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juraexamen.com
Anmeldedatum: 17.04.2007
Beiträge: 729
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Verfasst am:
Do, 19. Juli, 2007 - 6:36 |
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Prof. Dr. Barbara Dauner-Lieb
Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels- und Gesellschaftsrecht,
Arbeitsrecht und Europäische Privatrechtsentwicklung an der Universität Köln
Juraexamen.com: Auf welche Fähigkeiten (die man in der Vorbereitung erwerben kann) kommt es insbesondere an, um eine gute Klausur oder Examenshausarbeit zu schreiben? Was macht eine gute Klausur oder Hausarbeit aus?
Prof. Dr. Dauner-Lieb: Klare Gedankenführung und Sprache; Beherrschung des juristischen Handwerkszeugs; konsequente Orientierung am Gesetz (Wortlaut, Systematik, Sinn und Zweck); Ausschöpfung des Sachverhalts
Juraexamen.com: Welche Lernmethoden oder Lernmaterialen bewerten Sie aus Ihrer Erfahrung als besonders wertvoll?
Prof. Dr. Dauner-Lieb: Lektüre von Originalurteilen und Urteilsanmerkungen.
Juraexamen.com: Wenn Sie eine Klausur oder Hausarbeit auf Examensniveau korrigieren, welche Fehler fallen Ihnen besonders negativ auf?
Prof. Dr. Dauner-Lieb: Rückgriff auf Erinnerungsfetzen statt Arbeit mit dem Gesetz; Checklisten (grauvoll: Anspruch entstanden, Anspruch durchsetzbar, Anspruch untergegangen) statt klarer, am Gesetz orientierter Gedankenführung; gestelzte Formulierungen statt klarer, verständlicher Sprache; Theorielastigkeit statt Arbeit am konkreten Sachverhalt; abstruse Konstruktionen statt pragmatischer Einsatz des gesunden Menschenverstandes
Juraexamen.com: Wie ist Ihre persönliche Meinung zum „Freischuss“?
Prof. Dr. Dauner-Lieb: Verhindert die juristische Reifung und führt daher häufig zum Verfehlen des "Prädikats"; Verbesserungsversuche kosten unnötig Lebenszeit und führen selten zum Erfolg.
Juraexamen.com: Wo sehen Sie die Vorteile oder die Nachteile von Repetitoren?
Prof. Dr. Dauner-Lieb: Der Repetitor strukturiert Stoff und Zeit und kann daher Hilfestellung im Kampf gegen den "inneren Schweinehund" geben. Kehrseite: Verführung zu passiver Konsumhaltung. Beste Voraussetzung für ein gutes Examen ist und bleibt das eigenständige Nachdenken über den Stoff.
Juraexamen.com: Was glauben Sie, wie die hohe Zahl von Durchfallern und schlechten Examensnoten jährlich zu erklären ist?
Prof. Dr. Dauner-Lieb: 20 bis 30 % sind für das (schwere) juristische Studium nicht geeignet; es wird zuviel gelesen und "gelernt" und zu wenig nachgedacht, vertieft und wiederholt; juristische Lektüre, die nicht in Form einer schriftlichen Zusammenfassung oder Notiz verarbeitet wird, kann man sich sparen.
Juraexamen.com: Was macht auf Sie in einer mündlichen Prüfung einen besonders schlechten Eindruck und was einen besonders guten?
Prof. Dr. Dauner-Lieb: Ganz schlecht: Sprechblasen, Erinnerungsfetzen, Stichworte; beeindruckend: Arbeit mit dem Gesetz, ganze, grammatikalisch halbwegs korrekte Sätze, Bemühung um eigenständige Argumentation.
Juraexamen.com: Gibt es einen besonderen Hinweis oder Tipp, den Sie gerne an die Studenten richten möchten?
Prof. Dr. Dauner-Lieb: Benutzen Sie Ihren eigenen Verstand! |
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