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Examensstress

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Luft ist raus

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Luft ist raus

Beitrag von Riven erstellt am: 5. Okt 2016, 09:04 Uhr

Hallo,

ich stehe aktuell 5,5 Monate vor dem Examen. Leider bekomme ich es einfach nicht auf die Reihe, konzentriert und konsequent zu arbeiten. An manchen Tagen lese ich mal 1-2 Stunden ein Skript quer, an anderen mache ich ein paar Karteikarten, aber im Hinblick auf das Examen ist das viel zu wenig. Ich muss dazusagen, dass sich mein Studium schon eine Weile zieht. Ich gehörte nie zu denen, die 10 Stunden am Tag lernen. Aber ich habe, wenn ich für meine Verhältnisse gut gearbeitet habe, durchaus auch mal 7, 8 oder auch 10 Punkte bekommen. Im Examen wäre ich damit glücklich. Ich glaube, mein Problem liegt darin, dass mir Jura in der Praxis durchaus Spaß macht, aber die verschiedenen Begründungsmodelle zur ALIC zu lernen hat nun mal mit der Praxis wenig zu tun.
Ich mache den ganzen Tag nur sinnlosen Crap und bekomme keine Lernstruktur auf die Reihe. Das fängt schon mit der Uhrzeit an. Am liebsten wäre mir ja so von 5 Uhr - 13 Uhr, damit man Nachmittags auf jeden Fall frei hat, falls etwas Privates ansteht, man aber auch noch mal bei entsprechender Lust etwas überfliegen kann. Dazu müsste ich aber gegen 22 Uhr ins Bett und da kann ich einfach nicht gut einschlafen.


Ich nehme mal an, dass einige hier schon mal derartige Probleme hatten. Wie seid ihr aus diesem Sumpf herausgekommen?

Riven

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Re: Luft ist raus

Beitrag von Tbm3663 erstellt am: 5. Okt 2016, 10:26 Uhr

Hallo,
Mir geht es in Ansätzen ähnlich. Ich bereite mich ab Mitte Oktober auf das Examen vor, wird sich dann auf 16 Monate belaufen, wobei ich in der Mitte etwa noch eine schwerpunktklausur zu schreiben habe.

Ich wollte die ganze Zeit auch bereits angefangen haben, komme aber nicht wirklich in die Gänge. Ich denke was unabdingbar ist, wird ein strukturierter Zeit/Lernplan sein.
Beispielsweise habe ich vor von Mo-Fr von 8:00 Uhr bis 12:00 Uhr zu lernen. Immer in 50 Minuten Intervallen und 10 Minuten Pause, zum Beine vertreten u. frische Luft schnappen, Kleinigkeit dabei snacken.

Von 12:00 Uhr bis 16:00 Uhr mache ich eine ausgiebige Pause. Hierzu gehört ein Workouts im Gym, ein leckeres Mittagessen und ein Powernap von etwa 30min.
Ab 16:00 Uhr bis 20:00 Uhr verbringe ich dann nochmal Zeit in Skripte lesen. Auch hier wieder, 50 Minuten Intervalle plus 10 Minuten Pause.
Darnach ist Feierabend und Zeit für mich selbst, Freunde am Abend aufn Bierchen treffen oder oder oder ...
Ich denke dass dürfte unumgänglich sein, feste Strukturen zu haben. Gerade was Sachen wie schlafrhytmus betrifft sollte man mal 4 Wochen am Stück um die gleiche Zeit aufstehen. Auch am Wochenende. Wenn all die Basics sitzen, denke ich, wird auch das lernen mit der Zeit angenehmer, weil du weißt was zu machen ist. Du kennst deine workloads wann es gilt die Arme hoch zu krempeln, hast aber auch genug Entspannungsphasen zum regenerieren.

Zusätzlich könnte dir für samstags eine kleine Lerngruppe helfen, gegenseitiges pushen und motivieren plus der positive soziale Druck der dabei entstehen kann.

Ich hoffe ich konnte Dir etwas helfen o.ä ... die Examensphase ist sicherlich anstrengend aber machbar, heutzutage sagt man ja gerne: "Die anderen googlen auch nur mit Google"


Viel Erfolg!:-)

PS: für mich gilt dieser Plan besonders fürs lernen in der Bib, zuhause komme ich absolut nicht in ein Work-Flow. Viel zu viel Ablenkung plus keine Motivation. In der Bib sind alle am lernen, dass steckt mich immer besonders an ;)

P.P.S: ich wollte auch noch anführen, dass es durch aus Sinn machen kann, mehrere Lernkanäle zu bedienen. Zum Beispiel fahre ich ja eigentlich ein 2 Schicht Lernplan. Vormittags lerne ich hauptsächlich mit Lernvideos/Podcasts und visuellem auf dem IPad.
In der Nachmittagsschicht lerne ich dann klassisch mit Lehrbücher/Skripte lesen.
Dies kann auch "motivierend" wirken weil eben doch Abwechslung im lernen selbst stattfindet.
Nur den ganzen Tag lesen würde mich aussaugen...wie so oft macht es zumindest bei mir die Mischung. Dies mache ich die nächsten 6 Monate so, dann Switches ich auch hier um, beispielsweise am Vormittag mit dem Stoff wiederholen anhand von KK, Übersichten, Skripte etc. pp und am Nachmittag Klausuren zumindest gliedern. Dürfte evtl. Für dich so in Frage kommen, da du ja "nur" noch 5 Monate hast. Da hast du sicherlich schon ein sauberes Grundwissen parat, welches du vormittags wiederholen und am Nachmittag mit fällen lösen vertiefen könntest. Und mehr als 6 - 6 1/2 Stunden netto konzentriertem lernen wird kaum machbar sein.

Tbm3663

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Re: Luft ist raus

Beitrag von Anthony_Blanche erstellt am: 7. Okt 2016, 18:53 Uhr

Riven hat geschrieben:Ich nehme mal an, dass einige hier schon mal derartige Probleme hatten. Wie seid ihr aus diesem Sumpf herausgekommen?


Hallo Riven,
im Ergebnis läuft es wohl auf das Thema "Struktur" hinaus: Definition von für Dich geeigneten Lernstrukturen und im Anschluss konsequente Umsetzung (nur am Anfang schwer, nach 2-3 Wochen ist die Struktur dann verinnerlicht).

Würde insbesondere folgende Aspekte berücksichtigen:
- Lernstoff: Welche Themen, wie lange und wann...
- Tagesstruktur: wie viele Wochentage (5 oder 6), Lernbeginn, Pausen, Lernende, Freizeitblöcke etc.

Ciao und viele Grüße
AB

Anthony_Blanche

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Luft ist raus

Beitrag von Väinämöinen erstellt am: 8. Okt 2016, 07:00 Uhr

ロマン hat geschrieben:Es gehen auch 7, 8, 9, 10, 11, 12 und mehr - ohne Pausen.


Insbesondere das "ohne Pausen" ist ziemlicher Unfug. Das Gehirn ist keine Festplatte die ohne Pause mit Volllast beschreiben kann. Zum Glück sind diese Lerneffizienzfragen schon sehr gut erforscht, sodass man dein Posting guten Gewissens besser als Posing bezeichnet.

Das Gehirn verarbeitet neue Sachen im Schlaf. Außerdem verknüpft es die Synapsen besser, wenn sich der Mensch moderat bewegt. An sich müsste man also die ganze Zeit spazieren gehen und dabei seine Sachen durcharbeiten.

Insgesamt ist der Plan mit den regelmäßigen Kurzpausen und einer langen Pause schon sehr "gehirngerecht". Die lange Pause wäre mir zu lang, ich würde das Workout ans Tagesende legen.

Und wer tatsächlich dauerhaft (!) 6-7 Stunden netto (!) am Tag schafft, der schafft mehr als die allermeisten. Insbesondere 12 Stunden netto (!) am Tag dauerhaft und effektiv (!) sind so glaubhaft wie die Aussage, der Mensch könne aus eigener Kraft fliegen.

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Re: Luft ist raus

Beitrag von Tbm3663 erstellt am: 8. Okt 2016, 11:21 Uhr

Also mit meinem Plan komme ich netto auf 6 1/2 Stunden reines lernen. Und darnach bin ich einfach "platt".
Vielleicht habe ich dann kein überdurschnittliches Gehirn aber auf Dauer über 12 Monate von mo-fr 10 Stunden netto zu lernen ... da würde bei mir der Dachstuhl durchbrennen. Und dass ist mir das Examen wirklich nicht wert.
Die grose Mittagspause lässt sich für mich flexibel gestalten. Habe ich mittags keine Lust auf Gym und co, streiche ich 2 Stunden und mache dann eben 2 Stunden eher Feierabend. Aber könnte ja sein dass man mittags auch mal ein Termin hat oder ähnlichem. Daher erstmal der grobe Block.


Wie immer, es gibt tausend Wege um ans Ziel zu kommen. An all die krassen Workaholics mit 10-12 Stunden lernen, mein voller Respekt. :rolling:
Aber ich brauche auch nach wie vor mein Leben und möchte nicht nach 15 Monate Vorbereitung ausgebrannt sein. Das würde mir mit 10std. netto aufwärts definitiv drohen.

Beste Grüße

Tbm3663

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Luft ist raus

Beitrag von Väinämöinen erstellt am: 8. Okt 2016, 13:00 Uhr

ロマン hat geschrieben:
Väinämöinen hat geschrieben:
ロマン hat geschrieben:Es gehen auch 7, 8, 9, 10, 11, 12 und mehr - ohne Pausen.


Insbesondere das "ohne Pausen" ist ziemlicher Unfug. Das Gehirn ist keine Festplatte die ohne Pause mit Volllast beschreiben kann. Zum Glück sind diese Lerneffizienzfragen schon sehr gut erforscht, sodass man dein Posting guten Gewissens besser als Posing bezeichnet.

Das Gehirn verarbeitet neue Sachen im Schlaf. Außerdem verknüpft es die Synapsen besser, wenn sich der Mensch moderat bewegt. An sich müsste man also die ganze Zeit spazieren gehen und dabei seine Sachen durcharbeiten.

Insgesamt ist der Plan mit den regelmäßigen Kurzpausen und einer langen Pause schon sehr "gehirngerecht". Die lange Pause wäre mir zu lang, ich würde das Workout ans Tagesende legen.

Und wer tatsächlich dauerhaft (!) 6-7 Stunden netto (!) am Tag schafft, der schafft mehr als die allermeisten. Insbesondere 12 Stunden netto (!) am Tag dauerhaft und effektiv (!) sind so glaubhaft wie die Aussage, der Mensch könne aus eigener Kraft fliegen.



Vielleicht ist dein Gehirn ja Unfug?
Jedenfalls ist damit klar, dass du auch zu denen gehörst, die eben nicht allzu lange "lernen" können.

Für's erste Examen habe ich damals - auf Grund Zeitdrucks - täglich 14 Stunden in der Bibliothek verbracht. Effektiv gelernt waren davon täglich über 10 Stunden. Am Stück habe ich dabei meine Prime-Time von 10 - 16/17 Uhr gehabt. Dazu gehörten aber auch jeden Tag 2x Monster-Energy (500 ml) und zwischenzeitlich immer hier und da ein Kaffee - nur zum Trinken, nicht zum Rausgehen und Quatschen (es gab einen Kaffeeautomaten).

Mittlerweile schaff ich davon übrigens nichts mehr. Nach einer Stunde ist dafür schon die Luft raus. Das Extrem-Learning zieht auch seine Konsequenzen.
"Posing" ist was anderes.


Wer lese kann ist klar im Vorteil. Hier möchte jemand für einen Zeitraum von 16 Monaten Examensvorbereitung betreiben. Da geht es nicht um Kamikaze-Lernen (wer das machen muss, hatte wohl keinen Zeitplan). Deine "Tipps" dürften hier also einen Wert von nahezu null haben.


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