ihn umhauen. Wenn Du dafür erst mal langsam anfängst, erste Schritte zu machen, ist das voll ok. Aber Du musst jetzt endlich lernen, persönliche Stärke zu entwickeln, Dich durchsetzen lernen, auch gegen die eigene Bequemlichkeit und die eigenen Ängste. Versteh' es nicht falsch. Du sollst nicht jeden Tag im Krieg mit Dir leben und Dich runtermachen, wenn irgendwas nicht parademäßig klappt. Aber tritt Dir ruhig ab und zu mal in den Hintern und verhandle mit Deinem inneren Schweinehund. Du musst Dir schon selbst Mut machen, musst Dein eigener Chef werden und sagen: Und es wird jetzt hier dieses Kapitel fertig bearbeitet und vorher gibt's weder einen Kaffee, noch Fernsehen, noch sonst was. Wichtig ist auch: Belohnungen für getanene Arbeit.

Wenn Du ein Waschlappen sein willst, sei einer. Das ist total ok, aber groß rauskommen wirst Du damit nicht. Wenn auch das ok für Dich ist, ist das Dein Lebensstill.

Aber wenn Du nur vor Angst ausweichst, dann rate ich Dir: Lass' das und lerne, zu kämpfen. Du musst der Macher werden. Sonst geht Dein ganzes Leben irgendwie dahin und Du gurkst rum und gurkst rum. Damit bist Du für andere in keinster Weise attraktiv, auch nicht in Freundschaften, nicht für Partnerschaften. Dann bist Du eine Flasche, die einfach keiner brauchen kann.

Also. Ich denke, der Punkt ist klar. Du kennst jetzt Dein Problem. Jetzt bist Du gefragt, dafür Lösungen zu entwickeln.

Was gar nicht geht, ist jeden Tag eine Entscheidung treffen und am nächsten Tag bei der ersten Schwierigkeit das Handtuch zu werfen. Das ist Kindergarten und nicht erwachsenes Leben.

Wenn Du diese Dinge bisher nicht gelernt hat, dann wird es Zeit, dass es los geht damit.

Und zu der Reaktion Deiner Eltern:
Scheiße!! Das ist suboptimal. Das Kind hat ein Problem und die Eltern sind enttäuscht und machen sich Sorgen. BOAH!! Wo ist hier eine positive Perspektive, die sagt, dass das eigene Kind seine Schwierigkeiten meistern wird. Wo bleibt hier ein lösungsorientiertes Ansetzen? Deine Eltern haben in der Situation zwar nicht total versagt, aber glorreich war das nicht. Sie scheinen Dir ja nicht viel zuzutrauen. Daher könnte es kommen, dass Du selbst immer Herausforderungen umgehen willst..

Eigentlich geht man bei einem Problem so vor:
1. Problem einkreisen und benennen
2. Problem analysieren
3. Problemlösung erarbeiten
4. Lösungsansatz umsetzen und überprüfen, ob es so weitergehen kann.
5. Wenn Lösungsansatz nicht greift, wieder bei Nr. 2 oder Nr. 3 anfangen....

Du brauchst einen Plan, wie Du mit Dir und der Welt umgehst.

Einen Masterplan gibt's:

Sich nicht ins Bockshorn jagen lassen, aktiv sein und sich nicht unterkriegen lassen. Wenn man stolpert, wieder aufstehen und mit Würde und Energie neu durchstarten und loslegen.

Du siehst: Es liegt viel an der Einstellung, ob die Aufgabe, die ansteht, angegangen werden kann oder nicht. Durchhaltevermögen kommt auch nicht aus dem Nichts. Auch das ist was, was Du selbst pflegen musst.

Du trampelst hauptsächlich auf Dir rum. Das macht Dich nur lebensuntauglich. Besser ist, mit sich fair umgehen und sich dann an die eigene Nase fassen, wenn man Mist baut und dann auch entschieden dran gehen, sich da zu optimieren, nicht übertrieben, sondern mit realistischen Maßnahmen.

Mars-Maus

Rang: Star-Literat/-in
Star-Literat/-in
 
Beiträge: 1678


Re: Situationseinschätzung

Beitrag von Kiel. erstellt am: 5. Okt 2016, 07:44 Uhr

JA du hast wohl meine Situation vollständig erfasst.
Ich kann mittlerweile nur noch mit Schlaftabletten überhaupt zur Ruhe kommen und glaube auch in keinem Fall mehr an einen erfolgreichen Abschluss.
Ich denke der Zug ist abgefahren, das würde ich niemals schaffen. ich müsste alles nochmal machen und wer weiß ob ich das dann hinbekommen würde. Ich glaube das nicht von mir.

Ich versuche jetzt diesen Schwerpunkt zu bestehen, wenn das klappt, dann super. Aber abbrechen werde ich denke ich so oder so müssen.
Meine Eltern würden zwar alles tun um mich da durch zu bringen, aber ich habe das so auch nicht verdient.

Ich habe die Möglichkeit eine Lehre zum Optiker anzufangen, aber ich weiß natürlich nicht ob ich das schaffen würde. Ich lerne schließlich praktisch garnicht.

Wir werden sehen ob das klappt.

Kiel.

Rang: Jungpoet/-in
 
Beiträge: 12


Re: Situationseinschätzung

Beitrag von Mars-Maus erstellt am: 5. Okt 2016, 15:11 Uhr

Ich denke, der Zug ist noch längst nicht abgefahren. :-) Aber Du hast im Moment einfach Angst, einzusteigen und diese Reise anzutreten??

Ich rate Dir, lass' Dich nicht in was reinjagen, von dem Du selbst spürst, dass es Dich im Moment total überfordert. Und wenn andere Dir hier raten, mach' es so oder so, weil sie von sich und der eigenen Erfahrung auf Dich einfach übertragen, ist Dir damit noch längst nicht geholfen, weil bei Dir kann alles ganz anders sein und anders laufen.

Im Moment bist Du zumindest mal in einem Formtief, vielleicht auch irgendwie im Tal angekommen. Ob das nun einfach eine Krisenreaktion ist, weil Du "aufgewacht" bist und in dem blöden Studium jetzt mal mehr fällig wird, als ein Scheinchen erschlagen, kann man nicht so einfach sagen. Jedenfalls klingst Du einigermaßen verschreckt und eingeschüchtert. Fraglich ist, ob Du aus diesem Modus des "Schockgefrostetseins und des mentalen/psychischen Blutsturzes" schnell wieder rausfindest. Wenn Du dafür professionelle Ansprechpartner in Anspruch nehmen willst, ist das ok, solange diese Leute Dir wirklich helfen, statt Dich immer mehr ins Grübeln und Selbstanklagen reinschicken. Da musst Du gut aufpassen, wo Du Dir Unterstützung holst. Private Menschen sind oft die besseren Helfer, weil die haben ein persönliches Interesse an Dir, denen ist wichtig, dass es Dir gut geht. Profis sind nur Dienstleister. Wenn jemand weitergehendes Interesse an Dir mitbringt, ist das schön, aber es gehört eigentlich nicht zum Service.

Es klingt, als hättest Du Dich ganz schön lange selber fertig gemacht und unter Druck gesetzt. Diese Spiralen gehen schnell los. Erst langsam, dann drehen die immer schneller nach unten. Wichtig ist für Dich, dass Du kapierst, wie Du da Dich selbst hinbringst.

1. Du stellst Dir das Examen vor wie ein großes Monster, das man nicht bezwingen kann. Aber es ist eher so, dass man einfach nur Tag für Tag was lernen muss und dann läuft das eigentlich.

Aber:

2. Manchmal geht die Lernerei einfach nicht. Und dann können alle von außen predigen, was sie wollen und der, der lernen soll, kriegt's trotzdem nicht hin. Und Misserfolg, frustran verlaufende Versuche ziehen immer weiter runter. Irgendwann geht's halt gar nicht mehr.

Meine Einschätzung ist die:

Manchmal sind Menschen einfach grade nicht fähig, das Examen anzugehen. Vielleicht ist die Motivation verloren, vielleicht reicht die Kraft nicht, vielleicht ist man noch nicht selbstbewusst genug und hat noch nicht genug Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. In dem Fall ist eine Unterbrechung des Studiums durchaus eine Alternative. Und ich sage bewusst Unterbrechung und nicht Abbruch. Es geht vielleicht jetzt nicht, aber vielleicht später. Examen machen ist auch eine Frage des Timings.

Mich hat man auch sozusagen als lahmendes Pferd auf's Examen raufgehetzt. Beim 1. Examen ging's gut aus. Beim 2. Examen hätte ich tief in mir drin gewusst, dass ich es jetzt so nicht schaffen kann, aber es war schwierig, auszusteigen, weil im Ref ist das doch komplizierter. Ich hab's dann 2 x erfolglos mitgeschrieben und bereue das heute sehr. Deshalb: Es kann für Dich richtig sein, jetzt zu der Uniberatung zu gehen und die können Dir helfen. Es kann aber auch genauso richtig sein, erst mal raus aus Jura und was Anderes machen.

Wenn Du heute nicht den höchsten Berg erklimmen kannst, dann such' Dir erst mal einen kleineren. Wenn Du den bestiegen hast, auf dem Gipfel warst, die Aussicht bewundert hast, erlebt hast, dass Du eine lange Tour schaffst, dann wird Dein Selbstvertrauen wachsen und dann kannst Du danach vielleicht den höchsten Berg schaffen. Und dann willst Du es Dir vielleicht auch antun. Das sind dann andere persönliche Voraussetzungen als zitternd davor zu stehen und zu heulen: "Ich komm' da nie rauf.".

Deine Eltern stehen hinter Dir, daher ist das zumindest gut.

Ich würde echt ein paar Tage, mindestens eine Woche gar nichts machen außer schöne Sachen. Dann kannst Du langsam versuchen, den Schwerpunkt anzugehen. Und ich würde an Deiner Stelle echt kucken, dass ich friedlicher mit mir selbst umgehe. Du musst kein Jurist werden, aber Du KANNST, wenn DU es willst.

Was Dir fehlt, sind Erfolgerlebnisse und mal wieder das Gefühl, dass irgendwas richtig läuft. Das wird sich auch wieder einstellen, wenn Du es richtig angehst.

Und solange Du in so einer Verfassung bist, triffst Du lieber keine Entscheidungen, wenn die jetzt nicht unbedingt gefordert sind.

Manchmal ist es besser, die Dinge auf sich zukommen zu lassen, als alles sofort zu entscheiden, obwohl man es da grade gar nicht kann.

Du stellst halt Dich und alles ganz schnell in Frage. Du klagst Dich für jeden kleinen Mist und für jeden Fehler an. Mach' das nicht, weil wenn Du das tust, dann traust Du Dich bald nicht mehr, irgendwas anzufassen. Wer nix macht, macht auch nix falsch. Fehler gehören zum Leben, kommt keiner drum rum. Dass Ausbildung immer auch was ist, was zäh ist und nervt, weiß jeder. Lehrjahre sind keine Herrenjahre.

Wenn halt zuviel Angst und Stress im Spiel ist, dann musst Du mit der Zeit rauskriegen, wer Dir dabei helfen kann. Reicht's, wenn Dich ein paar private nette Menschen mal wieder anstubsen und Dir sagen, dass Du was kannst, ist gut. Wenn es mehr braucht, dann braucht es mehr. Ich würde Dir aber dringend raten, aufzupassen, dass das dann jemand ist, der Dich motiviert und Dir Mut macht, Dein Leben aktiv in die Hand zu nehmen und zwar möglichst rasch und nicht in tiefsinnige Gespräche mit Dir einsteigt, die Dich noch mehr verwirren und noch mehr zum Grübeln und zu Selbstvorwürfen bringen.

Du gehst ja dermaßen hart mit Dir ins Gericht, dass man echt Mitleid mit Dir kriegt. Würdest Du so mit einem guten Freund reden oder mit der Freundin? Ich glaube nicht. Geh' wohlwollender mit Dir um, es wird nicht Dein Schaden sein, wenn Du netter zu Dir bist.

Und Deine Eltern scheinen ja sehr nett zu sein. Das ist schon was. Sei froh, dass sie zu Dir stehen und hinter Dir stehen. Nimm' die helfende Hand ruhig an und kuck', dass Du Dich stabilisierst. Deinen Eltern wird's nicht gut gehen, wenn es Dir nicht gut geht. Deshalb darfst Du ruhig auf die zurückgreifen. Es ist egal, was hilft, Hauptsache, es geht aufwärts und raus aus der Talsohle. Außerdem haben die Dich in die Welt gesetzt und damit haben sie Dich an der Backe. Und diese Verpflichtung endet nicht mit dem 18. Geburtstag, wie das viele falsch verstanden haben, sondern diese Verpflichtung geht lebenslänglich. Und wer's nicht glaubt, soll Familienrecht lernen. Wer Kinder in die Welt setzt, ist selber schuld, wenn er sich dann mit der Brut abgeben muss.

Die Verantwortung für sich zu übernehmen ist zentral dafür, dass Dein Leben gut verläuft. ABER: Es gibt eben auch Situation, wo man drauf angewiesen ist, dass andere unterstützen, dass es wieder gut wird. Man sollte sich keine Vorwürfe machen, sondern einfach sich helfen lassen, wenn es schon jemand tun will. Aber in erster Linie musst Du Dir selbst helfen, indem Du umdenken lernst. Du setzt Dich so unter Druck, dass Du über Deine eigenen Einstellungen stolperst. Wäre schade drum, wenn Du da die Kurve nicht kriegst. Du bist nämlich alles andere als dumm, sonst würdest Du nicht solche Beiträge schreiben können. Es ist auch nachgewiesen, dass intelligente Menschen sehr selbstkritisch sind, viel von sich verlangen und gerade deshalb oft auch zuviel von sich erwarten und abverlangen. Sowas kann lahm legen.

Natürlich ist es von außen leicht gesagt, was man tun muss. Aber vielleicht hilft Dir diese Rückmeldung schon weiter.

Ich würde an Deiner Stelle kucken, dass ich raus gehe, was anderes sehe, mal Sport machen, Yoga. Ich kenne einen Manager, der sagt: "Ohne Yoga würde ich meinen Job nicht schaffen.".

Yoga wird hier viel belächelt, Weiberkram und esoterisches Rumhampeln... Ich sag's mal, wie es ist: Yoga ist in Indien reine Männersache. In den Ashrams in Indien sieht man praktisch nur Männer und aus dem Westen kommen Frauen. Kuckt man sich mal die Yoga-Trainer auf den einschlägigen Seiten der Fitness-Anbieter an, dann sind das allesamt richtige, durchtrainierte Kerle. Es trainiert eben den Kopf, die Psyche und den Körper.

Sowas kann ich Dir langfristig nur anraten und wo Menschen gemeinsam trainieren, ergeben sich auch Freundschaften, Liebschaften usw... Und wenn man erfolgreiche Menschen, die aktiv ihr Leben anpacken um sich rum hat, dann färbt das in der Regel ab. Es ist egal, wie Du lernst, Dich an den Haaren aus dem eigenen Sumpf zu ziehen, wichtig ist nur, dass Du das irgendwo lernst und nicht auf dem aktuellen Level hängen bleibst.

Und ja, Schritt für Schritt einfach ausprobieren und was nicht klappt, verwerfen und anders ansetzen.

Das war jetzt ein Crash-Kurs in Selbstmanagement. Für sowas zahlt man normalerweise viel Geld, entweder zahlt es die Krankenkasse oder man zahlt es selbst.

Coach' Dich selbst, sonst coacht Dich keiner. Entweder das oder Du brauchst einen professionellen Anbieter, der Dein Coaching übernimmt und Dir lernt, wie Du das zukünftig allein kannst.

Im Moment ist wichtig, dass Du irgendwie Erfolgserlebnisse bei bringst. Minimale Sachen reichen für den Anfang, Hauptsache ist, Du kriegst irgendwas hin, was Dich aufbaut. Eigenlob stinkt nicht, sondern wenn einen keiner lobt, muss man sich selber loben. Es ist echt egal, womit Du Dich wieder aufbaust, wichtig ist nur, dass Du es tust und lernst, wie man das macht, wenn alles bescheiden läuft.

Ich glaube Martin Luther hat gesagt:

"Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute ein Apfelbäumchen pflanzen.". Als Kind hab' ich den Spruch nie kapiert. Aber die eigentliche Bedeutung ist, dass man, egal, wie schlimm grade alles aussieht, man die Hoffnung nicht aufgeben soll, an seine Zukunft glauben soll und aktiv werden soll und was für diese Zukunft tun soll, weiter investieren soll, auch wenn es sinnlos scheint in diesem Moment.

Weißt Du, was wirklich starke Menschen können? Sie können sich selbst regulieren und selbst Mut einimpfen. Und diese Prinzip, nicht aufzugeben, wenn alles verloren und verdorben scheint, das fehlt Dir in Deinem Fundus noch. Das, was Dir jetzt passiert, wäre Dir in jedem Fall passiert, weil Dir da einfach Know-How fehlt. Also seh' das Ganze auch als Chance, zu einem besseren Leben zu kommen. Evtl. wird daraus dann auch ein Volljuristen-Dasein, vielleicht aber eben auch eins als Yoga-Instructor oder als Optiker oder als x, y oder z.

Alles Gute!

Mars-Maus

Rang: Star-Literat/-in
Star-Literat/-in
 
Beiträge: 1678


Re: Situationseinschätzung

Beitrag von Mars-Maus erstellt am: 5. Okt 2016, 22:27 Uhr

Ja, Yoga klingt erst mal vielleicht für manchen krass, aber dat kann was.

Hier, da kann man kostenlos im Internet Yoga-Videos zum Üben nutzen.

http://yogamour.de/

Generell ist Yoga halt gedacht, um den Körper, Geist und Seele perfekt zu stimulieren und positiv zu beeinflußen. Es soll auch die Funktionsfähigkeit von Organgen, Muskulatur, Skelett und des Immunsystems verbessern. Es gehört Stretching dazu, Kraftübungen, mentales/neurophsiologisches Training dazu, Meditation, zum Abschalten und Entspannung. Es gibt viele Stile und Arten. Z.B. von Yoga Nidra wird behauptet, dass eine halbe Stunde Yoga Nidra 2 Stunden Schlaf ersetzt. Es hilft gegen Rückenbeschwerden und für alles Mögliche. Es steht eine ganze Philosophie dahinter, die sehr viel Wissen und Erfahrung bietet. Man kann sich davon soviel nehmen, wie man will. Es wird die Selbstdisziplin und Ausgelichenheit gestärkt usw.. Kann man gar nicht alles nennen, welche Vorteile das bietet. Die einfacheren Übungen kann im Prinzip jeder nachmachen.

Man sollte sich das echt mal antun, am besten in einem Kurs bei der VHS. Da sind nämlich meistens recht gute Yoga-Lehrer, die oft auch noch Phyiotherapeuten sind. Mit Yoga kann man nichts falsch machen. Wichtig ist, dass man vernünftig angeleitet wird und die Haltungen stimmen, deshalb sollte man erst mit Lehrer üben. Fortgeschrittene dürfen auch allein, weil sich die auskennen. Man lernt auch sehr gut seinen Körper kennen...

Und was prima gegen Stress und Angst wirkt, ist Singen. Also entweder im Auto mitgröllen oder daheim You.tube-Videos hören und mitsingen. Singstar spielen ist super für die Laune. Oder eben ein Chor oder 'ne Band.

Ab und zu mal in den Hochseilgarten und Schwimmen gehen und im Sommer Barfußpark, peppt alles das Gehirn auf...Es gibt 'ne Menge Dinge, die einem gut tun, nur man macht sie halt gar nicht oder zu selten. Puzzlen stärkt die Konzentration. Auf's geht's!! :-D

Mars-Maus

Rang: Star-Literat/-in
Star-Literat/-in
 
Beiträge: 1678


Re: Situationseinschätzung

Beitrag von Austa erstellt am: 6. Okt 2016, 21:37 Uhr

Eine goldene Regel lautet: In der Krise sollte man keine Entscheidung treffen.

Du bist in einer Sinn- und Lebenskrise. Von daher such dir professionelle Hilfe. Ein Jura-Studium kannst du immer noch abbrechen. Da besteht kein Zeitdruck. Sortiere dich erstmal neu, strukturiere deine Probleme und wenn du wieder klar denken kannst, dann fasse einen rationalen Entschluss.

Das Jura-Studium und auch das Examen ist kein Hexenwerk. Mit etwas Fleiß kann dieses jeder schaffen, der auch das Abitur geschafft hat. Auch du. Du musst nur etwas Selbstbewußtsein tanken. In einem Jahr kann man viel Stoff lernen und fit für das Examen werden. Noch ist nichts verloren. Du musst nur erstmal zur Ruhe kommen.

Austa

Rang: Berufsdichter/-in
Berufsdichter/-in
 
Beiträge: 241

Wohnort: Westfalen

Re: Situationseinschätzung

Beitrag von Kiel. erstellt am: 7. Okt 2016, 11:59 Uhr

Es geht mir zumindest körperlich langsam wieder besser.

Trotzdem weiß ich absolut nicht was ich machen soll. Die Reise macht mir einfach Angst. Ich glaube persönlich nicht daran, dass ich ein solches Maß an Fleiß werde anbringen können um das alles zu lernen.
Mein Vorwissen ist in allen Rechtsbereichen wirklich sehr dürftig.
Das Reh würde jetzt starten, allerdings müsste ich dafür zunächst die schwerpunktprüfung bestehen, auch da war ich zwar immer in allen Vorlesungen aber ich habe das Wissen einfach nicht auswendig gelernt.
Ich versuche das jetzt noch zu schaffen, aber kalkuliere eigentlich eher mit einem Abbruch. Es ist derartig viel, ich weiß nicht wie ich das machen soll.
Die Leute die immer gelernt haben, haben das ja schon nicht hinbekommen. Ich möchte auch nicht nochmal 3 Jahre dranhängen um alles aufzuholen und im Anschluss nicht bestehen. Das wäre sehr bitter.

Ich fahre jetzt erstmal für 4 Tage nachhause. Das ist zwar auch Arbeitsvermeidungstrategie, trotzdem werde ich da nochmal mit meiner Familie alle Möglichkeiten sondieren.

Ich drehe mich hier die ganze Zeit im Kreis und suche den einfachen Ausweg.


Ichhalte euch mal auf dem laufenden.

Danke für den Zuspruch. Das hat mir ein bisschen geholfen.


Liebe Grüße

Kiel.

Kiel.

Rang: Jungpoet/-in
 
Beiträge: 12


Re: Situationseinschätzung

Beitrag von Austa erstellt am: 8. Okt 2016, 09:43 Uhr

Ich bin auch mit quasi Null-Kenntissen ins Rep gegangen. Und ich habe sogar den Freischuss geschrieben, obwohl das Rep noch nicht beendet war und habe auch bestanden. Zwar nicht besonders gut, aber immerhin. Damit hatte ich eine gute Basis, um für den regulären Versuch zu lernen, der dann auch entsprechend besser ausgefallen ist. Es ist alles machbar.

Austa

Rang: Berufsdichter/-in
Berufsdichter/-in
 
Beiträge: 241

Wohnort: Westfalen

Re: Situationseinschätzung

Beitrag von wizing90 erstellt am: 10. Okt 2016, 19:21 Uhr

Keep it real! Meine Erfahrung mit dem Examen ist, dass es wirklich sehr dramatisiert wird. Ich bin selber mit soliden Vornoten, aber ohne Rep und auch ohne Übungsklausuren ins Examen gegangen. Habe natürlich vorab auch Blut und Wasser geschwitzt, mich selbst verteufelt für meine "Faulheit". Letztlich dann aber mit VB raus. Wichtig ist: Sei locker und denke nicht in Albtraumszenarien. Letztlich versagen die, die in Panik den Kopf verlieren und die Dinge komplizierter machen als sie sind. Du packst es :)

wizing90

Rang: Jungpoet/-in
 
Beiträge: 4


Re: Situationseinschätzung

Beitrag von Kiel. erstellt am: 23. Okt 2016, 12:19 Uhr

Danke euch allen für eure Beiträge!

Ich komme nicht so richtig weiter, alles geht sehr langsam. Ich lerne aktuell für den Schwerpunkt und versuche das jetzt vielleicht doch noch über die Bühne zu bringen.
Ansonsten muss ich das in einem halben Jahr nochmal versuchen.

Ich drehe mich irgendwie leider immer noch im Kreis und suche den Ausweg mit den geringsten Hindernissen. Einfach weil ich mich total aufgebraucht fühle.

Aber ich versuche eurem Rat zu folgen und mich zu motivieren.

sitze auch jeden Tag am Schreibtisch, allerdings oft mit mäßigem Erfolg.


Wir werden sehen ob es klappt.


Mit freundlichen Grüßen

Kiel.

Kiel.

Rang: Jungpoet/-in
 
Beiträge: 12


Re: Situationseinschätzung

Beitrag von Mars-Maus erstellt am: 23. Okt 2016, 19:49 Uhr

:D

Kiel. hat geschrieben:Ich komme nicht so richtig weiter, alles geht sehr langsam.
:contenance: Das ist normal. Wenn Du mit Gewichtheben anfängst, geht's auch erst mit ein paar Kilos los und nicht gleich mit 50 kg auf jeder Seite.

Kiel. hat geschrieben:Ich lerne aktuell für den Schwerpunkt und versuche das jetzt vielleicht doch noch über die Bühne zu bringen.


Guter Plan. :thumbup:

Kiel. hat geschrieben:Ansonsten muss ich das in einem halben Jahr nochmal versuchen.


Darüber brauchst Du jetzt nicht nachdenken. Du musst jetzt drüber nachdenken, wie Du die nächsten Schritte machst, um es im ersten Anlauf zu packen. Außerdem: Versuch' ein bissl positiver zu denken, dann klappt das insgesamt mit dem Lernen besser. Stell' Dir mal vor, Du hast dann den Schwerpunkt geschafft. Das würde sich gut anfühlen, dann versuch' doch mal dabei zu bleiben und zu kucken, wie Du dieses Ziel erreichen kannst.

Kiel. hat geschrieben:Ich drehe mich irgendwie leider immer noch im Kreis und suche den Ausweg mit den geringsten Hindernissen.

Nee, so nicht. :rolling: Wenn Du nach Auswegen suchst, wo es leichter wird, ist Dein Gehirn damit beschäftigt, wo das nächste Mauseloch ist, in das Du Dich verkriechen könntest. Du hast jetzt gesagt, Du machst den Schwerpunkt, also bleib' dabei: Augen zu und durch. Es gibt jetzt kein "Davonlaufen" und Kneifen mehr, solange Du noch versuchst, drum rum zu kommen, wird sich Dein Gehirn dort aufhalten, aber nicht auf den Lernstoff die Konzentration richten. Jetzt musst Du aufhören, immer wieder doch "umzufallen". Du hast eine Entscheidung getroffen, jetzt bleib' dabei, stell' die und Dich nicht mehr in Frage, das lenkt nur davon ab, dass Du effektive Strategien entwickeln kannst. Nicht hin und her schwanken, sondern jetzt auch dem Marschplan folgen.

Kiel. hat geschrieben: Einfach weil ich mich total aufgebraucht fühle.


Dann setz' genau da an, dagegen was zu tun. Wenn Du dich burnout fühlst, dann hilft nur: Entspannungsverfahren trainieren, z.B. PMR nach Jacobsen. Das ist etwas nervig zu lernen, ist aber sehr effektiv, wenn man es mal kann. Du musst lernen, abzuschalten. Das heißt nämlich, nicht nur Pausen zu machen und sich vom Schreibtisch körperlich wegbewegen, sondern, dass dann auch mental und psychologisch der Abstand zum Lernen und zum Studium da sein muss. Wenn Du das nicht schaffst, musst Du das durch Umgebungswechsel und durch mentales Training lernen. 10 Stunden Pause nützten Dir nichts, wenn Du innerlich weiter am Rad drehst und Dich gedanklich nicht von der Arbeit lösen kannst. Da liegt z.B. bei Dir der Hase im Pfeffer. Und Du musst für jeden Tag mindestens 3 positive, angenehme Tätigkeiten einplanen, um auf Dauer genug Kraft zu haben. :idea:

Kiel. hat geschrieben: Aber ich versuche eurem Rat zu folgen und mich zu motivieren.


Motivation ist das A und O für's Lernen. Damit kannst Du lernen. Angst ist mies für's Lernen und wenn Du mit Angst lernst, lernt Dein Gehirn die Angst mit. Also immer wieder, jeden Tag und bei jeder Gelegenheit sich gut zureden, sich drauf freuen, dass man mal Jurist werden wird und was kann und nicht Horrorszenarien ausmalen. Schwarzmalen ist out; Buntmalen ist in. :mrgreen:

Kiel. hat geschrieben:sitze auch jeden Tag am Schreibtisch


Super! Genau so geht's. Einfach hinsetzen und sich damit beschäftigen. Es bleibt viel mehr hängen als Du Dir vorstellst. Und wenn Du eine Weile damit umgehst, bilden sich sog. Querverbindungen, die Dir noch mehr Wissen und Überblick verschaffen. Am Ende wird das Lernen leichter sein als am Anfang. Am Anfang ist es am Allerschwersten, weil das Gehirn quasi bei Null anfangen muss. Also einfach so weitermachen, die Situation aufsuchen, drin bleiben und das so praktizieren, bis immer ein bissl mehr klappt. Anfangs klappt es kaum, dann öfter, dann immer mal doch noch öfter, dann geht's vielleicht wieder mal gar nicht. Wichtig ist, dass Du, wenn Du das in ein Diagramm eintragen würdest, insgesamt einen Aufwärtstrend hinbekommst oder wenigstens auf ein Level kommst, der sich dann stabilisiert und von da aus dann auch wieder eine Steigerung möglich ist.

Kiel. hat geschrieben:allerdings oft mit mäßigem Erfolg


Das ist im Moment total egal und irrelevant. Wichtig ist, dass Du Dich hinsetzt und dort bleibst und Dich mit dem Stoff beschäftigst und wenn Panik aufkommt, Dich selbst runterholen kannst, Dich wieder zur Konzentration zurückholen kannst. Wichtig ist erst mal zu üben, gelassen und ruhig am Schreibtisch zu werden und sich auf die konkrete Sache vor Dir zu konzentrieren und die Horrorszenarien nicht mehr zu füttern.


Kiel. hat geschrieben:Wir werden sehen ob es klappt.


Das wird schon funktionieren und im worst case machst Du es dann halt im zweiten Anlauf, aber so wie ich das hier sehe, wirst Du den nicht nötig haben. Du hast ein bissl viel Bammel vor dem Ganzen, aber ich glaube, Du fütterst im Keller die Monster, bis die immer größer werden. Setz' Dich echt einfach hin, teil' den Berg an Stoff in portionierte und dosierte Häppchen auf, die man auch kauen, schlucken und verdauen kann. Du isst ja auch nur ein Steak pro Mahlzeit und nicht einen ganz Kuh!! Stell' Dir mal vor, Du müsstest die Lebensmittel, die man pro Jahr zu sich nimmt, auf einmal essen, dann würde Dir auch schlecht werden. So ist es mit dem Examen auch: wenn Du dauernd an den ganzen Stoff denkst, wird Dir übel werden vor Angst. Denkst Du aber: Heute mach' ich das Kapitel durch oder die zwei Schemata im ÖR und die zwei Schemata im ZivR und zwei im StrR wird's erträglicher.

Das Problem bei Dir ist weder, dass Du zu doof für Jura bist, noch, dass Du nicht willig wärst. Du gehst nur ein bisschen falsch mit dem allem um und das macht's Dir schwer. Und klar, mit dem Stress umzugehen ist etwas, was man lernen muss. Das ist nicht mehr wie in der Schule, sondern jetzt musst Du lernen, in Eigenregie mit sowas klarzukommen. Das lernt man auch nicht über Nacht, sondern es ist learning by doing. Nur indem Du Dich hinsetzt, ist Dein Gehirn gezwungen, nach Haltungen, nach eigenen Mantras zu suchen, was Du Dir in dem Moment, wo die Panik kommt, über Dich drüber rollt, sagen kannst, um Dich wieder zu beruhigen. Weil eins ist klar: Mit zuviel Stress im Kopf, mit zuviel Angst kannst Du nicht lernen. Das Gehirn kann sich dann nichts merken, also musst Du insgesamt gelassener und ruhiger werden, um in eine optimale Stresslevel-Situation zu kommen, damit Du lernen kannst und auch genug Druck hast, dass Du überhaupt was machst. Zuviel Druck funktioniert nicht, zu wenig auch nicht. Die Mitte finden! Du musst lernen, Deine Emotionen zu regulieren und Dich runterzuregeln, damit Du am Schreibtisch sitzen bleiben kannst und lernen kannst.

Mars-Maus

Rang: Star-Literat/-in
Star-Literat/-in
 
Beiträge: 1678


Re: Situationseinschätzung

Beitrag von Kiel. erstellt am: 24. Okt 2016, 14:21 Uhr

Danke, ich würde dich am liebsten mal drücken.
Das ist echt richtig nett von dir. Deine aufbauenden Worte sorgen dafür das ich doch nicht alles sofort hinwerfen will.
Ich bin schon krass bequem und sehe halt nicht so richtig wie das gehen soll, aber mal gucken vielleicht klappt das mit dem Schwerpunkt ja noch :)

Kiel.

Rang: Jungpoet/-in
 
Beiträge: 12


VorherigeNächste

Zurück zu Examensstress

cron

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Keine und 1 Gast